Guten Tag allerseits

16.01.2021

Da ringsumher die allermeisten Nichtmitglieder der CDU der CDU schon zur Nichtwahl des Herrn Merz gratuliert haben, kann ich mir das sparen - und stattdessen eine nette kleine Privatgeschichte erzählen: Von der Rückkehr in die Kindheit der 1950er-Jahre. > weiterlesen


15.01.2021

"Das darf ja wohl nicht wahr sein!" So der entgeisterter Ausruf am Frühstückstisch angesichts der Titelschlagzeile der Tageszeitung: "Schulen früher wieder öffen?". Die bezieht sich auf Überlegungen der RLP-Schulministerin Hubig (SPD), bereits am 25.1. wieder in den Präsenzunterricht einzusteigen. Das ausgerechnet, wo am Vorabend sämtliche Nachrichten und Diskussionen handelten von der bislang höchsten Tageszahl an Corona-Toten hierzulande (1244), dem leider nicht abebbende Infektionsgeschehen und den Gefahrenpotenzialen der neuen britischen und südafrikanischen Virus-Mutanten. Alle Welt spricht deshalb von weiterer Verlängerung und wohl kaum vermeidbarer Verschärfung des irrigerweise so genannten "harten Lockdown", der in Wahrheit ein Sieb mit tausend Löchern ist und sowieso nicht strikt durchgesetzt wird. Die Ministerin indes denkt in die genau gegenteilige Richtung.

Das ist so ein Moment, in dem man glaubt, die Welt überhaupt nur noch mit Ironie und Humor ertragen zu können. Also spricht der alte Dada mit Blick aufs deutsche Unterhaltungsprogramm an diesem Wochenende: "Im Union-Filmpalast wird das neuzeitliche Remake eines Kinoklassikers gegeben: DIE DREI MUSKETIERE. Das wird gewiss schön. Vor allem, weil man ja weiß, dass der eigentliche Held des Streifens keiner der drei ist, sondern der Vierte."


14.01.2021

Wir werden in den nächsten Wochen und Monaten noch eine Menge Meldungen bekommen über schwere bis tödliche Einzelfälle im Impfumfeld. Es ist gut, dass sie an die Öffentlichkeit gebracht werden, als Zeichen dafür, dass hierzulkande nichts unter dem Teppich gehalten werden kann. Und es ist gut, dass die entsprechenden Institutionen (in D Paul-Ehrlicher) jeden Einzelfall genau untersuchen. Gleichwohl muss man sich auch bewusst sein, dass es a) bei JEDER massenhaften Medikamentgabe mehr oder minder häufig auch schwere Nebenwirkunsfälle gibt. Und dass b) bei beispielsweise 1 Milliarde Behandelten ohnehin etliche Tausend im zeitlichen Nahfeld der Behandlung einen Schock, Herzinfarkt, Schlaganfall ... erleiden oder sterben würden, selbst wenn man ihnen nur pure Zuckerstückchen verabreichte.

Risiko-Bewertung für die Impfung gegen Sars-CoV-2 mit den derzeit in der westlichen Hemisphäre benutzten 3 Impfstoffen: Das Risiko für schwere bis tödliche Covid-19-Verläufe oder Langzeitschäden nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 ist offenkundig um den Faktor 1000+X höher als für schwere Impfnebenwirkungen.


12.01.2021

Das "Vergessen"/Ausblenden/Hintanstellen der Corona-Toten bei vielen Diskussionen und Berichten über ökonomische, lebensartliche, psychologische, kulturelle Nebenwirkungen und Folgen des Seuchenschutzes lässt mich manchmal schier verzweifeln. Es will mir partout nicht in den Kopf, wie man Fragen dieser Pandemie, egal welche, anders denken und behandeln kann als stets von den Toten her und dem grundlegenden Ansinnen höchster Priorität, dass dieses unnötige Sterben endlich aufhöre.


11.01.2021

Die gestrige Einlassung "Nachdenklicher Blick nach China" hat auf meiner Facebook-Seite eine lebhafte Diskussion ausgelöst, die allerdings in Teilen leider vorwiegend mehr auf den "Diktatur"-Aspekt abhebt als sich für das hinsichtlich der Pandemie Interessante einzulassen. Weshalb ich heute dort folgende Bemerkung in die Runde geworfen habe:

"Ich hatte befürchtet, dass diese Diskussion in Teilen in einen unfruchtbaren "Diktatur"-Disput abgleitet. Hätte ich statt China das Beispiel des demokratischen Neuseeland genommen, wäre daraus wahrscheinlich eine ähnlich unfruchtbare "Insel"-Diskussion geworden. Mein Ansinnen galt/gilt indes der Frage: Lässt sich aus den wirkungsvollen (wirkungsvolleren) Strategien zur Seuchenbekämpfung in anderen Ländern etwas lernen, und falls ja, was (auch im Hinblick auf die fernere Corona-Laufzeit sowie künftige Seuchenfälle)?

Und m.E. findet man dort - unabhängig von Staatsformen oder geografischen Bedingungen - einen grundlegenden Mechanismus, der etwa so geht (und übrigens schon von den klügeren unserer Mittelalterlichen und antiken Vorfahren verstanden wurde): Je frühzeitiger und je entschlossener/härter man einem Seuchenausbruch entgegentritt, umso gemäßigter und kleinräumiger der Seuchenverlauf, umso geringer die Opferzahl und umso kürzer die Zeit der Notstandsmaßnahmen. In direktem Zusammenhang damit steht m.E. eine zweite Erklenntnis: Je niedriger die Inzidenzen, umso vielfältiger und wirkmächtiger die Möglichkeiten, das Seuchengeschehen noch weiter zu drücken.

Man muss nichtmal bis nach China oder Neuseeland gehen, um diese Mechanismen zu finden. Ein Blick auf unser eigenes Agieren im Frühjahrslockdown führt tendenziell zum selben Ergebnis - das in Deutschland mit den sommerlichen Nachsorge-Nachlässigkeiten verspielt wurde und schließlich in die herbstliche Fatalität überging, entgegen dem dringlichen Rat der Kanzlerin den Neuausbruch der Seuche nicht im kleinen Keim rabiat zu ersticken, sondern erst halbwegs stramm zu reagieren, als die Seuche neue Höhenflüge erreicht hatte."


I10.01.2021

Mal ein kurzer, aber nachdenklicher Blick nach China. Dort sind vergangene Woche innerhalb einer Provinz in zwei Städten mit zusammen 18 Millionen Einwohnern 300 (sic!) Corona-Infizierte festgestellt worden. Nicht pro Tag, sondern in summa. Was einer Inzidenz von 100 000 zu 0,00irgendwas entspräche - und hierzulande ein allgemeines lauthalses Verlangen nach "öffnen, öffnen, alles öffnen!" vervorrufen würde. ... > Meine Anmerkung weiterlesen


08.01.2021

Gute Nachrichten (aus meiner Sicht) an diesem Vormittag (8.1.):
Laut repräsentativer Umfrage "Deutschlandtrend" der ARD sind 75% der deutschen Bevölkerung keine Gegner der Corona-Impfung. 54 % (+ 17) wollen sich derzeit auf jeden Fall impfen lassen, 21% wahrscheinlich. Tendenz der Impfbereitschaft: deutlich steigend. // 83% der Bevölkerung halten die Seuchenschutzmaßnahmen für "angemessen" (53%) oder plädieren für noch weitergehende Verschärfungen (30%). Datum der Befragung: 4. und 5. Januar.

Schlechte Nachrichten, Klimabilanz 2020: Das abgelaufene Jahr war global das wärmste seit Beginn der Messungen, und beschloss auch das wärmste Jahrzehnt seither.


07.01.2021

Mag sein, dass dieser Trump von einem Staatsstreich träumte. Falls ja, so ist der wohl gehörig in die Hose gegangen. Stand derzeit: Der US-Senat hatte noch in der Nacht (MEZ) nach Räumung des Capitols von rechtsradikalen Krawallbrüdern seine Arbeit wieder aufgenommen und hat Biden nunmehr als neuen Präsidenten offiziell bestätigt. ... > Meine Anmerkung zu den gestrigen Ereignissen weiterlesen


06.01.2021

Zur Abendstund' eine kleine Erinnerung: Die Seuche ist der Gegner, nicht der Seuchenschutz.


02.01.2021

Wie seit gut zwei Jahrzehnten jeweils am ersten Werktag des neuen Jahres, so ist auch heute wieder in der Rhein-Zeitung (print und online) mein Neujahrsessay erschienen. Das war/ist jeweils ein ganze Zeitungsseite Nachdenken über ein großes Thema unserer Zeit - also geht es diesmal zwingend um die beiden zentralen Krisen der Gegenwart: Corona und der Klimawandel. 12000 Anschläge sind online zu haben für 49 Cent.  (Link ist extern)

> Neujahrsessay 2021: Corona - ein kleiner Vorgeschmack auf die große Klimakrise(Link ist extern)

> Überblick über und Zugriff auf all meine Neujahrsessays 1999 bis 2018 (kostenfrei), 2019 bis 2021 via Rhein-Zeitung (kostenpflichtig, je 49 Cent)


31.12.2020

Na dann: Kommt alle gut rüber ins neue Jahr. Das alte war im Großenganzen Mist, hatte allerdings auch manch interessante, lehrreiche, ja sogar positive Seite.

Ich war sonst nie der Vorsatztyp. Diesmal aber - im allgemeinen Ausnahmezustand und im persönlichen Neuzustand des Rentnerdaseins - habe ich für 2021 doch ein paar gefasst: Ruhe bewahren; Ruhe genießen; das Beste aus möglichst Vielem machen; den Kopf zerbrechen nur noch über mich wirklich interessierende wichtige Sachen; impfen lassen, sobald ich dran bin; neue Brille(n) zulegen und ein Antitinnitus-Ohrgerät; neues Klavier kaufen sowie Zeichenkohle und Malfarben beschaffen, denn es drängt mich mächtig, mal eigenhändig mit den nonverbalen Künsten rumzumachen. Ansonsten wie gehabt: Freude an schweißtreibender Arbeit in der Selbstversorgungswirtschaft.


30.12.2020

Sie ermüdet mich unsäglich, diese allfällige Kleinkrämerei in den deutschen Corona-Diskussionen. Nein, ich mag mich nicht beteiligen am Pallaver um Impfdosenmengen jetzt in den Starttagen der Kampagne, oder darum, wer ein paar Tage oder Wochen früher geimpft wird. Und gleich gar nichts mag ich wissen von dem Getöse über Sonderrechte für Geimpfte oder Ungeimpfte noch bevor die ersten 100 000 Leute überhaupt gespritzt sind. Herrjeh, was ein Gedöhns. Dann doch lieber DER TV-Programmtip für die Zwischenjahreszeit: Heute (30.12.), 20.15 Uhr auf 3SAT, "Urban Priol: Tilt 2020". Guckst du?!