Portrait Andreas Pecht

Andreas Pecht – Kulturjournalist i.R.

Analysen, Berichte, Essays, Kolumnen, Kommentare, Kritiken, Reportagen – zu Kultur, Politik und Geistesleben

Keine Spielchen, es geht um Leben und Tod

Nachfolgenden Text hatte ich an anderer Stelle im Netz als Diskussionsbeitrag geschrieben:

ape. In historischen Zeiten hat man Kranke isoliert, die Krankheiten mit Seuchenpotenzial hatten, für die man kein Heilmittel wusste. Sei es, dass Schiffe und Besatzung mit gelber Seuchenflagge wochenlang auf Reede liegen mussten, Pestbezirke abgesperrt wurden oder Leprakranke in externen Leprastationen konzentriert wurden. Wo es um Leben und Tod vieler Menschen ging, ergriffen die Gemeinschaften solche Maßnahmen zum Selbstschutz – und belegten Isolationsdurchbruch mit brachialen Strafen bis hin zur Todesstrafe.

So archaisch und brutal die damaligen Maßnahmen gewesen sein mögen, das Isolationsprinzip gilt – in maßvollerer Version – bis heute als probates und effektives Mittel der Seuchenbekämpfung (noch immer nehmen wir zB Kinder mit Masern oder Windpocken etc. für die Krankheitszeit aus der Schule und isolieren sie in der heimischen Wohnung). Die diversen aktuellen G2- und G3-Regeln sind – sehr weiche – Anwendungsformen des Isolationsprinzips.

Was im Denken der Impfverweigerer nie angekommen ist, weil sie – gegen alle wissenschaftlsiche Erkenntnis und reale Faktizität – Corona als Krankheit/Seuche eben nicht ernst nehmen (wollen): Es handelt sich bei der Corona-Bekämpfung nicht um ein weltanschauliches, ideologisches oder sonstiges SPIELCHEN, sondern für die Gesamtgesellschaft eben um eine Frage auf Leben und Tod. In solchem Fall KANN die Gesellschaft nicht hinnehmen, dass die individuellen Launen einiger weniger die Unversehrtheit aller und das Funkionieren der Gemeinschaft gefährden. Zumal mit der Impfung ein (ungefährliches) Mittel zur Verfügung steht, der Seuche Paroli zu bieten, wenn nur möglichst alle sich dieses Mittels bedienen.

So wenig die Gemeinschaft es dulden kann, dass durchgeknallte Egomanen ihr individuelles „Freiheitsbedürfnis“ ausleben, indem sie mit 200 km/h durch Innenstädte rasen oder verantwortungslose Burschen Gift im Wasserschutzgebiet entsorgen, so wenig kann sie dulden, dass eine kleine Minderheit entweder irrational ängstlicher oder egozentrischer bis systemumstürzlerischer Impfverweigerer und/oder Coronaleugner der ganzen Gesellschaft die Vernachlässigung des Eigenschutzes aufzwingt. Weshalb es für die kleine Minderheit der kategorischen Impfverweigerer (und somit objektiv Seuchentreiber) am Ende heißt, auch nur heißen kann: Beteiligt euch am Kampf gegen die Seuche, lasst euch impfen – oder tragt die harte Konsequenz und geht in gesellschaftliche Isolation.

Andreas Pecht

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