Guten Tag allerseits - im Monat April

16.04.2019

Das Theater Koblenz hat mit „Die dunkle Nacht der Seele“ eine bemerkenswerte Ballettproduktion uraufgeführt. Was Ballettchef Steffen Fuchs den 16 Tänzern zum zweistündigen Abend choreografierte, ist ästhetisch und tanztechnisch interessant, sinnlich, teils auf- und berührend. Dabei hat er es mit der Musikauswahl sich, der Compagnie, der Rheinischen Philharmonie, dem Opernchor, sängerischen wie instrumentalen Solisten und auch dem Publikum nicht leicht gemacht: Die neben zwei Bach-Bearbeitungen benutzten Stücke von Arvo Pärt bieten Tanzimpulse keineswegs freigiebig an, und teils verweigern sie auch das wohlige Bad in Harmonien.

Meine Premierenbesprechung  (5000 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


12.04.2019

Aktionen von Fridays for Future am heutigen 12. April (schneller Netzrundblick, Zufallsauswahl). Mancherorts sind schon Osterferien oder haben heute begonnen, was offenbar weder der Vielzahl noch der Beteiligung Abbruch tat. Vermehrt ändern sich die Aktionsformen, sind Streiks und/oder Demos etwa verknüpft mit Fahrradkorsos, Müllsammelaktionen oder Protestwanderungen.

Hamburg (2500, Unterstützung der Initiative "Radentscheid"), Berlin (1500), Mainz (1000), Radevormwald (1000), Bremen (800), Göttingen (500), Lübeck (600 bei Fahrraddemo), Köln (500), Trier (350), Koblenz (250+), Ingelheim (100), Stuttgart (600+), Würzburg (300+), Potsdam ("mehrere hundert"), Rendsburg (200), Magdeburg (200), Celle (250+), Peine (250), Bad Hersfeld (150), Insel Wangerooge (100), Frankfurt/M. (2000)

Keine Teilnehmerzahlen gefunden: Chemnitz, Gera, Bad Pelzig, Bernau, Königs Wusterhausen, Hannover (Fahrraddemo), Mannheim, Wiesbaden, Bonn (u.a. Fahrraddemo)... Insgesamt soll es an diesem Freitag in rund 100 deutschen Orten FFF-Aktionen gegeben haben.

Österreich: In Villach zog die Streikdemo an die Drau zur Müllsammelaktion. In Linz startete eine mehrtägige Wanderung älterer Schüler zum Dachstein, um auf die bedrohliche Schmelze der Alpengletscher aufmerksam zu machen.


11.04.2019

Es ist eine interessante, wenn auch kleine Kabinettausstellung, die derzeit im Historischen Museum Speyer das Thema „Valentinian I. und die Pfalz in der Spätantike“ beleuchtet. Die feine Präsentation über den von 364 bis 375 n. Chr. vor allem von Trier aus regierenden weströmischen Kaiser hat jetzt Zuwachs bekommen durch ein weltweit einmaliges Exponat: den rekonstruierten und restaurierten Prachtstuhl aus dem „Barbarenschatz von Rülzheim“. Mit diesem 2013 einem pfälzischen Raubgräber von der Polizei entrissenen Fund verbindet sich nicht nur eine Kriminalstory über die ich seinerzeit berichteten. In den folgenden fünf Jahren hat sich um den Rülzheimer Schatz eine hoch spannende Forschungsgeschichte entwickelt, die am 26. Juni in Koblenz ihren vorläufigen Höhepunkt finden wird.

Mein Artikel dazu  (5000 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


08.04.2019

Angesichts des sozialen Sprengsatzes ungenügender Versorgung der Bevölkerung mit bezahlbarem Wohnraum, werde ich folgenden einfachen Gedanken nicht mehr los: Wenn die Privatwirtschaft nicht in der Lage ist, den Missstand an Grundversorgung zu beseitigen, muss die Gemeinschaft diese Aufgabe selbst übernehmen. Damit hat Deutschland nach Kriegsende gute Erfahrungen gemacht mittels Kombination zweier Methoden: 1. Bau und Unterhalt von Sozialwohnungen in großem Umfang durch den Staat selbst: 2. Bau und Unterhalt preiswerter Wohnungen durch Wohnbaugenossenschaften. Rückblickwend war es ein schwerer politischer Fehler, vor allem ab den späten 1980ern im Zuge des Privatisierungshypes, Hunderttausende Sozialwohnungen aus Gemeinbesitz in Privateigentum/privates Konzerneigentum umzuwandeln.


06.04.2019

Netzrundblick Aktionen Fridays for Future am gestrigen 5. April. Auf die Schnelle gefunden mit Angabe der Teilnehmerzahl: Hamburg (2000), Berlin (1500), München (1600), Forchheim (ertsmal dabei, 450), Korbach (350), Leipzig (300+), Solingen (250), Eckernförde (150), Paderborn (erstmals während der Schulzeit, 500), Marburg ("mehrere Hundert"), Schwerin (300+), Esslingen (erstmals dabei, 150), Nürnberg (1000), Beverungen (ertsmals dabei, 150+), Uelzen (400+), Weinheim (erstmals dabei 500), Bad Kreuznach (200), Schwenningen (250), Brandenburg/Havel (erstmals dabei, "mehrere Hundert"), Einbeck (50+), Plauen (200+)

Ohne Teilnehmerzahl: Hamm, Zülpich, Duisburg, Ahaus, Frankfurt, Kassel, Wunsiedel, Wiesdorf, Aachen, Schweinfurt, Bad Ems, Orscholz...

In Österreich (überwiegend keine Teilnehmerzahlen gefunden): Ried am Inn, Klagenfurt, Wien (2500), Schärding, Innsbruck, Linz ....


05.04.2019

2029 wird das Unesco-Welterbe Oberes Mittelrheintal Austragungsregion der Bundesgartenschau (Buga). Nun drehen sich viele Überlegungen darum, wie nicht nur das mehrmonatige Event von Bingen bis Koblenz in zehn Jahren selbst zu einem Erfolg werden kann. Vielmehr steht die Frage im Raum: Welche nachhaltigen, über die Buga hinaus die Region vorwärts bringenden Veränderungen können, sollen, müssen im Vorfeld in Angriff genommen werden? Dazu fand unlängst in der Koblenzer Festung Ehrenbreitstein ein Tagung statt mit Vorträgen von Wissenschaftlern und Fachleuten aus Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Österreich und der Schweiz unter der Überschrift: „Oberes Mittelrheintal – Zum Umgang mit einer europäischen Kulturlandschaft“.

Mein ausführlicher Tagungsbericht (Langfassung, freier Lesetext)


03.04.2019

Koblenz hat sich erdrosselt! Gestern (Dienstag 2.4.) kurz nach 17 Uhr: Versuch, einen Kollegen im Industriegebiet aufzunehmen und gemeinsam zu einem Plauderessen in der Innenstadt zu fahren. Versuch gescheitert. Auf sämtlichen Haupt- und Nebenstraßen inklusive einschlägigen Schleichwegen galt - ob nach Nord, Süd, Ost oder West, ob hinein, hinaus, mittendurch oder außenrum: rien ne va plus, nichts geht mehr! Verkehrskollaps, Totalverstopfung in der und um die Zwei-Flüsse-Stadt. Es war/ist vielleicht doch nicht die klügste Idee, alle drei Rheinbrücken gleichzeitig sanieren zu wollen.

Mal generell gesprochen: Wenn es nicht gelingt, die ländlichen Einzugsgebiete mit praxis-/lebenstauglichen ÖPNV-Systemen an die Ballungsräume, Großstädte, Oberzentren anzubinden, werden die urbanen Räume absehbar allein schon am "normalen" automobilen Pendleraufkommen ersticken. Schon jetzt haben wir doch eine Situation, dass bereits kleinste Unregelmäßigkeiten im Verkehrsfluss zum Verkehrskollaps führen. Dies umso drastischer, wenn - wie jetzt in KO - durch nicht nachvollziebares Bautiming, eine zeitgleiche Ballung von Unregelmäßigkeiten auftritt.


02.04.2019

2018 hatte ich ja ein neues Auto gekauft und leider akzeptieren müssen: Selbst dieser Kleinwagen ist mit tausenderlei überflüssigem Elektro-Tinnef vollgestopft, der vor allem dazu da zu sein scheint, einen vom Verkehr abzulenken. Drei Viertel davon habe ich bis heute nicht genutzt, weil fürs vernünftige Autofahren völlig belanglos. Zum übrigen Viertel gehören einige automatische Funktionen, die sich (unabschaltbar) gewaltsam aufzwingen - etwa die Stop-Start-Automatik oder die Phasenschaltung des Scheibenwischers, die macht, was sie will, nur nicht das, was ich brauche. Jetzt aber, bei der Uhrenumstellung, diese unfassbare Vorsintflutlichkeit: Weder die Fahrzeuguhr noch die Uhr des technisch grandios überladenen Autoradios kriegt etwas hin, was mein 19-Euro-Wecker schon seit 13 Jahren kann: sich selbsttätig auf Sommer-/Winterzeit umstellen. "Fortschritt" - umpf.


01.04.2019

Auf die Bühne des Bonner Schauspielhauses in Godesberg ist eine Turnhalle gebaut. Der Schulhausmeister schlurft umher, lässt den Vorhang hochfahren, macht Licht. Hier hat das Stück „Frau Müller muss weg“ Premiere. Die gallige Gegenwartskomödie wird derzeit viel gespielt, kam 2015 auch in einer Verfilmung von Sönke Wortmann ins Kino. In der Turnhalle versammeln sich die Elternvertreter der Klasse 4b. Grund: Wenige Wochen vor Vergabe der für den Übergang ins Gymnasium entscheidenden Zeugnisse sind die Noten im Sinkflug. Schuld daran sei die vermeintlich labile Lehrerin, meinen die Eltern – derer fünf nun antreten, um sie zur Abgabe der Klasse zu zwingen.

Meine Premierenbesprechung (3900 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)

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Großes Handlungsballett am Staatstheater Wiesbaden. Tim Plegge, Chef des Hessischen Staatsballetts hat dafür nicht aufs tanzklassische Repertoire zurückgegriffen, sondern eine Anleihe beim Schauspiel genommen: Vertanzt wird Ferenc Molnárs Arme-Leute-Stück „Liliom“ – 2018 in diesem Haus und derzeit in Bonn als Sprechtheater zu sehen. Es gab am Ende des zweieinviertel Stunden dauernden Abends stürmischen Applaus für die atmosphärestarke und berührende Ballettproduktion.

Meine Premierenbesprechung (4200 Anschläge. RZ-Text, 49 Cent)

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