Portrait Andreas Pecht

Andreas Pecht – Kulturjournalist i.R.

Analysen, Berichte, Essays, Kolumnen, Kommentare, Kritiken, Reportagen – zu Kultur, Politik und Geistesleben

Guten Tag allerseits

  • Guten Tag allerseits im Juni / Juli 2026


    10.7.2026

    So wünsche ich denn allseits bei wieder aufschäumender Hitzigkeit ein möglichst angenehmes Wochenende. Ab in den Schatten und macht euch nackisch. Dazu ordentlich knutschen, denn das ist – wie wir jetzt am „Tag des Küssen“ aus wissenschaftlichem Munde erfuhren – sehr gesund und stärkt das Immunsystem außerordentlich. Mein Plan fürs Wochenende: Außer dem Gesagten – nichts (tun).
    Gebt ein bisschen acht auf euch, vor allem die Älteren und nicht maximal Gesunden und auf ähnliche Mitmenschen. Schließlich hat die Hitzewelle im Juni allein in Deutschland etliche tausend Menschenleben gekostet. Mögen Quarkdenker und andere vermeintliche Meisterdenker noch so laut krakeelen, die seien nicht der Hitze erlegen, sondern eben während der „hochsommerlich normalen Wärme“ ihren sonstigen Vorerkrankungen. Die Zahlen und Fakten sind eindeutig: Signifikante Übersterblichkeit in direkter Auswirkung der Hitze. Heißt ganz einfach: Ein Großteil dieser Menschen wäre ohne die stattgehabte außerordentliche Hitzewelle in den beiden letzten Juni-Wochen eben nicht gestorben. Vom quasi Hitze-Notstand in Krankhäusern, Arztpraxen, Altenheimen und bei den Rettungsdiensten gar nicht zu reden.

    9.7.2026

    Frühgedanken = kurze Anmerkung zur inzwischen dank Internet schier unendlich gewordenen Kontent-Flut und dass man davon immer wieder mal eine Pause machen sollte, um sich auch noch eigene ernsthafte Gedanken machen zu können. > Freier Lesetext hier  


    8.7.2026

    Man hat mich gefragt, welcher Mannschaft ich denn nun bei der WM die Daumen drücke? Ist doch klar: RO – RO – RO, den Rus, den Ruderern aus Norwegen. Ich habe sie zwar noch nicht spielen sehen, aber in Sachen verspielter Stimmung sind sie Weltklasse.

    7.7.2026

    So. Zwiebelernte abgeschlossen: 18 Bündel a 8 bis 10 Früchte; für unsere Verhältnisse sehr passabel. Heidelbeer-Ernte läuft, die vier Stauden schaffen heuer ordentlich was ran. Salatgurken explodieren, wir werden bald wieder Schönheitsmasken auflegen können und Gurkenbäder nehmen. Kopfsalat läuft stetig und gut, jetzt allerdings mit intensiven Schießübungen im Hochbeet. Die beiden Kohlbeete sind zum undurchdringlichen Blätterwald geworden, die Fruchtansätze machen gute Hoffnung. Schnecken sind bisher in diesem Jahr kein Thema.
    Ein Trauerspiel sind die Kartoffeln. Da ich Wühlmäuse und Kartoffelkäfer partout nicht in den Griff bekomme, wird da nicht viel übrigbleiben. Und dann noch ein seltsames, auch Besorgnis erregendes Phänomen: Die Blüten von Tomaten, Bohnen und ein paar anderen Spätblühern sind in so noch nie erlebtem Umfang unbefruchtet geblieben. Das passt zu dem Eindruck, dass es hierorts in diesem Jahr noch einmal weniger Fluginsekten gibt als schon in den Vorjahren. Bienen und Wespen aller Art nahezu Null, Hummeln sind nach Aktivphase im Frühsommer wieder verschwunden. Auf den Wiesen steht der Klee in Vollblüte, da sollte es summsen und brummsen; zu sehen und zu hören sind allerdings nur ein paar wenige Einzelgänger. Selbst Fliegen und Stechmücken gibt es kaum welche. Folge: Erstmals seit 45 Jahren habe ich keine Fliegengitter an die Fenster gemacht; unnötig. Traurig: Die Vogeldichte hat noch einmal deutlich abgenommen.

    5.7.2026

    Man hat sich in den letzten paar Jahren schon fast daran gewöhnt, dass es bei vielen Themen eine Menge Leute gibt, an denen handfeste Daten, Fakten, selbst wissenschaftlich mehrfach gesicherte Tatsachen einfach abperlen. Was zur eigenen Auffassung, ins eigene Weltbild nicht passt, wird irgnoriert, verdrängt, geleugnet, angefeindet. Es nervt trotzdem, wenn diese Leute jetzt immernoch unverdrossen, selbst wider spürbare Umstände, am Glaubenssatz oder an der Parole festhalten, „früher hat es auch schon so heiße Sommertage gegeben; alles ganz normal“.

    Die Temperaturdaten seit Beginn der systematischen Wettererfassung 1881 interessieren sie nicht. Selbst ein ganz einfaches, auch für den Dümmsten begreifliches Faktenbeispiel tun sie als belanglos ab: In den 119 Jahren von 1881 bis 2000 gab es in Deutschland 1 Tag mit etwas über 40 Grad; in den 25 Jahren von 2000 bis 2025 waren es 9 Tage mit über 40 Grad; allein im Juni 2026 gab es schon 4 Tage mit mehr als 40 Grad, darunter der mit 41,8 Grad heißeste hierzulande jemals gemessene. Fakten gelten ihnen nichts, aber persönliche Erinnerungen ältere Mitmenschen an Sommer ihrer Jugendzeit in den 1950ern, 1960ern, 1970ern gelten ihnen genauso wenig – wenn es darin heißt, dass damals Temperaturen von mehr als 30 Grad als heftig galten, (weshalb es ab da in den Schulen hitzefrei gab), von den selten erreichten 35 Grad als extrem.

    Was ist das? Ignoranz, Ideologie, Idiotie?


    4.7.2026

    Es sei allseits ein angenehmes Wochenende bei diesmal wahrscheinlich maßvollen Sommertemperaturen gewünscht.

    Als Dreingabe zwei Grundgedanken, die seit Jahrzehnten fest in meinem Gehirn verankert sind und mir täglich bei der Rezeption der Nachrichten aus dem Hintergrund zuwinken:
    1. Ein Wirtschaftssystem, das auf dem begrenzten Planeten auf ewiges Wachstum angewiesen ist, anderfalls es zugrunde geht – das wird früher oder später unausweichlich zugrunde gehen.
    2. Das Erfolgsrezept des Homo sapiens bei seiner steinzeitlichen Entwicklung war nicht der Wettbewerb untereinander, sondern die Fähigkeit zur Kooperation.


    30.6.2026

    Vor lauter Urlaubs- und Hitzegedöhns hätte ich ihn fast vergessen, den Hinweis auf die neue Folge (252) meiner Monatskolumne „Quergedanken“. Sie ist bereits am vergangenen Freitag/Samstag im Mittelrheinmagazin „Kulturinfo“ erschienen und steht unter der Überschrift „Urlaubsftreuden mal so, mal anders“. Das passt zum jetzigen Ferienbeginn in Rheinland-Pfalz, doch kommt das derzeit dominante Wetterthema Hitze darin nicht vor. Denn der Text war zu schreiben und abzuliefern bevor wir am 14. Juni für zwei Wochen an die Ostsee fuhren. Und damals herrschten hierzulande noch für einen Tag eher herbstliche Wetterverhältnisse. > Quergedanken Folge 252 siehe Link (freier Lesetext)


    29.6.2026

    Tach allerseits. Ich bin wieder hier in meinem Revier, auch wieder online. Und gleich sei besorgt gefragt: Lebt ihr noch oder haben euch die letzten zwei Wochen gargekocht, gebraten, ausgedörrzelt, hingehauen? Die Frage drängt sich auf, weil: Wir verbrachten diese Zeit in der diesmal kühlsten Ecke Deutschlands, an der Ostsee. 12 von 14 Urlaubstagen unter quasi idealen Sommerbedingungen bei maßvollen 22 bis 26 Grad auf der Insel Poel.

    In der Ostsee-Zeitung – die ich täglich zusammen mit den Frühstücksbrötchen beim Hafenbäcker als einziger Basisverbidnung zum Weltgeschenen holte- lasen wir von den hitzigen Beschwernissen bis für manchen (und Teile der deutschen Infrastruktur) schieren Unerträglichkeiten im übrigen Mutterland mit Temperaturrekorden, die jenen in Nordafrika glichen oder sie sogar übertrafen. Erst am letzten Urlaubstag erreichte die Hitzeblase auch den hohen Nordosten – und haute mich mit 32 Grad japsend aus den Galoschen. „32 Grad, da hätten wir uns hier drüber gefreut“, meinte lakonisch der westerwälder Nachbar, als ich ihm jetzt heimkommend von meinem Hitzeschock am Urlaubsende erzählte. Worauf er eerschöpft und entnervt was von zwei Wochen „bei 34 bis nahe 40 Grad“ grummelte. Nun denn …


    11.6.2026

    Da entfleuchte die Gabel meiner Hand und flog quer durch die Küche, aus dem Maul spratzelte mir ein angekautes Sardinenstück, als ich beim Abendbrot die Arme hochriss und losbrüllte – vor Begeisterung.

    „Was für ein Tor!“

    Diese Schlagzeile auf Seite 1 der aktuellen „Zeit“ war Anlass für den etwas unappetitlichen Ausbruch. Unter der Zeile als Bild ein glitzernder Fußball mit Versatzelmenten des Sternenbanners, mittendrin eine güldene Büste von Donald Trump. Die wunderbar hinterfotzige Genialität dieser doppeldeutigen Titelkonstruktion ist überhaupt nur möglich im Deutschen. Sie bleibt allerdings jenen verschlossen, die nur „das Tor“ kennen und nichts (mehr) wissen vom alten deutschen Wort „der Tor“. Gleiche Schreibung, völlig verschiedener Sinn: „Der Tor“ bezeichnet einen dummen, einfältigen, törichten Menschen.

    Drunter dann die weiterführende Unterzeile: „Erst macht Donald Trump sich die Welt zum Gegner, jetzt ist sie bei ihm zu Gast …..“


    9.6.2026

    Nur mal so, weil’s typisch ist (und auch irgendwie zum Lachen):
     
    Folgt man den Schnittbildern, KI-Bildkonstruktionen und Wortbeiträgen von AfD-Parteigängern und sog. „Querdenkern“ sowie einigen Putin-Zirkeln über eine Demonstration ihrer Klientel am gestrigen Montag (8.6.) in Berlin, könnte man den Eindruck gewinnen, Zehntausende wären dort unter dem Hauptmotto „Merz muss weg!“ sowie u.a. den Losungen „Sofortiger Rücktritt der Bundesregierung!“, „Stopp der Migrationspolitik!“, „Abschaffung der Gebühren für den ÖRR!“ unter Deutschlandfahnen auf die Straße gegangen. Der Eindruck täuscht. Trotz einer bundesweiten Mobilisierungskampagne kamen am Ende nur (laut Polizei) 4000 Demonstranten zusammen.
     
    Gleichwohl ist man in den einschlägigen blau-braunen Kreise hell empört, dass die deutschen Nachrichtenmedien, insbesondere die Hauptnachrichten des ÖRR, nicht bundesweit groß über diese „Massendemonstration“ berichten. Sie veranstelten nun einen großmäuligen Popanz, indem sie den Redaktionen „systematisches Verschweigen“ oder „politisch motivierten Missbrauch der Pressefreiheit“ im Dienste der Regierung vorwerfen. Mit Verlaub, eine 4000er-Demo in der Hauptstadt ist kein Großereignis und mit Kurzbeiträgen in einigen regionalen Medien sowie dem RBB und tagesschau-online hinreichend nachrichtlich gewürdigt.

    5.6.2026

    Auch wenn es wettermäßig weithin eher unwirtlich werden dürfte, sei dennoch allerseits ein irgendwie angenehmes Wochenende gewünscht.

    Ein besonderer Gruß geht rauf in die Eifel, wo eben Rock am Ring beginnt. Das möcht‘ wohl wieder so ein Matschwochenende werden, wie wir es am Nürburgring häufig erlebt haben. Lasst euch die Laune dadurch nicht verderben.

    Überhaupt: Es sind fürs Wochenende allüberall zahlreiche Feste und Kulturacts unter freiem Himmel avisiert. Dazu sei ebenfalls, den Widrigkeiten zum Trotz, frohgemutes Gelingen und Genießen gewünscht.


    4.6.2026

    Zum Thema: Diesmal kein temporärer Sitz für Deutschland im UN-Sicherheitsrat.
    Ein alter Ex-Kollege dröselt hier (s.Link) gelassen auf, was mir ebenfalls im Wesentlichen bei der Nachricht aus New York durch den Kopf ging. Ich habe recht wenig Verständnis dafür, dass sogar einige sonst vernünftige Leute jetzt die beleidigte Deutschleberwurst spielen und in schierer Trump-Manier nach Kürzung oder Einfrieren der deutschen UN-Beiträge rufen.

    https://www.pecht.info/wordpress/2026/06/04/deutschland-nicht-im-un-sicherheitsrat-eine-anmerkung/



    31.5.2026

    Kleines Verzählche über ein Malheur am frühen Sonntagmorgen. Beghinnt wie folgt:

    Sapperlottement! Da hat mich doch am heiligen Sonntag in aller Herrgottsfrüh von draußen her ein kurzes, aber intensiv giftiges Zischen mit direkt darauf folgendem gewaltigem Krachen aus der letzten, der kuscheligen Schlafphase gerissen. Blitz und Donner – eine kleine Gewitterzelle direkt überm Haus. (….)

    Ganzen Text lesen hier


    29.5.2026

    Künste retten die Menschheit nicht, aber ohne Künste ist sie verloren.


    28.5.2026

    Es sei allseits wieder ein schönes Wochenende gewünscht. Die erste Hitzewelle hat wohl ihren Zenit überschritten. Heute nochmal um 31 Grad, schreibt die Zeitung; am Samstag/Sonntag dann „vereinzelt“ Schauer und Gewitter bei etwas unter 30 Grad. Regen tut Not, meine Fässer sind seit gestern leer, obwohl ich all das Junggemüse im Garten mit Gießwasser nicht eben verwöhnt habe.
    quergedanken_logo Als Dreingabe zum Monatswechsel wie gewohnt meine Kolumne Quergedanken, die heute im mittelrheinischen Magazin „Kulturinfo“ erschienen ist. Diese Folge 251 steht unter der widersprüchlichen Überschrift ZU VIELE MENSCHEN, ABER ZU WENIGE KINDER? und beginnt so: „Ihr seid schuld“, frotzelt Freund Walter. Wie bitte? Wer ist „ihr“ und woran schuld? „Ihr, die Boomer. Wegen euch gibt es in Deutschland jetzt zu viele Alte und zu wenige Kinder. (…)“


    > Guten Tag allerseits in den Vormonaten

Archiv chronologisch

Archiv thematisch