Portrait Andreas Pecht

Andreas Pecht – Kulturjournalist i.R.

Analysen, Berichte, Essays, Kolumnen, Kommentare, Kritiken, Reportagen – zu Kultur, Politik und Geistesleben

Guten Tag allerseits im August 2022

06.08.2022

Nachtgedanken.
Mutter Natur rollt die Augen, zuckt mit den Schultern; die Götter wenden sich gleichgültig ab. Und sie sprechen so: „Die Menschen sind eine seltsame Spezies. Sie stehen vor dem größten, von eigener Hand geschaffenen Problem ihrer bisherigen Geschichte, tun aber alle Tag‘ und jede Stund‘, als gebe es für sie ein Morgen, Übermorgen und Überübermorgen nach altgewohnter Art. Sie berauben und übervorteilen einander, reiben sich auf in Wettbewerben gegeneinander, führen Kriege untereinander, halten gar Autos und schnelle Fahrt damit, Karriere, äußeren Tand und technischen Tinnef für zentrale Sinnthemen ihres Daseins. Doch sind das alles nur Nichtigkeiten angesichts des heraufziehenden Zusammenbruchs ihrer planetaren Lebenswelt. Das schlimmste ist: Sie wissen es – und bestehen dennoch darauf, ihre läppischen Sandkastenspiele weiterzuspielen. Nun denn, ihr Wille sei ihr Himmelreich.“


05.08.2022

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. In der Nacht ist doch tatsächlich erstmals seit Wochen eine kleine Gewitterzelle nicht um unsere Gemarkung drumrum gezogen, sonder drüber weg – und hat 20 Minuten lang ordentlich Wasser gelassen. Die Regenfässer sind knapp zur Hälfte gefüllt; das hilft über die ersten Tage der womöglich am So/Mo beginnenden nächsten Hitzewelle. Nicht zuletzt Im Vorgriff darauf ist an diesem Mittwoch und Donnerstag auch die Malarbeit „Erfrischung“ (Acryl auf Leinwand, 50 x 60 cm) entstanden, ausgeführt mit dösigem Kopf und lascher Hand bei 32 bis 35 Grad im Schatten der Haselbüsche. Damit sei allseits ein angenehmes Wochenende bei frischem Durchatmen gewünscht.

„Erfrischung“. 50 x 60 cm, Acryl auf Leinwand. 5.8.2022 (c)Andreas Pecht

03.08.2022

In Sachen Arbeitskräftemangel. Gute Idee eines westerwälder Kunststoffunternehmens, wie ich finde, heute im Lokalteil der Frühstückszeitung entdeckt: Der bis dato mit drei Wechselschichten agierende Betrieb organisiert einige Produktionsabläufe anders, um nun eine vierte Schicht einzuführen, die nicht dem Wechselsystem unterliegt. Es handelt sich um eine fixe Tagschicht (Gleitzeit 7 bis 17 Uhr), attraktiv für alte und neue Beschäftigte, denen ein geregelter ArbeitsTAG und kontinuierliche Freizeit wichtiger sind als die Schichtzulagen auf dem Lohnkonto. Dem Vernehmen nach gibt es dafür schon einige Bewerbungen auch neuer, vor allem jüngerer Arbeitskräfte, die dafür sogar ziemlich lange Anfahrtsstrecken in Kauf nehmen.

Übrigens: Schon immer war ich (wie das Gros der Arbeitsmediziner) der Ansicht, dass Nacht- und Wechselschichtarbeit aufs absolut unverzichtbare Minimum reduziert gehören. Die maßlose Ausdehnung der Schichtarbeit zum schieren Normalzustand vor allem während der zurückliegenden fünf Jahrzehnte halte ich für einen zivilisatorischen Irrweg – weil gegen Natur und Gesundheit des Menschen ebenso verstoßend wie das sozialkulturelle Funktionieren der Gesellschaft (zer-)störend.


02.08.2022

Autsch’n. „Sauviech, verfluchtes!“, so schimpfte ich gestern am Abend auf ein Wespe. Und zwar derart explosiv-lautstark, dass selbst die sonst durch fast nichts aus der Ruhe zu bringenden Pferde auf der benachbarten Weide erschrocken ein paar Bocksprünge vollführten. Die Wespe hatte mir in den Fuß gestochen. Ehrlicherweise sei eingeräumt, dass das Tierchen ganz und gar unschuldig ist: Seit Wochen mahne ich jeden Besucher, nur mit Schuhen über die Wiese zu gehen, weil der niedrige Klee noch immer blüht und sich manch bewaffnetes Summsetier an dessen Pollen verlustiert. Was aber mache ich? Stapfe gedankenversunken ausnahmsweise barfüßig durchs gar nicht mehr grüne Grün, trample auf die Wespe. Und „peng!“. Eine Stunde Schmerz; hernach und heute noch immer leichter Hinkefuß wegen Verdickung um die Einstichstelle unterm Außenrist. Was lernt mich das? Ja, eben, ähm, sowieso ….


01.08.2022

Die Gartenernte schreitet munter voran; Tomaten, Auberginen, Paprika, erstmals auch Melonen geben jetzt richtig Gas; die Zweitaussaat Erbens setzt bereits Blüten an, Himbeeren gehen opulent in die zweite Tracht. Zugleich beginnt jetzt die Sammelernte in Wald und Flur – bei mir traditionell gemäß regionalen Bedingungen mit den Brombeeren, es folgt in wohl 2 Wochen der Holunder, danach abschließend Nüsse, Kastanien, Pilze. Habe mir heute die Brombeer-Lage in meinem Revier angeschaut. Es gibt massenhaft Früchte, ABER… > weiterlesen ganzer Text



30.07.2022

Die Messdatenbilanz der Meteorologen für Rheinland-Pfalz bestätigen den Eindruck und das Erleben der meisten Garten, Flur und Wald nahestehenden Zeitgenossen: Wie schon der Juni 2022, so war erst recht der jetzt auslaufende Juli deutlich zu warm und viel, viel zu trocken. Eine heute publizierte erste Auswertung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bilanziert für den Juli 2022 – im Vergleich zu den Durchschnittswerten der Referenzperiode 1961 bis 1990: Im rheinland-pfälzischen Landesdurchschnitt war dieser Monat 2,9 Grad zu warm. Scheint erstmal wenig, ist aber tatsächlich gravierend. Richtig deutlich wird das Elend bei den Niederschlagsmengen: Landesweit fielen im Juli durchschnittlich nur 10 Liter Regen auf den Quadratmeter, 72 Liter wären (nach Referenzzeitraum) normal.


29.07.2022

(…) „Je nach Bemühen kann man den privaten Verbrauch von Heiz- und Fahrenergie um 10, 20, gar 30 Prozent verringern. Das hält bei der derzeitigen Inflationsrate zwar die Haushaltskasse nicht schadlos, weist den Putin-Imperialismus noch nicht in die Schranken und rettet auch nicht die Welt vor dem Klimawandel. Aber: Es ist ein Beitrag zu all dem.“ So heißt es in der aktuellen, heute erschienenen Folge Nr. 205 meiner Monatskolumne „Quergedanken“. > Ganzer Artikel „Der neue Volkssport: Energiesparen“ (freier Lesetext, 3400 Anschläge)

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