ape. Reden wir einmal Tacheles hinsichtlich des energetischen Großenganzen: Das Fossilzeitalter der menschlichen Zivilisation neigt sich unaufhaltsam seinem Ende zu. Das ist nicht nur der Notwendigkeit und der Vernunft geschuldet, sondern inzwischen sogar eine unübersehbare, nicht mehr umkehrbare Haupttendenz in der Ausrichtung des Weltkapitalismus. Die Würfel sind gefallen – auch wenn es in der einen oder anderen Ecke der Erde (etwa in Russland und Deutschland) noch ein, zwei Jahrzehnte länger dauern sollte, bis der letzte Polit- und Konzern-Appartschik begriffen hat, dass die Menschheit bereits mit Schwung in die postfossile Epoche eingetreten ist und der Wandel zur regenrativen Energieversorgung längst rund um den Globus der primäre Entwicklungsweg.
Nehmen wir zwei fette Beispiele für unzählige andere weltweit. Donald Trump mag nach Drillen und Fracken schreien, wie er will: Ungeachtet dessen weist in den meisten US-Bundesstaaten die Energiegewinnung mittels Solar – und Windtechnik anhaltend die mit Abstand höchsten Zuwachsraten aus. (Ähnlich die Entwickllung, wenn auch noch auf niedrigerem Niveau, etwa in Indien, Indonesien und Indochina). Zweites Beispiel China: Nicht nur, dass die chinesische Autobranche mit ihrem Primat auf E-Fahrzeugen alle anderen aussticht und nun auch bei der Wärmepumpen-Heiztechnik auf bestem Weg zur Weltmarktführerschaft ist. Zeitgleich treibt China weiter sein gewaltiges und rasend schnelles Ausbauprogramm für regenerative Energieerzeugung, Netzaufrüstung sowie neuerdings ein Giga-Programm für neue Energiespeicher voran. Zugleich reduziert es Zug um Zug seine ursprünglichen Pläne für den Bau neuer Kohle- und Kernkraftwerke. Weil: Im Verhältnis zu den regenerativen Energien viel zu teuer, zu langsam und nichts, was auf dem Weltmarkt profitabel verkäuflich wäre. Dann, sagen sich die Chinesen, lieber Afrika und Lateinamerika mit preiswerten Solarmodulen fluten. Was gerade geschieht.
Gewiss, man kann sich dieser Haupttendenz in der Welt widersetzen oder sie ignorieren. Ob man allerdings als Förderer und Verwalter energetischer Industriemuseen noch irgendwie mitspielt beim Geschehen in der postfossilen Epoche, scheint eher zweifelhaft. Andreas Pecht
