{"id":706,"date":"2015-12-19T23:00:00","date_gmt":"2015-12-19T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2015\/12\/19\/stetes-bemuehen-um-rheinland-pfaelzische-historienschaetze\/"},"modified":"2015-12-19T23:00:00","modified_gmt":"2015-12-19T22:00:00","slug":"stetes-bemuehen-um-rheinland-pfaelzische-historienschaetze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2015\/12\/19\/stetes-bemuehen-um-rheinland-pfaelzische-historienschaetze\/","title":{"rendered":"Stetes Bem\u00fchen um rheinland-pf\u00e4lzische Historiensch\u00e4tze"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>ape. Rheinland-Pfalz.<\/strong><\/em> Mindestens einmal j\u00e4hrlich ausf\u00fchrlich mit Thomas Metz zu sprechen, ist ein Muss f\u00fcr den Chronisten, der zu seinen Aufgaben Berichterstattung \u00fcber den Stand der rheinland-pf\u00e4lzischen Altertumspflege z\u00e4hlt. Denn der geb\u00fcrtige Kurpf\u00e4lzer und gelernte Architekt ist Herr der Altert\u00fcmer im Land. Seit 2008 tr\u00e4gt er den etwas umst\u00e4ndlichen Titel \u201eGeneraldirektor der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz\u201d. Kurzum: Er ist Chef der GDKE.<\/p>\n<p>Das ist, so sei erinnert, eine Obere Landesbeh\u00f6rde im Zust\u00e4ndigkeitsbereich des Mainzer Kulturministeriums. Die GDKE wurde 2007 unter ma\u00dfgeblichem Einfluss des damaligen Kulturstaatssekret\u00e4rs und heutigen Oberb\u00fcrgermeisters von Koblenz,&nbsp; Joachim Hofmann-G\u00f6ttig, aus zuvor sechs eigenst\u00e4ndigen Landesinstitutionen zusammengebaut. Weshalb Metz nunmehr seit acht Jahren einem gro\u00dfen Apparat vorsteht. Darin vereint sind&nbsp; Landesarch\u00e4ologie, Landesdenkmalpflege,&nbsp; Direktion Burgen\/Schl\u00f6sser\/Altert\u00fcmer (BSA), dazu die Landesmuseen in Trier, Koblenz und Mainz.<\/p>\n<p>Abendliches Gespr\u00e4ch in Metz&#8216; B\u00fcro auf der Festung Ehrenbreitstein \u2013 w\u00e4hrend gegen\u00fcber in deren Kuppels\u00e4len gerade eine Vorstellung des Hahn-Weihnachtsvariet\u00e9s beginnt. Wir h\u00e4tten uns auch in der Mainzer Offizialzentrale der GDKE treffen k\u00f6nnen, wo das Vorzimmer des Chefs und sein zweites B\u00fcro liegen. Doch haben sich im Zuge der Festungssanierung sowie der Ausbildung der Generaldirektion manche Gewichte von Mainz nach Koblenz verlagert; weshalb es heute Jacke wie Hose ist, wo wir plaudern.<\/p>\n<p>Als Einstieg dr\u00e4ngt sich das eben beendete Jahr auf der Koblenzer Festung selbst auf. Da f\u00e4llt eine stolze Zahl: In summa darf sich diese Mischliegenschaft des Landes aus Baudenkmal, Landesmuseum und Kulturzentrum f\u00fcr 2015 knapp eine Million Besucher zugute halten. Damit ist die Ehrenbreitstein \u2013 nicht zuletzt dank eines umfangreichen Veranstaltungsprogramms \u2013 das wahrscheinlich meistbesuchte, eintrittspflichtige Einzeldenkmal in Rheinland-Pfalz.<\/p>\n<p>Doch gilt mein Interesse weniger den vordergr\u00fcndigen Erfolgen. Vielmehr geht es um die qualitativen Entwicklungen im Hintergrund. Vornehmlich um die Frage, ob und wenn ja welche Positivwirkungen die Zusammenfassung von sechs Institutionen unter dem Dach der GDKE zeitigt. Das Gespr\u00e4ch nimmt nun zwangsl\u00e4ufig eine \u00fcber\u00f6rtliche Perspektive ein. Metz beschreibt die Fortschritte hin zu interdisziplin\u00e4ren inhaltlichen Schwerpunktsetzungen an den vier Hauptstandorten der GDKE in Trier, Koblenz, Mainz und Speyer.<\/p>\n<p>So gehe der Ausbau Triers zum rheinland-pf\u00e4lzischen \u201eZentrum f\u00fcr Antike\u201d gut voran. Denkmalpflege, Arch\u00e4ologie und das Rheinische Landesmuseum in der&nbsp; Moselstadt w\u00fcrden immer besser Hand in Hand arbeiten bei Pflege, Erforschung, Aufwertung der Trierer Welterbe-Antikenst\u00e4tten sowie Vortrieb, Auswertung und Pr\u00e4sentation arch\u00e4ologischer Grabungen. Hinzugekommen ist eine Kooperation mit speziellen Fachbereichen der Universit\u00e4t Trier, wodurch sich die wissenschaftlichen Kapazit\u00e4ten f\u00fcr die GDKE-Arbeit betr\u00e4chtlich erweitern.<\/p>\n<p>Diese Zusammenarbeit am Ort sowie die Vernetzung mit den anderen GDKE-Standorten im Land waren zuletzt sehr hilfreich etwa bei Ausstellungen \u00fcber r\u00f6mischen St\u00e4dtebau oder den Einsatz von Mainzer Legionen zur Verteidigung Triers anno 196\/97 nach Christus. Sie kommt nun wieder zum Zuge bei der im Mai 2016 beginnenden gro\u00dfen Trierer Ausstellungskampagne \u00fcber Kaiser Nero. Kooperation mit den Hochschulen am Ort ist auch in Mainz Usus geworden; derweil \u00fcbt Speyer den Schulterschluss mit der benachbarten Uni Heidelberg.<\/p>\n<p>Wie im Rahmen der GDKE-Schwerpunktsetzung Trier \u201eZentrum der Antike\u201d ist, so das Landesmuseum Koblenz in der Festung Ehrenbreitstein Zentrum der rheinland-pf\u00e4lzischen Technik- und Wirtschaftsgeschichte. Tragende S\u00e4ulen sind hier die Dauerausstellung \u201eZ\u00fcndende Ideen\u201d sowie die Wechselausstellungen im \u201eHaus des Genusses\u201d. Dort wird &#8211; nach Wein, barocker Esskultur und Schokolade in den Vorjahren &#8211; 2016 die Geschichte der Tabak-Kultur sowie der einstigen Verpflegung der preu\u00dfischen Festungsbelegschaft thematisiert. Als publikumstr\u00e4chtige Familienausstellung folgt auf die 2015er Playmobil-Schau im neuen Jahr eine \u201eEiszeitsafari\u201d genannte Sonderausstellung \u00fcber Flora, Fauna und Menschenleben in der Eiszeit .<\/p>\n<p>Dem GDKE-Standort Mainz f\u00e4llt entsprechend der Hauptstadtlage sowie der traditionellen Mischform des dortigen Landesmuseums aus Kunst- und Historienmuseum die Rolle als Zentrum des kulturellen Erbes von Rheinland-Pfalz zu. Wegen Sanierung des Landtagsgeb\u00e4udes wird der Landtag seine Sitzungen f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit in der \u201eSteinhalle\u201d auf dem Museumsgel\u00e4nde abhalten. Metz will diese Konstellation auch nutzen, bei den Parlamentariern das Interesse am Kulturerbe zu verst\u00e4rken. Auf dem Programm stehen f\u00fcr 2016 eine Expressionisten-Ausstellung sowie die bereits er\u00f6ffnete bauhistorische Schau \u201eMainz \u2013 Ein Blick, viele Ansichten\u201d. 2017 wird dort eine umfassende Pr\u00e4sentation mit Exponaten aus allen Ecken des Landes \u201e70 Jahre Arch\u00e4ologie in Rheinland-Pfalz\u201d dokumentieren.<\/p>\n<p>Unser Gespr\u00e4ch wird nun eine Tour de force zu zahlreichen Einzelprojekten im Bereich Denkmalpflege und Arch\u00e4ologie. Beispielsweise:&nbsp; Wie steht es mit Schloss Stolzenfels? Die Au\u00dfensanierung sei abgeschlossen, im Inneren m\u00fcsse aber noch einiges getan werden. Derweil l\u00e4uft dort weiter ein vielgestaltiges Veranstaltungsprogramm. Baulich \u00e4hnlich ist die Lage bei Schloss B\u00fcrresheim nahe Mayen. Metz freut sich, dass hinsichtlich der \u00d6ffentlichkeitsarbeit eine Kooperation zwischen Stadt Mayen, Burg Elz und B\u00fcrresheim\/GDKE zustande gekommen ist.<\/p>\n<p>Das lange fast vergessene Doppelburg-Schloss B\u00fcrresheim ist inzwischen im Sommerhalbjahr f\u00fcr Besucher ge\u00f6ffnet, bietet zudem eine Veranstaltungsreihe aus politisch-gesellschaftlichen Vortr\u00e4gen, Kulturabenden und barockem M\u00e4rchenfest. Gute Fortschritte macht auch die Restaurierung des Industriedenkmals Sayner H\u00fctte bei Bendorf. 2017\/18 wird dort eine Ausstellung \u00fcber die Industrielle Revolution in Rheinland-Pfalz die gro\u00dfe Trierer Schau zum 200. Geburtstag von Karl Marx erg\u00e4nzen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich j\u00fcngste Beispiele aus der Arch\u00e4ologie. Da sind etwa die spektakul\u00e4ren Entdeckungen: der antike \u201eBarbarenschatz von R\u00fclzheim\u201d in der Pfalz; steinzeitliche Pferdegravuren bei Gondershausen im Hunsr\u00fcck; neue Beweise f\u00fcr die letzte Schlacht der Treverer gegen Rom auf einer Wiese bei Riol (Mosel). Da sind laufende Grabungen bei Polch und Andernach, die weitere Erhellung \u00fcber r\u00f6misches, keltisches und noch fr\u00fcheres Erbe versprechen. Und da wird wohl, wie ich h\u00f6re, demn\u00e4chst eine neue \u00dcberraschung aus dem Ehrenbreitsteiner Gebiet kommen. Doch Metz will mit der Sache nicht rausr\u00fccken; wahrscheinlich gibt es noch Forschungsbedarf. Besch\u00e4ftigung mit den Altert\u00fcmern ist nunmal nicht nur kulturelle Pflicht, sondern sehr oft auch spannendes Abenteuer.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;<\/p>\n<p><em>Andreas Pecht<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ape. Rheinland-Pfalz. 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