{"id":751,"date":"2006-01-25T23:00:00","date_gmt":"2006-01-25T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2006\/01\/25\/hahn-und-hahn-feiern-geburtstag\/"},"modified":"2006-01-25T23:00:00","modified_gmt":"2006-01-25T22:00:00","slug":"hahn-und-hahn-feiern-geburtstag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2006\/01\/25\/hahn-und-hahn-feiern-geburtstag\/","title":{"rendered":"&#8222;Hahn&#8220; und Hahn feiern Geburtstag"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>ape. Koblenz. (26.01.2006).<\/strong><\/em> In diesem Jahr wird das \u201eCaf\u00e9 Hahn\u201c 25 Jahre alt. Es steht also ein richtiges Jubil\u00e4um an. Zu dem geh\u00f6ren gemeinhin R\u00fcckblicke, also Erinnerungen an die Anf\u00e4nge, vieldeutige Hist\u00f6rchen, nostalgische Schmonzetten, W\u00fcrdigungen \u2026 Die schreibende Zunft in der Region hat jetzt allerdings ein Problem: Weil es sich um eine Kulturinstitution von Rang handelt, wurde in fr\u00fcheren Jahren alles schon geschrieben \u2013 \u00fcber den Konditor Karl Hubert Hahn alias Berti, der 1981 das v\u00e4terliche Caf\u00e9 Hahn mit kleinem Supermarkt in Koblenz-G\u00fcls zum gleichnamigen Musik- und Kleinkunstclub umfunktionierte. Die Chroniken sind gut best\u00fcckt mit Reminiszenzen etwa anl\u00e4sslich des 20. Hahn-Geburtstages 2001 oder der Wandlung (Umbau) des alten zum neuen Caf\u00e9 Hahn 2003.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nDie Suche nach neuem Stoff f\u00fchrt zwangsl\u00e4ufig an den Ort des Geschehens, nach G\u00fcls. Rechts ab von der Moseluferstra\u00dfe, unter der Bahn durch, wieder hart rechts, das G\u00e4sschen durch bis links der rosarote Hahn-Neubau auftaucht und rechts die schon vor Jahren als unbefestigter Parkplatz in Besitz genommene Baul\u00fccke. Das war er immer, das ist er noch, der Weg zum Caf\u00e9 Hahn. What\u00b4s new? Besagte L\u00fccke beginnt, sich fein zu machen: Einebnung, gewalzter Belag, Randbefestigung und mehr Platz. Denn Berti hat dort ein Haus gekauft und abgerissen. Die Au\u00dfenmauern der Nachbargeb\u00e4ude liegen jetzt blank, Fachwerk, Mauersteine, Bimsplatten erz\u00e4hlen von gestern und anno dunnemals. Man k\u00f6nnte das alles zuputzen und \u00b4ne Brauerei drauf verewigen, man k\u00f6nnte aber auch \u2026 ein bisschen kreativ sein, wie es sich halt geh\u00f6rt f\u00fcr einen kreativen Kulturschuppen. Menino-S\u00e4nger und Multik\u00fcnstler Stephan Maria Kl\u00f6ckner soll sich nun der Fassade annehmen, soll Historisches und Zeitgen\u00f6ssisches zum optisch spannenden Willkommensgru\u00df verbinden.<\/p>\n<h5>Jubelfete im Mai<\/h5>\n<p>Im Mai 2006 wird der Parkplatz allerdings erstmal aufs angenehmste zweckentfremdet: Das Jubeljahr zum 25. Caf\u00e9-Hahn-Geburtstag (in dem \u00fcbrigens auch Berti Hahn h\u00f6chstselbst 50 wird) sch\u00e4umt zur f\u00fcnft\u00e4gigen Jubelfete auf. Von 24. bis 28. Mai&nbsp; wird nicht nur im Caf\u00e9 selbst, sondern zugleich in einem Festzelt gefeiert. Und das steht wo? Richtig, auf eben jenem Parkplatz. Bei freiem Eintritt in beide Hahn-Areale l\u00e4sst sich dann ein beachtlicher Auftrieb von Gratulanten miterleben: Etwa 50 Bands und Solo-K\u00fcnstler aus den verschiedensten Sparten steuern als Geschenk Auftritte bei. Allesamt f\u00fchlen sie sich mit dem Hahn herzlich verbunden, waren in den vergangenen Jahren dort gern gesehene G\u00e4ste.<\/p>\n<p>Hier ein kleiner Ausschnitt aus der erwarteten Gratulantenschar: Kay Ray, Bobbin Babbons, Vodoo Lounge, Lauschleben, Anna Piechotta &amp; Band, Mojo Tool, Mayqueen, Still Collins, Brian Auger, B.B. &amp; The Blue Shacks, Wallstreet, Paddy goes to Holyhead, Julien Dawson, Paul Ubana Jones, Motion Trio, Giorgina Kazungu mit Chor, Roberto Capitoni, Rainer Zufall, Musikerinitiative Music Live \u2026 Volles Programm, f\u00fcnf Tage lang. &nbsp;<\/p>\n<p>Nachher wird das Zelt flott wieder abgebaut \u2013 der Parkplatz wird gebraucht, denn der Laden l\u00e4uft. Solo-Inhaber Berti Hahn muss das aktuelle Leid mancher Kulturveranstalter nicht teilen. Weder ist er auf Subventionen der \u00d6ffentlichen Hand angewiesen, und damit deren Sinken ausgeliefert. Noch schl\u00e4gt sich bei ihm die allseits beklagte Konsumzur\u00fcckhaltung in Besucherr\u00fcckg\u00e4ngen nieder. Wie geht das? In seinem typischen Schnellsprech verweist der Hausherr auf etliche Faktoren. Die wichtigsten sind wohl: Der Programm-Mix des Hahn deckt ein sehr breites Interessensspektrum ab; das Hahn hat seine Stellung als solit\u00e4re Einrichtung dieser Art zwischen den Ballungsr\u00e4umen K\u00f6ln\/Bonn und Rhein-Main behauptet; das Stammpublikum ist gro\u00df und treu, teils zusammen mit dem Hahn erwachsen geworden und dabei nicht unbedingt \u00e4rmer.<\/p>\n<p>Tief verwurzelt in Stadt und Region stellt das Caf\u00e9 Hahn \u2013 als ordentliches Gewicht zusammen mit anderen Kulturinstitutionen &#8211; heute einen wichtigen \u201eweichen Standortfaktor\u201c dar, wie das in Politik- und Wirtschaftskreisen hei\u00dft. Will sagen: Das Programm im G\u00fclser Schuppen sowie die unter dem Label \u201eCaf\u00e9 Hahn on Tour\u201c firmierenden Beitr\u00e4ge zum Kulturleben im Rhein-Mosel-Raum pr\u00e4gen nicht unma\u00dfgeblich Freizeitwert und Lebensqualit\u00e4t in und um Koblenz. Daraus resultiert ein Einfluss auf die Vitalit\u00e4t und Attraktivit\u00e4t der Region generell. Davon profitiert der Wirtschaftsstandort indirekt und dauerhaft in erheblichem Ma\u00dfe.<\/p>\n<h5>Kreativer Mittelst\u00e4ndler<\/h5>\n<p>Diese mittelbare Wirkung von Kultur wiegt in der gesellschaftlichen Bilanz mehr als die betreffenden Unternehmen und Institutionen an Umsatz einfahren und gegebenenfalls an Steuern abf\u00fchren; wobei im Falle Hahn Letztere nicht eben von schlechten Eltern sind. Bertis Firma kann mit seiner rund 50-k\u00f6pfigen Mannschaft \u2013 von Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Rolf Mayer&nbsp; \u00fcber&nbsp; B\u00fcro- und K\u00fcchen-Crew, Theken- und Technik-Team bis zu Bedienungen, Putzkolonne und Aushilfen \u2013 durchaus als mittelst\u00e4ndisches Wirtschaftsunternehmen gelten. Reden mag er dar\u00fcber nicht so gern, aber seine Aktivit\u00e4ten entsprechend kalkulieren muss der Kulturimpressario doch. Die beiden Variet\u00e9-Spielzeiten zu Weihnachten und zu Ostern etwa haben sich f\u00fcr das neue Hahn zur sicheren Bank gemausert.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt hat der Schuppen die 2003er Mutation von der verrauchten Originalit\u00e4t einer Jazz-Kneipe zum modernen Kulturclub problemlos \u00fcberstanden. Das gef\u00fcrchtete Naser\u00fcmpfen auf Seiten treuer Hahn-Veteranen blieb die Ausnahme, denn Blueser, Jazzer, Rocker, Kabarettisten fanden auch auf der neuen B\u00fchne wieder Heimstatt. Und weil selbst des Chefs Herz daran hing, wurden obendrein m\u00f6glichst viele atmosph\u00e4rische Elemente aus dem alten Hahn ins neue gerettet. Auch das Her\u00fcberziehen der Elemente Variet\u00e9 und Comedy aus der fast zeitgleich aufgegebenen \u201eBlauen Biwel\u201c ins G\u00fclser Stammhaus klappte: Das alte Publikum machte den Umzug mit, neues Publikum konnte gewonnen werden. \u201eGenau genommen\u201c, sagt Berti, \u201ehaben wir jetzt hier wieder jenen programmatischen Gemischtwarenladen, mit dem wir in den 80ern anfingen.\u201c Dazu geh\u00f6ren seit eh und je Acts, die nicht von vornherein volles Haus versprechen: hoffnungsvolle Newcomer oder interessante Spezialisten. Immer wieder werden dann hilfreiche Kooperationen auf Gegenseitigkeit geschmiedet, mit dem F\u00f6rderverein Cafe Hahn, dem Koblenzer Jazz-Club oder der Koblenz-Touristik.&nbsp; &nbsp;<\/p>\n<p>Gefragt, warum das Etablissement noch immer \u201eCaf\u00e9 Hahn\u201c hei\u00dft, obwohl es mit der einstigen Konditorei ja nun gar nichts mehr zu tun hat, erkl\u00e4rt Berti: Erstens spiele das Konditorenhandwerk im Rahmen des \u201eLive-und-Lecker\u201c-Konzepts (also der ans B\u00fchnenprogramm jeweils angepassten K\u00fcchen-Kulinarik) weiter eine wichtige Rolle. Daf\u00fcr habe er eigens eine Konditorin eingestellt \u2013 und der gelernte Konditor Berti kann\u00b4s nicht lassen, gelegentlich auch noch selbst im Teig zu r\u00fchren. Zweitens aber, und das vor allem, ist \u201eCaf\u00e9 Hahn\u201c in 25 Jahren eine Marke geworden. Dies nicht nur f\u00fcr das G\u00fclser Haus, sondern auch f\u00fcr viele aush\u00e4usigen Aktivit\u00e4ten. Ma\u00dfgebliches Hahn-Engagment steckt etwa in Koblenzer Altstadtfest und Sch\u00e4ngelmarkt, im Horizonte- und im Gauklerfestival, kommt bei Rhein in Flammen oder Jazz im L\u00f6hr-Center zum Tragen. Der Hahn und das Hahn vermitteln Bands und Entertainer, stellen ganze Programme auf die Beine,&nbsp; wenn\u00b4s sein soll nebst Gala-Diner f\u00fcr Kongresse und Firmenevents.<\/p>\n<p>Das Caf\u00e9 Hahn ist eben ein Gemischtwarenladen, das aber im besten Sinne des Wortes: Gut sortiert mit dem, was unterschiedliche Menschen zu verschiedenen Zeiten f\u00fcrs Lebensgl\u00fcck&nbsp; brauchen k\u00f6nnen \u2013 Kultur recht verschiedener Machart. Auf ein fesches Jubeljahr und f\u00fcnf sch\u00f6ne Jubeltage im Mai!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ape. Koblenz. (26.01.2006). In diesem Jahr wird das \u201eCaf\u00e9 Hahn\u201c 25 Jahre alt. Es steht also ein richtiges Jubil\u00e4um an. 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