{"id":908,"date":"2018-07-30T22:00:00","date_gmt":"2018-07-30T21:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/blog\/guten-tag-allerseits-im-juni-juli-2018\/"},"modified":"2022-05-17T08:06:28","modified_gmt":"2022-05-17T07:06:28","slug":"guten-tag-allerseits-im-juni-juli-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2018\/07\/30\/guten-tag-allerseits-im-juni-juli-2018\/","title":{"rendered":"Guten Tag allerseits &#8211; im Juni\/Juli 2018"},"content":{"rendered":"<p>30.07.2018<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-875\" style=\"float: right; height: 167px; margin: 5px; width: 150px;\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/quergedanken-logo.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"167\" \/><\/p>\n<p>Meine Sommerpause geht nun leider zuende. Nachzutragen ist die<strong> Monatskolumne &#8222;Quergedanken&#8220;<\/strong>, die zwischenzeitlich als Druckversion bereits auf den Markt kam. Es geht in der Folge 162 ums vermeintlich <strong>&#8222;heilige Blechle&#8220;<\/strong>, ums Automobil also. Anlass: Ich selbst brauchte ein neues &#8211; und stehe nun schier fassungslos vor dem Ph\u00e4nomen, dass sogar dieser Kleinwagen mit einer Unmenge von technischem Firlefanz \u00fcberr\u00fcstet ist, der letztlich vor allem den Autofahrer vom Stra\u00dfenverkehr ablenkt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2018\/07\/29\/au-weh-ein-neues-auto\/\">Quergedanken: &#8222;Auh weh, ein neues Auto&#8220;<\/a><\/p>\n<p>***<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-903\" style=\"float: right; height: 220px; margin: 5px; width: 182px;\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Hahn-klein.jpg\" alt=\"\" width=\"182\" height=\"220\" \/>Mit mehr als 2000 Mitgliedern ist der<strong> &#8222;F\u00f6rderverein Kultur im Caf\u00e9 Hahn e.V.&#8220;<\/strong>\u00a0 eine der gr\u00f6\u00dften Vereinigungen dieser Art im n\u00f6rdlichen Rheinland-Pfalz &#8211; und kann f\u00fcr das Kulturleben am Mittelrhein einiges Gewicht in die Waagschale werfen. 1993 von sieben Stammg\u00e4sten des Musik- und Kleinkunstclubs im Koblenzer Stadtteil G\u00fcls gegr\u00fcndet, feiert der Verein am 1. September seinen <strong>25. Geburtstag<\/strong> mit einem gro\u00dfen Festival auf der Festung Ehrenbreitstein. Im Vorfeld des Jubil\u00e4ums plauderte ich mit den beiden Vorsitzenden Saskia Scherhag-K\u00f6nig und Frank Tiedemann sowie Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Bertin Hahn \u00fcber Anf\u00e4nge, Werden und Sein des Vereins.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2018\/07\/29\/25-jahre-foerderverein-kultur-im-cafe-hahn\/\">25 Jahre F\u00f6rderverein Kultur im Caf\u00e9 Hahn<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p class=\"rtecenter\"><em><strong>Hier herrscht nun bis 31.7.2018 Betriebsruhe.<br \/>\nSch\u00f6ne Sommerwochen seien gew\u00fcnscht.<\/strong><\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p>25.06.2018<\/p>\n<p>Freude! Letzter Schliff am letzten Artikel, dann Schreibtisch r\u00e4umen und Maschinen abstellen, schnell das K\u00f6fferchen packen &#8211; und ab geht&#8217;s f\u00fcr einige Tage heutige Jugendluft schnuppern: Als einer von etlichen Workshopleitern\/innen im Seminarlager mit mehr als 200 FSJ-Jugendlichen im Alter vom 17 bis 25. Da bin ich wohl wieder der Alterspr\u00e4sident, der sich gleichwohl so jung f\u00fchlt wie sonst das ganze Jahr nicht.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Oper Sydney, Guggenheim Bilbao, Elbphilharmonie Hamburg: Drei Beispiele f\u00fcr Gro\u00dfbauten <strong>architektonischer Moderne<\/strong>, die heute weltber\u00fchmt sind. Jedes gilt seit der Fertigstellung \u2013 1973, 1997 und 2017 \u2013 als ein Wahrzeichen seiner Stadt, das kaum noch jemand missen m\u00f6chte. Die drei zeugen von der Bedeutung, die herausragende zeitgen\u00f6ssische Architektur f\u00fcr ein urbanes Gemeinwesen haben kann. Aber noch eines haben die drei Architekturikonen gemeinsam: Alle waren sie vor Ort auch umstritten. Und das teilen diese Bauten mit weit kleineren in unserer Region: Wann und wo immer heutzutage hierzulande im \u00f6ffentlichen Raum ein architektonisch auch nur etwas ungew\u00f6hnliches Neubauprojekt zur Debatte steht, entwickeln sich sofort teils <strong>betr\u00e4chtliche Widerst\u00e4nde dagegen<\/strong>.<\/p>\n<p>Mein Artikel <a href=\"https:\/\/www.rhein-zeitung.de\/kultur_artikel,-an-zeitgenoessischer-baukunst-scheiden-sich-die-geister-_arid,1833666.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;An zeitgen\u00f6ssischer Baukunst scheiden sich die Geister&#8220;<\/a> (5200 Anschl\u00e4ge, RZ-Text, 49 Cent)<\/p>\n<hr \/>\n<p>20.06.2018<\/p>\n<p>Bin ganz aufgeregt &#8211; wegen j\u00fcngster Entdeckungen der Arch\u00e4ologie. Danach sind die \u00e4ltesten Kunstwerke\u00a0 und kunsthandwerklichen Schmuckst\u00fccke auf Erden zehntausende Jahre \u00e4lter als bisher angenommen. Sie stammen deshalb, entgegen bisheriger Lehrmeinung,\u00a0 auch nicht vom europ\u00e4ischen Homo sapiens. Laut einem faszinierenden Artikel von Stefan Klein im gestern erschienen Zeit-Magazin haben der Physiker Dirk Hoffmann (Spezialist f\u00fcr die Altersbestimmung uralter Farben) und der Arch\u00e4ologe Alistair Pike an drei Stellen in S\u00fcdfrankreich und Spanien kunstvolle H\u00f6hlenzeichnungen entdeckt, die mindestens 65 000 Jahre alt sind. Mithin datieren sie auf eine Zeit lange vor dem Eintreffen des Homo sapiens in Europa, und k\u00f6nnen nur von\u00a0 Neandertalern angefertigt worden sein.<\/p>\n<p>Unterstrichen\u00a0 wird diese Entdeckung von Funden des Arch\u00e4ologen Jaoa Zilhao in Portugal: aufwendig gelochte und bemalte Muscheln, derart bearbeitet vor mindestens 115 000 Jahren. Damit d\u00fcrfte das bisherige Bild vom Entstehen der Kunst in Europa als Eigenart ausschlie\u00dflich des Homo sapiens vor etwa 40 000 Jahren hinf\u00e4llig sein. Offenbar verf\u00fcgte lange vorher schon der vor ca. 30 000 Jahren ausgestorbene Neandertaler \u00fcber F\u00e4higkeiten und Bed\u00fcrfnisse, die ihm bisher abgesprochen wurden: das kreative Denken in Symbolen und\u00a0 den Drang, sch\u00f6ne Dinge herzustellen, auch wenn sie f\u00fcr den praktischen \u00dcberlebenskampf nutzlos scheinen.<\/p>\n<p>Die Implikationen dieser Entdeckungen f\u00fcr unser Verst\u00e4ndnis von Entwicklung und Wesen der menschlichen Arten sind zahlreich und noch gar nicht alle absehbar. Jedenfalls unterstreichen sie, was wir f\u00fcr den Homo sapiens seit langem annehmen und nun auch f\u00fcr noch fr\u00fchere Homo-Gattungen annehmen m\u00fcssen: Die scheinbar so nutzlose Kunst wohnt unserer Spezies-Familie als Urbed\u00fcrfnis wohl seit den fr\u00fchesten Tagen inne.<\/p>\n<hr \/>\n<p>21.06.2018<\/p>\n<p>Eigentlich h\u00e4tten wir uns gerne zum pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch in Koblenz getroffen. Zu beider Bedauern blieb die Plauderei anl\u00e4sslich des bevorstehenden <strong>5. Internationalen Musikfestival Koblenz (IMUKO)<\/strong> schlie\u00dflich doch aufs Telefon angewiesen. Einen viel gefragten jungen Musiker wie <strong>Benedict Kloeckner<\/strong> treffen zu wollen, ist so eine Sache. Bei unserem ersten Fernkontakt hielt sich der Cellist gerade im brasilianischen Sao Paulo auf, gab dort einen Meisterkurs und hatte vor gro\u00dfer Kulisse einen Auftritt mit Schostakowitsch\u2018 Konzert f\u00fcr Cello und Orchester. Beim zweiten Mal erreichte ich ihn in London, wo er sich mit einem zeitgen\u00f6ssischen Komponisten traf. Zuletzt rief Kloeckner aus seiner Berliner Wohnung an. Da sprachen wir ein knappes St\u00fcndchen miteinander, bevor er weiter musste zu Proben in Dresden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2018\/06\/20\/juengstes-der-hiesigen-musikfestival-auf-gutem-kurs\/\">Mein Artikel hier<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>20.06.2018<\/p>\n<p><strong>Herantasten an sommerpausige Slowmotion<\/strong>. Ein letzter Recherchetermin, ein letzter Artikel. Ab Montag dann f\u00fcr ein paar Tage in den &#8222;Jungbrunnen&#8220; = arbeiten, leben, feiern mit mehr als 240 Jugendlichen im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) bei ihrer kulturellen Seminarwoche zum Abschluss desselben. Anschlie\u00dfend eintauchen in jenen Zustand, den man fr\u00fcher mit dem sch\u00f6nen Wort &#8222;Betriebsruhe&#8220; belegte.<\/p>\n<hr \/>\n<p>16.06.2018<\/p>\n<p><strong>\u201eLiliom\u201c<\/strong> handelt von einer Liebe, die wir heute kaum als solche erkennen m\u00f6gen: Der Mann geht lieblos mit seiner Frau um, schl\u00e4gt sie gar. Das 1909 von Ferenc Moln\u00e1r geschriebene St\u00fcck weist ihm die Rolle des kernigen Tunichtgut zu. Hans Albers hatte den Jahrmarktsausrufer mehr als 1000 Mal gespielt und die Figur lange gepr\u00e4gt. Die junge Ehefrau Julie wurde meist als zartes liebliches Wesen gezeichnet. In Thomas Jonigks Inszenierung am <strong>Staatstheater Wiesbaden<\/strong> ist das jetzt etwas anders.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rhein-zeitung.de\/kultur_artikel,-verloren-in-sprachloser-liebe-moln%C3%A1rs-schauspiel-liliom-in-ungewoehnlicher-lesart-_arid,1829766.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meine Premierenkritik hier<\/a><br \/>\n(3600 Anschl\u00e4ge, RZ-Text, 49 Cent)<\/p>\n<hr \/>\n<p>15.06.2018<\/p>\n<p>Wann immer, wo immer, wie immer \u00fcber <strong>&#8222;Fl\u00fcchtlingspolitik&#8220;<\/strong> gestritten, gezankt, gezetert wird, kommt mir dieser Gedanke: Auf l\u00e4ngere Sicht ist eine g\u00e4nzlich dem Primat der Fernhaltung von Fl\u00fcchtlingen\/Migranten verschriebene Politik sowieso objektiv zwecklos. Und zwar so lange, wie nicht Bek\u00e4mpfung der Flucht- und Migrationsursachen ins Zentrum aller Bem\u00fchungen r\u00fcckt &#8211; wovon derzeit nicht mal im Ansatz die Rede sein kann. Denn dass Menschen Krieg, Elend, Perspektivlosigkeit, Verfolgung, Unterdr\u00fcckung zu entfliehen trachten und dabei letztlich auch immer Wege finden, ist quasi ein Naturgesetz seit ewigen Zeiten.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p><strong>Fu\u00dfball-WM<\/strong>, Deutschland vs. Mexiko: Die schlechter spielende Mannschaft hat verloren. Punkt. Was mir aber wirklich auf den Keks geht: Digital bewegte <strong>Flimmerkisten-Bandenwerbung<\/strong>. Demn\u00e4chst werden dann wohl rund ums Fu\u00dfballfeld in stetem Wechsel vollst\u00e4ndige Werbespots abgespielt und bald darauf ganze Spielfilme mit Produktplacement. Absurd.<\/p>\n<hr \/>\n<p>14.06.2018<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-875\" style=\"float: right; height: 167px; margin: 5px; width: 150px;\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/quergedanken-logo.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"167\" \/><\/p>\n<p>Ausnahmezustand. Der Start des weltweit wohl meistbeachteten\u00a0 Ereignisses in diesem Sommer und der lokale Drucktermin f\u00fcr das Magazin, in dem meine Monatskolumne &#8222;Quergedanken&#8220; schwarz auf wei\u00dfem Papier ver\u00f6ffentlicht wird, liegen leider himmelweit auseinander. Weshalb ich mich entschieden habe, den Text diesmal gut eineinhalb Wochen fr\u00fcher als gew\u00f6hnlich ins Netz zu stellen. Es w\u00e4re zu schade, w\u00fcrde er erst Ende Juni erscheinen &#8211; dann aber wom\u00f6glich die Fu\u00dfball-WM nur noch ein deutsches Volkstrauerthema sein. Man wei\u00df ja nie, wie&#8217;s k\u00fctt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2018\/06\/13\/wenn-einer-eine-reise-tut\/\">&#8222;Quergedanken&#8220; 161: Wenn einer eine Reise tut<\/a><br \/>\n(freier Lesetext)<\/p>\n<hr \/>\n<p>11.06.2018<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-904\" style=\"float: right; height: 197px; margin: 5px; width: 226px;\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Terror.jpg\" alt=\"\" width=\"226\" height=\"197\" \/>Die <strong>Burgfestspiele Mayen<\/strong> mimen eine Gerichtsverhandlung. Sechs Akteure, f\u00fcnf St\u00fchle, ein Stehpult: Mehr braucht Daniel Ris&#8216; in fabelhaft kleinem, aber genauem Gestus gespielte Inszenierung nicht, um mit dem <strong>Schauspiel \u201eTerror\u201c<\/strong> und dessen Fragen nach Moral, Recht, Schuld das Publikum in Hochspannung zu versetzen. 2015 hatten das Schauspiel Frankfurt und das Deutsche Theater Berlin den Theatererstling des Strafverteidigers und Schriftstellers <strong>Ferdinand von Schirach<\/strong> zeitgleich uraufgef\u00fchrt. Danach wurde er zum Dauerbrenner auf zahllosen B\u00fchnen und im TV, wurde Streitgegenstand in der \u00d6ffentlichkeit wie unter Juristen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rhein-zeitung.de\/kultur_artikel,-terror-inmitten-eines-moralischen-dilemmas-_arid,1826867.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meine Premierenkritik<\/a><br \/>\n(4200 Anschl\u00e4ge, kostenpflichter RZ-Text, 49 Cent)<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Gestern tauchte mal wieder die wohl ewig unvermeidliche <strong>Frage an den Kulturkritiker<\/strong> auf: <strong>Hast du die Kunst, \u00fcber die du urteilst, denn jemals selbst ausge\u00fcbt?<\/strong> Konkret ging es diesmal ums Ballett. Antwort: Nein, ich habe nie selbst getanzt oder choreografiert &#8211; habe auch noch nie ein Klassikorchester dirigiert (nur zeitweise einen Spielmannszug und zwei Laiench\u00f6re), habe nie eine Sinfonie komponiert, einen Roman geschrieben oder einen Film gedreht. Meine eigene praktische Schauspielerfahrung beschr\u00e4nkt sich auf drei Nebenrollen und zwei Inszenierungen im Amateurtheater w\u00e4hrend der Gymnasial- und Studentenzeit.<\/p>\n<p>Obwohl ich Musik und Germanistik f\u00fcr Lehramt studierte, eine (bescheidene) praktische Grundlagenausbildung f\u00fcr sechs Musikinstrumente genoss (teils erlitt) und mir \u00fcber die Jahre Tausende Theaterauff\u00fchrungen, Konzerte, Romane\/Gedichtb\u00e4nde, Filme, Kunstausstellungen etc. einverleibt habe: Wie wohl die meisten meiner Kritikerkollegen\/innen verstehe ich mich noch immer prim\u00e4r als Teil des Publikums &#8211; als leidlich \u00fcberdurchschnittlich informierter und inzwischen ziemlich erfahrener Rezipient. Man k\u00f6nnte auch sagen &#8222;kritischer Konsument&#8220; und sich beziehen auf Gotthold Ephraim Lessings ber\u00fchmten Satz hinsichtlich der Legitimation des Kritikers: &#8222;Ich muss die Suppe nicht kochen k\u00f6nnen, um zu beurteilen, ob sie schmeckt.&#8220;<\/p>\n<p>Was das Ballett angeht, so wurde ich in diese Sparte Anfang der 1990er wider Willen hineingesp\u00fclt, als Krankheitsvertretung f\u00fcr die damalige Tanzkritikerin der Rhein-Zeitung. Die Erstbegegnung mit der Tanzkunst lief ausgerechnet \u00fcber das Avantgardeballett des William Forsythe damals in Frankfurt. Ich begriff zuerst gar nichts &#8211; war dennoch gleich am ersten Abend fasziniert von der \u00c4sthetik und den Ausdrucksm\u00f6glichkeit des Tanzes. Auge und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr diese Kunst wurden dann anfangs geschult durch besonders h\u00e4ufige Live-Begegnung mit Arbeiten vor allem von Forsythe, van Manen, Pina Bausch, Jochen Ulrich, Amanda Miller und Martin Schl\u00e4pfer sowie dem zeitgleich in Koblenz (Taylor), Wiesbaden (Cauwenbergh) noch gepflegten klassisch-romantischen Stil. Heute darf ich bekennen: Unter allen K\u00fcnsten ist die Tanzkunst wohl die gr\u00f6\u00dfte Liebe meiner sp\u00e4ten Kritikerjahre geworden.<\/p>\n<hr \/>\n<p>10.06. 2018<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-905\" style=\"float: right; height: 218px; margin: 5px; width: 230px;\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Vielfalt.jpg\" alt=\"\" width=\"230\" height=\"218\" \/>Bei den meisten Ballettcompagnien in Deutschland sind sie l\u00e4ngst Tradition: Abende, f\u00fcr die sich T\u00e4nzer\/innen im Choreografenfach versuchen.<strong> \u201e50\u00b0N7\u00b0O\u201c<\/strong> nennt sich das Nachwuchs- und Expertimentierformat am <strong>Theater Koblenz<\/strong>.<br \/>\n\u201eVielfalt\u201c hei\u00dft das weite Motto diesmal. Vier Compagniemitglieder haben es f\u00fcr <strong>vier v\u00f6llig verschiedenartige Tanzst\u00fccke<\/strong> aufgegriffen &#8211; von denen zwei sich durch eine \u00fcberraschende Reife im Umgang mit zeitgen\u00f6ssischer Ballettstilistik auszeichnen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rhein-zeitung.de\/kultur_artikel,-spannendes-format-am-theater-koblenz-taenzer-verwirklichen-sich-durch-seitenwechsel-_arid,1826253.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meine Premierenbesprechung<\/a><br \/>\n3800 Anschl\u00e4ge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent<\/p>\n<hr \/>\n<p>09.06.2018<\/p>\n<p>Hinweis f\u00fcr Leute im Nahraum Westerwald\/Koblenz, die auf hochpolitische Krimis stehen: Mein alter Freund <strong>Wolfgang Schorlau<\/strong> kommt im Rahmen der Westerw\u00e4lder Literaturtage f\u00fcr eine <strong>Lesung<\/strong> aus seinem 9. Dengler-Krimi &#8222;Der gro\u00dfe Plan&#8220; nach <strong>Hachenburg. 18. Juni<\/strong>, 19.30 Uhr, Pfarrsaal Kath. Kirchengemeinde.\u00a0 -&gt; <a href=\"https:\/\/www.ww-lit.de\/event\/wolfgang-schorlau-der-grosse-plan-georg-denglers-neunter-fall\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Weitere Infos<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>07.06.2018<\/p>\n<p>Im \u00fcberregionalen Teil der heutigen Rhein-Zeitung wird gleich an drei Stellen <strong>Friedrich Wilhelm Raiffeisen<\/strong> behandelt.\u00a0 Auf einer Extra-Seite ist ein gro\u00dfes Interview zu lesen mit Theresia Theurl, Direktorin des Instituts f\u00fcr Genossenschaftswesen der Uni M\u00fcnster. Die Seite &#8222;Sch\u00f6nes Wochenende&#8220; gibt Ausflugstips zu Raiffeisens Wirkorten im Westerwald. Auf der Kulturseite schlie\u00dflich steht meine Besprechung der am 13. Juni er\u00f6ffnenden <strong>Ausstellung<\/strong> &#8222;Tradition Raiffeisen &#8211; Wirtschaft neu denken&#8220;<strong> im Landesmuseum Koblenz<\/strong> auf der Festung Ehrenbreitstein. Der besonders hohe Aufmerksamkeitsgrad dieses Blattes f\u00fcr den vor 200 Jahren geborenen <strong>Genossenschaftsbegr\u00fcnder<\/strong> liegt auf der Hand: Raiffeisens Heimat und Wirkungsraum Westerwald geh\u00f6rt zum Erscheinungsgebiet der Zeitung.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rhein-zeitung.de\/kultur_artikel,-einer-fuer-alle-was-von-raiffeisens-idee-bleibt-_arid,1825200.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meine Besprechung der Raiffeisen-Ausstellung<\/a><br \/>\n4500 Anschl\u00e4ge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent<\/p>\n<hr \/>\n<p>04.06.2018<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-906\" style=\"float: right; height: 216px; margin: 5px; width: 230px;\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Kunsthalle-MA.jpg\" alt=\"\" width=\"230\" height=\"216\" \/>Sie ist in Deutschland <strong>einer der gr\u00f6\u00dften Museumsneubauten j\u00fcngerer Zeit<\/strong>: die an diesem Wochenende er\u00f6ffnete neue Kunsthalle Mannheim. Erstaunlich: Nach nur dreij\u00e4hriger Bauzeit blieb das Gro\u00dfprojekt mit 68,3 Millionen Euro Baukosten punktgenau im vorgesehenen Rahmen. Weniger erstaunlich: Der Modernebau gleich neben dem Mannheimer Wahrzeichen Wasserturm war in der Bev\u00f6lkerung umstritten. Doch nun ist der rechteckige Doppelkubus seiner Bestimmung \u00fcbergeben. Und bei der Erstbegehung kommen wir zu dem Ergebnis, dass der Komplex architektonisch wie inhaltlich eine bemerkenswerte Bereicherung f\u00fcr die Museumslandschaft nicht nur im S\u00fcdwesten darstellt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rhein-zeitung.de\/kultur_artikel,-gelungenes-grossprojekt-mannheims-neue-kunsthalle-_arid,1823046.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mein Artikel zur neuen Kunsthalle Mannheim<\/a><br \/>\n5800 Anschl\u00e4ge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent<\/p>\n<hr \/>\n<p>03.06.2018<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-907\" style=\"float: right; height: 194px; margin: 5px; width: 230px;\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Fake.jpg\" alt=\"\" width=\"230\" height=\"194\" \/>\u201eEin <strong>Tanzst\u00fcck<\/strong> f\u00fcr Jugendliche ab 12 und ihre Fans\u201c \u2013 so ist die j\u00fcngste Produktion des <strong>Hessischen Staatsballetts<\/strong> angek\u00fcndigt. <strong>\u201eFake\u201c<\/strong> (F\u00e4lschung) hei\u00dft die 70-min\u00fctige Choreografie von Compagniechef Tim Plegge, in der es um den Ausnahmezustand der Pubert\u00e4t, nicht zuletzt um die sexuelle Selbstfindung in dieser Jugendzeit gehen soll. Eine h\u00fcbsche Arbeit, die allerdings wenig wei\u00df von den dramatisch zwiesp\u00e4ltigen, den auch subversiven und renitenten Kr\u00e4ften des Fr\u00fchlingserwachsens, vom Seele und Leib durchsch\u00fcttelnden st\u00fcrmischen (Trieb-)Dr\u00e4ngen bei zugleich bodenloser Unsicherheit.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rhein-zeitung.de\/kultur_artikel,-ein-allzu-braves-fruehlingserwachen-fake-am-staatstheater-wiesbaden-_arid,1823047.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meine Premierenkritik<\/a><br \/>\n3600 Anschl\u00e4ge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent<\/p>\n<hr \/>\n<p>01.06.2018<\/p>\n<p>Zum <strong>Abschluss der Artikelserie<\/strong> anl\u00e4sslich des 200. Geburtstages von Karl Marx in der Rhein-Zeitung, zu der ich mehrere Texte beisteurn durfte, richtet sich der Blick auf eine kleine, je nach Ausgabe nur 40- bis 50-seitige Schrift: das\u00a0<strong> \u201eKommunistisches Manifest\u201c<\/strong> \u2013 die neben der Bibel meistgedruckte Publikation in der bisherigen Menschheitsgeschichte. Der von Marx und Friedrich Engels gemeinsam verfasste Text wurde seit seinem Erscheinen 1848 in mehr als 100 Sprachen \u00fcbersetzt und 2013 ins Weltdokumentenerbe der Unesco aufgenommen. Das Erstaunlichste an dieser Schrift ist: Die im ersten Teil vorgenommene Analyse des Zustands der Welt und ihrer Entwicklung liest sich streckenweise wie eine Beschreibung heutiger Verh\u00e4ltnisse.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rhein-zeitung.de\/kultur_artikel,-ein-schmales-buechlein-das-die-welt-erschuetterte-_arid,1822225.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mein Artikel zum Kommunistischen Manifest<\/a><br \/>\n(6000 Anschlage, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>30.07.2018 Meine Sommerpause geht nun leider zuende. Nachzutragen ist die Monatskolumne &#8222;Quergedanken&#8220;, die zwischenzeitlich als Druckversion bereits auf den Markt kam. Es geht in der Folge 162 ums vermeintlich &#8222;heilige Blechle&#8220;, ums Automobil also. 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