Portrait Andreas Pecht

Andreas Pecht – Kulturjournalist i.R.

Analysen, Berichte, Essays, Kolumnen, Kommentare, Kritiken, Reportagen – zu Kultur, Politik und Geistesleben

Guten Tag allerseits im April 2021

27.04.2021

Viele wissen es. Andere ahnen es, weil meine Präsenz in Zeitungen und an Vortragspulten mittlerweile gegen Null tendiert, weil auch hier auf meiner website ionzwischen deutlich weniger passiert als in früheren Jahren: Der Autor ist in den Ruhestand getreten. Das schon vor einigen Monaten. Und was mache ich nun mit all der gewonnenen Verfügungszeit? „Er dreht am Rad“, meint Freund Walter schnippisch…. > Mehr dazu in meinen „Quergedanken“ Nr. 190 „Aus dem Ruhestand“


17.04.2021

Wer wissen will, was geschähe, würden Politik und Gesellschaft in Deutschland den Vorstellungen und Forderungen von AfD, Verquerdenkern und diversen Coronaverharmlosern folgen – der schaue nach Brasilien.

Wer wissen will, was herauskommt, wenn Armut, Unterentwicklung, Übervölkerung, Gesundheits- und Bildungsmisere sowie (religiöse) Massenrituale eine systematische Seuchenbekämpfung fast unmöglich machen – der schaue nach Indien.

Wer wissen will, was die zähe und langwierige Folge ist, wenn JEDWEDE Maßnahme zur Seuchenbekämpfung stets von allen möglichen Seiten angefeindet, zerredet, uminterpretiert, ignoriert und deshalb kraftlosem Herumgeeiere der Vorzug gegeben wird – der schaue auf Deutschland.

Wer wissen will, welche Möglichkeiten zu einer wirksameren Seuchenbekämpfung es geben könnte – der schaue auf Australien, Neuseeland, Südkorea, auch China und einige andere.


15.04. 2021

Alles Herumreden, Zerreden, Kleinklein-Reden, Ignorieren, Taktieren ist für den Arsch. Denn eingetreten ist de facto – einmal mehr – genau das, was die Wissenschaftler prognostiziert haben, wovor sie wieder, wieder und wieder gewarnt haben und worauf das Gros der deutschen Politik sowie ein Teil der Gesellschaft wieder, wieder und wieder nicht angemessen reagieren. Wenn dieses Land sich nicht endlich zu einem „echten“ Lockdown durchringt und weiter bei halbherzigem Herumeiern bleibt, sollte es sich wenigstens so ehrlich machen und zugeben, dass ihm das Öffnen, Öffnen, Öffnen weitere tausende Tote und Longcovid-Erkankte wert ist. Das wäre dann allerdings nicht mehr mein Land. Und bevor nun das übliche Kaleidsokop-Gelabere wieder anhebt: Man kann über alle Öffnungsstrategien reden, sobald jeder begriffen hat, dass für das eventuelle Gelingen sämtliches dieser Strategien Niedriginzidenzen ( = schwaches Infektionsgeschehen) grundlegende VORAUSSETZUNG sind.


12.04.2021

Ganz simples Erfahrungsfaktum: Seit Beginn der Pandemie folgen die Zahlen der klinischen Intensivfälle und der Corona-Toten mit 2- bis 3-wöchiger Verzögerung tendenziell stets der Entwicklung der Inzidenzen. So auch jetzt wieder bei der dritten Welle, weshalb ja die Intensivmediziner derzeit so laut wie nie „Alarm“ rufen. Ja gewiss, die Inzidenzwerte sind „nur“ grob, aber wir haben kein anderes geschweige denn besseres Frühwarnsystem – das uns in diesem Augenblick sehr deutlich signalisiert: Die jüngste Öffnungsorgie inmitten einer heftigen Zunahme des Infektionsgeschehens – wider den dringenden Rat, ja das verzweifelte Flehen von Wissenschaft und Medizinern – ist eine Dummheit sondergleichen. Wenige Monate vor Durchimpfung der Bevölkerung noch einen solche Harakiri-Kurs zu steuern, statt endlich für 2 bis 3 Wochen mit einem „echten“ Lockdown (knüppelhart, aber kurz) das Infektionsgeschehen in den Keller zu drücken: Ich begreife es nicht.


06.04.2021

Ich mag Leute, die einen Spleen haben, eine Marotte, eine Schrulle, ein skurriles Hobby, eine absonderliche Passion oder seltsame Eigenart. Solange sie niemandem schaden oder einem mit überschießendem Missionierungsdrang ständig auf den Keks gehen. Am liebsten sind mir jene, die …. > weiterlesen hier


01.04.2021

Wer will denn jetzt noch mit Astraseneca geimpft werden? Na logisch: ICH, ich, ich (65) – und alle Leute derselben Altersklasse in meinem näheren und weiteren Umfeld. Es lässt sich doch keiner die Chance entgehen, plötzlich 12 Millionen Plätze in der Impfreihenfolge nach vorne zu rücken. Zudem: Jeder Geimpfte ist ein Fortschritt für die Seuchenbekämpfung. Gefahr: Es sterben jedes Jahr etwa 500 mal mehr Leute an Nebenwirkungen von Ibuprofen. Ab kommenden Mittwoch können sich in RLP die 60- bis 70-Jährigen zur Astra-Impfung anmelden. Do simma dabei!!


01.04.2021

„Reden wir mal übers Essen. Davon sind alle betroffen, hat jeder Ahnung. Denn alle müssen essen – egal wie das Wetter ist und was sich ringsumher mehr oder minder Dramatisches abspielt. Ein Entschluss Walters brachte das Thema neulich bei uns aufs Tapet mit der beiläufigen Bemerkung, er sei seit drei Wochen Vegetarier. (…).“ So beginnt die aktuelle Folge Nr. 189 meiner seit 2005 bestehenden Monatskolumne  „Quergedanken“.  > Weiterlesen „Allesfresser, Vegetarier, Veganer und Co.“

Bevor ihr in die Lektüre des hier verlinkten (freien) Textes einsteigt, noch zwei Anmerkungen. 1. Ich benutze den Begriff „Allesfresser“ (mich selbst eingeschlossen) nicht als Urteil, sondern in Anlehnung an die Kategorisierung der Biologie (Omnivoren). 2. Im Unterschied zur landläufig verbreiteten Ansicht sind täglich reichhaltige Fleischmahlzeiten historisch für das Gros der Menschen NICHT die Regel. Wir müssen mehr als 10 000 Jahre in die letzte Eiszeit zurückgehen, um in Europa auf Vorfahren zu treffen, die sich hauptsächlich von Fleisch ernährten. Und das auch nur, weil in der damals trockenkalten Tundralandschaft auf dem Kontinent essbare Pflanzen nur spärlich vorkamen, wandernde Wildtierherden indes in großer Zahl. Von der Sesshaftwerdung bis zur Wirtschaftswunderzeit war reichlich Fleisch auf dem Tisch ein Privileg der wohlhabenden Schichten, bestand die Basis der Volksernährung aus Getreidebrei (später Brot), Kohlgewächsen und Wurzelgemüse.

Andreas Pecht

Kulturjournalist i.R.

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