{"id":5216,"date":"2024-11-30T14:22:42","date_gmt":"2024-11-30T13:22:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/?p=5216"},"modified":"2024-12-03T16:58:47","modified_gmt":"2024-12-03T15:58:47","slug":"guten-tag-allerseits-im-november-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2024\/11\/30\/guten-tag-allerseits-im-november-2024\/","title":{"rendered":"Guten Tag allerseits im November 2024"},"content":{"rendered":"<hr \/>\n<p>3.12.2024<\/p>\n<p>Manchmal machen mich eher randst\u00e4ndige Zeitgeist-Ph\u00e4nomene doch neugierig. So dieser Tage die Entwicklung hin zu immer mehr Weihnachtsm\u00e4rkten hierzulande. Vor f\u00fcnf Jahren war noch die Rede von bundesweit \u201egut 2000\u201c solcher M\u00e4rkte. Inzwischen d\u00fcrften es deutlich mehr sein, denn der Blick in Regionalzeitungen und ein Streifzug durchs Netz erhellt: Sie finden nicht nur in den Traditionsorten und St\u00e4dten statt, sondern haben sich \u2013 von Vereinen oder gar Privatleuten veranstaltet \u2013 mittlerweile bis in die D\u00f6rfer ausgebreitet. (&#8230;) <a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2024\/12\/03\/boom-der-weihnachtsmaerkte-so-viele-gab-es-noch-nie\/\">&gt; Ganzen Text lesen: &#8222;Boom der Weihnachtsm\u00e4rkte: So viele gab es noch nie<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>30.11.2024<\/p>\n<p>Es ist ein Trauerspiel, mitanzusehen, wie die letzte Generation des reinen Wirtschaftsliberalismus&#8216; das Erbe jenes politischen <strong>Liberalismus&#8216;<\/strong> zu Schanden reitet, der mehr als 200 Jahre zum Grundbestand des demokratisch orientierten Geisteslebens in deutschen Landen geh\u00f6rt hat.<\/p>\n<hr \/>\n<p>29.11.2024<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/quergedanken-logo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-875\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/quergedanken-logo.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"167\" \/><\/a>\u00a0W\u00e4hrend in den Einkaufsparadiesen der Schwarze Freitag hierzulande rumort, in den USA tobt, stellen ruhigere Zeitgenossen\/innen ihre Adventskr\u00e4nze auf, um an diesem Wochenende das erste Kerzlein anzuz\u00fcnden. Heute und morgen wird, sobald die Fr\u00fchnebel weggebrannt sind, weithin die Sonne scheinen &#8211; goldiges Wetter zum Spaziergehen oder B\u00e4umeschneiden. Zu diesem oder jenem und\/oder sogar einem Anfall von Fr\u00fchlingsgef\u00fchl sei allseits viel Freude gew\u00fcnscht.<\/p>\n<p>Letzter Freitag im Monat hei\u00dft auch: Meine Monatskolumne &#8222;Quergedanken&#8220; ist erschienen ( sie Link, freier Lesetext). Die Folge 233 erhebt gegen\u00fcber den Politparteien und Wahlk\u00e4mpfern die Forderung: Gebt Ruhe \u00fcber die Feiertage! Waffenstillstand! St\u00f6rt nicht! <a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2024\/11\/29\/nun-feiert-ein-fest-des-friedens-der-liebe-und-stille-quergedanken\/\">&gt; Nun feiert ein Fest des Friedens, der Liebe und Stille<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>28.11.2024<\/p>\n<p>Liege ich da richtig: Das ist doch morgen, dieses Dingens, dieser <strong>&#8222;Schwarze Freitag&#8220;<\/strong>? Tja, dann werde ich mich wohl hemmungslos dem Kaufrausch hingeben. Erst fahre ich nach Ransbach-Baumbach zwecks Megashopping bei B\u00e4cker und Metzger; anschlie\u00dfend schlage ich in H\u00f6hr-Grenzhausen im Naturkostladen zu. Und schon sehe ich mich nachher ob der Konsumorgie in diesen Einkaufsmetropolen v\u00f6llig ersch\u00f6pft auf dem Sofa liegen. \ud83d\ude43<\/p>\n<hr \/>\n<p>25.11.2024<\/p>\n<p>Seit Tagen fluten Plagiate einer K\u00fcnstlerarbeit die Sozialen Netzwerke. Da pappen jede Menge Leute mit Klebeband irgendwelches Gem\u00fcse\/Obst an die Wand, machen Fotos davon und verbreiten sie im Netz \u2013 um zu demonstrieren, dass auch sie k\u00f6nnen, was <strong>Maurizio Cattelan<\/strong> schon 2019 konnte: Der italienische Konzeptk\u00fcnstler klebte damals eine <strong>Banane an die Wand<\/strong>. <a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2024\/11\/25\/alles-banane-oder-was-hype-um-cattelans-installation\/\">&gt; Dazu eine kurze Anmerkung &#8222;Alles Banane oder was?&#8220;<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>24.11.2024<\/p>\n<p>Petrus spielt Theater, gaukelt uns <strong>heute einen Fr\u00fchlingssonntag<\/strong> mit allem Drumunddran vor. Selbst im Westerwald 10 Grad schon zur Fr\u00fchst\u00fcckszeit, 15\/16 zu Mittag, ein zart-laues L\u00fcftchen, Sonnenschein von fr\u00fch bis spat, Licht fast wie im Mai. Ich ganzt\u00e4gig drau\u00dfen, meist hemds\u00e4rmelig die Geiltriebe aus der Hasellaube schneidend; Nachmittagskaffee auf der Veranda. Fr\u00fchlingsgef\u00fchle, ach.<\/p>\n<hr \/>\n<p>23.11.2024<\/p>\n<p><strong>Frau Baerbock und ihr Ehemann haben sich getrennt.<\/strong> Wie das Leben halt so spielt. Wo ist die Nachricht?, fragt man sich. Doch der MOB tobt, johlt, geifert, schmei\u00dft verbal mit Dreck und Schei\u00dfe, ejakuliert Exzesse an Frauenfeindlichkeit. Ein Zeitgeist-Segment der Verkommenheit und Widerw\u00e4rtigkeit.<\/p>\n<hr \/>\n<p>22.11.2024<\/p>\n<p>Freitag 14 Uhr, Unterwesterwald: W\u00e4hrend es drau\u00dfen gerade ziemlich d\u00fcster geworden ist und ein deftiges Schneegest\u00f6ber bei kr\u00e4ftigen Winden und 0 Grad angehoben hat, sitze ich behaglich in der warmen Stube am PC, um euch allen ein doch irgendwie <strong>angenehmes Wochenende zu w\u00fcnschen.<\/strong> Hiermit geschehen.<\/p>\n<p>Wir kennen das ja schon seit etlichen Jahren, dass um Bu\u00df- und Bettag herum Petrus und Frau Holle launig ein kurzes Kleinwinterchen \u00fcber die Lande schmei\u00dfen. In rheinischen Gefilden setzt gew\u00f6hnlich nach wenigen Tagen wieder herbstartlicher Schmuddel ein, bis Neujahr oder sp\u00e4ter das n\u00e4chste Wintereinbr\u00fcchlein folgt. Heuer f\u00e4llt der Bu\u00df- und Bettagwinter wohl besonder kurz aus, daf\u00fcr die nachfolgende Schmuddelr\u00fcckkehr umso w\u00e4rmer: Schon \u00fcbers Wochenende sollen, so die Wetterfr\u00f6sche, die Temperaturen einen Sprung noch oben auf 15 bis 17 Grad machen. Tut mir leid f\u00fcr die Schneeliebhaber\/innen, dass die jetzt noch 3 bis 6 cm in den Mittelgebirgen dann dahinschmelzen wie sprichw\u00f6rtlich Schnee in der Sonne &#8211; obwohl in den Vorhersagen von Sonne kaum die Rede ist.<\/p>\n<hr \/>\n<p>21.11.2024<\/p>\n<p>Es ist wohl nur ein unbedeutendes Randph\u00e4nomen, gleichwohl bemerkenswert. Mir sind j\u00fcngst wiederholt Leute begegnet, die sonst selten oder nie gr\u00fcn gew\u00e4hlt haben, aber jetzt \u00fcberlegen, es diesesmal zu tun. Und das nicht etwa deshalb, weil <strong>die Gr\u00fcnen<\/strong> alles richtig gemacht h\u00e4tten; haben sie nicht, wei\u00df jede\/r. Sondern aus einem erstaunlichen Beweggrund: Emp\u00f6rung, ja purer Trotz &#8211; wegen all der Unwahrheiten, unsachlichen Anfeindungen, Vorurteile, Schm\u00e4hungen, Verunglimpfungen Beleidigungen, Hasstiraden&#8230;, die von so vielen Seiten \u00fcber die gr\u00fcne Partei und deren Vertreter\/innen ausgek\u00fcbelt w\u00fcrden.<\/p>\n<hr \/>\n<p>19.11.2024<\/p>\n<p>Und weil heute der <strong>&#8222;Internationale M\u00e4nnertag&#8220;<\/strong> ist, nochmal ein kleines pers\u00f6nliches Textchen, das ich vor f\u00fcnf Jahren aus selbigem Anlass schrieb und genauso jetzt wieder schreiben w\u00fcrde. <a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2024\/11\/19\/zum-heutigen-maennertag-ein-textchen-von-2019\/\">&gt; Lesen hier<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>18.11.2024<\/p>\n<p>Es gibt wohl einen <strong>neuen Trend bei der B\u00fccher-Vermarktung<\/strong>: Ich stand jetzt in einer Buchhandlung ausw\u00e4rts vor einem gro\u00dfen Auslagentisch, von dem ich auf Grund der Titel annahm, es handle sich um die Pr\u00e4sentation englischsprachiger Romane. Nat\u00fcrlich f\u00fchrt fast jede bessere Buchhandlung seit jeher auch ein paar englische B\u00fccher. Aber die da versammelte gro\u00dfe Menge ausschlie\u00dflich solcher Titel irritierte mich doch. Ich nahm zwei zur Hand, bl\u00e4tterte sie auf und staunte nicht schlecht: Im Unterschied zu den richtig englischsprachigen Buchtiteln auf den Einb\u00e4nden war der gesamte Inhalt auf Deutsch &#8211; dies bei allen ausgelegten B\u00fcchern. &#8222;Ja, das ist ein neues eigenst\u00e4ndiges Segment&#8220;, best\u00e4tigt ein Angestellter auf Nachfrage. Worauf ich gr\u00fcbelnd davonstapfe, die Sinnhaftigkeitsfrage f\u00fcr diese Neuheit (ergebnislos) w\u00e4lzend.<\/p>\n<hr \/>\n<p>17.11.2024<\/p>\n<p>Meine Besprechung des <strong>3. Anrechtskonzerts beim Musik-Institut Koblenz<\/strong> an diesem Wochenende f\u00fcr die Rhein-Zeitung beginnt folgenderma\u00dfen:<\/p>\n<p><em>&#8222;Neben den Werken alter Meister solle stets auch \u201edas Gediegene der neuen Zeit\u201c vertreten sein. So Joseph Andreas Ansch\u00fctz, Urvater des Musik-Instituts Koblenz, im Gr\u00fcndungsjahr 1808. Er meinte: Werke von Gegenwartskomponisten m\u00fcssten ihren Platz im Konzert finden. In diese Tradition l\u00e4sst sich das 3. Anrechtskonzert am vergangenen Wochenende stellen. Zur Auff\u00fchrung brachte die Rheinische Philharmonie unter Stabf\u00fchrung von Benjamin Shwartz: Erich Wolfgang Korngolds \u201eSchauspielouvert\u00fcre\u201c von 1911, Darius Milhauds 1947 entstandenes Konzert f\u00fcr Marimba, Vibraphon und Orchester sowie die 2015 uraufgef\u00fchrte sinfonische \u201eAnthology of Fantastic Zoology\u201c des 1977 geborenen US-Amerikaners Mason Bates. (&#8230;)&#8220; <\/em><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.rhein-zeitung.de\/rheinland-pfalz\/kultur\/ein-abend-mit-dem-gediegenen-der-heutigen-zeit_arid-4003273.html\">&gt; Ganzen Artikel lesen hier<\/a> (kostenpflichtiger RZ-Text, 4300 Anschl\u00e4ge)<\/p>\n<hr \/>\n<p>15.11.2024<\/p>\n<p>So sei denn an diesem Freitag &#8211; der gar kein Tag werden will, sondern wie schon der Vortag von fr\u00fch bis spat trister D\u00e4mmer bleiben &#8211; allseits ein Wochenende eher inh\u00e4usiger Behaglichkeit gew\u00fcnscht.<\/p>\n<p>F\u00fcr meinen Teil ruft am Samstag und Sonntag der Schreibtisch. Denn zum einen habe ich mir mal wieder eine Kritikerpflicht aufgeladen. Zum anderen beginnt ja jeweils in der Mitte des Monats das Bosseln an meiner Kolumne &#8222;Quergedanken&#8220; f\u00fcr die Ausgabe des Folgemonats. Die ersten S\u00e4tze stehen schon und werden lauten: &#8222;Nein, nein, nein, das will ich nicht! Ich will nicht in der Weihnachtsausgabe \u00fcber die aktuelle Politik in der weiten Welt und hierzulande schreiben &#8230;.&#8220;<\/p>\n<hr \/>\n<p>13.11.2024<\/p>\n<p>Aktuell Sturzfluten in Teilen Siziliens sowie erneut Unwetterwarnungen hoher, teils h\u00f6chster Kategorie f\u00fcr mediterrane K\u00fcstenregionen Spaniens. Wie schon bei den verheerenden Fluten unl\u00e4ngst um Valencia machen veschiedene Medien hierzulande das Wetterph\u00e4nomen &#8222;Kalte Tropfen&#8220; daf\u00fcr verantwortlich. Es handelt sich dabei in der Tat um eine altbekannte Wettererscheinung, die vor allem in spanischen K\u00fcstengebieten am Mittelmeer seit jeher im Sp\u00e4therbst immer wieder zu starken Niederschl\u00e4gen f\u00fchrt. Weshalb Klimawandelleugner triumphierend die &#8222;Kalten Tropfen&#8220; als vermeintlichen Beleg f\u00fcr &#8222;gab&#8217;s schon immer&#8220; anf\u00fchren.<\/p>\n<p>Was in etlichen Medien allerdings vergessen wurde\/wird zu erw\u00e4hnen: Die Unwetterwirkung der &#8222;Kalten Tropfen&#8220; nach S\u00fcden ausbrechende Abkopplungen von Polarstr\u00f6mungen in h\u00f6heren Luftschichten) entsteht, vereinfacht ausgedr\u00fcckt, aus deren Zusammentreffen mit den Wassertemperaturen des Mittelmeeres. Und eben dieses hatte (wie sehr viele ozeanische Bereiche weltweit) im Sp\u00e4tsommer 2024 Rekordwerte erreicht. Wir haben es also mit einem altbekannten Wetterph\u00e4nomen zu tun, das unter den neuen Bedingungen des Klimawandels neue (zerst\u00f6rerische) Qualit\u00e4ten entfaltet.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr die Region Valencia sind wieder Unwetterwarnungen ausgerufen. Die Niederschl\u00e4ge sollen schw\u00e4cher ausfallen als bei der Katastrophe Ende Oktober. Aber jeder Liter ist dort jetzt einer zu viel. Denn, um nur einen Faktor zu nennen, die Kanalisation ist noch weitgehend verstopft, in zahlreichen Bachl\u00e4ufen und Ablaufrinnen t\u00fcrmen sich noch Schlamm, Tr\u00fcmmer, Schwemmgut. Auch geringere Niederschl\u00e4ge k\u00f6nnen nicht richtig abflie\u00dfen. Von der Angst der Menschen gar nicht zu sprechen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>12.11.2024<\/p>\n<p>Ich habe die &#8222;dumpfe Republik&#8220; unter Adenauer, Erhard, Kiesinger erlebt sowie die endlosen Staubjahre unter Kohl und Merkel. Ich hatte auf den Brandt&#8217;schen Aufbruch nie viel gegeben, die Schmidt&#8217;sche Politik f\u00fcr gr\u00e4sslich gehalten, Schr\u00f6der von Anfang bis Ende misstraut und zuletzt die Ampel von vornherein f\u00fcr eine Totgeburt gehalten. Insofern ist f\u00fcr mich das, was da jetzt kommen mag, nur ein weiterer bundesdeutscher Normalfall (freilich in etwas ver\u00e4nderten Umfeldbedingungen: die kleinb\u00fcrgerliche Ignoranz herrscht weiter, der Faschismus marschiert wieder, derweil die Zivilisation an der Verbindung aus zerschundener Natur, zerschindendem Kapitalismus sowie dem Unwillen hzur L\u00f6sung der Sozialen Frage vollends zu zerschellen droht.)<\/p>\n<hr \/>\n<p>11.11.2024<\/p>\n<p>Abendgedanken<br \/>\nangesichts all der bunt-vergn\u00fcgten Narret\u00e4ten in Netz und TV am heutigen 11.11.:<\/p>\n<p>Hierorts &#8211; also rings um mich im Westerwald, also im Grenzland zwischen K\u00f6ln und Mainz, also im Niemandsland wie die Stadtschn\u00f6sel meinen &#8211; hei\u00dft der <strong>karnevalistisch\/fastnachterische<\/strong> Schlachtruf vielerorts entweder &#8222;Helau!&#8220; oder &#8222;Alaaf!&#8220;. Als vor 44 Jahren zugewanderter Migrant bin ich mit der Geschichte meiner Wahlheimat nicht genug vertraut, um zu wissen, ob diese Rufe ehrw\u00fcrdige Tradition der Orte selbst sind oder vom Fernsehen in j\u00fcngerer Zeit aus den beiden erzbisch\u00f6flichen Nachbarschaften am Rhein eingetragen. Un\u00fcbersehbar jedoch ist, dass kaum ein WW-Ort auf die Idee kam, die Narrenparole der n\u00e4chstgelegenen Gro\u00dfstadt zu \u00fcbernehmen: das Kowelenzer &#8222;Olau!&#8220;. Das Sprichwort &#8222;warum in die Ferne schweifen, wo das Gute liegt so nah&#8220; gilt in diesem Falle wohl nicht. Man ist eigen auf den H\u00f6hen.<\/p>\n<p>Mittlerweile verstehe ich auch, warum mein seit Jahrzehnten immer wieder publizistisch vorgetragener Vorschlag zur Befriedung der Verh\u00e4ltnisse zwischen den rheinhessischen, nassauischen und rheinischen Jokus-\/Jecke-V\u00f6lkern erfolglos blieb. Ich hatte als gemeinsamen Schlachtruf &#8222;Helolaulaaf!&#8220; einf\u00fchren wollen. Doch kein Mensch, ob in Kost\u00fcm, Gardeuniform, R\u00e4uber- oder Amtszivil, mochte von solcher V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung etwas wissen. Weil &#8211; und das hatte ich als zugewanderter Nichtfastnachter v\u00f6llig untersch\u00e4tzt: Karvenal\/Fastnacht ist eine bis ins Mark lokalpatriotische Unternehmung. Weshalb im Westerwald, wie wahrscheinlich in allen Provinzgebieten zwischen und au\u00dferhalb von Mainz und K\u00f6ln jedes St\u00e4dtlein, Dorf und D\u00f6rfchen, die nicht einfach Helau oder Alaaf skandieren, mit einer eigenen Narrenparole gr\u00fc\u00dfen, vor allem ansto\u00dfen. Es gibt Hunderte davon, und &#8222;Kickericki!&#8220; ist bei weitem nicht die originellste. Verwirrend, aber wunnebar. \ud83e\udd29\ud83e\udd13\ud83d\ude0e\ud83e\udd73<\/p>\n<hr \/>\n<p>11.11.2024<\/p>\n<p>Gibt es eigentlich \u00fcberhaupt keine guten Nachrichten mehr aus den USA? Doch, doch, gibt es; hin und wieder. Ich bin jetzt auf diese gesto\u00dfen: Etliche Supermarkt- und Discounterketten schaffen dort ihre Selfscanner und SB-Kassen wieder ab. Laut einem Bericht der &#8222;Zeit&#8220; sind daf\u00fcr vor allem zwei Gr\u00fcnde ausschlaggebend: 1. Die Firmenkalkulation, wonach diese Systeme zu Gewinnerh\u00f6hung infolge eingesparten Personals f\u00fchren w\u00fcrden, haut nicht hin. Denn auf Seiten der Kundschaft wird getrickst, betrogen, geklaut, was das Zeug h\u00e4lt. 2. Deutlicher Unwille bei einem betr\u00e4chtlichen Teil der Verbraucher dagegen, die Waren selbst einzuscannen und an Automaten zu bezahlen.<br \/>\n&#8222;Soll ich demn\u00e4chst vielleicht auf den Hof gehen und sehen, ob sie auch Hilfe beim Entladen der Lastwagen brauchen?&#8220;, wird eine Kundin stellvertretend zitiert. Bei einer repr\u00e4sentativen Umfrage von &#8222;Newsweek&#8220; in diesem Sommer pl\u00e4dierten 43% f\u00fcr Abschaffung der Self-Scanner. Ihre Gr\u00fcnde: a) Zuviel Aufwand f\u00fcr die Kunden; b) Sorge um die Arbeitspl\u00e4tze der Angestellten.<br \/>\nEs hei\u00dft ja: Was die USA vormachen, setzt sich bei uns ein paar Jahre sp\u00e4ter als Trend durch. In diesem Fall h\u00e4tte ich ausnahmsweise mal nix dagegen. \ud83d\ude0e<\/p>\n<hr \/>\n<p>9.11.2024<\/p>\n<p>Am Donnerstag hatte ich geschrieben: &#8222;(&#8230;)Finito mit Ampel. Sp\u00e4testens im M\u00e4rz <strong>w\u00e4hlen wir ein neues Bundesparlament<\/strong> &#8211; egal, was f\u00fcr ein Gezerre jetzt folgen mag.&#8220; Das Gezerre ist nun auch voll im Gange, gilt vordergr\u00fcndig dem Timing des Procederes, ist jedoch m.E. vornehmlich wahltatktischer Natur. Ich werde mich an diesem Streit nicht beteiligen, denn wirklich kriegsentscheidend ist es nicht, ob wir eilends im Januar oder in etwas ruhigerer Gangart ein paar Wochen sp\u00e4ter w\u00e4hlen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>9.11.2024<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/465732508_27416749907969292_5532582692661685679_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5224\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/465732508_27416749907969292_5532582692661685679_n-384x480.jpg\" alt=\"\" width=\"384\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/465732508_27416749907969292_5532582692661685679_n-384x480.jpg 384w, https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/465732508_27416749907969292_5532582692661685679_n.jpg 512w\" sizes=\"auto, (max-width: 384px) 100vw, 384px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mit rassistischem Gerede, mit L\u00fcgen und Hetze begann es, dann kam dies und hernach Auschwitz. &#8222;Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen.&#8220; (Primo Levi)<\/p>\n<hr \/>\n<p>7.11.2024<\/p>\n<p>Ein guter Witz inmitten ernster Lage tut wohl. Im Netz auf diesen hier gesto\u00dfen:<\/p>\n<p><em>Wisst ihr, was sch\u00f6n w\u00e4re? Wenn Wissing jetzt die Schilder f\u00e4nde.<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p>6.11.2024<\/p>\n<p>Sapperlottement, was f\u00fcr ein Tag. Langeweile geht anders. Erst gewinnt dieser Trump die US-Wahlen. Dann l\u00e4sst diese Wagenknecht in Sachsen die Brombeersondierungen platzen. Schlie\u00dflich (21.05. Uhr) l\u00e4utet dieser Lindner das <strong>Ende der deutschen Ampelregierung<\/strong> ein und setzt ihn der Kanzler vor die T\u00fcr. Was kommt noch? Ich rauche jetzt erstmal &#8217;ne Zigarre.<br \/>\nAktualisierung eine Zigarrenl\u00e4nge sp\u00e4ter: Finito mit Ampel. Im M\u00e4rz w\u00e4hlen wir ein neues Bundesparlament &#8211; egal, was f\u00fcr ein Gezerre jetzt folgen mag.<\/p>\n<hr \/>\n<p>6.11.2024<\/p>\n<p><strong>Nun denn. Die ohnehin schon ziemlich verr\u00fcckt gewordene Menschenwelt tut jetzt einen weiteren gro\u00dfen Schritt auf ihrem Marsch &#8211; zur\u00fcck in ein Zeitalter, da L\u00fcge und (Aber-)Glaube, diktatorische Herrschaft und Fremdenhass mehr gelten als Realit\u00e4ten, Wissenschaft, Humanit\u00e4t und Vernunft. Das Erbe der Aufkl\u00e4rung wird verheizt, und es wird dauern, bis eine neue Epoche der Aufkl\u00e4rung die D\u00fcsternis abl\u00f6st. Ich werde das wohl nicht mehr erleben, ob die Menschheit es erlebt, steht dahin. Gleichwohl kommt es nun darauf an, die verbliebenen Inseln der Vernunft und Freiheit gegen den Mainstream des neuen Mittelalters zu bewahren, auf dass sie der N\u00e4hrboden sein k\u00f6nnen f\u00fcr dessen \u00dcberwindung, vielleicht eines Tages.<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p>5.11.2024<\/p>\n<p>Nein, mach&#8216; ich nicht, ums Verrecken nicht. Ich schaue mir nicht die <strong>Endspurtreportagen zur US-Wahl<\/strong> an. Das halten die Nerven nicht aus und das ohnehin kaum mehr in Mikrospuren vorhandene Vertrauen in die Menschheitsvernunft w\u00fcrde sich vollends verfl\u00fcchtigen. Ich hole mir in den n\u00e4chsten Tagen die Ergebnisse und gut oder eher schlecht is.<\/p>\n<hr \/>\n<p>4.11.2024<\/p>\n<p><strong>Quincy Delight Jones Jr.<\/strong> starb gestern im Alter von 91 Jahren. Wer mit dem Namen etwas anzufangen wei\u00df, wei\u00df auch: Ein Gro\u00dfer und Wichtiger der Musikwelt ist gegangen. RiP<\/p>\n<hr \/>\n<p>1.11.2024<\/p>\n<p>Manche\/r der \u00e4lteren Generation erinnert sich vielleicht an jene gute alte Zeit, als Traditionen noch gepflegt wurden. Etwa diese in konfessionell gemischten Gemeinden: Demonstrativ fuhren am Reformationstag katholische Bauern Mist und G\u00fclle auf die Felder; ihre protestantischen Kollegen revanchierten sich mit selbiger T\u00e4tigkeit am Fronleichnamstag. Oder diese: Protestantische Eltern verboten ihren Kindern die Teilnahme am St.<strong>Martinszug<\/strong>, weil im Protestantismus Heiligenverehrung verp\u00f6nt ist. Was f\u00fcr diese Kinder nat\u00fcrlich ein Trauerspiel war, denn zu gerne h\u00e4tten sie mit Laternen, ausgeh\u00f6hlten Rummelen oder anderen Leuchtk\u00f6rpern am Lichterumzug teilgenommen. Weshalb in meiner s\u00fcddeutschen Kindheitsgemeinde drei weise M\u00e4nner (B\u00fcrgermeister, kath. Pfarrer und evang. Pastor) Ende der 1950er beschlossen: &#8222;Veranstalter des Umzugs ist fortan die Kommune, der Umzug wird <strong>Laternenzug<\/strong> genannt und wir drei laden ALLE Kinder herzlich dazu ein.&#8220; Dies war der Anfang vom Ende des so traditionsreichen innerchristlichen Glaubenskrieges am Ort.<\/p>\n<hr \/>\n<p>31.10.2024<\/p>\n<p>Die fortschrittlichste, effektivste, menschenfreundlichste Maschine zur Laubbeseitigung. Dieser Tage wieder verst\u00e4rkt im Einsatz.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/ape-mit-Laubrechen-2020.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1116\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/ape-mit-Laubrechen-2020.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"220\" srcset=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/ape-mit-Laubrechen-2020.jpg 220w, https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/ape-mit-Laubrechen-2020-100x100.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 220px) 100vw, 220px\" \/><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>30.10.2024<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/quergedanken-logo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-875\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/quergedanken-logo.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"167\" \/><\/a> Stichelt Freund Walter angesichts der heute erschienenen Folge 232 meiner Monatskolumne &#8222;Quergedanken&#8220; (s. Link, freier Lesetext): &#8222;Schreibst du neuerdings eine Geronto-Kolumne zum Trost und zur Erbauung betagter Leute?&#8220; Antwort: Keineswegs, mein Lieber. Aber ich kann ja als Betrachter des Zeitgeschehens nicht so tun, als existiere das Thema Altern und Alter ausgerechnet in einer z\u00fcgig \u00e4lter werdenden Gesellschaft gar nicht. Und ich kann nicht mit k\u00fcnstlich angeeignetem Jugendsprech und Gemache so tun, als st\u00fcnde ich mit beiden Beinen noch immer im Sturm und Drang der jungen Jahre. Das w\u00e4re gar zu l\u00e4cherlich. Auch verstehe ich, da nun selbst ein Altersbetroffener, jetzt manches in diesem Themenfeld lebenswirklich viel besser als noch vor einiger Zeit. Also schreibe ich dar\u00fcber, nicht jedesmal, aber immer wieder mal. Des g&#8217;h\u00f6rt sich so.<\/p>\n<blockquote><p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2024\/10\/30\/alle-wollen-alt-werden-niemand-will-es-sein-quergedanken\/\">Quergedanken 232 &#8222;Alle wollen alt werden, niemand will es sein&#8220;<\/a><\/p><\/blockquote>\n<hr \/>\n<p>30.10.2024<\/p>\n<p>W\u00e4hrend wir hierzulande goldige Oktobertage genie\u00dfen d\u00fcrfen, suchten gewaltige Regenmengen vergangene Woche Teile <strong>Frankreich<\/strong>s, dann \u00fcbers Wochenende <strong>Italien<\/strong> heim. Die Sch\u00e4den durch <strong>Sturzfluten<\/strong> sind betr\u00e4chtlich, es gab auch wieder Tote. Gestern und heute (29.\/30.10. 2024) nun hat es <strong>Spanien<\/strong> noch heftiger erwischt. Allein die Provinz Valencia registrierte bislang 60 Todesopfer bei katastrophalen \u00dcberschwemmungen, nachdem innerhalb eines Tages soviel Regen fiel wie sonst im ganzen Jahr. \/\/ <em>Aktualisierung am 31.10.2024, 16.30 Uhr: Es werden jetzt mehr als 140 Unwetter-Tote in Spanien gemeldet.<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<hr \/>\n<div class=\"entry-content alignwide wp-block-post-content is-layout-flow wp-block-post-content-is-layout-flow\">\n<hr \/>\n<\/div>\n<blockquote><p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/archiv_inhaltlich\/kolumnen\/guten-tag-allerseits\/\" data-wpel-link=\"internal\">Guten Tag allerseits in den Vormonaten<\/a><\/p><\/blockquote>\n<hr \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>3.12.2024 Manchmal machen mich eher randst\u00e4ndige Zeitgeist-Ph\u00e4nomene doch neugierig. So dieser Tage die Entwicklung hin zu immer mehr Weihnachtsm\u00e4rkten hierzulande. Vor f\u00fcnf Jahren war noch die Rede von bundesweit \u201egut 2000\u201c solcher M\u00e4rkte. 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