{"id":5528,"date":"2025-03-12T11:45:47","date_gmt":"2025-03-12T10:45:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/?p=5528"},"modified":"2025-03-12T11:51:19","modified_gmt":"2025-03-12T10:51:19","slug":"warum-auch-gegner-von-merz-ihm-erfolg-wuenschen-sollten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2025\/03\/12\/warum-auch-gegner-von-merz-ihm-erfolg-wuenschen-sollten\/","title":{"rendered":"Warum auch Gegner von Merz ihm Erfolg w\u00fcnschen sollten"},"content":{"rendered":"<pre><em>Leseempfehlung!! Zwei heute erschienene \nKommentare des Kollegen Christian N\u00fcrnberger\nzur Causa Merz\/S\u00f6der\/Gr\u00fcne\/Sonderverm\u00f6gen,\ndie ich in wesentlichen Punkten teile.<\/em><\/pre>\n<p><strong>1. Statement auf Facebook:<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Ja, man darf w\u00fctend sein auf Merz und S\u00f6der, besonders auf S\u00f6der. Die Abstimmung mit der AfD im Bundestag, 551 \u00fcberfl\u00fcssige, weil einseitige, Fragen zur staatlichen Finanzierung von NGOs, Friedrich Merz und sein interessanter Vortrag \u00fcber Demonstranten gegen rechts, die nicht mehr alle Tassen \u2026 Dazu S\u00f6ders Bullshit gegen die Gr\u00fcnen, zum 1001. Mal aufgew\u00e4rmt im Aschermittwochs-Bierdunst von Passau &#8211; und dann die Schizophrenie des Friedrich Merz, der als Oppositionsf\u00fchrer die von den Gr\u00fcnen ins Spiel gebrachte Idee eines Sonderverm\u00f6gens emp\u00f6rt zur\u00fcckwies, als fast-schon-Kanzler nun aber genau diese Idee f\u00fcr genial h\u00e4lt und zu ihrer Durchsetzung daf\u00fcr die Stimmen derer braucht, die S\u00f6der gerade eben h\u00e4misch verabschiedet hat. Das alles geht auf keine Kuhhaut, und wenn man jemand auf dieser Welt emotional bestens verstehen kann, sind es die Gr\u00fcnen, die sich nun den Pl\u00e4nen von Herrn Merz verweigern.<\/p>\n<p>Kocht man allerdings die eigenen Emotionen herunter und f\u00e4hrt den Verstand hoch, muss man fragen: Warum lehnen jetzt pl\u00f6tzlich die Gr\u00fcnen den Vorschlag ab, auf den sie selbst das Copyright haben? Aus Selbstachtung, ja, das versteht man, aber nat\u00fcrlich wissen auch sie, dass S\u00f6der ausnahmsweise einmal recht hatte, als er sagte, die politische Mitte in diesem Land habe jetzt noch genau einen Schuss frei, um zwei Dinge zu verhindern: eine AfD-Mehrheit im Bundestag und einen triumphierenden Putin in der Ukraine.<\/p>\n<p>S\u00f6der hat seine letzte Patrone schon l\u00e4ngst verschossen. Die Gr\u00fcnen haben ihre noch und sollten sie jetzt &#8211; trotz allem &#8211; Merz \u00fcbergeben, denn der hat auch keine mehr, aber braucht sie, im Interesse der politischen Mitte. Darum m\u00fcssen Merz-Gegner und Merz-Hasser sich jetzt \u00fcberwinden, \u00fcber sich selbst hinauswachsen und Merz Erfolge g\u00f6nnen, ja mehr noch, ihm den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen politischen Erfolg w\u00fcnschen. Der best\u00fcnde darin, den Triumph von Putin, Trump und Weidel zu verhindern. Alles andere ist im Vergleich dazu politisches klein-klein.&#8220;<\/p>\n<p><strong>2. VRM-Presse, Mainzer Allgemeine Zeitung, Mittwoch, 12.03.2025<\/strong><br \/>\n<strong>Gastkommentar:<\/strong> Alles Gute, Friedrich Merz!<br \/>\nMan m\u00f6chte dem CDU-Chef w\u00fcnschen, der beste Kanzler aller Zeiten zu werden \/ Aber nur unter Voraussetzungen<br \/>\n*<br \/>\n&#8222;Von Christian N\u00fcrnberger<br \/>\nIch bin seit rund einem halben Jahrhundert SPD-Mitglied, und als solches m\u00fcsste ich Friedrich Merz und Markus S\u00f6der zum Teufel w\u00fcnschen. Aber ich tue es nicht. Im Gegenteil. Ich w\u00fcnsche Friedrich Merz, dass er der erfolgreichste Kanzler aller Zeiten wird, denn diese Zeiten sind nicht normal.<br \/>\nW\u00e4ren sie normal, h\u00e4tte ich hier geschrieben: Vergesst Merz. Vergesst den Kerl, der k\u00fcrzlich aus sch\u00e4big-wahltaktischen Gr\u00fcnden ein Vorhaben der Gr\u00fcnen als \u00fcberfl\u00fcssig abgelehnt hatte, das er jetzt f\u00fcr notwendig h\u00e4lt: ein riesiges Sonderverm\u00f6gen. Und f\u00fcr das er jetzt die Stimmen der Gr\u00fcnen braucht.<\/p>\n<p>Noch unfassbarer ist das Verhalten von Markus S\u00f6der, \u00fcber dessen Aschermittwochs-Stadl der Moderator Micky Beisenherz geschrieben hatte: \u201eWichtigen Verhandlungen fernbleiben, um lieber auf einer Clownsveranstaltung mit Gags aus dem Pleistoz\u00e4n diejenigen zu beleidigen, die am Ende dem Verhandlungsergebnis zustimmen m\u00fcssen, ist S\u00f6ders s\u00f6derste Tat ever.\u201c Da ist es kein Wunder, dass die Gr\u00fcnen jetzt sagen: N\u00f6. So nicht. Und das hat S\u00f6der sich und der Union ganz allein und vielleicht sogar mit Absicht eingebrockt. Dass er Merz scheitern l\u00e4sst, um sich selbst mit Hilfe der AfD zum Kanzler zu machen, w\u00e4re ihm zuzutrauen.<\/p>\n<p>Wenn es aber ganz dumm l\u00e4uft, dann wird die Union die Gr\u00fcnen gar noch als Koalitionspartner brauchen, denn das BSW l\u00e4sst gerade in jedem Wahlkreis die Stimmen nachz\u00e4hlen. F\u00e4nde Wagenknecht rund 13.000 Stimmen, w\u00e4re ihre Partei im Bundestag &#8211; und die Mehrheit von Schwarz-Rot w\u00e4re weg. In Baden-W\u00fcrttemberg haben sie schon 430 Stimmen gefunden, die versehentlich dem \u201eB\u00fcndnis Deutschland\u201c zugerechnet wurden. Diese Partei stand auf den Wahlzetteln eine Zeile \u00fcber der Wagenknecht-Partei. Hochgerechnet auf ganz Deutschland w\u00fcrde das trotzdem nicht reichen, aber man wei\u00df ja nie, was bei genauem Nachz\u00e4hlen noch herauskommt.<\/p>\n<p>Angesichts dieser Lage w\u00e4re es weise gewesen, wenn S\u00f6der und Merz gleich nach der Wahl leise das Wort \u201eEntschuldigung\u201c ausgesprochen h\u00e4tten. Generell h\u00e4tte der Union eine gewisse Demut nicht geschadet. Aber: Das ist jetzt alles egal. Wir befinden uns in einer historisch v\u00f6llig neuen Lage. Die EU allein zu Haus. Mit einer Ukraine, die sich ohne US-Hilfe nicht mehr richtig wehren kann. Die EU muss jetzt beweisen, dass es auch ohne die USA geht. Klingt unm\u00f6glich. Aber, um ein Wort Donald Tusks abzuwandeln: Warum sollen 500 Millionen Europ\u00e4er 300 Millionen Amerikaner brauchen, um sich vor 144 Millionen Russen zu sch\u00fctzen, die in drei Jahren nicht mit 40 Millionen Ukrainern fertiggeworden sind? Und das europ\u00e4ische Bruttosozialprodukt ist rund achtmal h\u00f6her als das russische.<\/p>\n<p>Geld allein wird allerdings nicht reichen. Zus\u00e4tzlich zum Sonderverm\u00f6gen braucht es das politische Verm\u00f6gen, Deutschland und Europa zu einen. Das erfordert Vertrauen, Glaubw\u00fcrdigkeit, Entschlusskraft, Respekt gegen\u00fcber allen Partnern. Und ein Verantwortungsbewusstsein, das Markus S\u00f6der noch immer vermissen l\u00e4sst. Darum kommt es jetzt auf den Kanzler an, und der hei\u00dft aller Voraussicht nach Friedrich Merz. Das kann ihm S\u00f6der und auch er sich selbst noch vermasseln, wenn er nicht in Lichtgeschwindigkeit in das daf\u00fcr n\u00f6tige Kanzlerformat hineinw\u00e4chst.<\/p>\n<p>Zuallererst muss er daher S\u00f6der klarmachen, wer der Chef ist. Dann hat er bei den Gr\u00fcnen Abbitte zu leisten. Mehr erwarten sie vermutlich gar nicht, denn es ist schwer vorstellbar, dass sie jetzt beleidigt ablehnen, was sie selbst vor ein paar Wochen noch f\u00fcr notwendig gehalten hatten. Dazu braucht es von Merz eine Geste des guten Willens, von S\u00f6der ein vierj\u00e4hriges Schweigegel\u00fcbde und von beiden die Zusage, etwas f\u00fcr den Klimaschutz zu tun.<\/p>\n<p>Merz hat wenig Zeit. Er muss schnell eine Regierung bilden, anschlie\u00dfend nach Paris, Warschau, Kiew, London, Rom und Br\u00fcssel jetten und mit einer neuen, gemeinsamen Vision von Europa zur\u00fcckkommen. Am besten mit der Vision von einem starken, freundlichen, hellen, der Welt zugewandten Europa, das sich als verl\u00e4sslicher Partner und attraktive Alternative von den finsteren M\u00e4chten in Washington, Moskau und Peking abhebt.<\/p>\n<p>Es hei\u00dft, der Mensch wachse mit seinen Aufgaben. Das gilt hoffentlich auch f\u00fcr Merz, und das m\u00fcssen ihm sogar seine Gegner w\u00fcnschen. Je besser das klappt, desto schneller wird die Luft entweichen aus dem bayerischen Halbstarken, der nicht erwachsen werden will. Das k\u00f6nnte unsereinen \u2013 und vielleicht auch die Gr\u00fcnen \u2013 mit Merz vers\u00f6hnen.<br \/>\nUnd in einen eindrucksvollen Aufbruch Europas m\u00fcnden.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leseempfehlung!! Zwei heute erschienene Kommentare des Kollegen Christian N\u00fcrnberger zur Causa Merz\/S\u00f6der\/Gr\u00fcne\/Sonderverm\u00f6gen, die ich in wesentlichen Punkten teile. 1. Statement auf Facebook: &#8222;Ja, man darf w\u00fctend sein auf Merz und S\u00f6der, besonders auf S\u00f6der. 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