{"id":521,"date":"2007-03-25T22:00:00","date_gmt":"2007-03-25T21:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2007\/03\/25\/fruehlingsglaube-und-leberwurstbrot\/"},"modified":"2022-03-15T16:24:23","modified_gmt":"2022-03-15T15:24:23","slug":"fruehlingsglaube-und-leberwurstbrot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2007\/03\/25\/fruehlingsglaube-und-leberwurstbrot\/","title":{"rendered":"Fr\u00fchlingsglaube und Leberwurstbrot"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/thumbnail\/public\/quergedanken_logo.jpg?itok=hEG8jpXv\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-47\" alt=\"\" class=\"image-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/quergedanken_logo_0.jpg\" style=\"float:left; height:100px; margin:5px; width:90px\" width=\"90\" height=\"100\" \/> <\/a><\/p>\n<p><em>\u201eDie Welt wird sch\u00f6ner mit jedem Tag, \/&nbsp; Man wei\u00df nicht, was noch werden mag. \/ Das Bl\u00fchen will nicht enden. \/ Es bl\u00fcht das fernste, tiefste Thal\/ Nun, armes Herz, vergi\u00df der Qual! \/ Nun mu\u00df sich alles, alles wenden.\u201c<\/em><\/p>\n<p class=\"rtecenter\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; ***<\/p>\n<p>Nur zu gerne h\u00f6ren wir die Verse aus Ludwig Uhlands Gedicht \u201eFr\u00fchlingsglaube\u201c. Denn mag auch Winter hierorts heuer (bis Redaktionsschluss) Einkehr verweigert haben, erf\u00fcllt nach langer grauer Feuchte w\u00e4rmend lichter Sonnenstrahl doch Herze und Leib mit neuer Lust. Seit am sonnensonnt\u00e4glichen 11. M\u00e4rz mittelrheinische Volksmassen mit Macht zur Sonne, zur Freiheit der Stra\u00dfencaf\u00e9s und Schleckeisbuffetts zur\u00fcckfanden, wandelt sie wieder ungebunden: die&nbsp; Krone der Sch\u00f6pfung \u2013 die Frau. Vom Pludermantel befreit sind T\u00e4ler und H\u00f6hen, beim hellen Tage wie im milden D\u00e4mmer umflie\u00dft M\u00fctzen und T\u00fcchern entfleuchtes&nbsp; Haar liebliche Angesichte. Auf zartem Fu\u00df schwingen die Sch\u00f6nen daher &#8211; man(n) m\u00f6cht\u2019 das Pflaster beneiden \u00fcber welches sie schreiten.<\/p>\n<p>Gleich hebt er, Walter, wieder im trockensten Zungenschlag an: \u201eBedenke \u2026\u201c. Wei\u00df ich: Ich bin nur ein Mann. \u201eQuatsch. Du bist ein grauhaariger, schmerb\u00e4uchiger&nbsp; Zausel, der mit&nbsp; Wortgeklingel kompensieren will, dass es ihm an Sexappeal mangelt, weil er nicht hat, was es dazu in seinem Alter braucht: Geld und Macht.\u201c Ach Freund, wie schn\u00f6de, wie tumb ist manchmal deine Weltsicht! Des Poeten Minnegesang \u2026 Walter prustet: \u201eH\u00f6r mir auf mit der Minne. Da dichteten und sangen sich die armen Kerls die Seele aus dem Leib, holten sich nachts unter Burgfenstern Schnupfen nebst Prostatitis. Und wer kam schlie\u00dflich zum Zug? Statt des S\u00e4ngers der Herr von Stand mit g\u00fcldenem Beutel.\u201c Bevor er sich von hinnen macht, empfiehlt mir der Beckmesser, lieber bei der Politik zu bleiben und gegen den Klimawandel zu streiten.<\/p>\n<p>Aus! Aus! Aus! Halleluja, nix mehr is\u2019 mit Klimawandel! So rufe ich dem vermaledeiten Kerl hinterdrein. Hat er denn gar nichts von den Einlassungen des Herrn Weimer begriffen? Der ist schlie\u00dflich Chefredakteur des Intelligenzblattes \u201eCicero\u201c, wei\u00df also Bescheid \u00fcber das, was die Welt zusammenh\u00e4lt, und \u00fcber den Geisteszustand ihrer Bewohner. Klimawandel sei gottgegeben und ewig, meint der. Dass diesmal wir uns f\u00fcr die Verursacher halten, zeuge von Gro\u00dfmannssucht der Menschlein, die sich mit himmlischer Allgewalt auf eine Stufe stellen wollen. Klimawandelangst &#8211; h\u00f6rst du, Walter! \u2013 ist blo\u00df woll\u00fcstiger Feixtanz unserer sadomasochistischen Geheimbegierden. Das lehrt der oberste der Ciceronen, und auch, dass Deng Xiaping selig v\u00f6llig recht hatte mit seiner revolution\u00e4ren Parole f\u00fcrs kapitalkommunistische China: \u201eBereichert euch!\u201c. Weshalb der Klimawandel f\u00fcr mich pass\u00e9 ist! Mein Streben gilt nunmehr den sch\u00f6nen Seiten des Lebens &#8211;&nbsp; deren sch\u00f6nste f\u00fcr unsereinen eben die Frauen sind.<\/p>\n<p>Und die sch\u00f6nsten aller Frauen sind diejenigen, von denen die Mode f\u00fcr s\u00e4mtliche andere sch\u00f6nen Frauen pr\u00e4sentiert wird: die Models auf den Haute-Couture-Laufstegen. Sollte man meinen. Warum aber schie\u00dfen einem dann beim Anblick der Fotos aus Paris oder Mailand unweigerlich Gedanken wie <em>Leberwurstbrot <\/em>oder<em> volle Deckung <\/em>durch den Kopf? Von Ersterem w\u00fcrde ich den jungen Damen gerne ein paar Platten r\u00fcberschicken. Nicht aus Mitleid, aus purem Egoismus: Lasst jedes Model zehn Kilo zulegen, und aus dem kn\u00f6chernen Totentanz wird ein \u00e4sthetischer Hochgenuss.<\/p>\n<p>Mit Verlaub: Es ist eine Kulturschande, dass so viel naturgegebene Sch\u00f6nheit mit dieser Hungerleiderei so sehr verunstaltet wird. Und \u201evolle Deckung\u201c?&nbsp; Schauen Sie doch hin: Wie diese Girls mit eiseskalter M\u00f6rdermiene \u00fcber den Steg marschieren, l\u00e4sst eine Begegnung bei Tage, erst recht in n\u00e4chtlichem Dunkel lebensgef\u00e4hrlich erscheinen. Warum l\u00e4cheln die nicht ab und zu? Gerade beim Thema Kleidung sollte selbst Lachen nicht allzu schwer fallen. Ein Blick aufs m\u00e4nnliche Publikum m\u00fcsste als Ausl\u00f6ser schon hinreichen: Gibt es doch kaum etwas Am\u00fcsanteres als eine Klumpung vermeintlich wichtiger Herren in ihren uniformen Business- oder Abendanz\u00fcgen; und es gibt gewiss nichts Komischeres als die dazugeh\u00f6rigen Halsschlaffis namens Krawatte. Also: Ein bisschen L\u00e4cheln w\u00e4re sch\u00f6n. Muss ja nicht gleich Dauerblecken sein wie bei uns Heidi-Mama.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie Welt wird sch\u00f6ner mit jedem Tag, \/&nbsp; Man wei\u00df nicht, was noch werden mag. \/ Das Bl\u00fchen will nicht enden. \/ Es bl\u00fcht das fernste, tiefste Thal\/ Nun, armes Herz, vergi\u00df der Qual! \/ Nun mu\u00df sich alles, alles wenden.\u201c &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; *** Nur zu gerne h\u00f6ren wir die Verse aus Ludwig Uhlands Gedicht \u201eFr\u00fchlingsglaube\u201c. 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