Sapperlottement! Da hat mich doch am heiligen Sonntag in aller Herrgottsfrüh von draußen her ein kurzes, aber intensiv giftiges Zischen mit direkt darauf folgendem gewaltigem Krachen aus der letzten, der kuscheligen Schlafphase gerissen. Blitz und Donner – eine kleine Gewitterzelle direkt überm Haus. Sie öffnet ihre Schleusen und es prasselt so heftig hart auf die Dachflächenfenster, dass ich Hagelschlag fürchte. Es sind aber „nur“ mit Wucht aufschlagende Regentropfen, freilich so groß wie die sprichwörtlichen Scheißhausdeckel. Starkregen, fünf Minuten etwa, danach ein Viertelstündchen gemäßigter, doch ergiebiger Regenschauer.
Ich raus aus dem Bett, denn die Regentonnen werden wohl gleich überlaufen. In Schlafwäsche und barfüßig mit Regenschirm eilige Runde ums Haus. Yep, vier Fässer sind fast voll. Doch Nummer fünf und sechs, die beiden am hinteren Fallrohr, haben gar nichts abgekriegt. Mist, verfluchter: Die nördliche Dachfläche ist naturgemäß recht kräftig bemoost und die paar Minuten Starkregen haben eine Menge Gewächs runtergewaschen und ins Fallrohr gespült. Das Moos hat die Regenklappe über den Fässern halb hochgedrückt, den Wasserabfluss gestoppt und das Rohr verstopft.
Da hample ich nun spärlich bekleidet vor der Tücke des Objekts herum, muss trotz Regens den Schirm beiseite legen, um mit beiden Händen zwei, drei Kilo pitschenasses Moos aus Klappe und Rohr zu friemeln. Brühe von oben, Brühe von vorn, Brühe um die nackten Füße – der ganze Adonisleib bis in die letzte Ritze gewässert. Und kaum funktioniert der Regenmechanismus wieder, hört es auf zu regnen. Hach, ein traumhafter Start in den Sonntag. Was macht man in dergleichem Fall? Ich hab‘ mich trockengelegt und noch drei Stunden ins Bett. Ätsch
Andreas Pecht
