{"id":6137,"date":"2026-03-27T11:18:05","date_gmt":"2026-03-27T10:18:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/?p=6137"},"modified":"2026-03-27T11:18:44","modified_gmt":"2026-03-27T10:18:44","slug":"kunst-ist-ein-echter-gesundbrunnen-quergedanken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2026\/03\/27\/kunst-ist-ein-echter-gesundbrunnen-quergedanken\/","title":{"rendered":"Kunst ist ein echter Gesundbrunnen (&#8222;Quergedanken&#8220;)"},"content":{"rendered":"<pre>    Monatskolumne Nr. 249, 27. M\u00e4rz 2026<\/pre>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/quergedanken-logo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-875\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/quergedanken-logo.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"167\" \/><\/a> \u00dcber die Jahrzehnte haben uns unz\u00e4hlige Forschungsprojekte und Studien davon \u00fcberzeugt: Richtige Ern\u00e4hrung, ordentlich Bewegung, Enthaltsamkeit bei Tabak und Alkohol sind der Gesundheit zutr\u00e4glich, sollen sogar die Chancen f\u00fcr ein l\u00e4ngeres Leben erh\u00f6hen. Daraus hervorgegangen sind Legionen von Ern\u00e4hrungsrichtungen und Bewegungsschulen. Einige bescheiden auftretend, alltagstauglich und praktisch; andere mit schier religi\u00f6ser Inbrunst ihr allein seligmachendes Potenzial beschw\u00f6rend. Manchmal begegnen einem nun Mitmenschen, die solche Sachen mit extremem Eifer betreiben, um (vielleicht) ein, zwei J\u00e4hrchen l\u00e4nger zu leben, dies aber mit lebenslanger Askese, also Verzicht auf Spa\u00df an der Freud erkaufen. \u201eDar\u00fcber steht uns kein Urteil zu, das mag jede und jeder halten, wie sie oder er will\u201c, bemerkt Freund Walter gelassen \u2013 und nimmt einen kr\u00e4ftigen Schluck aus seinem Bierhumpen.<\/p>\n<p>Neuerdings machen auch Ergebnisse j\u00fcngerer wissenschaftlicher Untersuchungen \u00fcber den Einfluss der K\u00fcnste auf die Menschengesundheit von sich reden. Darunter finden sich uralte H\u00fcte wie \u201eSingen ist gesund\u201c, allein in der Badewanne, noch mehr im Chor bzw. dieser Tage auch beim \u201eRudelsingen\u201c. Oder: \u201eEin Instrument erlernen\/spielen h\u00e4lt Geist und k\u00f6rperliche Sensorik fit.\u201c Tanzen, Theater spielen, dichten, basteln, malen, bildhauern: Dass jede musische Aktivit\u00e4t Geist, Gem\u00fct und K\u00f6rper nicht nur Schulkindern, sondern s\u00e4mtlichen Altersklassen gut tut, das ahnten, wussten, sp\u00fcrten schon meine noch im 19. Jahrhundert geborenen Gro\u00dfeltern \u2013 mag auch die Oma aus ganz anderen Gr\u00fcnden im Kirchenchor gesungen und Opa im Spielmannszug die Trommel ger\u00fchrt haben. Jedenfalls kamen beide meist in bester Laune von ihren Probenabenden zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Jetzt aber wird das alte Wissen obendrein mit wissenschaftlichen Daten untermauert. Die gehen sogar noch ein St\u00fcck weiter. Danach ist Kunst nicht nur f\u00fcr die Aktiven, Profis wie Amateure, gesund, sondern auch f\u00fcr blo\u00df passive Kunstkonsumenten. Also auch f\u00fcr Leute wie meinen Walter, dessen musische Eigenaktivit\u00e4t sich in gelegentlichem \u201eSingen\u201c (wenn man seine Ger\u00e4usche denn so nennen will) ersch\u00f6pft, der aber als eifriger Ausstellungs-, Theater- und Konzertbesucher ein durchaus kunstbeflissenes Leben f\u00fchrt. Wodurch er von all dem profitieren k\u00f6nnte, was die Wissenschaft als positive Gesundheitseffekte beim Erleben von Kunst dingfest gemacht hat (per K\u00f6rperdaten messbar, teils im Hirnscan sichtbar): Herzfrequenz, Blutdruck, Cortisol-Spiegel sinken; Stress, Angst- und Depressionsrisiko, gar das Schmerzempfinden werden reduziert; weil Kunst Freude macht, befeuert die Besch\u00e4ftigung damit das k\u00f6rpereigene chemisch-biologische Belohnungssystem.<\/p>\n<p>Solche Effekte scheinen derart markant zu sein, dass Kunstgenuss inzwischen mancherorts im Gesundheitssystem (und nicht mehr nur in der Psychiatrie) fast wie Arznei eingesetzt wird. Kunstausstellungen in Krankenh\u00e4usern greifen hierzulande aus gutem Grund um sich. In Gro\u00dfbritannien, Kanada, Belgien und Frankreich, so las ich, k\u00f6nnen \u00c4rzte Museums- und Konzertbesuche schon auf Rezept verschreiben. Interessante Forschungserkenntnis auch das: Musik live wirkt besser als die Konserve; Gem\u00e4lde im Original wirken besser als nur abfotografierte; Meisterwerke haben einen st\u00e4rkeren Effekt als blo\u00df nette Landschafts- und Tierbilder oder banales Gedudel.<\/p>\n<p>Freund Walter schmunzelnd: \u201eFeine Sache, die Wissenschaft.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatskolumne Nr. 249, 27. M\u00e4rz 2026 \u00dcber die Jahrzehnte haben uns unz\u00e4hlige Forschungsprojekte und Studien davon \u00fcberzeugt: Richtige Ern\u00e4hrung, ordentlich Bewegung, Enthaltsamkeit bei Tabak und Alkohol sind der Gesundheit zutr\u00e4glich, sollen sogar die Chancen f\u00fcr ein l\u00e4ngeres Leben erh\u00f6hen. 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