{"id":935,"date":"2017-11-29T23:00:00","date_gmt":"2017-11-29T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/blog\/guten-tag-allerseits-im-november-2017\/"},"modified":"2022-05-17T12:20:47","modified_gmt":"2022-05-17T11:20:47","slug":"guten-tag-allerseits-im-november-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2017\/11\/29\/guten-tag-allerseits-im-november-2017\/","title":{"rendered":"Guten Tag allerseits &#8211; im November 2017"},"content":{"rendered":"<p>01.12.2017<\/p>\n<p>Hinter dem aktuellen <strong>Glyphosat-Streit <\/strong>&#8211; wie hinter fast allen strittigen Themen im Bereich Agrarwesen und Lebensmittelproduktion &#8211; steckt die Frage:<strong> Was ist\/w\u00e4re eine &#8222;fortschrittliche Landwirtschaft&#8220; im 21. Jahrhundert?<\/strong> Hierzu sind derzeit zwei kontr\u00e4re Grundsatzantworten im Umlauf.<\/p>\n<p>1.) Fortschrittlich seien m\u00f6glichst gro\u00dffl\u00e4chig und quasi industriell zu bewirtschaftende Monokulturen, bepflanzt mit eigens daf\u00fcr genetisch konstruierten Fr\u00fcchten und auf dem Acker produziert mit Hilfe daf\u00fcr eigens entwickelter chemischer &#8222;Optimierungsstoffe&#8220;.<\/p>\n<p>2.) Fortschrittlich sei eine moderne B\u00e4uerlichkeit, die auf kleiner gehaltenen Wechsel- und Mischparzellen den gesamt\u00f6kologischen Erfordernissen gerechter wird und zugleich die mittel-\/langfristig entscheidende Produktivkraft des Agrarwesens bewahrt sowie aktuell optimal nutzen kann: die Biodiversit\u00e4t.<\/p>\n<p>Es wird nun kaum jemanden wundern, dass ich selbst zu Antwort Nr. 2 neige und hinzuf\u00fcge: Nr. 1 ist m.E. in Wahrheit eine r\u00fcckst\u00e4ndige Produktionsweise, weil sie a) alle modernen wissenschaftlichen Erkenntnisse \u00fcber die Funktionsweise der lokalen wie globalen \u00d6kosph\u00e4ren ignoriert. Und weil sie b) mittel- und langfristig selbst hinsichtlich der erforderlichen Nahrungsmittelmengen kontraproduktiv ist.<\/p>\n<hr \/>\n<p>30.11.2017<\/p>\n<p>Dieser Tage sah ich im TV den ganz reizenden Film &#8222;Shadows in the sun&#8220; (Unter dem Himmel der Toskana). Eine von etlichen wunderh\u00fcbschen Szenen ging ungef\u00e4hr so: Im Dorfcaf\u00e9 sitzen ein gealterter ehemaliger Erfolgsschriftsteller (Harvey Keithel) und ein junger Bursche mit Liebeskummer (Joshua Jackson) gem\u00fctlich beisammen. Nach der dritten Karaffe Rotwein plaudern sie beseelt Tiefsinn. Fragt der Junge: &#8222;<strong>Warum hat Gott die Frauen erschaffen?<\/strong>&#8220; Sagt der Alte: &#8222;Um wieder gut zu machen, was er mit den M\u00e4nnern angerichtet hat.&#8220; Darauf schw\u00e4rmt er leise und mit geschlossenen Augen von den Sch\u00f6nheiten des weiblichen Leibes. Das f\u00fchrt nun den jungen Mann zur versonnenen Schlussfolgerung: &#8222;W\u00e4re ich eine Frau, ich wollte lesbisch sein.&#8220;<\/p>\n<hr \/>\n<p>29.11.2017<\/p>\n<p>Time is money. Nur leider: Wenn man die Zeit in Geld verwandelt hat, ist sie weg.<\/p>\n<hr \/>\n<p>28.11.2017<\/p>\n<p>Von Hause und seit jeher habe ich ja ein eher distanziertes Verh\u00e4ltnis zu den deutschen Parteien (nur der AfD gegen\u00fcber ist es, zugegeben, von grundauf feindselig). Bei unterschiedlichen Themen gibt es jeweils gr\u00f6\u00dfere oder kleinere Schnittmengen &#8211; meist kleinere &#8211; zwischen Positionen\/Pl\u00e4nen dieser oder jener Partei und meinen eigenen Ansichten, \u00dcberlegungen, Fragen. Der leider weit verbreitete Zug, etwas schon (bzw. nur) deshalb f\u00fcr richtig oder falsch zu halten, weil es von einer bestimmten Partei vertreten wird, ist mir ziemlich fremd. Entsprechende Diskussionen zwischen eingefleischten Parteig\u00e4ngern finde ich oft ebenso unergiebig wie langweilig. Deshalb h\u00e4tte ich auch gegen eine <strong>Minderheitsregierung<\/strong> nichts einzuwenden. Von dem subjektiven Umstand mal abgesehen, dass das in Deutschland ungewohnt w\u00e4re, spricht m.E. objektiv wenig dagegen. Mangel an Stabilit\u00e4t, Verl\u00e4sslichkeit, Ver\u00e4nderungskraft? Ach was, das w\u00e4re doch nichts Neues.<\/p>\n<hr \/>\n<p>27.11.2017<\/p>\n<p>Da ist sie wieder, die bohrende Frage: Tut das Theater sich oder der Literatur einen Gefallen, st\u00e4ndig nicht f\u00fcr die B\u00fchne geschriebene Romane auf die B\u00fchne zu hieven? Aufgeworfen wird sie einmal mehr vom <strong>Theater Bonn<\/strong>, das jetzt einen dreist\u00fcndigen Abend auf Basis von Juli Zehs 2016 erschienenem Roman \u201e<strong>Unterleuten<\/strong>\u201c herausgebracht hat. Seit gut 20 Jahren sind solche Zugriffe auf literarische Klassiker wie auch Neuheiten Mode am Theater. Folgten ihr in der hiesigen Gro\u00dfregion anfangs vorallem die H\u00e4user des Rhein-Main-Raumes, h\u00e4lt seit Beginn der Intendanz von Bernhard Helmich 2013 allj\u00e4hrlich Bonn den zahlenm\u00e4\u00dfigen Rekord.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rhein-zeitung.de\/kultur_artikel,-juli-zehs-roman-unterleuten-auf-die-buehne-gebracht-_arid,1736814.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meine Premierenbesprechung<\/a><br \/>\n<em>4000 Anschl\u00e4ge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p>26.11.2017<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-875\" style=\"float: right; height: 167px; margin: 5px; width: 150px;\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/quergedanken-logo.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"167\" \/><\/p>\n<p>Heuer befasst sich die letzte Ausgabe meiner <strong>Monatskolumne &#8222;Quergedanken&#8220;<\/strong> im alten Jahr mit hiesigen Sitten und Unsitten des <strong>vorweihnachtlichen Trubels<\/strong>. Dies vorweg: Obwohl von Religiosit\u00e4t bekannterma\u00dfen g\u00e4nzlich unbeleckt, habe ich gar nichts gegen Weihnachten. Der lebensfrohe Grundsatz \u201eman soll die Feste feiern wie sie fallen\u201c gilt mir viel; sofern es sich nicht gerade um Kaisers oder F\u00fchrers Geburtstag handelt. Der strenggl\u00e4ubige Einwand sticht nicht, wonach nur derjenige Anrecht auf weihnachtliche Festivit\u00e4t habe, der an die Jungfrauengeburt Christi glaubt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2017\/11\/25\/oh-du-suesses-klingeling-bimbim\/\">Quergedanken Nr. 154: Oh du s\u00fc\u00dfes Klingelingbimbim<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>24.11.2017<\/p>\n<p>Hin und wieder t\u00f6nt es mir aus dem nahen Umfeld entgegen: <strong>&#8222;Du bist schn\u00e4kisch&#8220;.<\/strong> Zwar wei\u00df ich nicht, wie man dies mundartliche Adjektiv richtig schreibt. Doch dem damit einhergehenden Vorwurf widerspreche ich mit Entschiedenheit. Denn ich esse fast alles &#8211; auch wenn au\u00dfer Sauerkraut sowie Erbsen &amp; M\u00f6hren jedwedes Gem\u00fcse meinen Gaumen wenig entz\u00fcckt und vom Ged\u00e4rm nur in Porti\u00f6nchen akzeptiert wird, die andere Leut&#8216; f\u00fcr Tellerdekoration halten w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Salat aber mag ich gerne. Blatt-, Tomaten-, M\u00f6hren-, Rettich-, Kraut-, etc-salat; freilich nur sortenrein, also jede Art f\u00fcr sich. &#8222;Gemischter Salat&#8220; ist mir ein Graus, und das Dr\u00fcberstreuen von K\u00f6rnern, Br\u00f6seln, Sprossen macht ihn mir ungenie\u00dfbar. Es entsetzen mich die gewaltigen Sch\u00fcsseln mit Gr\u00fcnzeug, die vor allem einige Damen meines Verkehrskreises zu leeren pflegen. Derartige Mengen w\u00fcrden des Autors Leib in ein flatulierendes Gaskraftwerk verwandeln und alsbald explodieren lassen. &#8222;Demnach ist er ein Fleischfresser&#8220; geht jetzt wohl die Vermutung. Mitnichten! Fleisch und Wurst ess&#8216; ich gerne, doch nur vom Biobesten und in Ma\u00dfen weit unter dem hiesigen Prokopf-Durchschnitt.<\/p>\n<p>Obst liegt mir &#8211; wenn&#8217;s nicht sauer ist. Selbst Asienfood und Sternek\u00fcche nehme ich zu mir &#8211; im Notfall. Wovon ern\u00e4hrt er sich dann, dieser Mann? Halt von allem \u00fcbrigen: H\u00fclsenfr\u00fcchte, Mehl- und Eierspeisen, Milchprodukte aller Art (die K\u00e4se je stinkiger umso lieber), N\u00fcsse, Nudeln und Erd\u00e4pfel in jedweder Form, Reis, Griesbrei, Polenta, Couscous. Dazu das beste, wichtigste und f\u00fcr mich schmackhafteste \u00fcberhaupt: Brot, Brot, Brot, Brot. Was also hei\u00dft da &#8222;schn\u00e4kisch&#8220;? Der Kerl ist so einfach gl\u00fccklich zu machen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>23.11.2017<\/p>\n<p>Die <strong>M\u00e4r von der angeblich &#8222;links-gr\u00fcn versifften&#8220; deutschen Medienlandschaft<\/strong> wird nicht wahrer dadurch, dass man sie st\u00e4ndig wiederholt. Faktum: Fast das gesamte Segment der auflagenst\u00e4rksten Boulevardzeitungen und -illustrierten tendiert seit jeher in die entgegengesetzte Richtung, vorneweg Springer. Das Gros der Wirtschaftsmagazine und Wirtschaftsteile aller Medien war\/ist konservativ oder neoliberal aufgestellt. Die deutschen Regionalzeitungen neigen traditionell eher zu b\u00fcrgerlichem Konservatismus. Einer guten Hundertschaft privater TV- und Rundfunkanstalten ist alles m\u00f6gliche zu eigen, aber gewiss keine links-gr\u00fcne Tendenz. Und was die viel gescholtenen \u00d6ffentlch-Rechtlichen angeht: Der Umstand, dass L\u00f6wental und der alte &#8222;Report aus M\u00fcnchen&#8220; nicht mehr das Bild pr\u00e4gen, macht noch lange keinen &#8222;links-gr\u00fcnen Staatsfunk&#8220;.<\/p>\n<hr \/>\n<p>22.11.2017<\/p>\n<p>Es haben nun alle \u00fcberall zum Jamaika-Scheitern alles Sagbare gesagt. Da erz\u00e4hle ich lieber von einer anderen, mir <strong>im Hallenbad <\/strong>widerfahrenen <strong>Wunderlichkeit moderner Zeit<\/strong>. Nach 45 Minuten eifrigen Schwimmens stehe ich unter der m\u00e4nnergemeinschaftlichen Warmdusche. Das Duschen ist im Eintrittpreis inbegriffen, was so einen Badegang auch zum finanziell sehr g\u00fcnstigen Vergn\u00fcgen macht. Ich also mit Seife und Shampoo im wohligen Wasserstrahl &#8211; selbstredend nackt, denn es will ja der ganze Leib einschlie\u00dflich Haupt- und Nebenhaar von Chlor und Co. gereinigt werden.<\/p>\n<p>Nun betritt ein j\u00fcngerer Vater mit zwei Knaben den Duschraum. Er spricht zu mir: &#8222;W\u00fcrden sie bitte ihre Badehose anziehen, hier sind auch Kinder.&#8220; Weil meine Visage daraufhin wohl einen Ausdruck v\u00f6lliger Verbl\u00f6dung annimmt und meinem Maul ein entsprechendes &#8222;h\u00e4h?&#8220; entf\u00e4hrt, wiederholt der Herr seine Aufforderung. Jetzt erst, da mir wirklich bis ins Hirn durchdringt, was er sagt, kann ich angemessen reagieren.<\/p>\n<p>Frage also meinerseits und durchaus freundlich vorgetragen: &#8222;Ihre beiden Kinder, das sind doch Buben?&#8220; Auf sein zustimmendes Nicken hin fahre ich fort: &#8222;Dann sehe ich keine Veranlassung, anno 2017 in einer \u00f6ffentlichen Badeanstalt von den mehrere tausend Jahre alten abendl\u00e4ndischen wie auch morgenl\u00e4ndischen Badegebr\u00e4uchen abzulassen.&#8220; Woraufhin er emp\u00f6rt androht, den Bademeister einzuschalten, und nebst Knaben den Duschraum verli\u00e4sst. Indes: Der Herr taucht nicht mehr auf. Weshalb anzunehmen ist, dass der Bademeister &#8211; in diesem Fall eine Bademeisterin &#8211; ihn hinreichend \u00fcber die Traditionen der Badekultur aufgekl\u00e4rt hat.<\/p>\n<hr \/>\n<p>20.11.2017<\/p>\n<p><strong>Ad Jamaika-Scheitern.<\/strong><br \/>\nNun denn. So erleben wir jetzt halt ebenfalls mal, was die meisten der \u00e4lteren Demokratien schon vor langer Zeit oder mehrfach durchexerziert und \u00fcberstanden haben. Neugierig, wie die Deutschen damit umgehen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>16.11.2017<\/p>\n<p>Die <strong>Hausbank<\/strong> (Volks- und Raiffeisen) hat eine <strong>Mitteilung \u00fcber &#8222;\u00c4nderungen der Allgemeinen Gesch\u00e4ftsbedingungen<\/strong> ab 13.1.2018&#8243; geschickt. Das Schreiben umfasst 22 sehr eng und sehr klein bedruckte Papierseiten. Die dort verwendete Sprache ist zweifelsfrei Deutsch, die Anzahl der aus anderen Sprachen entlehnten Fremdw\u00f6rter durchaus bescheiden. Wunderlich deshalb: Obwohl studiert und in mehreren F\u00e4chern erfolgreich examiniert sowie von Berufs wegen seit jahrzehnten vornehmlich mit deutscher Sprache befasst, verstehe ich beim ersten Dr\u00fcberlesen nur Bahnhof &#8211; und selbst beim zweiten, sorgf\u00e4ltigeren, Durchgang bestenfalls noch Gleis 1.<\/p>\n<hr \/>\n<p>13.11. 2017<\/p>\n<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/thumbnail\/public\/Theisen.jpg?itok=2jqGmROa\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-931\" style=\"float: right; height: 201px; margin: 5px; width: 220px;\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Theisen.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"201\" \/> <\/a> Am gestrigen Sonntag wurde dem Intendanten des Koblenzer Musik-Instituts,<strong> Dr. Olaf Theisen<\/strong>, der <strong>Kulturpreis der Stadt Koblenz <\/strong>verliehen. Mir war die Aufgabe und die Ehre zugefallen, bei der Festverstaltung im Theater Koblenz die <strong>Laudatio<\/strong> auf den Preistr\u00e4ger zu halten. Und gerne komme ich dem Wunsch nach, mein Redemanuskript auch der allgemeinen \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich zu machen. Der vom geladenen Auditorium mit manchem Lachen und am Ende reichlich Beifall aufgenommene Vortrag dauerte knapp 25 Minuten. Hei\u00dft: Es ist nicht gerade ein kurzer Text. Gleichwohl sei potenzieIlen Lesern eine interessante wie kurzweilige Lekt\u00fcre in Aussicht gestellt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2017\/11\/12\/laudatio-auf-olaf-theisen\/\">Manuskript der Laudatio hier<\/a><\/p>\n<p class=\"rtecenter\">***<\/p>\n<p>Heute zuerst der Hinweis auf meine <strong>Besprechung des 3. Koblenzer Anrechtskonzerts<\/strong> am Freitag: Der erste Teil des Abends brachte Novemberstimmung in die Koblenzer Rhein-Mosel-Halle. Benjamin Brittens Suite \u201eA Time There Was\u201c schmeckt weithin nach nebelverhangenen grauen Fr\u00f6steltagen. Die folgenden \u201eKindertotenlieder\u201c von Gustav Mahler verstr\u00f6mten Gram und tiefe Trauer. Nach der Pause \u00fcbernahm mit Dimitri Schostakowitschs 5. Sinfonie opulent auftrumpfende Gro\u00dfsinfonik das Regiment. Deren Umsetzung durch die<strong> Rheinische Philharmonie unter Garry Walker<\/strong> wurde zu Recht mit sehr langem Beifall gefeiert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rhein-zeitung.de\/kultur_artikel,-grosssinfonik-ueberwindet-novemberstimmung-hinterm-nebelvorhang-wartet-ein-klangrausch-_arid,1729752.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Konzertbesprechung hier<\/a><br \/>\n<em>kostenpflichtiger RZ-Text, 3900 Anschl\u00e4ge, 49 Cent<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p>11.11.2017<\/p>\n<p>Da tappsen mir beim behaglichen Samstagsfr\u00fchst\u00fcck pl\u00f6tzlich v\u00f6llig unangemeldet <strong>zwei Gedanken<\/strong> durchs Hirn, die obendrein gar nichts miteinander zu tun haben.<\/p>\n<p>1.) Womit eigentlich haben all die Stra\u00dfenbaufirmen fr\u00fcher ihr Geld verdient, deren Baustellen ohne Zahl heute gleichzeitig jede, aber auch jede Fern- und die meisten Nahstra\u00dfen sowie das Gros der deutschen Innenst\u00e4dte um und \u00fcmmer graben?<\/p>\n<p>2.) Es t\u00e4te wohl jedem Menschen gut, wenn er zumindest in der \u00dcbergangsphase vom sp\u00e4ten Kind zum Erwachsenen f\u00fcr eine Weile auf ziellose Wanderschaft ginge. Eine Wanderschaft zu anderen Orten und Leuten; durch ungekannte Kulturen und Lebensweisen; hinein in unvertraute Denkschulen und Wissenszweige: hinab oder hinauf zu Krisenphasen, Zweifeln, Irrt\u00fcmern: dorthin auch, wo die einfache Arbeit schwer und Schmalhans K\u00fcchenmeister ist &#8230; Wir tun uns keinen Gefallen mit der Zurichtung von Bildungs- und Lebenswegen auf ein gradliniges, ungebrochenes, schnelles und effektives Erwachsenwerden.<\/p>\n<hr \/>\n<p>09.11.2017<\/p>\n<p>Eben habe ich aus der hintersten Ecke des Kleiderschrankes meinen einzigen und also &#8222;den guten&#8220; Anzug hervorgekramt. Nun h\u00e4ngt der dunkle Zweiteiler am Fenster und schnappt frische Luft. Solch Gl\u00fcck widerf\u00e4hrt ihm nur alle Jubeljahre, weil die honorable Herrenuniform halt noch nie mein Ding war. Anlass f\u00fcr den Ausnahmezustand ist ein Gesellschaftsereignis am kommenden Sonntagvormittag im Theater Koblenz: die <strong>Verleihung des Koblenzer Kulturpreises<\/strong> an Dr. Olaf Theisen, den Intendanten des Musik-Instituts. Da ich wegen meiner derzeitigen Buchschreiberei \u00fcber die 210-j\u00e4hrige Geschichte eben dieses Instituts tief in der Materie stecke, wird mir die Ehre zuteil, die <strong>Laudatio auf den Preistr\u00e4ger<\/strong> zu halten. Was ich gerne mache &#8211; und zu diesem Behufe mich ins zwar angemessene, aber ungeliebte Outfit zw\u00e4nge.<\/p>\n<hr \/>\n<p>07.11.2017<\/p>\n<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/thumbnail\/public\/Lenin.jpg?itok=97mbM0C9\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-932\" style=\"float: right; height: 193px; margin: 5px; width: 220px;\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Lenin.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"193\" \/> <\/a> Heute vor 100 Jahren. <strong>7. November 1917<\/strong> (25. Oktober nach julianischem Kalender) = Symboldatum f\u00fcr &#8222;Ausbruch der <strong>russischen Oktoberrevolution<\/strong>&#8222;. Bei Durchsicht der medialen Aufbereitung des Themas wird einmal mehr erkennbar: Es gibt in der landl\u00e4ufigen Geschichtsbetrachtung verbreitet eine starke Neigung zu entweder Verkl\u00e4rung oder Aburteilung und Verdammung dieser Revolution, ja bisweilen jedweder Revolution.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2017\/11\/06\/zum-heutigen-100-jahrestag-des-ausbruchs-der-oktoberrevolution\/\">Kleine Anmerkung zum Thema hier<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>06.11.2017<\/p>\n<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/thumbnail\/public\/Physiker%20Bonn.jpg?itok=5d46nmwR\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-933\" style=\"float: right; height: 219px; margin: 5px; width: 220px;\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Physiker-Bonn.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"219\" \/> <\/a> Seit Januar wird <strong>Friedrich D\u00fcrrenmatts St\u00fcck \u201eDie Physiker\u201c<\/strong> in einer ansehnlichen Bearbeitung am Staatstheater Mainz gespielt. Jetzt hat auch das <strong>Theater Bonn<\/strong> eine bemerkenswerte Neuinszenierung der Tragikom\u00f6die aus der Zeit des Kalten Krieges herausgebracht. Das Werk von 1962 dieser Tage auf den Spielplan zu setzen, ist naheliegend. Denn wie in beiden F\u00e4llen zu sehen, bew\u00e4hrt es sich als scharfer Kommentar zu einer Gegenwart, in der Technik und \u00d6komonie mit nie dagewesenem Tempo Lebensweise und -grundlage der Menschen umw\u00e4lzen respektive zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rhein-zeitung.de\/kultur_artikel,-formel-der-weltzerstoerung-im-irrenhaus-die-physiker-in-bonn-_arid,1727153.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meine Premierenkritik hier<\/a><br \/>\n<em>3600 Anschl\u00e4ge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p>05.11.2017<\/p>\n<p>Neulich stand ich anderw\u00e4rts mit einigen j\u00fcngeren <strong>freischaffenden Journalistenkollegen<\/strong> beisammen, die alle ein uraltes Klagelied dieser Zunft anstimmten: <strong>\u00fcber Redakteure<\/strong>, die ihre Beitr\u00e4ge schlecht oder gar falsch redigierten, Kernaussagen rausk\u00fcrzten, den individuell-origin\u00e4ren Autorenstil wegschliffen oder \u00dcberschriften, Vorsp\u00e4nne, Anmoderationen formulierten, die zielgenau am Wesen des Beitrages vorbeigingen. Als Senior, der nun fast so lange Freischaffender ist, wie er zuvor auf der anderen Schreibtischseite Redakteur war, riet ich zu etwas mehr Gelassenheit im Umgang mit einem Ph\u00e4nomen, das quasi in der Natur der Sache liegt &#8211; und das, so \u00e4rgerlich es im Einzelfall sein mag, doch eher die Ausnahme von der Regel darstellt.<\/p>\n<p>In der Regel n\u00e4mlich, so mein langj\u00e4hriges Erleben, erfahren die Beitr\u00e4ge beim Zuschnitt auf gegebene Platzverh\u00e4ltnisse, Sendezeit oder (Eigen)Art des jeweiligen Mediums auch eine Aufwertung. Ich selbst bin kein besonders guter Schlagzeilenmacher und nur ein m\u00e4\u00dfiger Layouter. Und gewiss l\u00e4sst sich manche Stelle in meinen Texten f\u00fcrs jeweilige Publikum verst\u00e4ndlicher, klarer, manchmal richtiger oder sogar sch\u00f6ner formulieren. Da bin ich dann gar nicht selten positiv \u00fcberrascht, welch feinen Auftritt die Kollegen\/innen meiner Schreiberei verschaffen &#8211; so sie die angemessene Zeit daf\u00fcr haben.<\/p>\n<p>Freilich gehen da bisweilen auch Sch\u00fcsse daneben. Wenn Leser\/H\u00f6rer dich in solchen F\u00e4llen angehen &#8211; &#8222;Wie kommen sie blo\u00df auf so eine \u00dcberschrift, die gibt ihr Text doch gar nicht her?&#8220; &#8211; kannst du nur mit den Schultern zucken und an den Umstand erinnern: In den meisten Pressemedien werden \u00dcberschriften, Vorsp\u00e4nne, Anmoderationen nicht vom Autor des Beitrages selbst verfasst, und selten nur wird sein Beitrag eins zu eins in der Urfassung publiziert. Das kann man bedauern. Aber wie s\u00e4hen Zeitungen und Sendungen wohl aus ohne die gestaltende Hand von Redakteuren?<br \/>\nGef\u00e4llt mir<\/p>\n<hr \/>\n<p>05.11.2017<\/p>\n<p><strong>TV-Tip f\u00fcr Montag 6.11., ZDF 20.15 Uhr: &#8222;Dengler &#8211; Die sch\u00fctzende Hand&#8220;<\/strong>. Krimis sind bekanntlich nicht mein Ding. Aber in diesem Fall: Wolfgang Schorlau, der Autor des hier verfilmten gleichnamigen Kriminalromans, gilt als einer der politischsten und kritischsten Krimischreiber Deutschlands. Seine Faktenrecherchen sind umfassend und akribisch; jeder der bisher acht Romane mit Privatdetektiv Dengler legt den Finger in schw\u00e4rende Wunden bundesrepublikanischer Verh\u00e4ltnisse. Diesmal geht es um Fragw\u00fcrdigkeiten bei der Aufkl\u00e4rung der NSU-Morde. Und da der aus Idar-Oberstein stammende Schorlau, der etliche Jahre auch in Koblenz gelebt hat, obendrein ein alter und sehr kluger Freund von mir ist, empfehle ich ausnahmsweise mal einen Krimi.<\/p>\n<hr \/>\n<p>04.11.2017<\/p>\n<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/thumbnail\/public\/Soul%20Chain.jpg?itok=4vC9wkaU\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-934\" style=\"float: right; height: 214px; margin: 5px; width: 220px;\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Soul-Chain.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"214\" \/> <\/a> Drei Jahre ist es her, dass ein nur 60-min\u00fctiges Tanzst\u00fcck die Zuseher am <strong>Mainzer Staatstheater<\/strong> zu frenetischem Beifall hinriss. Im Dezember 2014 hatte die neu formierte Compagnie tanzmainz eine Choreografie namens \u201ePlafona Now\u201c aufgef\u00fchrt. Die von der israelischen <strong>Choreografin Sharon Eyal <\/strong>stammende Arbeit konfrontierte Mainz mit einem dort bis dahin noch nie gesehenen zeitgen\u00f6ssischen <strong>Tanz<\/strong>stil. Jetzt kam auf derselben B\u00fchne Eyals j\u00fcngste Arbeit \u201e<strong>Soul Chain<\/strong>\u201c zur <strong>Urauff\u00fchrung<\/strong>. Ihre dynamische Stilistik ist nun vertrauter, die Faszination daran aber keinen Deut geringer.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rhein-zeitung.de\/kultur_artikel,-tanzmainz-der-extraklasse-taenzerisches-furioso-auf-halber-spitze-_arid,1726037.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meine Premierenbesprechung hier<\/a><br \/>\n<em>3400 Anschl\u00e4ge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p>02.11.2017<\/p>\n<p><strong>&#8222;Kulturhauptstadt Koblenz: Idee ist vom Tisch&#8220;<\/strong> titelt der Kulturteil der Rhein-Zeitung heute (2.11.2017). Anlass: Die Stadtf\u00fchrung zieht ihren Vorsto\u00df f\u00fcr eine Bewerbung zur\u00fcck, weil das Land Rheinland-Pfalz nicht in die Mitfinanzierung einsteigen will. Ich stand der Idee von Anfang an zwar nicht ablehnend, aber doch sehr skeptisch gegen\u00fcber. Es geht eben nicht blo\u00df darum, den am Ort eh vorhandenen Mix an Kultur etwas herauszuputzen\/aufzupeppen und in einen neuen werblichen Hochglanz-Auftritt zu packen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2017\/11\/01\/erwartungsgemaess-wird-es-nichts-mit-der-kulturhauptstadt-koblenz\/\">Meine Anmerkungen zum Thema hier<\/a><\/p>\n<hr \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>01.12.2017 Hinter dem aktuellen Glyphosat-Streit &#8211; wie hinter fast allen strittigen Themen im Bereich Agrarwesen und Lebensmittelproduktion &#8211; steckt die Frage: Was ist\/w\u00e4re eine &#8222;fortschrittliche Landwirtschaft&#8220; im 21. Jahrhundert? Hierzu sind derzeit zwei kontr\u00e4re Grundsatzantworten im Umlauf. 1.) 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