23.4.2026
Eigentlich hatte ich am heutigen „Welttag des Buches“ die abendliche Primetime bis zum Beginn der extra3-Kabarettsendung um 23.15 Uhr mit der Würdigung des mir seit jeher und noch immer liebsten Mediums verbringen wollen: dem gedruckten Buch. Ich wollte also lesen, und zwar neuklassische Lyrik; hatte mir auch schon die beiden alten Bände mit Tucholsky-Gedichten aus dem Regal gezuppelt. Dann aber sah ich beim Abendbrot in der TV-Programmzeitung den Titel einer Sendung, der mich sofort elektrisiert hat: „Unser erstaunlicher Po – Warum die Natur das Hinterteil erfand“. Kommt auf 3sat (20.15 Uhr). Dazu habe ich aus dem Stand beim Futtern von Spaghetti mit Meeresfrüchten folgende steile Erklär-These aufgestellt: Die Natur erfand den Po, damit Frauen, Männer, Diverse, jüngere wie ältere und auch alte, öfter mal etwas Hübsches zum Gucken haben. Gerade der Kurt wird Verständnis dafür haben, dass ich dieser Lockung nicht widerstehen kann und seine Gedichte für ein kleines Weilchen beiseite lege. 😜🤩😎🤓
23.4.2026
Hach, mal was Erfreuliches: Sie sind doch wieder gekommen, Schwalben, die seit eilichen Sommern im benachbarten Pferdestall hausen. Spät sind sie dran heuer, weshalb ich schon befürchtet hatte, sie seien auf der Strecke geblieben.
22.4.2026
Ja natürlich ist es ein Problem (war es immer), dass Leute, die seit vielen Jahren, oft Jahrzehnten, einige schon ihr ganzes Leben hindurch materiell gut bis sehr gut gestellt sind, darüber entscheiden, was weniger gut bis schlecht gestellten Leuten finanziell zugemutetet werden soll. Auch ohne soziale Kaltschnäuzigkeit und Ignoranz oder Bevorzugung der Reichen anzunehmen, bleibt doch die simple Tatsache: Wer sich keine Sorgen um sein Auskommen machen muss, der erlebt, erfährt, spürt die alltägliche Lebenswelt ganz anders, als diejenigen, denen 200 oder 100 Euro weniger in der Haushaltskasse richtigen Kummer machen.
Gewiss, auch Wohlhabende können sich über gestiegene Lebenshaltungskosten und Krankenkassenbeiträge ärgern. Doch reale Einschränkung, gar Bedrohung bedeutet es für sie nicht. Sie haben keine echte Vorstellung davon, was es für Nichtwohlhabende bedeutet, wie es sich anfühlt, wenn etwa höhere Zuzahlungen zu Medikamenten, Arztpraxisgebühren oder sinkende Renten angekündigt werden, wenn forsch verlangt wird, fortan privat Altersvorsorge zu betreiben. Während weniger gut gestellte Bürger sich fragen „wovon denn?“, denken saturierte Planer und Entscheider, vielfach auch Leitartikler und Wohlstandsdiskutanten primär in der Kategorie „die Systeme müssen reformiert werden, und dazu müssen alle ihren Beitrag leisten“. Dass für Erstere schon sehr kleine Beträge gravierende Realeinschnitte sein können, liegt außerhalb der Lebenswirklichkeit Letzterer, deshalb auch außerhalb von deren Wahrnehmung und abseits angemessener Gewichtung. Doch ja, das ist ein Problem.
22.4.2026
TV-Tipp (jetzt ARD-Mediathek).
Gestern auf MDR gesehen: „Schwarz rot grün: Die Geschichte der deutschen Umweltpolitik“. M.E. ein ausgezeichneter Beitrag (45 Min.) über 70 Jahre Aufbrüche, Bemühungen, Fortschritte, Widerstände, immer wieder Ausbremsungen, Rückschritte, politische Kapitulationen in Sachen Umweltschutz, später auch Klimaschutz. Eine Geschichte über Hoffnungen und verpasste Chancen, über Pioniere und Blockierer. Sehenswert, aufschlussreich. > https://www.ardmediathek.de/tv-programm/69c1ca1efc8d45cab160dddb
13.4.2026
„Gibt es etwas Schöneres als Frauen?“ fragt ein Heteromann. „Ja natürlich: Männer“, antwortet eine Heterofrau. „Gewiss nicht“, meint die Lesbe. „Aber sicher doch“, ist der Schwule überzeugt. Und ich denke mal wieder schmunzelnd in mich hinein: Über ästhetische Vorlieben lässt sich zwar trefflich, aber völlig vergebens streiten. Ebenso über sexuelle Neigungen oder kulinarische Geschmäcker. Wunderbar, dass wir so verschieden sind.
12.4.2026, 22.10 Uhr
Soll ich, soll ich noch nicht – die Shampus-Flasche köpfen und auf die Ungarn anstoßen? Es sieht im Augenblick (gut 50% der Stimmen sind ausgezählt) ganz danach aus, als hätten sie die Orban-Bagage mit Schmackes vor die Tür gesetzt. Es gibt also auch noch gute Nachrichten in diesen finsteren Zeiten.
Ja, ja, ja, das wird alles sehr schwer für die neue Regierung mit dem System, zu dem Orban das Land umgebaut hat. Aber darüber kann man sich nachher den Kopf zerbrechen. Und ja, ja, ja, der Neue ist kein Linker, kein Grüner, kein Liberaler, auch kein Konservativer in unserem Sinne, sondern erstmal nur ein demokratisch orientierter Ungar. Aber das ist schon viel heutzutage, Weiteres wird man sehen. Jetzt erstmal: feiern.
11.04.2026
Es ist manchmal ein arges Kreuz mit den „Diskussionen“ im Netz, selbst wo die rechtsradikale Troll-Maschinerie ferngehalten wird. Da wirft jemand den durchaus nachvollziehbaren Gedanken ins öffentliche Meinungsbecken, die Gasdame an der Spitze des Wirtschaftsministeriums müsse entlassen werden. (…) Anfang einer kleinen > Anmerkung zum Streit um Ministerin Reiche (hier lesen)
10.4.2026
Trotz alledem und alledem sei ein angenehmes Frühlungswochende gewünscht. Und nicht vergessen, für Ungarns Freiheit die Daumen zu drücken.
Als Dreingabe eine schöne Formulierung, die ich heute irgendwo auf FB gelesen habe: „Die eigentliche Frage ist nicht: Ist die Energiewende teuer? Sondern: Was kostet es uns, sie nicht zu machen?“
Ceterum censeo: Friedrich muss die Amok laufende Gas-Dame entlassen.
9.4.2026
Ach je, eben erst sehe ich, Mario Adorf (95) ist gestorben. Er war ein wirklich Großer in seinem Fach. Und niemand konnte so vielsagend, hintergründig bis hinterfotzig die Augenbrauen hochziehen und die Stirn in Falten legen wie er. Zweimal bin ich ihm in Mayen persönlich begegnet, konnte ein paar Sätze mit ihm wechseln und den Eindruck mitnehmen: ein Künstler mit Bodenhaftung, eine ehrliche Haut und darunter eine herrliche leise Verschmitztheit. RiP
8.4.2026
Am kommenden Sonntag also Wahlen in Ungarn. Da heißt es Daumen drücken im demokratischen Europa, dass der rechtspopulistische Despot und jüngst wieder selbsterklärte EU-Feind Orban fällt (und die Macht dann tatsächlich auch abgibt). Leicht wird das nicht, denn das interessanterweise sowohl von Moskau wie von Trump/Maga massiv unterstützte Orban-System hat über die Jahre jede Menge organisatorische und politische Maßnahmen zum Vorteil der eigenen Partei auch bei Wahlen getroffen. Wir hoffen dennoch und werden sehen.
7.4.2026
Zorniger Nachtgedanke.
Er ist ein Lügenmaul, ein Großmaul, ein Schandmaul, ein Profitgeier, ein Egomane und er ist wohl geisteskrank. Solche Typen gibt es eine Menge, doch dieser eine wurde an die Spitze der größten Wirtschafts- und Militärmacht auf Erden gewählt. Solange er dort schalten und walten kann, ist der wahnsinnige Millardär-Barbar eine unberechenbare Gefahr für die ganze Welt. Und die es nicht glauben wollten, denen hat er es jetzt in aller Klarheit gesagt: „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben, und niemals wieder zurückgebracht werden.“ Was heißt: Das Schicksal des iranischen Volkes geht ihm völlig am Arsch vorbei.
5.4.2026
Himmel hilf, über Nacht sind Küche und Stube zum Sündenpfuhl geworden. Plötzlich stehen auf den Tischen so Körbchen, gefüllt mit kleinen Zuckereiern, bunt eingewickelten massiven oder mit Cremes gefüllten Schokoeiern, mit Mini-Spiegeleiern aus Zuckermasse oder gezuckerter Gelantine, mit bunt gefärbten hartgekochten echten Hühnereiern. Und mittendrin in jedem Körbchen hockt ein Häschen, das nachdrücklich verlangt: „Nimm mich, jetzt!“
Da jubiliert das Prädiabetis-Teufelchen, lacht das Cholesterin-Teufelchen, feixt das Cortisol-Teufelchen, legt sich das Gedärms-Teufelchen grinsend schlafen. Die Gewissens- und Verantwortungssektionen im Hirn schreien „Alarm! Alarm!“ Doch die Belohnungs- und Lustsektionen halten entschlossen dagegen: „Greif zu! Lass jucken, Kumpel! Nicht verdrießen, nicht vermiesen, sondern genießen! Zwei Tage Wollust bringen dich nicht um, drei Tage Kater hinterdrein auch nicht. Und ob es ein nächste Mal gibt, weiß sowieso niemand.“ Ach, ich bin halt doch nur ein kleines Sünderlein.
4.4.2026
Zwei Gedanken am Rande zum Wesen von Social Media.
1. Es gibt noch immer Zeitgenossen/innen, die glauben, man könne aus der Anzahl der Reaktionen (Emojis , Kommentare) auf das Interesse und/oder Zustimmung/Ablehnung für den Inhalt einzelner Posts in Sozial Netzwerken schließen. Sofern es sich um von Algorithmen gesteuerte Netzwerke wie Facebook, Instagram und Co. handelt, ist das ein Irrtum. Denn es entscheidet nicht die Interessantheit eines Posts für das Publikum über die „Einschaltquote“, sondern letztlich der Algorithmus im Sinne des Netzbetreibers, bei welchen und wievielen Menschen ein Post überhaupt in der Timeline erscheint. Ja, es gibt ein paar kleine Tricks, darauf ein bisschen Einfluss zu nehmen, aber der bleibt marginal und ändert am Grundprinzip des algorithmischen Informationsmonopols/-diktats herzlich wenig.
2. Es werden in den Sozialen Netzwerken weltweit 14 Milliarden (sic!) Fotos geteilt – TÄGLICH. (Videos nicht eingerechnet). Etwa 92% davon sind mit Smartphones geschossen. Tendenz: Sehr schnell zunehmend. Noch schneller, nämlich explosionsartig, wächst nur ein einziges anderes Element der digitalen Bilderwelt: das KI-generierte Bild. Aus dieser „visuellen Inflation“ ergeben sich u.a. diese zwei Phänomene: a) Weil der Mensch von einem Übermaß an Input schnell überfordert ist, lässt die schiere Flut von Bildern seine Fähigkeit und auch seine Motivation sinken, deren Gehalt im Einzelnen zu prüfen, einzuordnen, Fakten von Fake zu unterscheiden… b) Bedeutung – und eventuell Qualität – des einzelnen Bildes wird von der unfassbaren Massenproduktion der optischen Eindrücke, dem Rauschen von „shit“, erschlagen. Bildliche Wahrheit, sofern vorhanden, verschwindet nicht, wird aber schier unsichtbar im endlosen Strom des Belanglosen resp. Gelogenen.
3.4.2026
Es seien nun allseits angenehme Osterfeiertage, frohgemutes Eiersuchen und Häschennaschen gewünscht.
3.4.2026
Sorry, Tacheles ist zu reden: Friedrich muss die Amok laufende Gas-Dame vor die Tür setzen, bevor sie dem Land irreparable Schäden zufügt.
2.4.2026
Gründonnerstags-These: Der Mensch ist seiner Natur nach auch ein Gutmensch.
Dazu habe ich einen kleinen Text, der folgendermaßen beginnt:
Es ist eine seit Generationen sehr weit verbreitete Ansicht, wonach dem Homo sapiens eine alle Zivilisationsentwicklung im Guten wie im Schlechten dominierende und antreibende Eigenschaft seit frühester Zeit NATURGEGEBEN innewohne: der Egoismus. Der Gier nach persönlichem Besitz, Reichtum, Macht, Vorteil gegenüber anderen Menschen wird eine natürliche Urkraft fast im Range des Überlebenstriebes zugesprochen. Diese Ansicht ist aber sachlich falsch, oder zumindest eine extrem einseitige Betrachtung (…) > Ganzen Text lesen hier
30.3.2026
Leseempfehlung – für Männer und Frauen gleichermaßen!
Die zornige Suada einer gestandenen, wehrhaften und zugleich klugen Frau ln ihrem Blog. Ein Text, wie mit dem schweren Hammer geschmiedet und zugleich aus feinstem Garn gewebt. Sehr persönlich und zugleich von schmerzlicher Allgemeingültigkeit. Aufrührend und zugleich tiefe Nachdenklichkeit erzeugend.
„Sonntagmorgengedanken zur Debatte um Gewalt gegen Frauen. Gisèle Pélicot, Noelia Castillo und Collien Fernandez: Drei Frauen, drei Leben, eins davon selbstbestimmt beendet (R.I.P.), allesamt Beleg, dass sich dringend etwas ändern muss.“ >>> Ganzen Text lesen hier
28.3.2026 (später Abend)
Nein, das sind keine Mainzer Schwellköpp. Das ist das Schreckenskabinett der MAGA-Regierung, wie es heute (28.3.2026) im Rahmen des USA-weiten „Non KIngs“-Aktionstages von Demonstranten in Washington DC gesehen wurde. Mehrere Millionen Menschen nahmen in allen 50 Bundesstaaten an mehr als 3100 Demonstrationen/Kundgebungen teil.
27.3.2026
Es sei allseits ein entspannendes und weniger aufregendes Wochenende gewünscht, als das vergangene eines war. Witterungsmäßig wird es wohl recht kühl und eher aprilig unberechbar.
Als Dreingabe, wie es zum Monatswechsel Tradition ist, meine heute wieder im Mittelrhein-Magazin „Kulturinfo“ publizierte Kolumne „Quergedanken“. In dieser Folge 249 geht um altes Wissen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse über die gesundheitsfördernden Wirkungen aktiven Kunstschaffens wie auch passiven Kunstgenusses. > Lesen hier „Kunst ist ein echter Gesundbrunnen“ (freier Lesetext)

