{"id":756,"date":"2021-03-25T23:00:00","date_gmt":"2021-03-25T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2021\/03\/25\/das-problem-mit-dem-info-overkill\/"},"modified":"2021-03-25T23:00:00","modified_gmt":"2021-03-25T22:00:00","slug":"das-problem-mit-dem-info-overkill","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2021\/03\/25\/das-problem-mit-dem-info-overkill\/","title":{"rendered":"Das Problem mit dem Info-Overkill"},"content":{"rendered":"<p><em>ape.<\/em> Viele wissen es, viele andere ahnen es, einige machen es immer wieder mal oder sogar regelm\u00e4\u00dfig: Sich f\u00fcr ein paar Tage vom Tohuwabohu der Netzwerke abzukoppeln, beruhigt ungemein. Mehr noch: Interessanterweise geht mit der Absenkung des pers\u00f6nlichen akuten Aufgeregtheitslevels zugleich auch eine Anhebung der Nachdenklichkeit und der F\u00e4higkeit zur Unterscheidung\/Beurteilung von l\u00e4ngerfristig wichtigen und weniger wichtigen Aspekten einher. Die Humanforschung ist sich inzwischen ziemlich einig: Ma\u00dflos \u00fcberbordender Dauerinput unsortierter, ungewichteter, beliebiger Infos f\u00fchrt nicht zu besserer Orientierung und mehr \u00dcberblick\/Durchblick, sondern im Gegenteil zu vermehrter Orientierungslosigkeit und weniger \u00dcberblick\/Durchblick.<\/p>\n<p>Es gibt noch eine Steigerungsform jenseits der Netzwerk-Pause: das zeitweise Ausklinken aus dem gesamten aktuellen Nachrichtenfluss zu einem Thema oder vor\u00fcbergehend generell aus den gedruckten wie elektronisch verbreiteten Tagesnachrichten. Ich erinnere mich an mediale Generalabstinenz bei den Familienurlauben meiner Kindheit in Italien, Spanien, Jugoslawien: Drei Wochen kein Fernsehen; nur gelegentlich im Auto ein paar&nbsp; verrauschte S\u00e4tze deutschen Rundfunks; im Supermarche bestenfalls die &#8222;Bild&#8220;, die aber bei uns selbst im Urlaub nichtmal mit der Kneifzange angefasst wurde (O-Ton Vater: &#8222;Eh alles gelogen&#8220;.) Drei Wochen also ganz ohne News-Input. Es h\u00e4tte Schlimmeres geben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter, als Oberstufengymnasiast, Student und dann erst recht als junger Journalist, wurde meine Maxime: Ich will IMMER m\u00f6glichst aktuell \u00fcber m\u00f6glichst vieles m\u00f6glichst umfassend informiert sein. Folglich gab es eine Lebensphase, in der f\u00fcr mich schier selbstverst\u00e4ndlich war: Durchsicht\/Lekt\u00fcre von 3 bis 5 Tageszeitungen, \u00e4hnlich vielen Wochenzeitungen plus etlichen Fachmagazinen und sowieso -b\u00fcchern, plus Rezeption s\u00e4mtlicher Nachrichten-, Polit- und Wissenschaftssendungen im TV rauf und runter. Der v\u00f6llige Input-Overkill kam dann mit dem Hinzutreten des Internet. Es hat recht lange gedauert (dauert eigentlich noch an) bis ich bemerkte und angefangen habe, zu begreifen: Je mehr Zeug immer schneller ins Hirn hineinstr\u00f6mt, umso weniger erfasst und durchdenkst du es.&nbsp; Pers\u00f6nliche Konsequenzen aus dieser Erkenntnis? Im Augenblick noch ziemlich unklar &#8211; denn alte Gewohnheiten wiegen schwer.<\/p>\n<p><em>Andreas Pecht<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ape. Viele wissen es, viele andere ahnen es, einige machen es immer wieder mal oder sogar regelm\u00e4\u00dfig: Sich f\u00fcr ein paar Tage vom Tohuwabohu der Netzwerke abzukoppeln, beruhigt ungemein. 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