2.3.2026
„Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt,
Er setzt seine Felder und Wiesen in Stand.
Er pflüget den Boden, er egget und sät …“
Zwar bin ich kein Bauer, nur ein in die Jahre gekommener Hobbygärtner. Hab‘ weder Rösser noch Traktor, kann nur mich selbst einspannen. Doch tue ich im Kleinen und im Schweiße des Angesichts nichts anderes, jetzt, im Märzen. Bei strahlendem, warmem Frühlingswetter hat heute die Gartensaison so richtig Fahrt aufgenommen. Habe begonnen die Erde in den Hochbeeten zu lockern (ups, in der Tiefe finden sich noch ein paar gefrorene Klumpen), die Kisten mit Astschnitthäcksel, Mist und Kompost nachzufüllen. Wunnebar – bis von hinten, vom Rücken die Mahnung kam: „Junge, es reicht für heute, gib nun Ruhe.“ Ich gehorche brav und bin guter Hoffnung, das Werk morgen munter fortführen zu können.
1.3.2026
Am Freitag hatte ich mal wieder Kritikerdienst, folglich am Samstag und Sonntagvormittag Schreibdienst: 8. Anrechtskonzert mit dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie, diesmal unter Leitung der us-amerikanischen Gastdirigentin Laura Jackson. Ebenfalls aus den USA kommt die Solistin Claire Huangci, die den Klavierpart bei Gershwins „Concerto in F“ spielte. Ferner auf dem Programm: Prokofiews 1. Sinfonie („Symphonie Classique“) und Schostakowitsch‘ 1. Sinfonie. Drei Frühwerke von drei jungen Männern anfang des 20. Jahrhunderts komponiert. Es war ein gutes und interessantes Konzert. > Meine Besprechung für die Rhein-Zeitung hier jetz schon online (5500 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text), am Montag in der Printausgabe.
28.2.2026
Zwei Herzen, ach, in meiner Brust. Das eine ruft: „Jagt die Ayatollah-Tyrannei in die Hölle!“ Das andere raunt: „Ich traue den beiden Hauptjägern nicht, denn ihnen ist das iranische Volk völlig gleichgültig.“ Eigentlich sind es noch mehr Herzen, denn
es ist kompliziert und – zumindest für mich – ein schwieriges Dilemma: 1. Sind da die vielen iranischen Menschen (darunter Freunde) deren primäres und lebenswichtiges gerechtes Ansinnen es nicht erst seit den jüngsten Massakern ist, das Mullah-Regime zu stürzen. 2. Ich will die Kriegstrommel nicht rühren und verabscheue jene völkerrechtswidrige Kriegstreiberei, die gegenwärtig und erst recht nach Putins Überfall auf die Ukraine die Hemmungen vor Angriffskriegen als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln immer weiter absenkt. 3. Da ist das nicht zuletzt von mir etwa im israelisch-palästinensischen Konflikt vertretene Prinzip, dass auch gute Zwecke nicht jedes Mittel heiligen. 4. Es wäre ein übler Treppenwitz der Geschichte, sollte ausgerechnet der Faschist Trump plötzlich als Befreier des Iran dastehen. 5. Würde es so kommen, müsste der Iran gleich im Anschluss an den Sturz des Mullah-Regimes um seine Autonomie als demokratischer Staat fürchten und kämpfen. 6. Wir haben eine fragile Weltlage, in der aus einem Funken schnell ein Steppenbrand werden kann.
26.2.2026
Am 22. März wird in Rheinland-Pfalz ein neuer Landtag gewählt und damit auch die Weiche gestellt für eine neue Landesregierung. Logisch, dass meine heute wieder im mittelrheinischen Monatsmagazin „Kulturinfo“ auf Seite 2 erschienene Kolumne „Quergedanken“ (Folge 248) sich mit diesen Wahlen befasst. Habe ich einen Wahlaufruf verfasst? Jain. Aber lest selbst (s. Link), was da unter der Überschrift > „Wählt. Und wählt vernünftig“ geschrieben steht (freier Lesetext).
Anmerkung in eigener Sache: Immer wieder taucht die Frage auf, warum ich die Kolumne „Quergedanken“ nenne, wo doch der Begriff seit einigen Jahren von den durchgeknallten bis rechtsradikalen Quarkdenkern okkupiert und diskreditiert worden sei. Meine Antwort: Weil ich trotzig bin — und mich dem Sprachmissbrauch wirrer bis böswilliger Gestalten widersetze. Die Kolumne gibt es schon seit Januar 2005, sie ist demnach wesentlich älter als die neuzeitliche Quarkdenker-Bewegung. Damals war das Wort „Quergedanken“ noch sauber und so ehrenwert wie der Titel „Querkopf“. Und eben daran halte ich fest.
