Portrait Andreas Pecht

Andreas Pecht – Kulturjournalist i.R.

Analysen, Berichte, Essays, Kolumnen, Kommentare, Kritiken, Reportagen – zu Kultur, Politik und Geistesleben

Guten Tag allerseits im April 2020

30.04.2020

Laut Johns Hopkins Uni gibt es derzeit weltweit 3,2 Millionen bestätigte Covid19-Infizierte und sind rund 230 000 in Folge der Infektion gestorben. Neben den schon allseits bekannten medizinischen wie gesellschaftlichen Wirkungen der Seuche schieben sich zusehends Nachrichten aus etlichen Ländern in den Blick über noch ungeklärte, unerforschte, unerwartete medizinische Begleiterscheinungen und Folgewirkungen der Viruserkrankung. > Kurzkommentar zu unerwarteten Neben- und Folgewirkungen


28.04.2020

Es ist nun wohl an der Zeit, dass die Grünen sich von diesem Herrn Palmer trennen!


26.04.2020

Mein persönlicher Katalog von unumstößlichen 7 Basiserkenntnissen und Grundregeln für die Corona-Seuche. > weiterlesen (hier)


23.04.2020

Kulturnachrichten aus der Corona-Welt: Zahlreiche deutsche Klassikfestivals haben sich zur Notgemeinschaft „Forum Musik Festivals“ zusammengeschlossen und der Bundesregierung ein gemeinsames Positionspapier vorgelegt mit Forderungen und Vorschlägen für die Krisenzeit. Zu den 40 Erstunterzeichnern gehören aus dem (meinem) hiesigen Beritt u.a. das Mosel Musik Festival und das Internationales Musikfestival Koblenz. > Das Positionspapier im Wortlaut und die Liste der Erstunterzeichner (hier)


22.04.2020

Lesen und beherzigen, was meine Kollegin und gute Freundin Heike Rost sich über Maskenpflicht, Verschwörungsstuss, Ignoranz und egozentrisches Gemaule von der Seele geschrieben hat! Danke, liebe Heike. > Zum Gastbeitrag (hier)


21.04.2020

Nur so ein Gedanke: Deutschland führt mit seinem jetzigen (frühen) Exit-Kurs ein die gesamte Gesellschaft umfassendes Hockrisiko-Experiment durch. Vergleichbares hat es noch nie gegeben, niemand hat irgendwelche Erfahrungen damit, keiner kann Verlauf und Ergebnis voraussehen oder gar garantieren. Warum geht man ein derartig gewaltiges Wagnis ein? Weil, so die Befürworter dieses Kurses, unter Kuratel des scharfen Seuchenschutzes die wirtschaftliche Notlage von Tag zu Tag schlimmer wird und für Teile der Bevölkerung das Alltagsleben zusehends unerträglicher. Es bräuchte ein Perspektive, zeitnah aus dem Elend herauszuskommen.

Zweiter Teil des Gedankens: Es gibt auf der Welt seit vielen Jahren viele Menschen, denen es im Grundsatz genauso ergeht. Ihre wirtschaftliche Lage ist ebenfalls düster, allerdings bis hin zur tatsächlich blanken Überlebensnot; ihr Alltagsleben ist von Krieg, Terror, Unterdrückung geprägt. Und eine Perspektive auf zeitnahe oder wenigstens zeitfernere Besserung haben sie nicht. Also wagen sie ein Hochrisiko-Experiment mit völlig ungewissem bis lebensgefährlichem Verlauf und Ausgang: Sie versuchen, dem Elend zu entfliehen, begeben sich auf eine riskante Wanderung in der Hoffnung auf bessere Umstände.

So gesehen, könnte man sagen: Deutschland besteht derzeit aus 80 Millionen Wirtschaftsflüchtlingen. Sie wandern nicht unter Lebensgefahr von einem Ort zum andern, sondern flüchten – quasi ebenfalls unter Lebensgefahr – durch die Zeit.


18.04.2020

Die Corona-Seuche hat das normale Kulturleben stillgelegt. Besonders hart trifft das freie Kulturschaffende: Ihnen sind sämtliche Quellen für Einkünfte aus eigener künstlerischer Arbeit versiegt. Wie lange das andauern muss und wird, weiß niemand. Weshalb der Staat auch auf dem Feld der Kultur einspringen muss, um den Betroffenen die Seuchendauer finanziell halbwegs erträglich zu machen und existenzielle Zusammenbrüche zu verhindern. Bei der Frage, ob er dieser Pflicht angemessen gerecht wird, tut sich zwischen Staatsvertretern und Kulturakteuren eine tiefe Bewertungskluft auf. Die fällt in einigen Bundesländern, darunter Rheinland-Pfalz, besonders krass aus. > Meine Analyse zur Lage (5700 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


15.04.2020

Schöne Solidaritätsgeste unter Theaterkünstlern in Koblenz: Das Schauspielensemble des Theaters Koblenz hat zusammengelegt/gesammelt, um die beiden kleinen freischaffenden Theater in der Stadt in dieser schwierigen Zeit ohne Einnahmen etwas zu unterstützen. 2500 Euro kamen zusammen. Intendant Markus Dietze und Jana Gwosdek, Ensemblevertreterin Schauspiel, haben das Geld am heutigen Vormittag an die Vorsitzende des Landesverbandes freier professioneller Theater (La ProfTH), Astrid Sacher, zur Weiterleitung übergeben.


14.04.2020

Leseempfehlung! Interessante Analyse von Klaus Brinkbäumer auf Zeit-online zur Frage, warum gerade die USA in der Corona-Krise besonders schlecht dastehen. Auszug: „(…)Vor allem sind da diese zwei Ursachen: Riesige Gruppen in der Bevölkerung der USA und wichtige Gruppierungen wie der Fernsehsender Fox News oder die Republikanische Partei haben, erstens, die Verachtung von Wissenschaft und überhaupt Bildung zur Leitlinie, zur Ideologie, erklärt. (…) Und, zweitens, verachten diese Bevölkerungsgruppen und ihre Volksvertreter Politik im Sinne von Steuerung oder Gestaltung eines Staates. (…)“ > Ganzer Artikel hier


13.04.2020

Und im ganz Kleinen am Ort bringt sich jenes menschengemachte Jahrtausendproblem in Erinnerung, das im Hintergrund der 2020er-Seuchenkrise ungerührt weiter seinen weltverändernden Weg geht. Deshalb die praktische Aufforderungen an die Freunde/innen im Westerwald, in den rheinischen Mittelgebirgen und Tälern sowie anderswo: Ihr müsst tanzen jetzt, regentanzen – auf dass das für heute avisierte „Regengebiet“ nicht wieder durchziehe, ohne ein paar Liter Wasser abzulassen. Nach hierorts wiederum gänzlich ausgefallenem Winter haben wir nun schon in der siebten Woche ausgerechnet der frühen Vergetationsphase keinen Tropfen Regen abgekriegt. Und wir fürchtern uns vor der Wiederholung des Sommers 2018, dessen Trockenphase mehr als sieben Monate währte.


12.04.2020

Heute, am heiligen Ostersonntag, brummte erstmals eine Drohne über unserem Anwesen herum. Entschlossen kam die Luftabwehr zum Einsatz. Doch der Aggressor war zu hoch für meine alte Zwille aus Astgabel und Einmachgummi. Ich muss aufrüsten.

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Ei, ei, ei – da wird doch das Huhn in der Pfanne verrückt. Nach vier Wochen intensiver Gartenarbeit war ich auf dem besten Wege runter ‚gen 90 kg adonisischer Leibespracht. Nun dieser heidnische Konteranschlag: Auf dem Ostersonntagfrühstückstisch steht ein riesiges Nest mit Eiern. Hühnereier in Farbe, Schokoladeneier unterschiedlichster Machart, Geleeeier, Zuckereier, Marzipaneier, Waffeleier. Bewacht wird die ganze Eierei von einem Hasen, der kein Häschen ist, dafür aber ebenfalls aus Schokolade. Und da bei uns gilt, „Nahrungsmittel lässt man nicht verderben und schmeißt man nicht weg“, dürfte das vorläufig nichts werden mit dem Altersidealgewicht von 89 kg. Verdammich aber auch!


11.04.2020

Satirisches Corona-Bonmot des Tages: „Meine leise Hoffnung ist ja, dass die Friseurläden noch lange geschlossen bleiben. Ich wollte immer schon mal in einem Land leben, das von Janis Joplin und ZZ Top regiert wird.“ (Gefunden im aktuellen Zeit-Magazin, dort dem Redakteur Peter Dausend aus der Feder geflossen.)


09.04.2020

Da reale Umsetzung derzeit kaum möglich ist, erlaube ich mir keck diesen herzig-ideellen Gruß zum Oster-/Frühlingsfest im Jahre Corona: Umarmt und geküsst seien alle liebreizenden wie bisweilen auch kantig-grantigen Mädchen und Frauen. Die Herren müssen sich mit einem kräftigen Handschlag bescheiden. Trotz der aktuellen Unbilden seien alleits schöne Feiertage gewünscht.


08.04.2020

Neben mir auf dem Schreibtisch liegt eine über die vergangenen vier Wochen stetig länger gewordene Stichwortliste. Nein,sie sammelt nicht die vermeintlichen oder tatsächlichen Fehler, die im Zuge der Seuche begangen wurden/werden. Vielmehr listet sie Faktoren falscher Weichenstellungen in den zurückliegenden ca. 30 Jahren auf, die sich in den jetzigen Tagen der Krise als strukturelle Schwachstellen offenbaren. > Kurze Anmerkung dazu


06.04.2020

Ich verstehe ja, dass diese Frage viele Zeitgenossen umtreibt. Aber muss sie deshalb jeden Tag auf allen Kanälen immerfort gestellt werden: „Wie lange dauert der Corona-Ausnahmezustand noch?“ Es wird auf Teufel komm raus gefragt. obwohl jeder, der seine fünf Sinne beisammen hat, die Antwort schon vorher kennt: „Es dauert so lange es eben dauert.“ Wie lange das sein wird, kann derzeit kein ernsthafter Mensch ernsthaft oder gar verbindlich beantworten. Geduld, Disziplin, Stehvermögen und Solidarität sind das Gebot der Stunde. Wie rief mir ein Nachbar heute über den Gartenzaun zu: „Do müsse ma halt durch. Hilft jo nix.“


04.04.2020

Corona-Nachrichten vom späten Freitagabend, die bei mir hängengeblieben sind:
– Das Modell Singapur ist leider gescheitert. Die dortige Regierung musste infolge dramatisch ansteigender Infektionszahlen nun ihre Linie aufgeben, die Virus-Ausbreitung nur per App zu verfolgen und Ansteckungslinien zu unterbrechen, ansonsten das Leben aber normal laufen zu lassen.
– Infektions- und Todesrate in USA explodieren, nehmen auch in Russland rasant zu.
– In Brasilien haben die Regionalgouverneure und die Drogenbosse (sic) der untätigen Bolzonaro-Regierung quasi das Heft des Handelns aus der Hand genommen und in ihren Regionen resp. in den Armenvierteln eigenständig Notstandmaßmnahmen ergriffen.
– Italien hat dank strikter Seuchenschutzmaßnahmen fürs erste wohl das Gipfelplateau der Seuche erreicht. D.h. Ansteckungs- und Todesrate beschleunigen sich nicht mehr. D.h. aber auch, die absolute Zahl der Betroffenen nimmt weiter jeden Tag zu. Eine ähnliche Entwicklung deutet sich in Deutschland an.
– Neues und verlässliches Schnelltestverfahren auf bereits eingetretene Immunität geht an einer deutschen Uniklinik in die Praxisphase.
– Erste Versuche, Blutserum von immun Gewordenen zur Behandlungsunterstützung bei schweren Corona-Fällen laufen. Prognose: Könnte hilfreich sein; Ergebnis in 2 bis 4 Wochen.
– Mehrere tausend Marinesoldaten auf einem US-Flugzeuträger bejubeln ihren Kapitän, obwohl der gerade unehrenhaft entlassen von Bord gehen muss. Der Offizier hatte, als 100 Corona-Fälle in seiner Mannschaft festgestellt worden waren, das Oberkommando dringlich um Evakuierung des Kriegsschiffes ersucht. Nach ablehnendem Bescheid hatte er verzweifelt den Sachverhalt an die Öffentlichkeit gebracht. Das Schiff wird nun evakuiert, den couragierten Kapitän aber hat man geschasst.


03.04.2020

*Zum Wochenende ein bisschen albern (muss mal sein)* Wir hatten wohl all die Jahrzehnte zuvor eine völlig falsche Vorstellung von virologischen Forschungsinstitutionen und blässlichen, unterkühlten, unscheinbaren Leuten, die dort in abgeschotteten Kellerlaboren über Mikroskopen verkümmern. Denn jetzt, da die Vertreter/innen dieser Zunft zuhauf ins Licht gezogen werden, staunen wir nicht schlecht über eine Vielzahl attraktiver Herren (soweit ich das beurteilen kann) und bildhübscher Damen (das kann ich beurteilen) in ihren Reihen.

Ein trotz allem möglichst schönes, lebens- und liebesfrohes Wochenende sei gewünscht.


01.04.2020

Und jetzt mal die Gretchen-Frage an die kleine Minderheit der Pandemie-Zweifler und -Relativierer, der Seuchenverharmloser oder -leugner: Ab wievielen Corona-Toten wäret ihr bereit, euren Standpunkt zu überdenken? 100 000, 500 000, 2 Millionen, 5 Millionen, 10 Millionen oder mehr? Ihr könnt ja auf das Eintreten eines euch überzeugenden globalen Grenzwertes warten – der Rest der Welt kann es nicht, denn er muss real alles tun, um unzählige Leben zu retten. Ihr dürft auch eure irrwitzige Meinung behalten. Aber: Steht, bittschön, den Kämpfern an der Seuchenfront nicht im Wege rum und sabotiert nicht den Schulterschluss der übergroßen Bevölkerungsmehrheit gegen die Seuche!!!


31.03.2020

Von Tag zu Tag nimmt die Anzahl selbst gestern noch vernünftiger Leute zu, die in unbegreiflicher Realitätsblindheit plötzlich nach jedem Strohhalm greifen, der die Corona-Pandemie kleinredet und die Seuchenschutzmaßnahmen der Regierung(en) als überzogen anprangert. Weshalb ich sagen muss: Ich bin froh darüber, dass sich das Gros der Bevölkerung – Klopapier hin oder her – draußen inzwischen vernünftiger verhält. Ich bin für den Moment auch froh darum, dass viele der verantwortlichen Politiker/innen zumindest im aktuellen Krisenmodus den Schulterschluss mit der ernsthaften Wissenschaft suchen und die sprichwörtlichen Eier haben, im Interesse des Gemeinwohls das zur Rettung von Leben Notwendige durchzusetzen und hoffentlich durchzuhalten. Allein zu diesem Zweck haben wir dem Staat einen Teil unsere Freiheit vorübergehend abgetreten. Klar ist und alternativlos: Nachher, wenn die Seuche besiegt ist, werden wir diesen Teil zurückverlangen, vollständig und unbeschädigt.

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