Portrait Andreas Pecht

Andreas Pecht – Kulturjournalist i.R.

Analysen, Berichte, Essays, Kolumnen, Kommentare, Kritiken, Reportagen – zu Kultur, Politik und Geistesleben

Anmerkung zum Streit um Ministerin Reiche

ape. Es ist manchmal ein arges Kreuz mit den „Diskussionen“ im Netz, selbst wo die rechtsradikale Troll-Maschinerie ferngehalten wird. Da wirft jemand den durchaus nachvollziehbaren Gedanken ins öffentliche Meinungsbecken, die Gasdame an der Spitze des Wirtschaftsministeriums müsse entlassen werden. Und was passiert? Gleich kommen Dutzende „Diskutanen“ und verlangen den Rauswurf auch vieler anderer Minister/innen oder gleich den Abschuss der ganzen Regierung. Das mag verständlich sein, kann man machen, es ist aber eben auch politischer Kinderkram, Traumtänzerei – die zu nichts anderem führt, als zur Verwässerung des Drucks in Richtung der Gas-Lobbyisten das Handwerk zu legen.

Reiche ist derzeit nunmal die brutale, gänzlich hemmungslose Speerspitze rückwärtsgewandter Klientelpolitik und deshalb bei fast allen gesellschaftlichen Gruppen (bis hin zu den meisten Wirtschaftsverbänden und teils selbst innerhalb der Union), sagen wir mal vorsichtig: unbeliebt. Deshalb steht im Augenblick – ernsthaft betrachtet und jenseits aller Träumerei – als Primärfrage nicht im Raum, was der Kanzler WILL, sondern was er SICH LEISTEN KANN. Also: Kann Friedrich es sich poltisch leisten, auf Gedeih und Verderb die Gasdame zu halten? Die Chancen, dass Reiche fällt, stehen realpolitisch so schlecht gar nicht – sofern man sie nicht mit illusionärem maximalistischem Kinderkram verquasselt.

Und bei allem Verständnis für den Slogan „Diese Regierung muss weg!“, so halte ich ihn dennoch für eine traumtänzerische Abwegigkeit. Denn: Das in der jetzigen Situatrion absehbar chaotische Ergebnis vorgezogener Neuwahlen zum Bundestag würde niemand wirklich haben wollen – von der braunen Bagage abgesehen. Andreas Pecht

Andreas Pecht

Kulturjournalist i.R.

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