{"id":746,"date":"2021-02-25T23:00:00","date_gmt":"2021-02-25T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2021\/02\/25\/sommermode-2021-unten-hui-oben-pfui\/"},"modified":"2022-03-15T16:24:10","modified_gmt":"2022-03-15T15:24:10","slug":"sommermode-2021-unten-hui-oben-pfui","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2021\/02\/25\/sommermode-2021-unten-hui-oben-pfui\/","title":{"rendered":"Sommermode 2021: unten hui, oben pfui?"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/thumbnail\/public\/quergedanken_logo.jpg?itok=hEG8jpXv\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-47\" alt=\"\" class=\"image-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/quergedanken_logo_0.jpg\" style=\"float:left; height:100px; margin:5px; width:90px\" width=\"90\" height=\"100\" \/> <\/a><\/p>\n<p>Nach zweimonatiger Corona-Zwangspause darf ich f\u00fcr diese Stelle mal wieder zur Feder greifen. Von einer der sch\u00f6nen Seiten des Lebens sollte die schreiberische Rede gehen, nicht wieder von der vermaledeiten Seuche. Von h\u00fcbschen und aufh\u00fcbschenden Modetrends wollte sie handeln, die in der warmen Jahreszeit all\u00fcberall Kopf und Herz der Tr\u00e4gerInnen wie der Betrachtenden erfreuen. Doch kaum ist solch harmloser Gedanke gefasst, stolpert er \u00fcber die (noch) nirgends umgehbaren pandemischen Unbilden.<\/p>\n<p>Es sind n\u00e4mlich die Modezyklen geh\u00f6rig aus dem Tritt geraten. Die im Winter 2019\/2020 erworbenen Teile aus den Fr\u00fchjahrskollektionen konnten kaum ausgef\u00fchrt werden. Genauso erging es den im Sp\u00e4tsommer 2020 gekauften neu-modischen Kleidungsst\u00fccken f\u00fcr die jetzt auslaufende Wintersaison. Flaniergarderobe, Club-Wirtshaus-Partygarderobe, festliche Garderobe \u2026 h\u00e4ngen nagelneu im Schrank, kommen im Lockdown mangels Gelegenheit selten bis nie der Mitwelt vor Augen. Ergo bin ich leider nicht in der Lage, verl\u00e4sslich zu prognostizieren, was die Mode, insbesondere die f\u00fcr j\u00fcngere Frauen und reifere Damen, Reizendes in diesem Fr\u00fchjahr\/Sommer in die mehr oder minder belebte \u00d6ffentlichkeit bringt.&nbsp; &nbsp;<\/p>\n<p>Vielfach trifft das sogar auf B\u00fcro- oder Oberschul- und Uni-Garderobe zu; jedenfalls deren untere H\u00e4lfte. Sind die Herrschaften obenrum f\u00fcr die Schaltkonferenz aus dem Homeoffice noch schniecke geputzt, mag man sich kaum vorstellen, was unterhalb der Kameraerfassung an anr\u00fcchigem Verfall der Bekleidungskultur abgeht. Da d\u00fcrfte mancher seinen Unwillen gegen Vorgesetzte klammheimlich in einen Gedanken packen, dessen M\u00f6glichkeit buchst\u00e4blich bereits vorbereitet ist: \u201eGleich spring ich ihm\/ihr mit dem nackten Ar\u2026. ins Gesicht\u201c. Die alte Volksweisheit vom \u201eOben hui, unten pfui\u201c feiert auf diesem Feld derzeit fr\u00f6hliche Urst\u00e4nd \u2013 und best\u00e4tigt so ein ewiges Gesetz des Modemachens, das mir aus kundigem Munde offenbart wurde: Je mehr gestalteter Stoff obenrum, umso weniger untenrum; und umgekehrt.<\/p>\n<p>Dies Gesetz k\u00f6nnte nun unter den besonderen Bedingungen unserer Gegenwart auch zur Umkehrung besagter Volksweisheit f\u00fchren. Denn ganz \u201eoben\u201c wird reichlich h\u00e4sslicher Stoff \u2013 unvermeidlich \u2013 die ausdrucksst\u00e4rkste Partie unseres K\u00f6rpers verh\u00fcllen: die medizinische Mund-Nasen-Maske das Gesicht. Und man baue f\u00fcr die zwischenmenschliche Beeindruckung blo\u00df nicht so sehr auf die frei bleibenden Augen. Deren Kraft r\u00fchrt n\u00e4mlich nicht von den Glubschern selbst, sondern von ihrem Zusammenspiel mit Dutzenden von Gesichtsmuskeln. Die aber werden auch in diesem Sommer noch bedeckt sein.<\/p>\n<p>F\u00e4llt Mimik zur Kommunikation weg: Was bleibt? Das \u201eUnten\u201c muss sich umso eindringlicher Ausdruck verschaffen. Gem\u00e4\u00df dem beschriebenen Gesetz des Modemachens gilt deshalb f\u00fcr Sommer 2021: Da im Gesicht so viel Stoff h\u00e4ngt wie nie, braucht es vom Hals bis zu Sohle davon sehr wenig. Freund Walter f\u00e4llt mir begeistert ins Wort: \u201eFolglich werden die Ladies sich f\u00fcr den Gang in die so oder so pandemisch begrenzte Welt \u2013 kontrastierend zur Seuchenmaske \u2013 zuhauf kleiden in nackte Schultern, Arme und tiefe Dekolett\u00e9s, einige werden Bauchfreiheit bis fast hinab zur Venus pflegen, andere Beinfreiheit bis hinauf zur ersten r\u00fcckw\u00e4rtigen Mondrundung. Das wird h\u00fcbsch \u2013 obwohl auch viele diese Mode tragen werden, denen sie eher weniger steht. Und m\u00f6gen die G\u00f6tter verh\u00fcten, dass die Mannsbilder all ebenfalls auf diesen Trend verfallen.\u201c&nbsp;&nbsp; &nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach zweimonatiger Corona-Zwangspause darf ich f\u00fcr diese Stelle mal wieder zur Feder greifen. Von einer der sch\u00f6nen Seiten des Lebens sollte die schreiberische Rede gehen, nicht wieder von der vermaledeiten Seuche. Von h\u00fcbschen und aufh\u00fcbschenden Modetrends wollte sie handeln, die in der warmen Jahreszeit all\u00fcberall Kopf und Herz der Tr\u00e4gerInnen wie der Betrachtenden erfreuen. 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