{"id":62,"date":"2018-03-25T22:00:00","date_gmt":"2018-03-25T21:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2018\/03\/25\/gruesse-aus-entenhausen\/"},"modified":"2018-03-25T22:00:00","modified_gmt":"2018-03-25T21:00:00","slug":"gruesse-aus-entenhausen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2018\/03\/25\/gruesse-aus-entenhausen\/","title":{"rendered":"Gr\u00fc\u00dfe aus Entenhausen"},"content":{"rendered":"<p><strong>ape.<\/strong> MAINZ. Es ist seltsam mit dem Verh\u00e4ltnis der Deutschen zu Comics. Bl\u00e4ttert man durch die hiesige Zeitungslandschaft, sind Comics noch immer meist nur kleine Streifen f\u00fcr Kinder. Anders in den USA, das macht die Ausstellung \u201eWalt Disney \u2013 Mickey, Donald &amp; Friends\u201c im Landesmuseum Mainz deutlich. Dort verweisen Ideenskizzen, Entw\u00fcrfe, Probedrucke auf die lange Tradition amerikanischer Bl\u00e4tter, ganze Seiten mit Comics zu f\u00fcllen \u2013 und das keineswegs als Spezialangebot nur f\u00fcr Kinder. Gezeichnete Bildergeschichten mit Kurztexten in Blubblerblasen sind auch ein Vergn\u00fcgen f\u00fcr Erwachsene. Und selbst hierzulande, wo sie bis weit in die zweite H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts weithin als kulturferner \u201eKitsch\u201c verp\u00f6nt waren, erfahren Comics seit etlichen Jahren zusehends Anerkennung als eigenst\u00e4ndige Kunstform.<\/p>\n<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/thumbnail\/public\/Mickey.jpg?itok=Gj5NKliT\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-60\" alt=\"\" class=\"image-large\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Mickey.jpg\" style=\"float:right; height:291px; margin:5px; width:455px\" width=\"455\" height=\"291\" \/> <\/a> Die Mainzer Schau umrei\u00dft nicht die Gesamtentwicklung des Genres, sie konzentriert sich auf zwei zentrale Str\u00e4nge aus dem Hause Walt Disney: die Welt von Mickey Mouse und das Duck-Universum. Das Gros der 300 Exponate besteht aus auf Papier gezeichneten Comics in unterschiedlichsten Entstehungsphasen. F\u00fcr den erwachsenen Betrachter ist einer der interessantesten Aspekte dabei die Erhellung des Entwicklungsprozesses der Figuren nach Aussehen, K\u00f6rperhaltung, Bewegungsausdruck, Mimik, Stimmung. Erst nur vage Andeutungen in Bleistift- oder Kohleskizzen verdichten sich Schritt um Schritt zu handelnden Personen. Bis schlie\u00dflich dem geizigen Geldsack Dagobert angesichts eines Goldklumpens der Hut hochgeht, die Gier ihn schielen und am ganzen Leib zittern l\u00e4sst. Bis Donald \u2013 der von einer weltweiten Fan-Gemeinde der Donaldisten verehrte Antiheld unter den Ducks \u2013 entgeistert, entsetzt, verbl\u00fcfft, vertrottelt von einer Malaise in die n\u00e4chste stolpert.<\/p>\n<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/thumbnail\/public\/Dagobert.jpg?itok=GYfW61FD\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-61\" alt=\"\" class=\"image-large\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Dagobert.jpg\" style=\"float:right; height:333px; margin:5px; width:230px\" width=\"230\" height=\"333\" \/> <\/a> Bei Disney war zuerst der Trickfilm, der gedruckte Comics folgte etwas sp\u00e4ter, war zun\u00e4chst als blo\u00dfes Werbemittel f\u00fcrs Kino gedacht. Mickey kam 1928 als noch freches B\u00fcrschlein auf die Leinwand, mutierte sp\u00e4ter Zug um Zug zum harmlosen, braven US-Famlientyp. An zwei Kino-\/TV-Stationen werden im Landesmuseum demnach auch kurze Comic-Filme gezeigt. Erst ab 1930 adaptierte Floyd Gottfredson die Figur f\u00fcr den Druck, der bald in Millionenauflage \u201egelesenen\u201c Comics.&nbsp; Gottfredsons Arbeit ist in Mainz ebenso eine eigene Abteilung gewidmet wie Al Taliaferro, dem \u201eVater\u201c von Donald Duck. Dritter im Bunde der Disney-Seniorzeichner ist Carl Barks, dem wir etwa Dagobert, Daniel D\u00fcsentrieb oder die Panzerknacker verdanken, aber auch heroische Fantasy-Lithos oder einen frivolen Enten-Harem voll praller nackter Menschenweiblichkeit.<\/p>\n<p>Die Schau stellt den drei bereits verstorbenen Altmeistern aktuelle Arbeiten von drei Disney-Zeichnern der j\u00fcngeren Generation gegen\u00fcber, von Don Rosa sowie den in Deutschland ans\u00e4ssigen Jan Gulbransson und Ulrich Schr\u00f6der. Erstaunlich: Von ein bisschen Computerunterst\u00fctzung abgesehen, hat sich die Arbeitsweise nur wenig ge\u00e4ndert. Es war und bleibt die bis ins Kleinste genaue, f\u00fcr den Handlungsmoment g\u00fcltige zeichnerische Typisierung von Bewegung und Ausdruck, die im Kopf des Betrachters ein Geschehen lebendig werden l\u00e4sst.<\/p>\n<p><em>Andreas Pecht<\/em><\/p>\n<p>Bis 29. Juli 2018. Info: <a href=\"https:\/\/www.landesmuseum-mainz.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.landesmuseum-mainz.de<\/a>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ape. MAINZ. Es ist seltsam mit dem Verh\u00e4ltnis der Deutschen zu Comics. Bl\u00e4ttert man durch die hiesige Zeitungslandschaft, sind Comics noch immer meist nur kleine Streifen f\u00fcr Kinder. Anders in den USA, das macht die Ausstellung \u201eWalt Disney \u2013 Mickey, Donald &amp; Friends\u201c im Landesmuseum Mainz deutlich. 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