Portrait Andreas Pecht

Andreas Pecht – Kulturjournalist i.R.

Analysen, Berichte, Essays, Kolumnen, Kommentare, Kritiken, Reportagen – zu Kultur, Politik und Geistesleben

Guten Tag allerseits

  • Guten Tag allerseits im August 2022

    16.08.2022

    So. Alle Stationen kündigen für Mi, Do, Fr Wetterwechsel in teutschen Landen an und vor allem: Regen. Also wieder Hoffen und Bangen, dass man diesmal nicht leer ausgeht, sondern davon auch ordentlich (aber friedlich) was abkriegt. Sollte eigentlich klappen, denn ich habe getanzt. Zwar nur ein paar Schritte vor dem Hühnerstall und nicht nackisch – doch für 20 Liter auf den Quadratmeter müsste dieses Quantum Regentanz allemal reichen.*schmunzel*


    15.08.2022

    Eigentlich sollte diese Malarbeit schon am zurückliegenden Freitag als Gruß zum Wochenende fertig sein. Es war mir allerdings selbst unterm Haselbusch einfach zu heiß, eifrig den Pinsel zu schwingen. Drum nehmt es jetzt als Wochengruß. Erinnerung an schöne Vormittagsstunden neulich.

    Alte Freunde in den Brombeeren. Acryl/Gouache auf Leinwand, 60 x 50 cm. 15.08.2022 (c) Andreas Pecht

    8.08.2022

    Wochenendbilanz.
    Ich hoffe, es hatten – trotz des Ernstes der allgemeinen Lage – am Wochenende alle auf ihre je eigene Art Freude etwa beim Wacken-Festival, bei Nature One im Hunsrück, auf einem der vielen Krimesfeste ringsumher bzw. sonstiger Festivität, Veranstaltung, Geselligkeit. Die großen musikalisch-kulturell bewegten Menschenansammlungen sind meine Sache nicht mehr. Habe sie über die Jahrzehnte fast sämtlich erlebt, mal privat, mal als Berichterstatter. Vom Isle of White Festival 1970 mit 600 000 Besuchern und den Britisch Rock Meetings in Speyer/Germersheim 1971/72 (mitjeweils mehreren zehntausend Besuchern) über Hausfestivals bei Guru Guru im Odenwald, Krautrock-Meetings auf der Heidelberger Thing-Stätte, Abstecher zu den Liederfestivals auf der Waldeck, etliche Open airs auf der Loreley, frühe Jahrgänge Rock am Ring, drei Besuche in den Gründerjahren von Nature One, Horizonte-Festival in Koblenz usw.usf.

    Ich weiß, wie sich das anfühlt, wenn’s gut war und freue mich über jede/n, die/der so etwas jetzt genießen durfte. Mein Wochenende war nun zwar von ganz anderer Art, aber womöglich ähnlich anstrengend und zugleich beglückend. Handfestes Ergebnis sind 18 Gläser Brombeer-Gelee und 9 Gläser Holunder-Gelee, erwachsen aus vielen Stunden ruhigen Tuns in Wald, Flur, Küche mit angenehmer Gesellschaft. Ergo: Abrocken, tanzen, feiern oder Beerensammeln und verarbeiten – für mich sind das zwei Seiten derselben Münze: Leben, allem Irrsinn zum Trotz.


    06.08.2022

    Nachtgedanken.
    Mutter Natur rollt die Augen, zuckt mit den Schultern; die Götter wenden sich gleichgültig ab. Und sie sprechen so: „Die Menschen sind eine seltsame Spezies. Sie stehen vor dem größten, von eigener Hand geschaffenen Problem ihrer bisherigen Geschichte, tun aber alle Tag‘ und jede Stund‘, als gebe es für sie ein Morgen, Übermorgen und Überübermorgen nach altgewohnter Art. Sie berauben und übervorteilen einander, reiben sich auf in Wettbewerben gegeneinander, führen Kriege untereinander, halten gar Autos und schnelle Fahrt damit, Karriere, äußeren Tand und technischen Tinnef für zentrale Sinnthemen ihres Daseins. Doch sind das alles nur Nichtigkeiten angesichts des heraufziehenden Zusammenbruchs ihrer planetaren Lebenswelt. Das schlimmste ist: Sie wissen es – und bestehen dennoch darauf, ihre läppischen Sandkastenspiele weiterzuspielen. Nun denn, ihr Wille sei ihr Himmelreich.“


    05.08.2022

    Es geschehen noch Zeichen und Wunder. In der Nacht ist doch tatsächlich erstmals seit Wochen eine kleine Gewitterzelle nicht um unsere Gemarkung drumrum gezogen, sonder drüber weg – und hat 20 Minuten lang ordentlich Wasser gelassen. Die Regenfässer sind knapp zur Hälfte gefüllt; das hilft über die ersten Tage der womöglich am So/Mo beginnenden nächsten Hitzewelle. Nicht zuletzt Im Vorgriff darauf ist an diesem Mittwoch und Donnerstag auch die Malarbeit „Erfrischung“ (Acryl auf Leinwand, 50 x 60 cm) entstanden, ausgeführt mit dösigem Kopf und lascher Hand bei 32 bis 35 Grad im Schatten der Haselbüsche. Damit sei allseits ein angenehmes Wochenende bei frischem Durchatmen gewünscht.

    „Erfrischung“. 50 x 60 cm, Acryl auf Leinwand. 5.8.2022 (c)Andreas Pecht

    03.08.2022

    In Sachen Arbeitskräftemangel. Gute Idee eines westerwälder Kunststoffunternehmens, wie ich finde, heute im Lokalteil der Frühstückszeitung entdeckt: Der bis dato mit drei Wechselschichten agierende Betrieb organisiert einige Produktionsabläufe anders, um nun eine vierte Schicht einzuführen, die nicht dem Wechselsystem unterliegt. Es handelt sich um eine fixe Tagschicht (Gleitzeit 7 bis 17 Uhr), attraktiv für alte und neue Beschäftigte, denen ein geregelter ArbeitsTAG und kontinuierliche Freizeit wichtiger sind als die Schichtzulagen auf dem Lohnkonto. Dem Vernehmen nach gibt es dafür schon einige Bewerbungen auch neuer, vor allem jüngerer Arbeitskräfte, die dafür sogar ziemlich lange Anfahrtsstrecken in Kauf nehmen.

    Übrigens: Schon immer war ich (wie das Gros der Arbeitsmediziner) der Ansicht, dass Nacht- und Wechselschichtarbeit aufs absolut unverzichtbare Minimum reduziert gehören. Die maßlose Ausdehnung der Schichtarbeit zum schieren Normalzustand vor allem während der zurückliegenden fünf Jahrzehnte halte ich für einen zivilisatorischen Irrweg – weil gegen Natur und Gesundheit des Menschen ebenso verstoßend wie das sozialkulturelle Funktionieren der Gesellschaft (zer-)störend.


    02.08.2022

    Autsch’n. „Sauviech, verfluchtes!“, so schimpfte ich gestern am Abend auf ein Wespe. Und zwar derart explosiv-lautstark, dass selbst die sonst durch fast nichts aus der Ruhe zu bringenden Pferde auf der benachbarten Weide erschrocken ein paar Bocksprünge vollführten. Die Wespe hatte mir in den Fuß gestochen. Ehrlicherweise sei eingeräumt, dass das Tierchen ganz und gar unschuldig ist: Seit Wochen mahne ich jeden Besucher, nur mit Schuhen über die Wiese zu gehen, weil der niedrige Klee noch immer blüht und sich manch bewaffnetes Summsetier an dessen Pollen verlustiert. Was aber mache ich? Stapfe gedankenversunken ausnahmsweise barfüßig durchs gar nicht mehr grüne Grün, trample auf die Wespe. Und „peng!“. Eine Stunde Schmerz; hernach und heute noch immer leichter Hinkefuß wegen Verdickung um die Einstichstelle unterm Außenrist. Was lernt mich das? Ja, eben, ähm, sowieso ….


    01.08.2022

    Die Gartenernte schreitet munter voran; Tomaten, Auberginen, Paprika, erstmals auch Melonen geben jetzt richtig Gas; die Zweitaussaat Erbens setzt bereits Blüten an, Himbeeren gehen opulent in die zweite Tracht. Zugleich beginnt jetzt die Sammelernte in Wald und Flur – bei mir traditionell gemäß regionalen Bedingungen mit den Brombeeren, es folgt in wohl 2 Wochen der Holunder, danach abschließend Nüsse, Kastanien, Pilze. Habe mir heute die Brombeer-Lage in meinem Revier angeschaut. Es gibt massenhaft Früchte, ABER… > weiterlesen ganzer Text



    30.07.2022

    Die Messdatenbilanz der Meteorologen für Rheinland-Pfalz bestätigen den Eindruck und das Erleben der meisten Garten, Flur und Wald nahestehenden Zeitgenossen: Wie schon der Juni 2022, so war erst recht der jetzt auslaufende Juli deutlich zu warm und viel, viel zu trocken. Eine heute publizierte erste Auswertung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bilanziert für den Juli 2022 – im Vergleich zu den Durchschnittswerten der Referenzperiode 1961 bis 1990: Im rheinland-pfälzischen Landesdurchschnitt war dieser Monat 2,9 Grad zu warm. Scheint erstmal wenig, ist aber tatsächlich gravierend. Richtig deutlich wird das Elend bei den Niederschlagsmengen: Landesweit fielen im Juli durchschnittlich nur 10 Liter Regen auf den Quadratmeter, 72 Liter wären (nach Referenzzeitraum) normal.


    29.07.2022

    (…) „Je nach Bemühen kann man den privaten Verbrauch von Heiz- und Fahrenergie um 10, 20, gar 30 Prozent verringern. Das hält bei der derzeitigen Inflationsrate zwar die Haushaltskasse nicht schadlos, weist den Putin-Imperialismus noch nicht in die Schranken und rettet auch nicht die Welt vor dem Klimawandel. Aber: Es ist ein Beitrag zu all dem.“ So heißt es in der aktuellen, heute erschienenen Folge Nr. 205 meiner Monatskolumne „Quergedanken“. > Ganzer Artikel „Der neue Volkssport: Energiesparen“ (freier Lesetext, 3400 Anschläge)

Archiv chronologisch

Archiv thematisch