Portrait Andreas Pecht

Andreas Pecht – Kulturjournalist i.R.

Analysen, Berichte, Essays, Kolumnen, Kommentare, Kritiken, Reportagen – zu Kultur, Politik und Geistesleben

Gedanken über Menschen am Wochenende der deutschen Waldbrände

ape. Gedanken am Samstagnachmittag (15.8.26) bei erneut 36+X Grad draußen und 27 Grad in der verdunkelten Wohnung. Bei hiesigen Rheinpegeln zwischen 9 und 0 cm. Bei zwei bis drei Dutzend Waldbränden unterschiedlicher Größe innerhalb von drei Tagen in fünf Bundesländern:
Was machen normale, vernünftige, mitdenkende und mitfühlende Menschen, wenn im Großenganzen sprichwörtlich die Hütte brennt und im Land nah oder fern tatsächlich Wald und Flur in Flammen stehen? Sie sorgen sich, bangen und hoffen; sie helfen durch Solidarität und Mitgefühl, mit Warnung und Mahnung, mit eigenem Verhalten, wo möglich und sinnvoll auch mit handfester Unterstützung im Umfeld des Geschehens; sie erkunden mit Hilfe von Fachleuten und Wissenschaft die Ursachen, suchen nach Möglichkeiten und mühen sich um Wege, die Gefahren und Probleme für die nahe Zukunft einzudämmen, für die fernere Zukunft der Nachgeborenen womöglich zu beseitigen.
Was machen manch andere? Nichts von alledem. Sie vagabundieren stattdessen organisiert oder als passionierte Einzelkämpfer durchs Internet, machen als Trollarmee aus braunblauen Ideologen, realitätsblinden ubnd wissenschaftsfeindlichen Ignoranten oder einfach aus Idiotie Radau und mimen Mehrheit. Sie verlachen Betroffene, Helfer, Besorgte, Nachdenkliche. Einige Verrückte bezweifeln sogar, dass die Brände überhaupt existieren, bezeichnen sie als Inszenierungen der „Klimawandel-Mafia“. Etliche erklären Brände, Wassermangel, Hitze zu schon immer dagewesener Normalität oder erfinden ständig neue Ursachen, die mit allem möglichen zu tun haben, nur nie mit dem menschengemachten Klimawandel, denn den gäbe es ja gar nicht.
Der Zynismus dieser Gestalten ist grenzenlos – und für nichts, aber auch gar nichts im Hinblick auf den lösungsortierten Umgang mit dem regional und global realen Primärproblem unseres Zeitalters zu gebrauchen. Andreas Pecht
Andreas Pecht

Kulturjournalist i.R.

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