{"id":6473,"date":"2026-10-30T11:45:38","date_gmt":"2026-10-30T10:45:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/?p=6473"},"modified":"2026-10-30T11:50:42","modified_gmt":"2026-10-30T10:50:42","slug":"mensch-aergere-dich-nicht-quergedanken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2026\/10\/30\/mensch-aergere-dich-nicht-quergedanken\/","title":{"rendered":"MENSCH \u00c4RGERE DICH NICHT (&#8222;Quergedanken&#8220;)"},"content":{"rendered":"<pre>    Monatskolumne Nr. 256, 30. Oktober 2026<\/pre>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"font-size: large;\"><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/quergedanken_logo_0.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-51\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/quergedanken_logo_0.jpg\" alt=\"quergedanken_logo\" width=\"150\" height=\"167\" \/><\/a> Heute mal nichts vom \u201erealen Irrsinn\u201c oder von der \u201eirren Realit\u00e4t\u201c. Obacht!, die beiden Ausdr\u00fccke in Freund Walters derzeit h\u00e4ufig benutztem Wortspiel bedeuten nicht dasselbe. Auch ich hatte etwas gr\u00fcbeln m\u00fcssen, um dahinter zu kommen, warum er Ersteren stets aufs aktuelle Politikgeschehen anwendet, Letzteren hingegen auf die Folgen des menschengemachten Klimawandels. Nein, ich l\u00f6se die Sache hier nicht auf. Die verehrte Leserschaft m\u00f6ge sich selbst den Kopf zerbrechen, das ist schlie\u00dflich der Sinn von Wortspielen. Ein Tipp: Die KI hilft dabei kaum \u2013 denn sie kann sich auf eine Type wie Walter keinen Reim machen.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"font-size: large;\">Wenn das Hirn schier kocht, die Nerven blank liegen, wenn nachdenken, diskutieren, emp\u00f6ren \u00fcber Absurdit\u00e4ten des Zeitgeschehens auf den Magen schlagen, dann dr\u00fcckt der Freund immer mal wieder den Pauseknopf, dr\u00e4ngt zu zeitweiser R\u00fcckbesinnung auf banal Menschliches und Allzumenschliches: \u201eLass uns ein bisschen karten oder w\u00fcrfeln.\u201c Spielen, jetzt, in solch angespannter Lage? Yes, denn genau dann ist am wertvollstem, was Friedrich Schiller einst so formulierte: \u201eDer Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"font-size: large;\">Sprechen wir also mal, und das guten Gewissens, \u00fcber Spiele und das gesellige Spielen. Und zwar das der analogen Art: Brettspiele, Karten- und W\u00fcrfelspiele, Wissens- und R\u00e4tselspiele, Geschicklichkeitsspiele \u2013 die, so las ich, sich nach wie vor, ja sogar wieder verst\u00e4rkt gro\u00dfer Beliebtheit in allen Altersklassen erfreuen sollen. Digitalspiele im Internet oder mittels elektronischer Konsolen muss ich ausklammern, denn damit kenne ich mich nicht aus, die haben mich nie gereizt. Das elektrische Spielger\u00e4t, mit dem ich letztmals aktiv zu tun hatte, war in den fr\u00fchen 1970ern der Flipper im Jugendzentrum; und der auch nur, weil man da dichtgedr\u00e4ngt mit M\u00e4dels drumrumstehen konnte.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"font-size: large;\">Abstand sei auch genommen von der Geldzockerei. Wie appellierte Walter einmal: \u201eLass mich nie in ein Casino! Beim Roulette und Baccara oder am einarmigen Banditen werde ich leicht zum Opfer des Gierteufels.\u201c Tja, beim Spielen kommen nicht selten Eigenschaften zum Vorschein, die man von den Betreffenden im Alltag gar nicht kennt. Dies auch bei den harmlosen Allerweltsspielen der traditionellen oder neueren Art, wie wir sie zu zweit, dritt oder viert alle paar Wochen mal f\u00fcr einen Abend oder im Urlaub pflegen: 66, Skat, Kniffel, das unsterbliche Mensch-\u00e4rgere-dich-nicht, oder neuerdings Level 8, Skyjo \u2026. Pl\u00f6tzlich wird die sonst eher etwas chaotische Julia zur verbiesterten Regelpolizistin; der eigentlich grundehrliche Romeo beschei\u00dft, was das Zeug h\u00e4lt; der normalerweise kaum aus der Ruhe zu bringende Walter wird zur sch\u00e4umenden Furie.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"font-size: large;\">Es liegt eben im Wesen solcher Spiele: Wer sie spielt, muss gewinnen wollen, vor allem aber auch verlieren k\u00f6nnen. Ich selbst bin ein guter Verlierer, nehme mein Schicksal am Spieltisch gelassen und freundlich an. *** Freund Walter liest den letzten Satz, kriegt sich gar nicht mehr ein vor Lachen und diktiert frech: \u201eDer Herr Kolumnist fantasiert. Lass ihn viermal hintereinander verlieren, dann wird er brummig, gar grantig, verflucht sein Pech, hadert mit den G\u00f6ttern wegen ihrer Missgunst, beschw\u00f6rt inst\u00e4ndig die Geister von Karten oder W\u00fcrfeln, ihm mal was Gescheites auf die Hand zu geben. Ja, ja, beim Spielen kommen eben nicht nur unbekannte Eigenschaften zum Vorschein \u2013 da bekommt auch manches Selbstbild einen Knacks.\u201c <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatskolumne Nr. 256, 30. Oktober 2026 Heute mal nichts vom \u201erealen Irrsinn\u201c oder von der \u201eirren Realit\u00e4t\u201c. Obacht!, die beiden Ausdr\u00fccke in Freund Walters derzeit h\u00e4ufig benutztem Wortspiel bedeuten nicht dasselbe. 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