Portrait Andreas Pecht

Andreas Pecht – Kulturjournalist i.R.

Analysen, Berichte, Essays, Kolumnen, Kommentare, Kritiken, Reportagen – zu Kultur, Politik und Geistesleben

Guten Tag allerseits – im August/September 2018

30.09.2018

Er bleibt. Weitere fünf Jahre. Günter Müller-Rogalla, Intendant des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie in Koblenz. Im Juni 2018 war vermeldet worden, er und das Land Rheinland-Pfalz haben sich auf eine Verlängerung seines Vertrages bis ins Jahr 2024 geeinigt. Dann wäre der gebürtige Idar-Obersteiner 62 Jahre alt und hätte in zehn dieser Lebensjahre die Geschicke des Orchesters in Koblenz an maßgeblicher Stelle mitgeprägt. Vier sind bereits vorüber, als wir uns unlängst, kurz vor Start der Spielzeit 2018/19, im Görreshaus zum Gespräch trafen über „Wie war‘s, wie ist‘s, was wird?“.

Mein Artikel „Wie war’s, wie ist’s, was wird?“


27.09.2018

Die erste Tanzproduktion der neuen Spielzeit am Staatstheater Mainz besteht aus zwei schier gegensätzlichen Stücken. Da kommt „Im Orbit“ zur Uraufführung, eine kleine, kurze, leise, zarte Arbeit der britisch-zypriotischen Düsseldorferin Alexandra Waierstall. Darauf folgt die Wiederaufführung der furiosen großen Tempochoreografie „Fall Seven Times“, die das libanesisch-spanische Choreografenpaar Guy Nader und Maria Campos 2016 für Mainz kreiert hatte und die 2017 mit dem Theaterpreis „Faust“ ausgezeichnet wurde.So unterschiedlich die beiden Teile sind, ist ihnen doch eines gemeinsam: Unisex – Tänzerinnen und Tänzer werden nicht mehr nach Rolle, Funktion, Bewegungsrepertoire, Kostüm geschlechtlich unterschieden.

Meine Besprechung
(3400 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)


26.09.2018

Artikel in der Rhein-Zeitung auf Basis eines Gesprächs mit mir über mein Buch zur Geschichte des Koblenzer Musik-Instituts. Das Foto entstand beim Signieren der ersten verkauften Exemplare am Rande des MI-Konzertes am vergangenen Freitag. Der RZ-Beitrag beginnt wie folgt:

Andreas Pecht, Lesern dieser Zeitung als langjähriger Kulturredakteur, dann als Autor bestens bekannt, erinnert sich gut an das Wechselbad der Gefühle, als er erstmals auf ein mögliches Buchprojekt zum Musik-Institut angesprochen wurde: „Zunächst erschrickt man natürlich, wenn man an den großen Zeitraum von 210 Jahren denkt, den es zusammenzufassen gilt“, räumt er ein. (…)

Seit 210 Jahren aus Liebe zur Musik. Andreas Pecht stellt die Geschichte des Musik-Instituts Koblenz vor
(4300 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)


25.09.2018

Es wird wieder Zeit für meine Monatskolumne „Quergedanken“. Man hätte in der Folge 164 den verklingenden Rekordsommer thematisieren können oder die derzeit teils irrwitzigen Verrenkungen auf dem Politparkett. Aber dazu haben ja schon alle alles und noch viel mehr gesagt. Weshalb ich mich lieber den kleinen Fragen mit ihrem fürs Individuum so großen Gewicht im immer schneller werdenden alltäglichen Lebens zuwende – nebst der Sorge meines Freundes Walter, die für Oktober am Theater Bonn angekündigte Uraufführung eines Stückes mit Titel „Wer ist Walter?“ könne sein Inkognito gefährden. Und hinter all dem steckt ein Gedanke, der in der Überschrift schon anklingt

Quergedanken Nr. 164: Leute, gebt acht auf euch


23.09.2018

Gebt Obacht, wenn ihr jetzt mit dem Auto unterwegs seid, vor allem in der Dunkelheit. Der erste Regen seit vielen Wochen hat eine mächtige Krötenwanderung ausgelöst. Bei der Heimfahrt gestern Abend ging’s für mich streckenweise nur noch in Slalomschleichfahrt weiter. Das ist das wenigste, was man tun kann/sollte, um den eigenen Beitrag zum sichtlichen Krötenmassaker so klein wie irgend möglich zu halten.


21.09.2018

Freude, Spannung. Jetzt endlich geht das Ergebnis einer Arbeit an die interessierte Öffentlichkeit, die mich mehr als drei Jahre neben dem normalen Journalistengeschäft auf Trab hielt. Am heutigen Abend beim ersten Saisonkonzert 18/19 des Musik-Instituts Koblenz: Erstverkauf meines Buches „Aus Liebe zur Musik. Das Musik-Institut Koblenz im Lauf der Zeiten 1808 bis 2018“ (Hardcover, 200 S., 25 Euro). Morgen (Sa, 22.09.) beginnt dann der Buchhandelsvertrieb über die Niederlassungen und den online-shop der Koblenzer Buchhandlung Reuffel.  > Zur Reuffel-Site

Ich selbst bin gespannt wie ein Flitzebogen. Denn ich kenne zwar das elektronische Buch-Layout, bekomme das fertige Druckwerk aber auch erst am Abend in die Hand. Zur Orientierung und als Appetitmacher für die potenzielle Leserschaft möge hier vorab das Buchvorwort dienen (freier Lesetext).

Vorwort meines heute erscheinenden Buches über die 210-jährige Geschichte des Musik-Instituts Koblenz


20.09.2018

Doch ja, ich begreife durchaus die Aufregung und Empörung zur causa Maaßen. Der Vorgang ist in der Tat unsäglich. Also muss ich mich nun fragen, weshalb er bei mir nur ein sehr, sehr müdes Achselzucken auslöst, begleitet von einem kleinen Moment des Staunens. Ergebnis der Selbstbefragung: Wahrscheinlich, weil ich in mehreren Jahrzehnten der Politikbeobachtung hunderte ähnlicher Vorgänge auf allen denkbaren Politebenen hierzulande und anderwärts erlebt habe – und deshalb im Falle Maaßen von Anfang an mit einer Lösung in Richtung „lukrativen Weglobens“ rechnete. Das kleine Staunen gilt diesmal dem Ausmaß der Unverfrorenheit Seehofers, dem Ausmaß des Merkel’schen Phlegmas sowie dem Ausmaß des taktischen Dilettantismus‘ und der politischen Haltlosigkeit auf Seiten der SPD-Führung.


19.09.2018

Unterwesterwald, Sommer 2018, nach fast vier Monaten Trockenzeit. Bild oben: meine „Blumenwiese“ hinterm Haus. Bild unten: die Pferdeweide nebenan.


17.09.2018

Als im vergangenen Jahr Frankfurt die Spielzeit mit Jan Bosses Inszenierung von „Richard III.“ inmitten der zur Arena umgestalteten Riesenhalle des dortigen Schauspielhauses eröffnete, war das ein weithin wahrgenommener Paukenschlag. Im Staatstheater Wiesbaden geht man das Werk über den mörderischen Thron-Usurpator jetzt bescheidener an: Für die Bühne des Kleinen Hauses hat Ingo Kerkhof Shakespeares Drama fast auf Kammerspieldimension reduziert. Doch die kleine Form braucht hier sehr lange, bis sie ihre Reize ausspielen kann: Erst nach der Pause wird das Trömmelchen richtig gerührt.

Meine Kritik der Wiesbadener Premiere
(3900 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)


14.09.2018

Es gibt seit vielen Jahren ein untrügliches Warnzeichen, wenn ich mal wieder dabei bin, abzurutschen in eine ungute Phase der Überarbeitung, des Genervtseins, des Zuvielwollens, des Mangels an Ruhe: Statt nach der ersten dreiviertel Stunde morgendlichen Waldmarsches im Zustand der Stille angekommen zu sein, wälzt das Hirn unaufhörlich berufliche und/oder bedrückende Fragen, kreist um Artikel- und Vortragsprojekte, formuliert Sätze, ja ganze Textabschnitte, sorgt sich um den Weltengang. Dann wird’s Zeit, die Bremse zu ziehen.


11.09.2018

Weil ich wegen der kulturellen Terminlage derzeit die Wochenenden durcharbeiten muss, liegen die freien Tage eben mitten in der Woche. Sie ganz wegfallen zu lassen, wie früher oft geschehen, kann und mag ich nicht mehr dulden. Heute also den Tag begonnen, wie ich es liebe: mit behaglichem Frühstück und hernach einem ausgedehnten Waldmarsch. Dabei kam mir eine wahrscheinlich ziemlich alte und eigentlich banale Weisheit in den Sinn, die in der heutigen Gesellschaft indes kaum mehr eine Rolle spielt: Das Leben wird nicht erfüllter, wenn du möglichst viele Erlebnisse hineinstopfst – es wird nur voller.


10.09.2018

Wie die „Kostprobe“ jeweils zum Saisonbeginn am Theater Koblenz eine mehr als 30-jährige Tradition hat, so hat dies auch das Witzeln, wie lange der Abend wohl dauern wird. Wetten werden abgeschlossen. Wer „unter drei Stunden“ tippt, hat noch immer verloren. Gleichwohl war und ist das Haus zu diesem Anlass sehr gut gefüllt. Denn serviert werden da in dichter Folge leckere Häppchen unterschiedlichster Art aus den Produktionen der anhebenden Spielzeit.

Mein Bericht über die diesjährige „Kostprobe“
(4250 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)


07.09.2018

Langsam wird mir die Sache unheimlich. Wie sämtliche in den vergangenen Wochen als gewitter- und/oder regenträchtig angekündigten Tiefdruckgebiete, so zog auch das gestrige wieder achtlos über unser Dorf und seine Umgebung hinweg. Nur ein paar wirkungslose Tröpfchen hat es sich abgerungen. Bald vier Monate währt die Trockenzeit hierorts nun schon. Ach, ihr Götter, was habe ausgerechnet ich verbrochen, dass ihr die Meinen am langen Arm verdorren lasst?


06.09.2018

Inzwischen bin ich – aus vermehrt eigener Erfahrung – überzeugt, dass die Natur mit einer gewissen, sich in zunehmendem Alter verstärkenden Art der Vergesslichkeit zwei genau erwogene Zwecke verfolgt: a) Das ständige Suchen nach Schlüssel, Brille, Geldbeutel und anderen Utensilien verschafft dem betroffenen Akteur ein Grundmaß an körperlicher Bewegung; b) es stärkt ihm/ihr die Vertrautheit mit dem nahen Lebensraum. Beispiel: Die Suche nach meiner unlängst verschwundenen Sonnenbrille nötigt mir anhaltend Hunderte von Gehschritten, Bück- und Streckübungen ab, obendrein entdecke ich längst vergessene Ecken im Haus wieder. Ergo: Allzu viel Ordnungsdisziplin ist kontraproduktiv.


04.09.2018

Die erfreulichste Nachricht heute in der Frühstückszeitung: Statt der erwarteten 20 000 bis 30 000 haben 65 000 plus X Menschen an der Konzertkundgebung „#Wir sind mehr – Aufstehen gegen rechte Hetze“ in Chemnitz teilgenommen. Das ist ein schönes Signal ins Land, dass die rechtsradikale Bewegung nicht DAS Volk vertritt. Eine der traurigsten Nachrichten dieses Morgens ist für mich: Das brasilianische Nationalmuseum in Rio de Janeiro ist mitsamt dem Gros seiner Bestände Opfer eines Großbrandes geworden. Die Institution war eines der wichtigsten kulturgeschichtlichen Archive, Dokumentations-, Ausstellungs-, Forschungs- und Bildungszentren Lateinamerikas – und wurde in den vergangenen Jahren von gravierenden Sparmaßnahmen gebeutelt, die auch dringende bauliche Sanierungsmaßnahmen betrafen.


03.09.2018

Wie jüngst das Staatstheater Mainz (s.u.), so startete jetzt auch das Theater Koblenz mit einem scharfen politischen Statement in die neue Spielzeit. Die Mainzer wählten für ihre dringliche Warnung vor fortschreitender Zersetzung von Demokratie und Humanismus den Interimsplenarsaal des Landtages und brachten dort Björn Bickers „Das letzte Parlament“ zur Uraufführung. Koblenz ging am Wochenende mit gleicher Absicht einen anderen Weg: Es lud das Deutsche Theater Berlin ein, an zwei Abenden seine Produktion „It Can‘t Happen Here“ zu spielen – über die Machtergreifung Rechtsradikaler via Wahlmehrheit.

Mein Artikel zum Berliner Gastspiel in Koblenz
(4400 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)


31.08.2018

Dieses Schauspiel stürzt den Zuseher, zumal den überzeugten Demokraten, in tiefe Nachdenklichkeit. Das Staatstheater Mainz hat für die Uraufführung von Björn Bickers Stück „Das letzte Parlament (Ghost Story)“ einen ungewöhnlichen Spielort gewählt: den realen Plenarsaal des rheinland-pfälzischen Landtages, derzeit wegen Sanierung des Stammhauses untergebracht im Mainzer Landesmuseum. Dort sitzt nun das Theaterpublikum auf Abgeordnetenplätzen und Tribüne – erlebt 90 Minuten schieren Abgesangs auf den heutigen Parlamentarismus.

Meine Premierenkritik hier
(4200 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)


30.08.2018

Wieder mal grüble ich über ein seltsames Phänomen: Warum lassen sämtliche Elektronikunternehmen – die sich sonst um jeden noch so kleinen Absatzmarkt das wildeste Hauen und Stechen liefern – eine durchaus gute Geschäfte versprechende Marktnische seit jeher völlig unbeachtet? Ich spreche von dem Bedürfnis nach leicht zu bedienenden, einfachen, funktionell auf EINEN zentralen Anwendungszweck konzentrierten Geräten.

Ich spreche von Telefonen, die nichts anderes können müssen, als Anrufen und Angerufenwerden zu ermöglichen. Von Fernsehern, deren Bestleistung darin besteht, dem Zuseher aktuell laufende Sendungen zugänglich zu machen. Von Waschmaschinen, die man nicht programmieren muss, sondern die waschen, wenn man sie einschaltet. Von Kühlschränken, die nur kühlen, und Musikanlagen, die vor allem umstandslos Tonträger abspielen……

Für solche Geräte würde ich gerne Geld ausgeben. Und da ich so furchtbar einmalig nicht bin, dürfte es etliche hunderttausend Gleichgesinnte geben. Das wäre kein Mainstream-Markt, aber doch eine lukrative Nische. Dass kein Unternehmen sich dafür interessiert, liegt womöglich an den auch privat technikbegeisterten Typen in den Entwicklungs- und Marketingabteilungen. Die können sich gar nicht vorstellen, dass es Menschen geben könnte, die keinen Spaß an tagelangem Konfigurieren und Einrichten haben, denen das permanente Herumjonglieren mit dutzenden oder hunderten Funktionsmöglichkeiten allenfalls Verdruss bereitet.


29.08.2018

Würde man der Logik rechtsradikaler, rassistischer, neonazistischer Hassprediger, Migrantenjäger und ihrer Versteher folgen, so müssten auch alle weißen deutschstämmigen Väter und Onkel eingesperrt, fortgejagt oder totgeschlagen werden. Denn unter ihnen gibt es welche, die Kinder quälen und missbrauchen. Ebenso wäre mit allen weißen, deutschstämmigen Ehemännern zu verfahren, denn etliche von ihnen vergewaltigen ihre Frauen. Nach besagter Logik müssten auch sämtliche weißen, deutschstämmigen Frauen gehetzt werden, da immer wieder manche von ihnen ihre Gatten ermorden oder ihre Babys töten…. Doch glücklicherweise steht die Entvölkerung des Landes nicht zur Debatte. Denn noch gelten die zivilisierten Prinzipien des Rechtsstaates. Und der macht nicht auf ganze Bevölkerungsgruppen Jagd, nur weil einige Einzeltäter aus diesen schwere Verbrechen begehen. Er verfolgt vielmehr den tatsächlichen Verbrecher, ahndet ggf. dessen individuelle Schuld. Und das ist gut so.


27.08.2018

Da wird das Gesicht von Elisabeth I. zur Fratze, und sie kreischt mit sich hysterisch überschlagender Stimme: „Sie ist die Furie meines Lebens. Maria Stuart heißt jedes Unglück, das mich niederschlägt.“ In diesem Moment zeigt die englische Königin im Mainzer Staatstheater jene Züge, die sie ihrer schottischen Kontrahentin anhängt uind unterschreibt deren Todesurteil. Wir sind bei Friedrich Schiller und seinem Trauerspiel „Maria Stuart“, uraufgeführt anno 1800 in Weimar, jetzt neu inszeniert als Eröffnungsstück der Mainzer Spielzeit 2018/19.

Meine Premierenkritik hier
(4500 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)


26.08.2018

Im Hang zwischen Bundesstraße und Haupteingang zum Arp Museum Remagen-Rolandseck hat der Gartendesigner Peter Berg einen Felsengarten angelegt. Das Areal ist Teil der jetzt eröffneten neuen Ausstellung unter dem Titel „Im Japanfieber. Von Monet bis Manga“. Die Schau erstreckt sich von der Kunstkammer Rau des Museums im Richard-Meier-Bau bis in die Ausstellungsetage des historischen Bahnhofes – und endet oder beginnt eben in besagtem Garten vor der Tür.

Meine Ausstellungsbesprechung hier
(4200 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)


23.08.2018

In Neuwied haben jetzt die Vorarbeiten für eine  sich über den ganzen September hinziehende Kunstaktion begonnen, die schon von der Anlage her außergewöhnlich ist und Spannendes verspricht. Mit Zustimmung, ja im Auftrag des Pfarrers wird mit St. Matthias die größte katholische Gemeindekirche am Ort für das „Projekt ION“ mitsamt Kirchenbänken fast völlig ausgeräumt.  Es entsteht eine  19 000 Quadratmeter großer Leerraum. Der steht drei Wochen lang  sechs Künstlern verschiedener Sparten als – jederzeit auch  für die Öffentlichkeit zugänglicher – Inspirationsort, als Kreativwerkstatt, Bühne und Gestaltungsraum zur freien Verfügung. Kunst und Kirche auf neuen Wegen?! Ich sprach im Vorfeld am Ort des Geschehens mit dem ION-Projektleiter, Kaplan Oliver Seis.

Mein Vorbericht „Neuwieder Gotteshaus wird für einen Monat Kunstraum“


22.08.2018

Mit dem heutigen Druck beginnt die Erscheinensspanne für die Septemberausgabe des mittelrheinischen Monatsmagazins „Kulturinfo“. Damit kommt zugleich meine dort seit 2005 regelmäßig auf  Seite 2 platzierte launig-glossierende Kolumne „Quergedanken“ in Printform wie elektronisch unters Volk. Wieso Erscheinungsspanne und nicht -tag?  Das könnte der interessierte Leser von auswärts fragen. Weil die Verbreitung dieses ältesten Veranstaltungsmagazins am Mittelrhein sich über mehrere Tage hinzieht. Verleger Günther Schmitz fährt zuerst etliche tausend Exemplare des in einer Gesamtauflage von gut 80 000 erscheinenden Heftes höchstselbst zu Verteil-/Auslagestellen wie Kneipen/Cafés, Geschäften, Kulturinstitutionen, Bildungszentren … Ende August liegt das Heft dann hiesigen Lokalausgaben der Rhein-Zeitung bei. In den „Quergedanken“ geht es diesmal um den Trockensommer 2018.

Quergedanken Nr. 163: Klimawandel? Läuft.


21.08.2018

Stecke im Augenblick bis über beide Ohren in der Vorbereitung für eine mehrstündige Veranstaltung bei den Marienberger Seminaren. Am kommenden Samstag (25.08.) werde ich dort (Bad Marienberg/Westerwald) von 10.30 Uhr bis 16 Uhr über die beiden rheinland-pfälzischen Hauptjubilare 2018 sprechen: den Westerwälder Friedrich Wilhelm Raiffeisen und den Trierer Karl Marx – beide geboren anno 1818, beide – auf ganz verschiedene Weise – von der Sozialen Frage umgetrieben.

Infos zur Veranstaltung und Anmeldung hier


20.08.2018

Es kommt nun an Wegrainen, Waldrändern und auf verbliebenen Streuobstwiesen das alljährliche Trauerspiel wieder zur Aufführung: Tonnenweise verderben gute Früchte, weil sie niemand mehr von den Obstbäumen pflückt. Der Tragödie ersten Teil gaben im Frühsommer die Kirschen. Den zweiten Teil geben dieser Tage Zwetschgen/Pflaumen und Mirabellen. Zum Finale folgt alsbald die Fäulnis von Äpfeln und Birnen.

Also, liebe Naturfreunde, Bio- und Gesundköstler, Resilienzanhänger, Selbstversorgungsträumer und/oder Freunde bodenständiger Traditionen: Gehet hin und erntet! Dann esst, backt Kuchen, friert ein, kocht ein, legt ein, saftet, marmeladisiert. Das bringt eine Menge Lebensfreude. ( Vorweg aber fragt Einheimische, Förster, Gemeinden, wem dieser oder jener Baum gehört. Dann fragt den Besitzer, ob sie die Früchte selbst ernten oder euch überlassen wollen. Viele werden froh sein, wenn „jemand das Zeug abmacht“.)


14.08.2018

„Aus Liebe zur Musik. Das Musik-Institut Koblenz im Lauf der Zeiten 1808 bis 2018“. Unter diesem Titel wird mein 210-seitiges Buch in der letzten Septemberwoche erscheinen. Habe eben die letzte Kontrolldurchsicht der jüngsten Layout-Fassung abgeschlossen – und mich dabei gewaltig am Riemen reißen müssen, das Paket nicht nochmal aufzuschnüren. Alle Autoren kennen wohl das Phänomen: Am Ende meint man immer, dies, das und jenes doch wieder anders und vermeintlich noch besser machen zu können/müssen. Irgendwann allerdings muss Schluss sein. So jetzt bei mir, denn der Drucktermin drückt.


13.08.2018

Doch ja, es wäre mir lieb, wenn der hierorts seit 20 Minuten niedergehende sanfte Schnürlregen einige Tage andauern würde. Man kann förmlich sehen, wie Garten, Wiesen, Wald das viele Wochen entbehrte Nass einsaugen, gierig saufen.


12.08.2018

Während der Zeitungslektüre beim behaglichen Samstagsfrühstück geht mir dies durch den Kopf: Da lässt jemand eine Kaffeetasse fallen. Bald verbreiten nachbarliche Gerüchtemäuler, dieser Jemand habe die ganze Wohnung verwüstet. Im Volksmund nennt man das: Aus einer Mücke einen Elefanten machen. So ähnlich funktioniert der derzeitige Streit um Kindergeldzahlungen des deutschen Staates an im EU-Ausland lebende Kinder, deren Eltern(teile) hierzulande leben/arbeiten.

Die realen Zahlen sagen: Wir sprechen über 1,6 % (sic!) der 15 Millionen Sprösslinge, für die deutsches Kindergeld gezahlt wird. Die allermeisten dieser 1,6% bekommen es völlig zurecht, denn Vater und/oder Mutter arbeiten in Deutschland, zahlen die hierorts üblichen Sätze an Steuern und Sozialabgaben. Was bleibt tatsächlich übrig an vermeintlichem oder kriminellem Kindergeldmissbrauch – 0,2 oder 0,3 %? Der öffentliche Furor indes klingt danach, als habe man es mit Abermillionen Betrugsfällen zu tun. Aus der Mücke ist eine ganze Elefantenherde (gemacht) geworden, die nun vorgeblich durch Deutschlands Sozialsystem tobe wie durch ein Porzellankaufhaus. Irre!

Andreas Pecht

Kulturjournalist i.R.

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