{"id":985,"date":"2017-01-30T23:00:00","date_gmt":"2017-01-30T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/blog\/guten-tag-allerseits-im-monat-januar-2017\/"},"modified":"2022-05-17T12:50:56","modified_gmt":"2022-05-17T11:50:56","slug":"guten-tag-allerseits-im-monat-januar-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2017\/01\/30\/guten-tag-allerseits-im-monat-januar-2017\/","title":{"rendered":"Guten Tag allerseits &#8211; im Monat Januar 2017"},"content":{"rendered":"<p>24.01.2017<\/p>\n<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" title=\"Bach-Ballett. Foto: Mattias Baus f\u00fcr Theater Koblenz\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/vollbild\/public\/Bach.jpg?itok=vL1iHuYy\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-983\" style=\"float: right; height: 220px; margin: 5px; width: 215px;\" title=\"Bach-Ballett. Foto: Mattias Baus f\u00fcr Theater Koblenz\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Bach.jpg\" alt=\"\" width=\"215\" height=\"220\" \/> <\/a> Steffen Fuchs, <strong>Ballett<\/strong>chef <strong>des Theaters Koblenz<\/strong>, hat f\u00fcr die aktuelle Produktion mit seiner Kompagnie vier ber\u00fchmte Kompositionen von Johann Sebastian Bach ausgew\u00e4hlt. Das summiert sich im intimen Rahmen der Probeb\u00fchne 4 unter dem Titel <strong>\u201eBach-Ballett\u201d<\/strong> zu einem 90-min\u00fctigen abwechslungsreichen Abend auf bemerkenswertem Niveau. Der ist bis zur Pause von teils sehr ernstem Charakter, bietet nachher zwei frisch-frech-humorige Kabinettst\u00fcckchen.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.rhein-zeitung.de\/kultur\/buehne_artikel,-bachballett-tanz-bildet-den-charakter-der-musik-ab-_arid,1600185.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&gt; Premierenbesprechung hier <\/a><\/strong><br \/>\n(3900 Anschl\u00e4ge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)<\/p>\n<hr \/>\n<p>23.01.2017<\/p>\n<p>Die <strong>Tanzkompagnie des Staatstheaters Mainz<\/strong> hat f\u00fcr ihre aktuelle Premiere eine besondere \u00d6rtlichkeit in der Landeshauptstadt ausgesucht. Mit zehn Akteuren bringt sie ein <strong>\u201eShift\u201d<\/strong> betiteltes Werk <strong>in der Christuskirche<\/strong> zur Urauff\u00fchrung. Das St\u00fcck hat Rui Horta eigens f\u00fcr dieses evangelische Gotteshaus choreografiert. Die Produktion ist Teil der gemeinsamen Veranstaltungsreihe \u201eIm Anfang war das Wort\u201d von Staatstheater und Evangelischem Dekanat Mainz anl\u00e4sslich des Jubil\u00e4ums \u201eLuther 2017 \u2013 500 Jahre Reformation\u201d.<\/p>\n<p><a style=\"font-style: italic; font-weight: bold;\" href=\"http:\/\/www.rhein-zeitung.de\/kultur\/buehne_artikel,-urauffuehrung-tanz-die-reformation-fuer-glaeubige-und-nichtglaeubige-_arid,1599652.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&gt; Premierenbesprechung hier<\/a><br \/>\n(3500 Anschl\u00e4ge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)<\/p>\n<hr \/>\n<p>22.01. 2017<\/p>\n<p>Noch ein Wort zur gestrigen \u00fcberparteilichen <strong>Koblenzer Demonstration <\/strong><strong>gege<\/strong>n den Kongress der <strong>Rechtsradikale<\/strong>n:<br \/>\nKein Mensch hatte vorab in dieser kleinen Stadt <strong>5000 Demo-Teilnehmer<\/strong> f\u00fcr m\u00f6glich gehalten. S\u00e4mtliche Erwartungen sind um ein Vielfaches \u00fcbertroffen worden. Mag sein, dies ist ein Indiz daf\u00fcr, dass die angesichts des rechtspopulistischen Booms und &#8222;postfaktischen&#8220; Geschreis teils in schiere Schockstarre verfallene freiheitlich eingestellte Mehrheit im Land allm\u00e4hlich wieder zu sich kommt. In diesem Sinne wirkt die Koblenzer Demonstration vielleicht auch ein bisschen als Weckruf und Mutmacher weit \u00fcber die Grenzen der Stadt hinaus.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" title=\"Rund 5000 bei der Demo in Koblenz. Foto: Herbert Piel\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/vollbild\/public\/Demo%20KO.jpg?itok=GZ84JWGk\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-984\" style=\"height: 307px; width: 455px;\" title=\"Rund 5000 bei der Demo in Koblenz. Foto: Herbert Piel\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Demo-KO.jpg\" alt=\"\" width=\"455\" height=\"307\" \/> <\/a><\/p>\n<p>21. 01.2017<\/p>\n<p>Sch\u00f6ne und gro\u00dfe <strong>Demonstration heute in Koblenz<\/strong> gegen Kongress der EU-Rechten dort. Alle Altersklassen, sozialen Schichten und eine vielzahl von Richtungen vertreten. Mit von niemandem erwarteten 5000 Teilnehmern die gr\u00f6\u00dfte politische Kundgebung in der Rhein-Mosel-Stadt seit Jahrzehnten &#8211; und damit ein wichtiger Beitrag auch zum Ringen um die Atmosph\u00e4re im Land. Ist mir eine Freude, dabeigewesen zu sein.<\/p>\n<hr \/>\n<p>20.01.2017<\/p>\n<p>Sorry, liebe Leut&#8216;, aber es treibt mich um.<br \/>\nDiejenigen von Euch, die in <strong>Koblenz<\/strong> und dem weiteren Umfeld daheim sind: <strong>Geht am Samstag mit demonstrieren!<\/strong> <strong>Gegen die versammelten europ\u00e4ischen Rechtsradikalen<\/strong> um Petry, Le Pen und Wilders. Mag es auch kalt sein, Euch dieser oder jener Kundgebungsredner nicht zusagen, der eine oder andere Mitdemonstrant nicht behagen, oder m\u00f6gt Ihr noch nie im Leben demonstriert haben: Das ist alles nebens\u00e4chlich. Denn sp\u00e4testens seit Bj\u00f6rn H\u00f6ckes &#8222;Schandmal&#8220;-Rede m\u00fcsste nun jedermann klar sein, was sich da zusammenbraut. Die W\u00fcrfel sind gefallen; also Demokraten und Humanisten: Raus aus den Sesseln und wehret den Anf\u00e4ngen! (11 Uhr, KO Hauptbahnhof)<\/p>\n<hr \/>\n<p>19.01.2017<\/p>\n<p>Mal was Sch\u00f6nes. Dicht gef\u00fcllt mein Kalender f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage, aber mit lauter vielversprechenden Terminen:<br \/>\nF\u00fcr den heutigen Abend (Do, 19.1.) hat mich die <strong>Theatergemeinde Koblenz als Gespr\u00e4chsgast<\/strong> eingeladen, um \u00fcber dies und das aus der Arbeit des Kulturjournalisten und regionalen Theaterkritikers zu plaudern (19 Uhr, Genusswerkstatt, KO Clemensstr. 18, freier Eintritt, auch Nichtmitglieder sind willkommen).<\/p>\n<p><strong>Am Samstag<\/strong> wird dann erst <strong>gegen<\/strong> die <strong>in Koblenz<\/strong> zum Kongress <strong>versammelten europ\u00e4ischen Rechtsradikalen demonstriert<\/strong> (ab 11 Uhr KO-HBF) &#8211; ihnen auch im Schulterschluss mit Schiller, Beethoven und der Rheinischen Philharmonie (und dem sch\u00f6nen Beispiel des Staastheaters Mainz folgend) die &#8222;Ode an die Freude&#8220; entgegengeschmettert. Am Abend geht&#8217;s nach <strong>Mainz<\/strong>, wo die <strong>Tanzkompagnie<\/strong> des Staatstheaters in der Christuskirche sich mit <strong>Luthers Geist<\/strong> auseinandersetzt. Am Sonntagabend folgt im Theater <strong>Koblenz<\/strong> noch einmal Tanzkunst: Premiere hat ein <strong>Bach-Ballett<\/strong> von Steffen Fuchs auf der probeb\u00fchne 4.<\/p>\n<p>Und noch ein Hinweis aufs \u00fcbern\u00e4chste Wochenende: Am <strong>28.1.<\/strong> wird im Haus der Jugend <strong>Montabaur<\/strong> der vergangenes Jahr ausgefallene <strong>DADA-Tag<\/strong> mit diversen Workshops von K\u00fcnstlerkollegen f\u00fcr jederman nachgeholt. Dabei im Rahmen der abendlichen Schlussveranstaltung letztmals zu erleben: <strong>Mein Vortrag &#8222;Dada lebt&#8220;<\/strong> (ab ca 19 Uhr in einer 45-min\u00fctigen Kurzfassung). <a href=\"http:\/\/www.juzmt.de\/termine\/details\/641-dada-tag-workshops-und-noch-viel-mehr\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&gt;&gt;Infos zum Dada-Tag hier<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>18.01.2017<\/p>\n<p>Auch auf die Gefahr hin, mich jetzt ziemlich unbeliebt zu machen: Ich habe nie viel davon gehalten, dass man sich bei der Bek\u00e4mpfung der <strong>NPD<\/strong> prim\u00e4r auf das Bem\u00fchen um juristisches <strong>Verbieten<\/strong> der Neonazi-Partei konzentriert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2017\/01\/17\/zum-streit-um-npd-verbot-und-zum-bvg-urteil\/\"><strong>Dazu und zum BVG-Urteil einige Anmerkungen hier<\/strong><\/a><br \/>\n(freier Lesetext)<\/p>\n<hr \/>\n<p>16.01.2017<\/p>\n<p>Der erster Einsatz als Schauspielkritiker im neuen Jahr f\u00fchrte mich ans <strong>Staatstheater Wiesbaden zu Alan Ayckbourns Science-Fiction-Kom\u00f6die &#8222;Ab jetzt&#8220;<\/strong>. Was bei Entstehung des St\u00fcckes 1987 noch Zukunftsmusik war, ist heute vielfach kaum hinterfragter Alltagsstandard: Vernetzung von Haustechnik, \u00dcberwachungssysteme all\u00fcberall, freiwilliger Verzicht auf Privatsph\u00e4re sowie alsbald Ersetzung sozialer Funktionen durch Roboter. Wiesbaden gibt dazu einen h\u00fcbschen Schmunzelabend mit ernstem Hintersinn.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.rhein-zeitung.de\/kultur\/buehne_artikel,-ist-die-maschine-der-bessere-mensch-ab-jetzt-feiert-premiere-in-wiesbaden-_arid,1596577.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>&gt;&gt; Premierenbesprechung hier <\/strong><\/a><br \/>\n(kostenpflichtiger RZ-Text, 3600 Anschl\u00e4ge, 49 Cent)<\/p>\n<hr \/>\n<p>13.01.2017<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"float: right; height: 189px; width: 170px;\" src=\"http:\/\/www.pecht.info\/images\/2016\/Pecht%20logo.jpg\" alt=\"\" \/>Wie wohl auf allen s\u00fcdwestdeutschen H\u00f6hen war auch bei mir am Morgen als erste B\u00fcrgerpflicht aufgerufen: <strong>Schneeschippen<\/strong>. F\u00fcr den Unterwesterwald treffender gesagt: Schneematschschieben. Denn w\u00fcrde die nasse Pampe nicht in solchen Massen herniederst\u00fcrzen, sie w\u00e4re bald verschwunden &#8211; die Lufttemperatur pendelt um den Schmelzpunkt. Weshalb ich annehme, dass die Flachl\u00e4nder in den Rhein-St\u00e4dten aktuell weniger M\u00fche haben. Jedenfalls motiviert die Wetterlage, meine diesmal wegen Pflichtengeknubbels sehr fr\u00fch geschriebene <strong>Monatskolumne &#8222;Quergedanken&#8220;<\/strong> vorzeitig zu ver\u00f6ffentlichen. Sie passt einfach zu sch\u00f6n.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2017\/01\/12\/und-ploetzlich-war-da-wetter\/\"><strong>Quergedanken Nr. 144 &#8222;Und pl\u00f6tzlich war da WETTER&#8220;<\/strong><\/a><br \/>\n(freier Lesetext, 3380 Anschl\u00e4ge)<\/p>\n<hr \/>\n<p>11.01.2017<\/p>\n<p><strong>Tipp: Heute (Mi 11.1.) Fernsehabend<\/strong>, und der auch noch verfr\u00fcht beginnend.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"float: right; height: 280px; width: 230px;\" title=\"Elbphilharmonie Hamburg. Foto: Avda\" src=\"http:\/\/www.pecht.info\/images\/2017\/Elbphilharmonie.jpg\" alt=\"\" \/>&#8211; Unser pf\u00e4lzischer Dichterfreund <strong>Michael Bauer<\/strong> spielt in der SWR-Sendung &#8222;Kaffee und Tee&#8220; zwischen 17 und 18 Uhr eine zentrale Rolle, u.a. im Gespr\u00e4ch mit Martin Seidler.<\/p>\n<p>&#8211; Um 18.30 Uhr umschalten auf NDR-Fernsehen zur Live-\u00dcbertragung vom <strong>Er\u00f6ffnungsfestakt der Elbphilharmonie<\/strong>.<br \/>\n&#8211; Auf selbigem Sender ab 20.15 Uhr live das <strong>Er\u00f6ffnungskonzert<\/strong> dieses &#8222;ersten architektonisch herausragenden neuen Gro\u00dfbauwerks in Deutschland im 21. Jahrhundert&#8220;.<br \/>\n&#8211; Sofort nach Konzertende umschalten aufs Erste zur <strong>Doku &#8222;Die Elbphilharmonie<\/strong> &#8211; Konzerthaus der Superlative&#8220;.<\/p>\n<hr \/>\n<p>10.01.2017<\/p>\n<p>Das aktuelle politische <strong>Ringen um die Sicherheitsstruktur Deutschlands<\/strong> vor dem Hintergrund terroristischer Bedrohung wird leider wenig hilfreich belastet durch allerhand blo\u00dfe Parteilichkeitsreflexe nach der Devise: Was von dieser oder jener Partei kommt, ist per se Mist. Diese ungute, leichtfertige und in der Sache wenig hilfreiche Praxis ist gerade im Hinblick auf die 2017er Wahlen bei Parteipolitikern leider ebenso verbreitet wie in Teilen der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2017\/01\/09\/zur-auseinandersetzung-um-die-sicherheitsstruktur-deutschlands\/\"><strong>Dazu einige Anmerkungen hier<\/strong><\/a><br \/>\n(freier Lesetext)<\/p>\n<hr \/>\n<p>09.01. 2017<\/p>\n<p><em>&#8222;<strong>Lesen ist die wunderbarste Gewohnheit, die es gibt<\/strong> &#8211; aber es ist eben auch eine Gewohnheit, die ge\u00fcbt sein will, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Man muss lernen, sich in das Geschriebene zu versenken, allein zu sein mit seinem Buch. Wer aber alle paar Minuten eine neue E-Mail aufruft, Nachrichten oder Bilder empf\u00e4ngt oder verschickt, wird wahrscheinlich nicht zu einem Menschen, der sich ein Leben ohne B\u00fccher nicht vorstellen kann.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>So <strong>Felicitas von Lovenberg<\/strong> jetzt im Interview. Die fr\u00fchere FAZ-Literaturchefin und heutige Leiterin des Piper Verlags ist eine sehr gescheite Frau. Vor etlichen Jahren war ich ihr Sparringspartner bei einem bewusst scharf angelegten Interview f\u00fcr Probeaufnahmen im 3sat-Studio Mainz. Die sympathische Dame fand auch noch die kleinste Unstimmigkeit in meinen Antworten &#8211; und am Ende sah ich ziemlich alt aus.<\/p>\n<hr \/>\n<p>07.01. 2017<\/p>\n<p>Manchmal schie\u00dfen dem alten Kerl ohne jeden momentanen Anlass seltsame Gedanken durchs Hirn. So heute beim geruhsamen Samstagsfr\u00fchst\u00fcck dieser: Niemand k\u00e4me auf die Idee, <strong>Martin Luther<\/strong> daf\u00fcr verantwortlich zu machen, dass die Reformation das bis dahin schlimmste V\u00f6lkergemetzel der Menschheitsgeschichte zur Folge hatte: den Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg. Dem 1883 gestorbenen <strong>Karl Marx<\/strong> hingegen wurden\/werden s\u00e4mtliche unter der Etikettierung &#8222;Sozialmus&#8220; entstandene Despotien und begangene Gr\u00e4uel des 20.\/21. Jahrhunderts in die Schuhe geschoben.<\/p>\n<p>Ergebnis: Kaum jemand befasst sich mehr mit dem, was der Rauschebart aus Trier tats\u00e4chlich geschrieben hat. Das ist bedauerlich. Denn wie Luther dereinst das damalige papistische Kirch-und Glaubenssystem radikal analysierte und kritisierte, so Marx das bis heute fortexistierende System des Kapitalismus. W\u00e4re der Anti-Marx-Reflex nicht fest in der Gegenwart verwurzelt, manch einer k\u00f6nnte f\u00fcr sich eine Lekt\u00fcre &#8211; zB das kleine und allgemeinverst\u00e4ndliche &#8222;Kommunistische Manifest&#8220; &#8211; wieder oder erstmals entdecken, die bei Verst\u00e4ndnis und Bewertung gerade heutiger Entwicklungen im Zuge des globalen Turbokapitalismus recht hilfreich sein kann.<\/p>\n<hr \/>\n<p>04.01.2017<\/p>\n<p>Ein langj\u00e4hriger Leser meiner Artikel meinte vorhin am Telefon: &#8222;<strong>Man muss ihr aktuelles Neujahrsessay im Zusammenhang mit dem Neujahrsessay von 2016 lesen<\/strong>. Das ergibt eine hochinteressante Verbindung zwischen menschlicher Entwicklungsgeschichte und Gegenwart.&#8220; Stimmt. Weshalb hier auch der Essaytext vom vergangenen Januar nochmal als Lekt\u00fcre ans Herz gelegt sei.<\/p>\n<p><strong>\u2207 <\/strong><a style=\"font-weight: bold;\" href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2016\/01\/01\/veraenderung-ist-der-historische-normalzustand\/\" rel=\"noopener\">2016-01-02 Neujahrsessay:<br \/>\nVer\u00e4nderung ist der historische Normalzustand<\/a><br \/>\n(Freier Lesetext, 11500 Anschl\u00e4ge)<\/p>\n<hr \/>\n<p>03.01.2017<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"float: right; height: 222px; width: 230px;\" title=\"Kleine Volksm\u00fcnze &quot;Peterm\u00e4nnchen&quot; 1688. Foto: GDKE\" src=\"http:\/\/www.pecht.info\/images\/2017\/Peterm%C3%A4nchen.jpg\" alt=\"\" \/>Ein westerw\u00e4lder <strong>Keramikkrug<\/strong> aus dem 17. Jahrhundert. Milchtopf, Wasserkrug, Weinbembel oder zu welchem Verwendungszweck auch immer er dereinst auf dem K\u00fcchenbord stand. Jedenfalls wurde er vor mehr als drei Jahrhunderten pl\u00f6tzlich zweckentfremdet &#8211; und kam gerade deshalb<strong> in Koblenz-Ehrenbreitstein, randvoll mit <\/strong><strong>M\u00fcnzen<\/strong>bef\u00fcllt, \u00fcberraschend erst auf die Nachwelt des 20. Jahrhunderts und jetzt in Forscher- und Bewahrerh\u00e4nde der Gegenwart. Beh\u00e4ltnis und Inhalt haben eine interessante Geschichte \u00fcber einen kurtrierischen Steuereintreiber anno 1688 in Ehrenbreitstein zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2017\/01\/02\/20170103\/\"><strong>&gt; Ganzen Artikel lesen hier<\/strong><\/a><br \/>\n(freier Lesetext, 5400 Anschl\u00e4ge)<\/p>\n<hr \/>\n<p>02.01.2017<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"height: 247px; width: 453px;\" src=\"http:\/\/www.pecht.info\/images\/2017\/Schrei%20ok.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Seit anno 2000 f\u00fcllt allj\u00e4hrlich am ersten Werktag des neuen Jahres mein <strong>Neujahrsessay<\/strong> die ganze Kulturseite der Rhein-Zeitung. Heuer steht es unter der \u00dcberschrift <strong>&#8222;Wenn Angst die Seele auffrist&#8220;<\/strong> und befasst sich mit vermeintlichen, tats\u00e4chlichen, provozierten, herangez\u00fcchteten, gesch\u00fcrten, \u00fcbersteigerten <strong>\u00c4ngsten, die unsere Gesellschaft derzeit umtreiben<\/strong>: a) Angst vor Terror, vor \u00dcberfremdung, vor den Folgen der Globalisierung; b) vor nationalem Radikalkonservatismus, vor Deliberalisierung von Politik, Staat und Gesellschaft; c) Angst der jungen, kulturell polyglottten Generation vor einem nationalen und reaktion\u00e4ren Rollback.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.rhein-zeitung.de\/kultur_artikel,-jahresbeginn-2017-wenn-angst-die-seele-auffrisst-_arid,1591316.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>&gt;&gt;Neujahrsessay lesen hier<\/em><\/a><br \/>\n(kostenpflichtiger RZ-Text, 11500 Anschl\u00e4ge, 49 Cent)<\/p>\n<hr \/>\n<p>01.01.2017<\/p>\n<p>Alle gut r\u00fcbergekommen? Keinen Finger weg-, kein Hirn vollends abgeschossen? Mein Silvesterh\u00f6hepunkt: Wohnzimmerschwof mit The Rolling Stones in Havanna. <strong>Meine Vors\u00e4tze f\u00fcr 2017<\/strong>:<\/p>\n<p>1.) Gelassener, freudvoller, liebestoller, etwas vern\u00fcnftiger und ein bisschen unvern\u00fcnftiger werden &#8211; mag die Menschenwelt auch verr\u00fcckt spielen. Denn die Welt dreht sich weiter, mit oder ohne durchgeknallte Zeitgenossen.<\/p>\n<p>2.) Vom Zeitgeist nicht treiben oder verf\u00fchren lassen, die eigenen Grund\u00fcberzeugungen aufzugeben. Die da w\u00e4ren:<\/p>\n<p>&#8211; Die W\u00fcrde des Menschen ist unantastbar und gerade wegen der wunderbaren Unterschiedlichkeit aller Menschen war und bleibt es richtig, gleiches Recht und gleiche Achtung f\u00fcr alle erstreiten zu wollen.<\/p>\n<p>&#8211; Es war und bleibt richtig, dass die Starken den Schwachen helfen, diejenigen ohne Not denen, die in Not geraten sind &#8211; egal woher sie stammen, wie sie aussehen, sprechen, essen, singen, beten.<\/p>\n<p>&#8211; Es war und bleibt richtig, Frauen und M\u00e4nner beruflich, politisch, privat in gleiche Rechte und Pflichten setzen zu wollen. Es war und bleibt richtig, Lesben und Schwule mit Heteros gleichstellen zu wollen.<\/p>\n<p>&#8211; Es war und bleibt richtig die Pr\u00fcgelstrafe f\u00fcr Kinder zu verbieten und die Zuchtp\u00e4dagogik durch eine P\u00e4dagogik des Verstehens und F\u00f6rderns zu ersetzen (so mangelhaft die im einzelnen sein mag). Ebenso war und bleibt es richtig, dem Recht auf Bildung f\u00fcr alle das Wort zu reden.<\/p>\n<p>&#8211; Es war und bleibt richtig, den Nationalismus \u00fcberwinden zu wollen und ein vereintes Europa freier V\u00f6lker und kultureller Vielfalt anzustreben. Wie es zugleich richtig war und bleibt, dieses Europa weder einem abgehobenen Politapparat noch den Konzernen und Banken zu \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>&#8211; Es war und bleibt richtig, den Kapitalismus nicht f\u00fcr der menschlichen Weisheit letzten Schluss zu halten. Wie auch richtig war und bleibt, dem neoliberalen Turbokapitalismus strenge Grenzen setzen zu wollen.<\/p>\n<p>&#8211; Es bleibt richtig, das islamistisch-terroristische sowie das neonazistisch-terroristische Barbarentum mit allen Mitteln bek\u00e4mpfen zu wollen &#8211; ohne deshalb die eigene Freiheit und die Humanit\u00e4t der Gesellschaft dranzugeben.<\/p>\n<p>&#8211; Es war und bleibt richtig, jeder Pauschalverurteilung von Ethnien, Volksgruppen, Bev\u00f6lkerungsteilen, Sozialschichten, Kulturen, Religionen die Stirn zu bieten.<\/p>\n<p>&#8211; Es war und bleibt richtig, unabl\u00e4ssig f\u00fcr Frieden, soziale Gerechtigkeit und Schutz der globalen \u00d6kosph\u00e4re als wichtigste Zukunftsfragen der Menschheit zu streiten.<\/p>\n<p>Mag das komplexe Gewebe der Realit\u00e4t auch in tausenderlei Einzelf\u00e4llen schwierige Fragen aufwerfen und besondere Erw\u00e4gungen erforden: An diesen Grundhaltungen kann, soll, will ich mich nicht irre machen lassen.<\/p>\n<hr \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>24.01.2017 Steffen Fuchs, Ballettchef des Theaters Koblenz, hat f\u00fcr die aktuelle Produktion mit seiner Kompagnie vier ber\u00fchmte Kompositionen von Johann Sebastian Bach ausgew\u00e4hlt. 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