Portrait Andreas Pecht

Andreas Pecht – Kulturjournalist i.R.

Analysen, Berichte, Essays, Kolumnen, Kommentare, Kritiken, Reportagen – zu Kultur, Politik und Geistesleben

Kleines Resümee zum Weltaktionstag von FFF

ape. Die Gesamtangaben zur weltweiten Beteiligung am Aktionstag der Klimaschutzbewegung schwanken zwischen 3 und 6 Millionen Menschen. Nachdem in der Nacht zu Samstag (MEZ) klar war, dass auch in USA und Kanada „etliche Hunderttausend“ demonstriert haben, darf man, ganz nüchtern, zu folgendem Resümee kommen: Wir erleben hier die in der bisherigen Geschichte wohl größte, zeitgleiche globale politische Protestbewegung für ein gemeinsames Ziel.

Warum jetzt eine solche Massenbewegung? Weil sich bei den Leuten ein Bewusstsein und/oder Gespür dafür ausgebildet hat, dass die Zivilisationsentwicklung auf Erden objektiv an einem Wendepunkt angelangt ist. Die zentrale Problemstellung dieser Tage/Jahre heißt: Entweder die Menschheit ändert die Entwicklungsrichtung ihrer Wirtschafts- und Lebensweise oder die Ergebnisse der Raubbauzivilisation werden das alsbald mit brachialer Gewalt tun. Es gilt die Faustregel: Klimaschutz ist teuer und folgenreich für alle, Klimawandel wird noch viel teurer und folgenschwerer für alle und alles.

Die Millionen Demonstranten vom Freitag sind nur die Spitze des Eisberges. Sie stehen stellvertretend für eine wesentlich breitere Strömung der Klimawandel-Besorgnis hierzulande wie in großen Teilen der Weltbevölkerung. (Denkanregung am Rande für Relativierer und Kleinredner: Besteht die Anhängerschaft von Clubs der Fußballbundesliga nur aus jenen Fans, die jeweils in die Stadien kommen?). Frage: Wird der Klimaprotest nach seinem bisherigen Höhepunkt an diesem Freitag abflauen oder gar auslaufen? Antwort für Deutschland: Das jetzt von der Bundesregierung beschlossene Klimapaket reicht nichtmal im Ansatz hin, die von der Bundesregierung selbst im Rahmen des Pariser Klimaabkommens eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen.

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