Portrait Andreas Pecht

Andreas Pecht – Kulturjournalist i.R.

Analysen, Berichte, Essays, Kolumnen, Kommentare, Kritiken, Reportagen – zu Kultur, Politik und Geistesleben

Guten Tag allerseits im Januar 2026



25.1.2026

Je mehr Fotos, Videos, Augenzeugenberichte über das Agieren von ICE in den USA bis zu uns durchkommen, umso mehr bestätigt sich der Eindruck: Da marodiert eine bewaffnete Bande von Schlägern und Totschlägern durchs Land und terrorisiert Bürger, Stadtteile, Städte, Regionen, jedes Recht bis hin zu den Menschenrechten eiskalt und ganz bewusst ignorierend. Allerdings ist die Bande von der Regierung geschickt, wird von ihr bezahlt und von ihr gedeckt. Und dann gibt es hierzulande bei uns Leute, die von solch barbarischen Verhältnissen hellauf begeistert sind, es wohl schon morgen liebend gerne genauso machen würden. Mich ekelt.


25.1.2026

Zum Mittagessen am heutigen Sonntag war meine Besprechung des 6. Anrechtskonzerts beim Musik-Institut Koblenz mit der Rheinischen Philharmonie fertig. Eine Stunde später steht der Text schon in der Rhein-Zeitung, genauer: in deren online-Ausgabe (print folgt am Montag). Der Kollege Redakteur stellt meinem Artikel (s. Link, 5000 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text) folgenden, gut passenden Teaser voran: „Was als nordisches Programm geplant war, entfaltete politisches Potenzial: Werke von Grieg, Nielsen und Sibelius erzählen in Koblenz von Selbstbehauptung, Widerstand und nationaler Identität – erstaunlich aktuell in einer Zeit neuer Machtansprüche.“ > Zur Konzertbesprechung hier


24.1.2026

Zum Abschluss eines anstrengenden Kritikschreibetags eine stärkende Mahlzeit, die, weil Samstag ist, im Hauptgang aus einer dicken Suppe besteht (Vegetarier und Veganer Augen schließen): Rindsbrühe mit Kochfleischeinlage, Markklösen und Graupen; zum Nachtisch Schokoladenpudding mit Schlag, wozu Madame meint „die ultimative Verbesserung des Danone-Puddings“.

Schon oft wurde ich gefragt: „Wie lange schreibt man eigentlich an so einer Theater- oder Konzertkritik?“ Wie lange „man“ schreibt, das ist sehr unterschiedlich. Es gibt Kollegen/innen in der Kritikzunft, die kriegen ihren 120 bis 160 Zeitungszeilen langen Text in zwei bis drei Stunden hin. Andere wiederum werden nach eigener Ansicht „nie richtig fertig“, egal wie lange sie mit dem Text ringen. Ich selbst war nie und bin bis heute kein schneller Kritikschreiber, allerdings auch kein Endlosherumwürger. Aber weniger als fünf Stunden Schreibzeit waren es selten, sechs und mehr recht häufig.

Was ist dabei das Schwierigste? Für mich: Entscheiden, was man weglässt. Denn jedes Konzert, jede Theateraufführung besteht aus viel, viel mehr Aspekten als man in einem Zeitungsartikel behandeln könnte. Weshalb, trotz beim Schreiben schon mitdenkender Kopfschere, meine Textrohlinge schon immer deutlich zu lang waren und hernach eine mühselige, zeitaufwendige, oft nervenzermürbende Kürzungsarbeit erforderten. So der Stand auch heute: Der Rohling ist fertig, der morgige Vormittag geht für Kürzung und Feinschliff drauf. Das alles, wie über Jahrzehnte, auf einen Rutsch an einem einzigen Tag zu machen, dafür bin ich jetzt zu alt.


23.1.2026

Es sei dann allseits ein angenehmes Wochenende gewünscht.

Heute keine Dreingabe, obwohl aus meiner Wintermuffel-Aktion „Aufräumen, ausräumen, umräumen, sortieren, inventarisieren“ noch drei Gemäldepakete in der Hinterhand lägen. Doch fehlt mir heute die Zeit, sie für die Präsentation hier zuzubereiten. Weil: Ich bin mal wieder zum Kritikerdienst gerufen und muss mich ein bisschen vorbereiten auf das Anrechtskonzert am Abend mit der Rheinischen Philharmonie beim Musik-Institut Koblenz.

Geboten wird da ein Programm, von dem die Planer vor zwei Jahren nicht ahnen konnten, dass die aktuelle Weltlage im Januar 2026 es zum schieren Politikum machen würden. Drei Werke aus einer Weltgegend, auf die sich derzeit größte Aufmerksamkeit richtet: dem hohen Norden Europas. Drei Werke, im 19. und frühen 20. Jahrhundert erwachsen aus dem Suchen und Streben nach nationaler Souveränität und kultureller Eigenständigkeit der nordischen Länder und Völker: Edvard Griegs (Norwegen) Per Gynt Suite Nr.1, Carl Nielsens (Dänemark) Klarinettenkonzert und Jean Sibelius‘ (Finnland) Sinfonie Nr. 2.

Dirigiert wird das Konzert von der Französin Chloé Dufrense, Klarinettensolist ist Sebastian Manz. Ich freu‘ mich darauf.


22.1.2026

So, das war dann das: Seit gestern zweite Impfdosis gegen Gürtelrose intus. Nebenwirkungen wie beim ersten Durchgang – keine. Macht diese Impfung, Gürtelrose kann eine ganz miese Sache sein.


21.1.2026

DRINGLICHE LESEEMPFEHLUNG! Nachfolgend, in deutscher Übersetzung, die Rede des kandanischen Premier Marc Carney jetzt auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos. Wenn man irgendeine Ansprache jüngerer Zeit „historisch“ nennen kann, dann diese – über eine Weltordnung, die gerade zuerstört wird und die Notwendigkeiten/Möglichkeiten für freie, vernünftige Nationen, darauf zu reagieren. Nehmt euch die Zeit, diesen Redetext zu lesen und in Ruhe zu überdenken. > Ganze Rede hier


20.1.2026

Übrigens: Es ist unerheblich, ob Donald Trump jetzt einfach völlig verrückt geworden ist, und die MAGA-Elite von Thiele und Vance bis zu den Yuppie-Fürsten der Tec-Konzerne seinem Weg in den Neoabsolutismus nur als hörige und gierige Schranzen-Entourage folgen. Oder ob umgekehrt, der irre Orange-König in White House nur die schillernde Marionette ist, die das strategische Konzept der faschistischen MAGA-Granden zur Zerstörung der bekannten Weltordnung und Zertrümmerung einer wenigstens halbwegs an Vernunft gebundenen Zivilisation in der jetzigen Phase durchboxen soll. Ob so oder so, es läuft auf dasselbe hinaus. Und ob so oder so, die frei, demokratisch und aufgeklärt gebliebenen Teile der Menschheit müssen widerstehen.


18.1.2026

Sonntagabendgedanke der seligen, aber sofaschweren Art: Ich bin so satt, ich mag kein Blatt (mehr).
Schuld sind Rouladen vom ganzjährig auf der Weide gehaltenen schottischen Hochlandrind unseres Biobauern. Innen gewürzt und mit Senf bestrichen, darin eingewickelt Zwiebel, saure Gurke, Speck. Dazu aus eigenem Anbau Erbsen-Möhren-Gemüse, Salzkartoffeln und eine Schüssel vom leider letzten Feldsalat. Nachtisch: Selbstgebackener Schoko-Nuss-Kuchen mit Schlagobers. Finale: Espresso und ein Gläschen Muskat-Grappa aus der Toscana. Nix Restaurant, alles eigenhändig bereitet.

Reaktion aus White House: 25 Prozent Zollaufschlag wegen bewussten Ignorierens von US-Produkten.


16.1.2026

Leseempfehlung Fremdtext: Esslinger (SZ) zu Daniel Günther bei Lanz


9.1.2026

Wünsche allseits ein irgendwie angenehmes Wochenende – eher auf dem Sofa in der warmen Stube. Denn es wird wettermäßig wohl werden, was der laufende Freitag schon ist: eine ziemlich garstige Angelegenheit. Hierorts im Unterwesterwald hat sich die Elli bis jetzt nur recht miesepetrig aufgeführt und nicht so kratzbürstig wie anderwärts. Doch wer weiß, was das launenhafte Weibsbild sich noch einfallen lässt. Also gebt, wo nötig, acht auf euch.

Als Dreingabe eine neue Arbeit aus meiner Malstube in der Reihe Frauengesichter. Arbeitstitel dieses etwas naiven Versuchs mit einer Materialmischung aus Kreide, Bleistift, Acryl: „Die scheinbar Schüchterne“ (40 x 50 cm).


3.1.2026

Nun denn: Welcome back im Feudalismus. Die Könige greifen sich und verleiben ihren Reichen ein, wonach ihnen der Sinn steht, wenn sie die Macht dazu haben. König Putin will die Ukraine und mehr haben. König Trump holt sich erst Venezuela, dann …. (Grönland?). König Xi zaudert noch, doch Taiwan steht ganz oben auf seiner Liste. Die großen Drei im Spiel der Macht ganz ohne Recht – das am Ende zwangsläufig die Frage aufwirft: Wer wird Kaiser?


29.12.2025

Der letzte Schwung Feiertagsbesuch packt gerade die Taschen. Ihr aller Anwesenheit war uns lieb und wert. Dass jetzt wieder Ruhe in den westerwäldischen Rentnerhaushalt einkehrt und unsereins den Jahreswechsel in trauter Zweisamkeit verbringen darf, das hat nicht minder sein Gutes. Es sei hier und jetzt schon ein guter Rutsch und ein schönes oder wenigstens irgendwie halbwegs erträgliches neues Jahr gewünscht.

Als Dreingabe zum Monats- und zugleich Jahreswechsel hier die Folge 246 meiner heute im Mittelrhein-Magazin „Kulturinfo“ erschienenen Monatskolumne (freier Lesetext) > „Quergedanken“ unter der Überschrift „Die Liebe ist eine Himmelsmacht“. 


> Guten Tag allerseits in den Vormonaten

Andreas Pecht

Kulturjournalist i.R.

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