{"id":785,"date":"2021-06-29T22:00:00","date_gmt":"2021-06-29T21:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2021\/06\/29\/anfassen-umarmen-streicheln-kuscheln-kuessen-knutschen\/"},"modified":"2022-03-15T16:24:10","modified_gmt":"2022-03-15T15:24:10","slug":"anfassen-umarmen-streicheln-kuscheln-kuessen-knutschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2021\/06\/29\/anfassen-umarmen-streicheln-kuscheln-kuessen-knutschen\/","title":{"rendered":"Anfassen, umarmen, streicheln, kuscheln, k\u00fcssen, knutschen \u2026"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/thumbnail\/public\/quergedanken_logo.jpg?itok=hEG8jpXv\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-47\" alt=\"\" class=\"image-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/quergedanken_logo_0.jpg\" style=\"float:left; height:100px; margin:5px; width:90px\" width=\"90\" height=\"100\" \/> <\/a><\/p>\n<p>\u201eOh, oh, gaaanz d\u00fcnnes Eis\u201c meint Walter angesichts der \u00dcberschrift. Ne, ne, dies wird kein Frivolit\u00e4ten-Geschreibsel, sondern eine Abhandlung streng auf wissenschaftlicher Basis. Gleichwohl belegt des Freundes&nbsp; Bemerkung, dass f\u00fcr nahezu alles Zwischenmenschliche gilt: Eigentlich ist die Sache sehr einfach, zugleich aber f\u00fcrchterlich kompliziert. Das Allereinfachste \u00fcber die Bedeutung freundlichen bis liebevollen&nbsp; K\u00f6rperkontaktes f\u00fcr den Menschen hat ein Psychologe in die folgende Formel gepackt: \u201e4 Umarmungen t\u00e4glich braucht man zum \u00dcberleben, 8 zum Leben, ab 16 beginnt das Gl\u00fcck.\u201c Und einer der vielen Medienbeitr\u00e4ge, die sich mit dem Zustand unserer Beziehungskultur befassen, fragte schon im Titel \u201eSind wir alle unterkuschelt?\u201c. Antwort: Ja, erheblich. &nbsp;<\/p>\n<p>Ganz einfach scheint also die Erkenntnis: F\u00fcr unsere Spezies geh\u00f6rt zugewandter K\u00f6rperkontakt zu den grundlegenden \u00dcberlebensnotwendigkeiten. Nein, ich will hier nicht sprechen \u00fcber das weite Feld des Missbrauchs von K\u00f6rperlichkeit als Herrschaftsinstrument bis hin zur sexualisierten Anma\u00dfung und Gewalt. Das w\u00e4re ein eigenes Thema. Hier geht es einmal um die positiven Potenziale. Der Wissenschaft des sp\u00e4teren 20. Jahrhunderts folgend, geh\u00f6rt inzwischen quasi zum Allgemeinwissen, dass Babys\/Kinder ohne k\u00f6rperlich-z\u00e4rtlichen Zuspruch nicht gut gedeihen. Das liebevolle Halten, Herzen, Umarmen, Streicheln, K\u00fcssen der Kleinen durch Eltern, Verwandte, Freunde, Erzieher gilt deshalb hierzulande und heutzutage als positive Normalit\u00e4t. Gleiches verbreitet sich auch im Umgang mit unseren \u00c4ltesten, seit sich herumgesprochen hat, dass k\u00f6rperliche Zuwendung oft selbst in tiefe Demenz versunkenen Greisen wohltut.<\/p>\n<p>\u201eGut, gut,\u201c meint Walter. \u201eAber was ist nun mit uns, den drei Generationen dazwischen?\u201c Tja, im Grunde verh\u00e4lt es sich genauso. Von Natur aus sind die meisten Leute erf\u00fcllt von einem Bed\u00fcrfnis nach freundlicher, angenehmer K\u00f6rperzuwendung von und zu Menschen, die sie m\u00f6gen. Genau besehen, besteht unsere zwischenmenschliche Kommunikation ja sowieso nur zum kleineren Teil aus Worten, zum gr\u00f6\u00dferen aus Blicken, Gesten, Haltungen und oft eben auch Ber\u00fchrungen. K\u00fcsschen, Umarmung, Unterhaken, H\u00e4ndchenhalten etc.: Gerade Jugendliche pflegen, trotz Smartphone und Co., solche Formen noch immer ausgiebig.<\/p>\n<p>Doch auch schon bei ihnen wird\u2019s kompliziert, weil die K\u00f6rperlichkeit in den geschlechtsreifen Alterklassen sozusagen ihre Unschuld verliert. Denn fast jede Art von Ber\u00fchrung KANN hier auch eine sexuelle T\u00f6nung und Zielrichtung annehmen. Was kein Beinbruch ist, wenn jede\/r Beteiligte Lust auf diese Spielebene des Turtelns hat. Allerdings schleppen wir ein ungutes puritanisches Erbe mit uns, das fast jedwede Art Ber\u00fchrung zwischen denkbaren Geschlechtspartnern unter den Generalverdacht geiler Absichten stellt. Traurige Folge: Weit verbreitet haben wir oft bis hinein in die engsten Vertrautenkreise, je selbst Paarbeziehungen, die F\u00e4higkeit verloren, unterhalb der Ebene des Sexuellen die urmenschliche Wohltat k\u00f6rperlicher Zuwendung, allt\u00e4glicher Z\u00e4rtlichkeit, auch des Schmusens und Kuschelns zu pflegen und zu genie\u00dfen.<\/p>\n<p>\u201eDu willst uns jetzt aber nicht den guten alten Sex ausreden?\u201c fragt ein misstrauischer Walter. Nicht mal im Traum, mein Lieber. Denn die vermeintlich sch\u00f6nste Nebensache des Lebens ist ja in Wahrheit eine unverzichtbare Hauptsache \u2013 aber halt nicht die einzige.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eOh, oh, gaaanz d\u00fcnnes Eis\u201c meint Walter angesichts der \u00dcberschrift. 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