{"id":5584,"date":"2025-04-08T18:52:53","date_gmt":"2025-04-08T17:52:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/?p=5584"},"modified":"2025-04-08T18:52:56","modified_gmt":"2025-04-08T17:52:56","slug":"alltaegliches-unterbrochener-schlaf-durch-wolfsstunde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2025\/04\/08\/alltaegliches-unterbrochener-schlaf-durch-wolfsstunde\/","title":{"rendered":"Allt\u00e4gliches: Unterbrochener Schlaf durch &#8222;Wolfsstunde&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>ape.<\/strong><\/em> Ordentliche Zeitungen zu lesen, das bildet. Habe jetzt bei der Lekt\u00fcre der &#8222;Zeit&#8220; von vergangener Woche (Nr. 14, 2025) wieder etwas gelernt, und zwar \u00fcber mein eigenes Leben. Genauer: Mein Nachtleben. Noch genauer: Meine Schlafpraxis. Thema: die Wolfsstunde. Dieses Ph\u00e4nomen &#8211; das etwa 15 bis 20 % aller Menschen gelegentlich oder regelm\u00e4\u00dfig &#8222;heimsucht&#8220; &#8211; geht in meinem Fall so:<br \/>\nEtwa die H\u00e4lfte aller N\u00e4chte wache ich zwischen 3 Uhr und 4.30 Uhr auf, bin sofort glockenhell wach und habe Hunger. Ich wei\u00df aus jahrzehntelanger Erfahrung, dass v\u00f6llig zwecklos ist, jetzt krampfhaft das Wiedereinschlafen herbeizwingen zu wollen. Also stehe ich wohlgemut auf, hole die Zeitung aus dem Briefkasten und nehme, lesend, in der K\u00fcche ein erstes kleines Fr\u00fchst\u00fcck zu mir. Nach ziemlich genau einer Stunde in n\u00e4chtlich entspannter Stille kehrt die Bettschwere von alleine zur\u00fcck. Ergo: Wieder rein in die Federn und (meistens) in den &#8222;zweiten Schlaf&#8220; fallen, der dann bis etwa 7.30 Uhr dauert.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df schon lange, dass dieses Aufwachph\u00e4nomen zu fortgeschrittener Nachtzeit volkst\u00fcmlich &#8222;die Wolfsstunde&#8220; genannt wird und daher r\u00fchrt: Um die besagte Zeit f\u00e4hrt der K\u00f6rper den Melatonin-Level herunter und bereitet mit der Produktion anderer Stoffe die sp\u00e4tere Aufwachphase vor. Die meisten Leute merken davon nichts oder kaum etwas, &#8222;die W\u00f6lfe&#8220; aber wachen davon oft auf. &#8222;Schlafst\u00f6rung&#8220; meint warnend der Volksmund, oder &#8222;senile Bettflucht&#8220;. Nun aber lerne ich bei der Zeitungslekt\u00fcre, dass der wissenschaftliche Schlafforscher das f\u00fcr Unsinn h\u00e4lt. Er erkl\u00e4rt, sinngem\u00e4\u00df: Es handle sich beim Ph\u00e4nomen &#8222;Wolfsstunde&#8220; um keine Schlafst\u00f6rung im pathologischen Sinne, sondern im Grunde um eine ganz normale Erscheinung, quasi ein nat\u00fcrliches Relikt aus der vorindustriellen Menschheitsentwicklung &#8211; bevor mit der Erfindung des elektrischen Lichts der Homo sapiens seinen Tag-Nacht-Rhythmus k\u00fcnstlich umgekrempelt habe.<\/p>\n<p>&#8222;Durchschlafen&#8220;, dieses heutige Ideal nach dem alle h\u00e4nderingend streben, war dunnemals nur eine Normalit\u00e4t neben derjenigen des geteilten Schlafes. Letzteren beschreiben schon antike Autoren, Julius Caesar etwa sprach vom &#8222;ersten Schlaf&#8220; und vom &#8222;zweiten&#8220;. Und noch in der mittelalterlichen Gesellschaft war es wohl auch Gang und G\u00e4be, dass manches Familienmitglied nachts um Dreie oder Viere munter war, im Winter das Herdfeuer wieder entfachte, im Dunkeln fr\u00fchst\u00fcckte (Leuchtmittel waren rar und teuer) und sich hernach wieder aufs Ohr legte.<\/p>\n<p>So habe ich denn nun auch den wissenschaftlichen Segen f\u00fcr meine fast seit Jugendtagen immer wieder eintretende w\u00f6lfische Nachtstunde &#8211; mit der ich schon sehr lange nicht mehr hadere, sondern sie als Beimirsein in Ruhe und Stille meist genie\u00dfe. <em>Andreas Pecht<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ape. Ordentliche Zeitungen zu lesen, das bildet. Habe jetzt bei der Lekt\u00fcre der &#8222;Zeit&#8220; von vergangener Woche (Nr. 14, 2025) wieder etwas gelernt, und zwar \u00fcber mein eigenes Leben. Genauer: Mein Nachtleben. Noch genauer: Meine Schlafpraxis. Thema: die Wolfsstunde. 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