ape. Man muss es leider so sagen, drumrumreden hilft nichts: Wir können/müssen derzeit in den USA live miterleben, wie eine demokratisch gewählte Regierung mittels faschistischem Umsturz von oben eine alteingesessene Demokratie zu zerstören versucht. Die Methoden sind teils wohlbekannt und nicht zuletzt in Deutschland 1933 ff erprobt: Aushöhlung, dann Abschaffung der unabhängigen Justiz; Torpedierung, dann Abschaffung der bürgerlichen Freiheitsrechte inklusive der Pressefreiheit; Säuberung, Entmachtung oder Auflösung der Institutionen des demokratischen Staates; Verleumdung, Kastration, Dekonstruktion, ideologische Okkupation von Wissenschaft, Kultur, Bildung; Geschichtsverfälschung; Nivellierung des Unterschieds zwischen Wahrheit und Lüge…
Dazu Kommandopolitik, Einsatz paramilitärischer Spezialeinheiten als uniformierte Sturmabteilungen im Inneren, ebenso verdeckte Agenten in zivil als geheime Staatspolizei (in den USA irreführend als bloß ordnungsdienstliche Exekutivkräfte der Einwanderungsbehörde gegen illegale Migranten geführt, tatsächlich alle terrorisierend, die sich dem Umsturz von oben widersetzen).
Die Lage in den USA spitzt sich gefährlich zu: Jetzt, da die Zustimmungswerte für Trump in der US-Bevölkerung nach allen halbwegs serviösen Umfragen sich in stetem Sinkflug befinden und überwiegend nur noch im mittletren 30%-Bereich liegen. Jetzt, da sich in der republikanischen Phalanx erste, aber doch unübersehbare Risse auftun. Jetzt, da viele Akteure der Demokratenpartei aus ihrer Schockstarre erwachen. Jetzt, da der Widerstand aus der Zivilbevölkerung doch beständiger und größer ist als MAGA wohl erwartet hatte. Jetzt, da die Trump-Politik die wirtschaftlichen Probleme des Landes erkennbar nicht in den Griff bekommt, sondern verschärft… Jetzt eben besteht die Gefahr, dass Trump/MAGA tun, was Autokraten immer tun, wenn ihnen die Felle davonzuschwimmen drohen: Auch die letzten Hemmungen fahren lassen und wild um sich schlagen.
Andreas Pecht
