Portrait Andreas Pecht

Andreas Pecht – Kulturjournalist i.R.

Analysen, Berichte, Essays, Kolumnen, Kommentare, Kritiken, Reportagen – zu Kultur, Politik und Geistesleben

Guten Tag allerseits im Juni

01.07.2022

Mein Gruß zum Wochenende ohne malerische Dreingabe. Denn auf der Staffelei steht seit Tagen jungfäulich unbeleckt und unberührt die mit 60 x 80 cm größte Leinwand, mit der ich mich bisher zu befassen gedachte. Und sie wartet; wartet, dass dem Herrn Maler die Idee für ein Motiv kommen möge, das ihrer Größe angemessen ist. So gehe ich denn mit der Hoffnung auf einen Geisteblitz ins Wochenende, von dem ich annehmen möchte, dass es uns alles Himmelsgeblitze und sonstige Krawallereien erspare.


29.06.2022

Es gab eine Zeit, ich war noch jung dunnemals, da konnte man Automobile schon aus sehr großer Entfernung voneinander unterscheiden. Denn fast ein jedes hatte seine ganz eigene Form: Ente, R4, Käfer, Bully, Isetta, Hydraulik-Citroen, Flügelmercedes, OpelAdmiral-Backstein, Porsche-Schnauze etc. pp. Wer das heute einmal versucht landet bei großer Kasten, kleiner Kasten, SUV oder nicht SUV. Die ästhetischen Unterschiede sind auf ein paar Kleinigkeiten zusammengeschrumpft, die zu erkennen, man mit Brille auf 20 oder weniger Meter herantreten muss. Einheitssoße.


28.06.2022

„(…) 20 bis 25 Grad Celsius, das ist meine Paradiestemperatur fürs Freie; zu Lande und im Wasser, tagsüber wie am Abend, auf der heimischen Terrasse, im Biergarten oder vor der Open-air-Bühne. Ein wenig bange wird mir bei Vorhersagen, die Temperaturen im 30er-, gar hohen 30er-Bereich oder darüber ankündigen. (…)“

So heißt es in der eben erschienenen Folge 204 meiner Monatskolumne „Quergedanken“ für den Juli unter der Überschrift > „Hitzige Tage, heiße Nächte“ (freier Lesetext)


23.06.2022

Geiz macht nicht reich, aber Reichtum macht geizig.
(Das ist eine dieser Lebenserkenntnisse, die nicht in jedem Fall zutreffen, sich allerdings immer wieder bestätigen.)


21.06.2022

Läuft. Was? Die Dauerernte aus dem Selbstversorgungsgarten. Täglich gibt’s nun als Naschwerk ein Schüsselchen frisch gepflückte Heidel-, Him-, Johannis- und Stachelbeeren (Erdbeeren sind schon durch). Und für den Speiseplan besteht freie Wahl aus Kopf- und Blattsalat, Spinat, Zuckererbsen, Kohlrabi, Gurken, Möhren, Radies, Zucchini, Fenchel, Sellerie, Rote Beete, Lauch, Knoblauch, Zwiebeln, Schalotten, Miniauberginen. Bis zu den ersten reifen Tomaten dauert es allerdings noch ein paar Tage.

Zugleich deutet sich für manches Gewächs bereits die Haupternte an und damit der Auftakt zum Prozedere des Einlagerns, Einkochens, Gelierens, Einfrierens, Trocknens. Johannisbeeren, Stachelbeeren und zweijähriger Knoblauch noch diese Woche; Frühkartoffeln, erste Zwiebelreihen, Fenchel die nächste. Die großen Kohlarten sind ohnehin erst später dran. Ein bisschen Sorge macht mir alles, was jetzt erst keimt oder gepflanzt wird. Weil: Die Invasoren aus Schneckenland schlagen trotz heftiger Gegenwehr meinerseits erbarmungslos zu; Bohnen schon das dritte Mal nachgelegt, Wuchserfolg zweifelhaft.

Dennoch: Wir leben aus dem Vollen. Und erstmals seit vier Jahrzehnten eigener Gartenwirtschaft freue ich mich nicht nur über gesunde Nahrungsmittel aus kontrolliert biologischem Anbau hinterm Haus. Vielmehr behalte ich heuer angesichts explodierender Preise auch den Nutzen für die Haushaltkasse im Augenwinkel. Grob gerechnet sind sämtliche Unkosten (Saatgut, Pflanzen, Gerätschaft, ein bisschen Spezialdünger) für dieses Jahr bereits jetzt wieder raus. Ob es in unserem Garten auch ein paar Blumen gebe, fragte neulich jemand. Sicher dat, jede Menge Masse. Aber dafür bin ich nicht zuständig; meiner Fürsorge obliegt allein, was man essen kann.


20.06.2022

Drei Rampensäue geben ein saftiges Humorbrettl. So könnte man flapsig auf den Punkt bringen, was die erste Abendpremiere der Mayener Burgfestspiele auf der Hauptbühne im Hof der Genovevaburg kennzeichnet. Schon der Titel des gewählten Stückes ist ein Augenzwinkern: „Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)“. So beginnt meine Kritik in der Rhein-Zeitung. Und folgendermaßen endet der Text: Ist das noch Theaterkunst oder bloßes Amüsement? Da gehen die Meinungen auseinander – und die Burgfestspiele haben ihren uralten, schon zu Zeiten des seligen Jochen Heyse ausgefochtenen Disput wieder.

> Ganzen Artikel lesen (4800 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text)


15.06.2022

Er war alte Schule. Ein bedachter, ruhiger, anständiger, angenehmer, kunstsinniger Mann und Kollege mit leisem Schmunzelhumor und manch verlässlichem Maßstab für den Umgang miteinander und die regionaljournalistische Arbeit: So habe ich ihn erlebt, den jetzt 90-jährig verstorbenen einstigen Chefredakteur der Rhein-Zeitung, Horst Schilling. RiP


09.06.2022

Dank des unsteten Wetters in den letzten Tagen konnte ich diese Pinselarbeit endlich abschließen. Bevor jemand fragt, warum schon wieder eine Frau in Blau: Weil es mir so gefällt und niemand mich daran hindern kann; weil meine Lieblingsfarbe und mein Lieblingsmotiv in meinen Augen wunderbar zueinander passen. „Das Mädchen von 1973“ habe ich dieses Bild betitelt (Acryl auf Leinwand, 40 x 60 cm). Während es bei mir sonst von der Motiventscheidung bis zum fertigen Gemälde meist nur ein bis drei Tage dauert, hat dieses scheinbar so schlichte Bild einen mehrmonatigen Entwicklungsprozess hinter sich. > Wen das interessiert, der/die mag hier weiterlesen … (Eintrag vom 8. Juni 2022)


08.06.2022

Hinter den Kulissen ist Platz noch in der kleinsten Hütte. In diesem Fall sagte man besser: Stube. Es hat gerade mal 20 Quadratmeter, mein Ruhestands-Arbeitszimmer unterm Dach. Aber was steckt da nicht alles drinne: Schreibtisch über Eck unter der Dachschräge; Malatelier mit Staffelei und Co. mittig im Raum; Medieneck mit Lesesessel, CD-Sammlung, kleinem Fernseher und prima Stereoanlage bestehend aus Radio, Kassettendeck, CD-Player UND Plattenspieler; zwei Regalwände für Lexika und Kunstbände. Jetzt auch noch meine ganz private Galerie. Für deren Hängung meiner liebsten Malarbeiten müssen Bücher und CDs derweil in den Schatten treten. Sie haben mir Jahrzehnte Gesellschaft geleistet, nun aber sind die neuen Mitbewohner dran, mir beim Malen oder Schreiben über die Schulter zu schauen – mal skeptisch bis kritisch brummend, mal ERmunterung zusprechend, mal verführerisch Süßholz raspelnd.

Blick in die Malstube:

> Weitere Fotos von der Malstube hier


04.06.2022

Aus den real ständig wiederkehrenden gleichen Gründen.

Werte Autofahrer und -innen,
für den Fall, dass euch auf Landstraßen ohne Gehweg am rechten Rand eurer Fahrbahnseite Fußgänger entgegen kommen, schreibt die Straßenverkehrsordnung NICHT vor: „Fußgänger haben die Straße sofort zu verlassen, indem sie in den Straßengraben springen oder sich ins Gebüsch schlagen bzw. in hüfthohen Gras-, Dornenranken-, Brennesselbewuchs ausweichen. Begründung: Auch auf Landstraßen haben Automobile absolute Priorität, Fußgänger sind dort nur ausnahmsweise als Gäste geduldet.“

Die tatsächliche Regel der Straßenverkehrsordnung für den genannten Fall lautet (sinngemäß): Das Automobil hat die Fußgänger mit deutlich gedrosseltem Tempo in angmessenem Sicherheitsabstand (mindestens 1,50 Meter) zu umfahren. Sollte dies wegen Gegenverkehrs nicht möglich sein, hat das Automobil ANZUHALTEN und ZU WARTEN bis der Gegenverkehr vorbei ist und eine Umfahrung der Fußgänger mit dem angemessenem Ausweichabstand wieder möglich ist. Denn: Auf Landstraßen ohne Gehwege sind Fußgänger dem Automobil völlig gleichwertige Verkehrsteilnehmer, die allerdings aus naheliegenden Gründen besondere Schutzrechte genießen


03.06.2022

Zum Wochenende ein melancholisch nostalgischer Gruß aus der Malstube: „Selbstporträt Nr. 1 – Damals (am Lagerfeuer)“ (Acryl/Aquarell auf Leinwand, 50 x 40 cm). Manch eine/r wird sich mit etwas Wehmut gern erinnern an solche oder ähnliche Situationen in jungen Jahren. Diese Malarbeit wurde inspiriert durch ein altes, schwer überbelichtetes und mittlerweile arg vergilbtes Foto, wohl aufgenommen zwischen 1970 und 1972.
Schönes verlängertes Wochenende allerseits. Und möge guter Geist über alle kommen.


01.06.2022

Inflation ist ein perfides Monster. Und die jetzige ist besonders übel. Nicht nur, weil sie die aktuellen Lebenshaltungskosten in einem rasanten Tempo mit Steigerungsraten in die Höhe treibt, wie de facto noch keine der Inflationsphasen in Deutschland seit der Währungsreform 1948. Selbst die beiden „Hochinflationen“ der 1970er-Jahre (6 bis 7,1%) wirkten sich auf Otto und Paula Normalo vorallem mittel- und langfristig keineswegs so gravierend aus wie die heutige… > weiterlesen ganze Anmerkung „Inflation ist ein perfides Monster



30.05.2022

Noch bleibt ungewiss, ob er nur eine der vielen kurzzeitigen Moden ist oder eine dauerhafte Entwicklung quasi als kreatürlicher Ausgleich zur Entfremdung des Homo sapiens von seinen Ackerbauer-Wurzeln: der aktuelle Boom des privaten Gärtnerns, nicht zuletzt des eigenen Gemüse- und Obstanbaus. „Urban Gardening“ heißt auf Neudeutsch für die städtischen Räume, was man auf dem Land „Reaktivierung der alten Bauerngartenkultur“ nennen könnte. Meine Monatskolumne Quergedanken Nr. 203 wirft einen launigen Blick auf das Phänomen unter der Überschrift > Kleiner Garten Eden für jede und jeden (freier Lesetext hier)


29.05.2022

Irgendwie werde ich derzeit bei Vorbeifahrt an den Tankstellen den Eindruck nicht los: Die Mineralölkonzerne hauen in den letzten Tagen und Stunden vor Inkrafttreten der staatlichen Entlastungsmaßnahmen geschwind das auf ihre Spritpreise drauf, was die Maßnahmen an Entlastung für die Verbraucher hätten bringen sollen/können. Und irgendwie überrascht mich das auch gar nicht.

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