Portrait Andreas Pecht

Andreas Pecht – Kulturjournalist i.R.

Analysen, Berichte, Essays, Kolumnen, Kommentare, Kritiken, Reportagen – zu Kultur, Politik und Geistesleben

Was ich in Sachen Corona nicht für voll nehmen kann

Sehr geehrte Damen und Herren,
es haben mich in den letzten Tagen per Mail etliche kritische bis sagen wir: ungehaltene Zuschriften zu meinen Corona-Beiträgen in diversen Medien erreicht. Ich kann sie nicht alle einzeln beantworten. Was auch nicht nötig ist, da die meisten (teils mit erstaunlicher Wortgleichheit) auf die immer gleiche Fragestellung hinauslaufen: „Es gibt eine Reihe von durchaus reputierten Wissenschaftlern (Bhakdi, Wodarg, Höckerts, Mölling, Ioannidis (USA) …), die dem vor allem vom RKI und Herrn Prof. Dr. Drosten gestützten vorherrschenden Corona-Narrativ widersprechen und die nicht einem rechten Spektrum zugeordnet werden können. Wie schätzen Sie diese wissenschaftliche Opposition ein?“

Meine Antwort in aller Kürze:
1. Drosten, das RKI, die Helmholtz-Gesellschaft sowie einige hundert renommierte Institute mit etlichen tausend aktiv forschenden Virologen, Empidemiologen nebst Wissenschaftlern benachbarter Forschungszweige sowie etliche zehntausend Mediziner weltweit sind keine „Erzähler“. Sie erklären, warnen, mahnen auf Basis ihrer jeweils aktuellen Forschungs- und Erkenntnisstände. Die sind bei einem völlig neuen Gegenstand naturgemäß unterschiedlich.

2. Dennoch verbindet das Gros dieser Fachleute ein Grundkonsens: Das Virus SARS-CoV-2 Virus existiert; es war bis dato unbekannt; es ist hoch ansteckend und (u.a. wg. Ermangelung von Grundimmunität, Medikamenten, Impfstoff) wesentlich gefährlicher als durchschnittliche Influentia-Viren; die Pandemie ist Realität; die Übersterblichkeit in den Corona-Hotspots ist signifikant; viele atypische Covid19-Krankheitsverläufe sind noch völlig rätselhaft, eventuell mittel- und langfristige Folgeschäden naturgemäß noch weithin unbeforscht.

3. In der Realität nun vielfach verifizierte Erkenntnis: Wo die menschliche Kontakthäufigkeit reduziert wurde (auf welche Art auch immer), wo die Abstandsregel und andere seuchenhygienische Maßnahmen auf breiter Front umgesetzt wurden (auf welche Art auch immer), konnte eine exponentielle Zunahme der Infektionsrate abgewürgt werden und schließlich deutliches Absinken der Rate erreicht werden.

4. Alle direkt oder indirekt auf irgendwelche Verschwörungen und Komplotte rekurrierenden Einlassungen lehne ich wegen unlogischer Blödsinnigkeit kategorisch ab. Auch die gelegentlich kolportierte These, es handle sich bei den weltweiten Reaktionen auf die Coronaseuche nur um eine medial respektive politisch verursachte planetare Hysterie, halte ich für absurd.

5. Ich kann nicht für voll nehmen, wer die unter 2. und 3. benannten realen Tatsachen leugnet und/oder sich auf den unter 4. angeführten Unfug stützt. Über fast alles andere lässt sich reden.

Mit bestem Gruß
Anfreas Pecht

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