Portrait Andreas Pecht

Andreas Pecht – Kulturjournalist i.R.

Analysen, Berichte, Essays, Kolumnen, Kommentare, Kritiken, Reportagen – zu Kultur, Politik und Geistesleben

Guten Tag allerseits im Februar 2024


26.2.2024

Feine Sache an diesem Wochenende (24./25.2.) in meiner Wahlheimat Westerwald: Kundgebungen gegen Rechtsextermismus in den Kleinststädtchen Selters und Westerburg. 300 Menschen nahmen in Selters an der von fünf Pritavleuten organisierten Aktion teil, in Westerburg kamen 500 zu der vom örtlichen Arbeitskreis Soziales initiierten Manifestation. > Eine weitere Kundgebung unter dem Motto „Für Demokratie und Vielfalt“ wird es am Samstag (2. März) in der WW-Kreisstadt Montabaur geben. Alle demokratischen Parteien sowie diverse Organisationen und die beiden Kirchengemeinden laden zu der um 14 Uhr auf dem Konrad-Adenauer-Platz beginnenden Veranstaltung ein.


25.2.2024

„Koblenz. Wenn Veranstalter vors Publikum treten, schwant einem: Es gibt Veränderungen gegenüber dem Geplanten. So auch beim 7. Anrechtskonzert des Musik-Instituts Koblenz in der Rhein-Mosel-Halle. Instituts-Intendant Olaf Theisen muss ansagen, dass Solist Alexander Gavrylyuk wegen einer Handverletzung einige Passagen im avisierten 2. Klavierkonzert von Sergei Rachmaninow nicht realisieren könne und deshalb dies Werk entfalle. Allerdings sähe sich der Pianist in der Lage, stattdessen Peter I. Tschaikowskis Konzert für Klavier und Orchester Nr.1 zu spielen. Teils betrübte Gesichter im Auditorium – man hatte den Rachmaninow mit Spannung erwartet. Nachher indes sollte Gavrylyuk für den „Ersatz“ bejubelt werden. (…)“

So beginnt meine Besprechung des Konzerts vom Freitag in der Rhein-Zeitung. > Ganzer Artikel hier (4800 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text)


24.2.2024

Nachzutragen habe ich noch meinen Gruß zum Wochenende. Ist am gestrigen Freitag untergegangen in den Vorbereitungen zum Kritikereinsatz beim 7. Anrechtskonzert des Koblenzer Musik-Instituts. Und heute war ich bis eben mit dem Schreiben der morgen/übermorgen erscheinenden Konzertbesprechung beschäftigt. Auf dem Programm standen: Ouvertüre zu „Béatrice et Bénédict“ von Hector Berlioz, eine Suite aus Teilen der Ballettmusik „Romeo und Julia“ von Prokofiew sowie Tschaikowskis 1. Klavierkonzert. Es musizierten einnehmend das Staatsorchester Rheinische Philharmonie und Pianist Alexander Gavrylyuk.

Es fällt mir etwas schwer, am zweiten Jahrestag des Überfalls der russischen Armee auf die Ukraine ein schönes und/oder behagliches Restwochenende zu wünschen. Andererseits aber sollte man Putin auch keinen Zugriff aufs eigene Lebensgefühl hier einräumen. Also: Wünsche allseits einen angenehmen Samstagabend und Sonntag.


14.2.2024

So, Fassenacht wäre auch geschafft. Und nu? Obacht, liebe Leut‘, Fastenzeit ist. Also ran an den Speck!😜


9.2.2024

Und weil es in unseren west-/südwestlichen Breiten der teutschen Lande seit Generationen dieser Tage so Usus ist, habe auch ich mich ins Kostüm geschmissen. Als nunmehr Edelstahlgrenadier in der glorreichen Blechbüchsenarmee darf ich allseits diesen ein recht dionysisches, jenen ein behagliches Wochenende wünschen, halt je nach Plaisir mittendrin im Fassenachtsgetriebe oder aus freien Stücken fernab desselben. Helolaulaaf!


8.2.2024

Der deutsch-französische Journalist, Historiker und Politologe Alfred Grosser ist im Alter von 99 Jahren gestorben. Er war einer der ganz großen Denker und scharfen Analytiker Europas, „Mittler zwischen Franzosen und Deutschen, Ungläubigen und Gläubigen, Europäern und Menschen anderer Kontinente“ wie es bei der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels 1975 an ihn hieß. Ein herausragender Intellektueller, dessen Haltung in der Philosophie Kants und im Humanismus gründete. Ein Zeitgenosse, der aus seinem gewaltigen Wissensschatz über die Geschichte der Menschen einen wunderbar eigenen Humor schöpfte. Ein Typus, wie er uns heute nur noch selten begegnet.


8.2.2024

Bemerkenswerter Leitartikel in der heute erschienen Ausgabe der „Zeit“ zu den Demos gegen Rechtsextremismus/AfD. Auszüge:

„Noch zum Jahreswechsel sah es so aus, als sei das radikal rechte Lager auf einem unaufhaltsamen Vorschmarsch. (…) Auf der anderen Seite wirkte die demokratische Zivilgesellschaft mut- und kraftlos. Drei Wochen später erlebt die Bundesrepublik die wohl größten Straßenproteste ihrer Geschichte, die AfD fällt um jeweils drei Prozentpunkte und die Bruchlinien im radikal rechten Lager treten offen zutage.

‚Das nützt doch bloß der AfD‘, dieser Diskurspresslufthammer wurde auch angeworfen, als der Protest sich formierte. Doch mit einem Mal sind die AfD-Vertreter hektisch bemüht, die Teilnehmerzahlen in Zweifel zu ziehen (…). Für eine Partei, die für sich in Anspruch nimmt, die schweigende Mehrheit zu vertreten, stellt es eben doch ein ernst zu nehmendes strategisches Problem dar, wenn eine laustarke Mehrheit aufsteht und auch rein zahlenmäßig die Verhältnisse einmal geraderückt: 25.000 Teilnehmer demonstrierten auf dem Höhepunkt der rechten Mobilisierung im Pegida-Jahr 2015, zwischen einer und anderthalb Millionen Menschen waren es, je nach Zählweise, allein am vorvergangenen Wochenende. (…)

Diese Proteste mögen oft von jenen organisiert werden, die sich verdienstvollerweise seit Jahren gegen die radikale Rechte engagieren. Aber sie sind nicht links in einem engeren Sinne, sondern eine Machtdemonstration der politischen und kulturellen Mitte. (…) Es geht bei diesem Protest um ein Bündnis vom Ballermann bis zur Basisgruppe. Denn das ist es, was die AfD am meisten fürchtet.“


5.2.2024

Zeitungblättern, Fernsehgucken, Radiohören, Netzwerkscrollen – es führt an der Erkenntnis kein Weg mehr vorbei: Karneval, Fastelovend, Fassenacht, Fasching ist nun voll entflammt. Tja dann, was machste damit? Ich muss einräumen: Bei Saalsitzungen mitzutun, die länger dauern als manch große Wagner-Oper, und bei denen du womöglich noch zum Schunkeln, gar zur Polonaise gedrängt wirst, ist nicht so meine Sache. Auch nicht, am Straßenrand in Kamelleschlachten und Gutelauneschieberei verwickelt zu werden. Doch muss ich gestehen: Vom Wohnzimmersessel aus via Mattscheibe mancherlei Kokolores und knuffig-giftiger Büttenrednerei zu lauschen, das mag ich doch irgendwie. Selbstredend auch schaue ich den Mariechens gerne beim (scheinbar) federleichten Gardetanzen zu. Und das Sahnehäubchen sind allemal Kameraschnitte auf Momente im Publikum – oft zum Kringeln, die Leut‘. In diesem Sinne mein Rheinland, Mittrelrhein und Rheinhessen übergreifender Vergnüglichkeitsruf für die dollen Tage: Helolaulaaf!


4.2.2024

Die tagesschau sprach allein für den gestrigen Samstag (3.2.) deutschlandweit wieder von „mehreren hundertttausend Teilnehmern“ an Demonstrationen/Kundgebungen gegen Rechtsextremismus/AfD. Die größte Manifestation gab es in Berlin mit „mehr als 150.000“ (Polizei) bis 300.000 (Veranstalter), gefolgt von Freiburg 30.000, Augsburg und Nürnberg je 25.000, Dresden 20.000+, Mainz und Krefeld je 10.000+ … Daneben fanden wieder in unzähligen kleineren Orten Aktionen statt. Einige Beispiel seien genannt. Schon am Donnerstag hatte das Westerwald-Örtchen Hachenburg mit 3000+ Demonstranten vorgelegt; am Freitag waren es in Nierstein 1500. Am Samstag dann in Neuwied 3000+, Simmern/Hunsrück 4000, Linz am Rhein 600, Aalen/Ostalb 5000+, Gifhorn 2000, Bad Wimpfen 600 ….


4.2.2024

Nach längerer Zeit war ich, der Ruheständler, am Wochenende mal wieder für die Rhein-Zeitung im Kritikereinsatz. Das Musik-Institut Koblenz hatte bei seinem 6. Anrechtskonzert das Bonner Beethoven Orchester zu Gast. Auf dem Programm standen die dritte Leonoren-Ouvertüre und Richard Strauss‘ berühmtes opus 30 „Also sprach Zarathustra“. Zentrum des Abends, aus meiner Sicht, war freilich eine ganz frische, wohl von niemandem im Publikum bisher gehörte Gegenwartskomposition von Fazil Say, die im Mai vergangenen Jahres Uraufführung in Budapest hatte und im Dezember deutsche Erstaufführung in Frankfurt: Konzert für zwei Trompeten und Orchester. > Meine Konzertbesprechung (4100 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text)



> Guten Tag allerseits in den Vormonaten


Andreas Pecht

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