{"id":5131,"date":"2007-09-09T17:38:00","date_gmt":"2007-09-09T16:38:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/?p=5131"},"modified":"2024-10-10T17:44:30","modified_gmt":"2024-10-10T16:44:30","slug":"pressefreiheit-und-mediengesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2007\/09\/09\/pressefreiheit-und-mediengesellschaft\/","title":{"rendered":"Pressefreiheit und Mediengesellschaft"},"content":{"rendered":"<h6>Die vierte Gewalt zwischen Aufkl\u00e4rung und Massenverbl\u00f6dung<\/h6>\n<p>***<\/p>\n<p><em>Unkorrigiertes Rohmanuskript (teils ausformuliert, teils in Stichworten) eines Vortrages, der erstmals am 9.9.2007 bei den Marienberger Seminaren gehalten wurde.<\/em><\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>H\u00f6ret! H\u00f6ret! H\u00f6ret! Die hochgesch\u00e4tzte Hausherrin gibt kund und zu wissen, dass diese Veranstaltung nach 80 Minuten f\u00fcr eine15- min\u00fctige Pause unterbrochen wird. Dass ferner um 13.30 Uhr das Mittagessen aufgetischt wird und deshalb bis dahin alle Diskussionen beendet sein m\u00fcssen. H\u00f6ret! H\u00f6ret! H\u00f6ret!<\/p>\n<p>Guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herrn,<br \/>und herzlich Willkommen zum diesem Seminar mit dem Thema \u201ePressefreiheit und Mediengesellschaft \u2013 die vierte Gewalt zwischen Aufkl\u00e4rung und Massenverbl\u00f6dung\u201c.<\/p>\n<p>I. Vorformen des Pressewesens<br \/>Die Ank\u00fcndigung von eben \u00fcber den Zeitplan am heutigen Vormittag hat uns gewisserma\u00dfen in die Fr\u00fchzeit medialen Geschehens katapultiert.<\/p>\n<p>Der Ausrufer, Trommler<br \/>Ausgesandt von einem Auftraggeber (Herrschaft, Gemeinde, Kirche), um der \u00d6ffentlichkeit eine Nachricht zukommen zu lassen. (Befehle, Verordnungen, Hinweise auf bevorstehende Ereignisse, wichtige Todesnachrichten oder Gesellschaftsereignisse).<\/p>\n<p>Zwei weitere Beispiele aus der Fr\u00fchgeschichte des medialen Geschehens:<\/p>\n<p>Fahrende S\u00e4nger\/Erz\u00e4hler<\/p>\n<p>An&#8217;nem sch\u00f6nen blauen Sonntag<br \/>Liegt ein toter Mann am Strand<br \/>Und ein Mensch geht um die Ecke<br \/>Den man Mackie Messer nennt.<\/p>\n<p>Und Schmul Meier bleibt verschwunden<br \/>Und so mancher reiche Mann<br \/>Und sein Geld hat Mackie Messer<br \/>Dem man nichts beweisen kann.<\/p>\n<p>Jenny Towler ward gefunden<br \/>Mit&#8217;nem Messer in der Brust<br \/>Und am Kai geht Mackie Messer<br \/>Der von allem nichts gewusst.<\/p>\n<p>Sie alle kennen diese Melodie und die Strophen aus Bert Brechts \u201eMoritat von Mackie Messer\u201c aus der Dreigroschenoper. Brecht greift damit eine uralte Form des Nachrichtenwesens aus der Zeit vor Erfindung der Druckkunst auf: Die Verbreitung von Neuigkeiten und Nachrichten \u00fcber au\u00dferordentliche Ereignisse anderw\u00e4rts durch fahrende Erz\u00e4hler, S\u00e4nger, Puppentheater oder Schauspieler. (plus heimischer Erz\u00e4hler als Lokalchronist).<\/p>\n<p>Auf den ersten Blick verbreiteten die damaligen fahrenden Spielleute nicht Nachrichten in unserem Sinne. Was sie in dieser oder jener Form (Beispiele) mitteilten, war der Wirkung aufs (zahlende) Publikum wegen<br \/>gezielt ausgew\u00e4hlt (wichtig, interessant, beispielhaft)<br \/>\u00fcberh\u00f6ht, \u00fcbertrieben, spannend gemacht<br \/>subjektiv eingef\u00e4rbt, also tendenziell.<\/p>\n<p>Genau besehen, machten die Fahrensleut aber auch nichts anderes als viele Presseorgane heutzutage: Sie zogen aus den m\u00f6glichen Nachrichten diejenigen hervor, die das (zahlende) Publikum wahrscheinlich am meisten interessiert und brachten sie in eine Darstellungsform, die es am ehesten und tiefsten bewegt, packt oder auch erschreckt.<\/p>\n<p>Fahrende Erz\u00e4hler, S\u00e4nger, Schauspieler haben \u00fcber endlose Jahrhunderte gemacht, was wir gemeinhin als Erfindung erst der modernen Boulevardpresse, dann des Privatfernsehens missdeuten: Infotainment = die Verschmelzung von Information und Entertainment.<\/p>\n<p>Der Pamphletist<\/p>\n<p>Das nach Ausrufer und fahrenden Spielleuten dritte Beispiel aus der medialen Fr\u00fchzeit ist der Akt, mit dem Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen in die \u00d6ffentlichkeit gebracht haben soll. Luther hatte Missst\u00e4nde seiner Zeit recherchiert und analysiert (Ablassdogmen und \u2013praxis vor allem), dar\u00fcber verfasste er einen Artikel in Form von 95 Thesen, den er per Anschlag am Tor der Schlosskirche zu Wittenberg und durch gleichzeitiges Verteilen als \u00f6ffentliche Streitschrift (=Pamphlet) in Flugblattform publizierte.<\/p>\n<p>Folgerungen:<br \/>Sehen wir einmal \u00fcber die unsereinen etwas befremdlich anmutenden Formen dieser drei historischen Medial-Ph\u00e4nomene hinweg, so finden wir dort bereits alle wesentlichen Ingredienzien auch des modernen Pressewesens beisammen:<\/p>\n<p>Da w\u00e4re die typische Kommunkations- oder Vermittlungsstruktur:<br \/>Ereignis\/Sachverhalt\/Thema \u2013 vermittelndes Medium \u2013 \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n<p>Beim Ausrufer: <br \/>Thema\/Sachverhalt ist die Zeitlinie des Seminars; vermittelndes Medium bin in unserem Beispiel ich, meine Stimme, sind meine Worte. \u00d6ffentlichkeit, also Adressat, sind Sie.<\/p>\n<p>Beim Moritatens\u00e4nger:<br \/>Thema ist irgendein Ereignis unl\u00e4ngst oder vor l\u00e4ngerer Zeit an anderem Ort, vermittelndes Medium sind Erz\u00e4hler, S\u00e4nger, Schauspieler und ihre Kunst, \u00d6ffentlichkeit ist das auf dem Marktplatz versammelte Publikum.<\/p>\n<p>Bei Luther<br \/>tritt nun an die Stelle der Stimme, des Gesang oder des Schauspiels erstmals die Schrift, noch dazu in vervielf\u00e4ltigter Form, als vermittelndes Medium auf. Luther hat, wenn man so will, mit den 95 Thesen eine der ersten Zeitungen Europas herausgegeben.<\/p>\n<p>Schauen wir uns an, was wie \u00fcber diese bis heute g\u00fcltige Kommunikationsstruktur vermittelt wurde, so sto\u00dfen wir erneut auf durchaus vertraute Elemente:<br \/>Der Ausrufer k\u00fcndet vor allem von kommenden Ereignissen. Der praktische Nutzwert seiner Nachrichten f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit ist ziemlich gro\u00df, denn er teilt mit, wann in welcher H\u00f6he Steuern f\u00e4llig werden, die M\u00fcllabfuhr kommt oder ein Fest gefeiert wird. Im modernen Pressewesen nennt man das Leser- oder Zuschauerservice. (Beispiele: Veranstaltungskalender, Notfalldienst, Kartentelefone, Produkt- und Ereignisvorstellung\u2026; teils gibt es daf\u00fcr eigen Rubriken, Seiten, ja ganz eigene Zeitungen oder Sendeformate).<\/p>\n<p>Beim Moritatens\u00e4nger f\u00e4llt der unmittelbare Nutzwert der Nachrichten hingegen eher gering aus. Seine Mitteilungen befriedigen in erster Linie Sensationsgier und Unterhaltungslust oder aber das Bed\u00fcrfnis nach Erbauung respektive nach Erweiterung des geistigen Horizontes. Diese ganze breite Palette von Publikumsinteressen finden Sie heute in nahezu jedem Pressemedium intensiv bedient, mal besser, mal schlechter. Auch die Flaggschiffe des deutschen Qualit\u00e4tsjournalismus (FAZ, Zeit, SZ) k\u00f6nnen und wollen auf ihre Unterhaltungssparten nicht mehr verzichten. Und umgekehrt tut auch die Bild-Zeitung so, als h\u00e4tten dort Politik und Philosophie, Naturwissenschaft und die K\u00fcnste eine publizistische Heimat.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich Luther: Er enth\u00fcllt die profane Beutelschneiderei hinter dem in fromme Worte gekleideten System der Kirchenm\u00e4chtigen, nimmt den Zeitgeist unter die Lupe, verdeutlicht den Kulturverfall und die gegen biblischen \u201eVerfassungsgeist\u201c versto\u00dfenden Praktiken, hinterfragt kritisch den Mainstream und tritt dem Establishment auf die F\u00fc\u00dfe. Luther ist Rechercheur, Enth\u00fcllungsjournalist und Leitartikler in einer Person. Zugleich ist er wohl der erste, der so etwas wie eine Medienmarktstrategie entwickelte: Mit seiner Bibel\u00fcbersetzung hat er das Zeitalter Massen-wirksamer Medien eingel\u00e4utet \u2013 mit dem wir heute unsere Lust und unsere Last haben.<\/p>\n<p>Was die mediale Fr\u00fchzeit allerdings kaum kannte, ist jenes Element, das in der Gegenwart \u2013 zumindest der demokratischen Staaten \u2013 als Prim\u00e4raufgabe der Presse angesehen wird: M\u00f6glichst sachliche, objektive Informationsverbreitung \u00fcber das, was daheim und in aller Wellt geschehen ist oder geschieht.<\/p>\n<p>Die Vorstellung, die Gesellschaft bed\u00fcrfe des gut informierten B\u00fcrgers und eine Bev\u00f6lkerung habe das Recht, sich \u00fcber alles m\u00f6gliche zu informieren, diese Vorstellung ist noch vergleichweise jung.<br \/>Sie ist eine Erfindung des b\u00fcrgerlichen Zeitalters. <br \/>Feudalherren w\u00e4ren niemals auf die Idee gekommen, ihre Untertanen m\u00fcssten \u00fcber politische Vorg\u00e4nge in ihrem Beritt oder drumherum Bescheid wissen. Eine Geisteswelt, die Regierungsmacht und Herrschaft als g\u00f6ttliche Gnadengabe versteht, Staat und Gemeinwesen als pers\u00f6nliches Eigentum des Herrschers, einer solchen Geisteswelt muss die Idee von Untertanen, die \u00fcber ihre allt\u00e4glichen Erfordernisse hinaus allgemein informiert sind, v\u00f6llig unbegreiflich sein. Selbst wenn die Feudalherren Informiertheit der Untertanen nicht f\u00fcr gef\u00e4hrlich hielten, so m\u00fcsste sie ihnen dennoch unn\u00fctz und \u00fcberfl\u00fcssig vorkommen.<\/p>\n<p>II. Das Pressewesen in der Historie<\/p>\n<p>Aber die Herrschaften untersch\u00e4tzten die Neugierde ihres Volkes, sein urw\u00fcchsiges Informationsbed\u00fcrfnis; sie untersch\u00e4tzten ebenfalls den Mitteilungswillen ihrer kritischen Intellektuellen. Seit Johannes Gutenberg 1445 den Druck mit beweglichen Lettern erfunden hatte, kursierten in Europa jedes Jahr tausende von Flugbl\u00e4ttern und Flugschriften. Die Mehrzahl setzte sich kritisch mit Verh\u00e4ltnissen und Ereignissen auseinander, viele nahmen F\u00fcrsten, Beamte und Kirchenvertreter respektlos auf die Schippe. Die fr\u00fche Geschichte der Presse ist nicht nur, aber doch zum erheblichen Teil eine Geschichte der Opposition.<\/p>\n<p>Zugleich ist es eine Geschichte auch medialer Unterhaltung:<br \/>= illustrierte Flugbl\u00e4tter mit Darstellungen seltsamer Tiere, Monstrosit\u00e4ten, Karikaturen, h\u00f6fischer oder fremdl\u00e4ndischer Moden, Frivolit\u00e4ten und Pornografie.<br \/>(Zeitbedingungen ansprechen: L\u00e4ndliche Abgeschiedenheit, Analphabetismus, Bildungsferne\u2026)<\/p>\n<p>Vom Flugblatt zur periodisch erscheinenden Zeitung war es ein ziemlicher Schritt. Nicht zuletzt deshalb, weil die Zeitung mit ihren festen Strukturen (Inhaber, Redaktion, Druckerei, Vertriebsstellen) gegen\u00fcber obrigkeitlichem Zugriff wesentlich empfindlicher war. Weshalb die fr\u00fche Geschichte der Presse auch eine Geschichte der staatlichen Zensur und des st\u00e4ndigen Ringens um mehr Pressefreiheit war.<\/p>\n<p>Wobei Zeitunglesen bis weit ins 19. Jahrhundert ein faktisches Kulturprivileg der gebildeten St\u00e4nde war.<\/p>\n<p>Ende des 16. Jahrhunderts erscheinen die ersten Periodika: Halbjahres oder Monatszeitschriften. Wie die \u201eRohrschacher Monatsschrift\u201c am Bodensee von 1597, die als Chronik kommentarlos einfach auflistete, was zur\u00fcckliegend \u201ean f\u00fcrnehmbsten Geschichten und Handlungen geschehen\u201c. 1605 erscheint in Stra\u00dfburg w\u00f6chentlich die vom Weltverband der Zeitungen als erste wirkliche Zeitung anerkannte \u201eRelation aller f\u00fcrnemmen und gedenckw\u00fcrdigen Historien\u201c. 1650 erblickt mit den \u201eEinkommenden Zeitungen\u201c in Leipzig die erste Tageszeitung das Licht der Welt. Die Auflage soll bei 200 Exemplaren gelegen haben.<\/p>\n<p>Kleiner Exkurs: Der Begriff \u201eZeitung\u201c<\/p>\n<p>\u201eEinkommende Zeitungen\u201c, in heutige Sprache \u00fcbersetzt w\u00fcrde das hei\u00dfen: Aktuelle Nachrichten. Denn im urspr\u00fcnglichen Sprachgebrauch meint Zeitung nicht das papierene Druckobjekt, sondern jedwede Nachricht. Die entsprechende Redewendung hie\u00df, etwa bei Schiller mehrfach zu finden: Er gibt uns Zeitung \u00fcber\u2026 Der Begriff stammt \u00fcbrigens aus dem Rheinland, tauchte schon im 14. Jahrhundert in K\u00f6ln als \u201eZidung\u201c auf und meinte in schriftlicher Form \u00fcbermittelte Kunde oder Nachricht.<\/p>\n<p>Im 18. Jahrhundert nahm die Zahl der periodisch erscheinen Printtitel explosionsartig zu. Von mehr als 300 im deutschsprachigen Raum ist die Rede, das m\u00f6glicherweise gr\u00f6\u00dfte Blatt war der \u201eHamburgische Unpartheyische Correspondent\u201c mit einer f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse gigantischen Auflage von 30 000 Exemplaren. Zusammen mit dieser Entwicklung erfuhr auch das Wort Zeitung seinen Bedeutungswandel hin zum heutigen Sinn: Ein Druckobjekt, das sich durch m\u00f6glichst hohe Aktualit\u00e4t, regelm\u00e4\u00dfiges Erscheinen, allgemeine Zug\u00e4nglichkeit und inhaltliche Vielfalt auszeichnet.<\/p>\n<p>Drucktechnik und Massenpresse:<\/p>\n<p>1812 wurde die Schnellpresse erfunden, die den bis dahin an die Handpresse gebundenen Druckvorgang um den Faktor 100 beschleunigte. 1845 kam dann die erste Rotationsdruckmaschine auf den Markt; nun konnten riesige Druckauflagen in k\u00fcrzester Zeit hergestellt werden. 1884 wurde die erste Linotyp-Setzmaschine produziert, ein mechanisches Wunderwerk, das das zeitraubende Herumhantieren mit einzelnen Buchstaben durch einen Vorgang ersetzte, der fast an das Arbeiten mit einer etwas wuchtig geratenen Schreibmaschine erinnert. Setzmaschinen auf Basis der Linotyp-Technik waren in deutschen Zeitungsh\u00e4usern noch in den 1980ern im Einsatz.<\/p>\n<p>Rotationsdruck und Linotyp-Satz waren die technische Voraussetzung daf\u00fcr, dass bis zum Anfang 19. Jahrhunderts eine Zeitungslandschaft und Zeitungskultur entstand, die man sich heute \u00fcberhaupt nicht mehr vorstellen kann. In den gro\u00dfen St\u00e4dten konkurrierten oft Dutzende von Bl\u00e4ttern miteinander, die bis zu vier Ausgaben t\u00e4glich herausbrachten: Morgenzeitung, Mittagsblatt, Abendzeitung und Nachtausgabe. Der Begriff des \u201erasenden Reporters\u201c entstand wohl zu jener Zeit. Legend\u00e4r ist der Wettstreit der mit hei\u00dfer Nadel gestrickten Theaterkritiken nach Berliner Premieren: da hetzten die Herren Kollegen nach dem letzten Vorhang in die Redaktionen, hauten ihre Urteile in die Tasten oder direkt dem Setzer an der Linotyp in die Ohren, auf dass das in den Cafes und Bars beisammen hockende Premierenpublikum schon in der druckfrischen Nachtausgabe die Kritiken \u00fcber das eben Erlebte lesen konnte.<\/p>\n<p>Das Deutschland der Weimarer Republik hatte die wohl vielf\u00e4ltigste und lebendigste Presselandschaft weltweit. Diese war nicht auf die Gro\u00dfst\u00e4dte beschr\u00e4nkt, sondern erstreckte sich bis tief in die Provinz. Von der einstigen Vielfalt auch regionaler und lokaler Bl\u00e4tter zeugen bis heute erhaltene Zeitungstitel. Beispielsweise in der Rhein-Zeitungs-Familie \u201eOeffentlicher Anzeiger\u201c, Bendorfer Zeitung, Kirner Zeitung etc., die inzwischen l\u00e4ngst lokale Kopfbl\u00e4tter der Rhein-Zeitung sind, aber vielfach fr\u00fcher einmal selbst\u00e4ndige Lokal-Zeitungen waren.<\/p>\n<p>Eine bl\u00fchende Zeitungslandschaft zur Weimarer Zeit also. Dann kamen der Rundfunk, die Nazis, der Krieg. Die Redaktionen wurden unter NS-Kuratel gestellt, die Zeitungen gleichgeschaltet. Presse im Nationalsozialismus ist ein ganz eigenes Thema, das ich heute hier aber nicht weiter entfalten will. Obwohl ein \u00e4u\u00dferst spannendes Kapitel j\u00fcngerer deutscher Geschichte, soll der knappen Zeit wegen auch der Wiederaufbau des Pressewesens nach dem Krieg unter der \u00c4gide der Siegerm\u00e4chte nicht n\u00e4her behandelt werden. Nur eine kleine Anmerkung:<\/p>\n<p>Man kann in der Schlussphase des 2. Weltkrieges verfolgen, wie gleichzeitig zum Vormarsch der alliierten Truppen die deutschen Zeitungen von der Bildfl\u00e4che verschwanden. Denn das Verbot der Zeitungen (und des Rundfunkbetriebes) war nach Einstellung der Kampfhandlungen am Ort jeweils eine der ersten Ma\u00dfnahmen der alliierten Kommandanturen. (Stichworte: Zerschlagung des Propagandaapparates, Krieg um die K\u00f6pfe, ideologische Entnazifizierung).<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wichtig nahmen die Siegerm\u00e4chte nachher auch den Aufbau eines neuen Pressewesens, das in den ersten Monaten selbst in den Westsektoren durchaus unter Zensurbedingungen arbeitete. Dennoch: Gerade die Amerikaner betrieben mit Nachdruck und sehr offensive die Wiederherstellung einer demokratischen Presse in deutscher Hand. Dass es dabei nicht immer hasenrein zuging, dass auch vormalige, in Schuld verstrickte Medienm\u00e4chte bei der Lizenzvergabe wieder zum Zuge kamen und dass eben noch eifrig den Nazis nach dem Mund schreibende Journalisten wieder publizieren durften, ist in der deutschen Journalismusgeschichte ein ebenso unerfreuliches Kapitel wie in der Justizgeschichte, wie in der deutschen Nachkriegsgesellschaft \u00fcberhaupt.<\/p>\n<p>Ein interessanter Aspekt sei noch kurz erw\u00e4hnt:<br \/>Die mit dem Presseaufbau in Deutschland befassten Offiziere der US-Armee hatten ihre liebe Not mit einer Eigenart deutscher Journalismus-Tradition. Die Amerikaner verstanden damals unter Journalismus, auch und gerade unter politischem Journalismus vor allem \u201eNews, News, News\u201c, also Nachrichtenjournalismus. Wozu durchaus auch investigativer Journalismus geh\u00f6rte, also das Ausgraben und Verbreiten von Skandalfakten. Was ihnen nicht geheuer war, war die Vorliebe des hiesigen Journalismus f\u00fcr Meinungsformate, f\u00fcr geistig-moralischen Diskurs und entsprechende Belehrung. Die hierzulande schon seit der Fr\u00fchzeit der Presse \u00fcbliche F\u00fclle von Leitartikeln, Kommentaren, Kritiken, meinungslastige Kolumnen, Analysen, Essays und Predigten betrachteten sie mit irritiertem Misstrauen.<\/p>\n<p>III. Die Pressefreiheit<\/p>\n<p>Befassen wir uns nun mit der Presse in der Bundesrepublik Deutschland, von der wir alle erwarten, erhoffen, fordern, dass sie zumindest<br \/>frei und unabh\u00e4ngig sei,<br \/>der Information und Meinungsbildung der B\u00fcrger diene,<br \/>Kontrollfunktion gegen\u00fcber Staat und Politik aus\u00fcbe<\/p>\n<p>und derart als wichtiges Element der Demokratie zum Funktionieren derselben beitrage.<br \/>Grundgesetz Artikel 5, Absatz 1:<br \/>&#8222;Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu \u00e4u\u00dfern und zu verbreiten und sich aus allgemein zug\u00e4nglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gew\u00e4hrleistet. Eine Zensur findet nicht statt.&#8220;<\/p>\n<p>Mit diesen drei knappen S\u00e4tzen definiert unsere Verfassung die Pressefreiheit als quasi nat\u00fcrlichen Ausfluss des unver\u00e4u\u00dferlichen Menschenrechtes auf Meinungsfreiheit. Die Verfassungsv\u00e4ter haben damit zugleich einen verbindlichen Punkt hinter ein endloses Ringen um Pressefreiheit gerade in deutschen Landen gesetzt.<\/p>\n<p>Exkurs Geschichte der Pressefreiheit:<\/p>\n<p>1695 kam das englische Parlament Forderungen der Humanisten John Locke und John Milton nach, und verl\u00e4ngerte das Zensurstatut einfach nicht mehr. Damit war die Zensur aufgehoben, ohne dass der Begriff Pressefreiheit verwendet werden musste. 1776 erhob im Rahmen der amerikanischen Unabh\u00e4ngigkeitsbewegung der Staat Virginia als erster weltweit die Pressefreiheit in den Rang eines Menschenrechts. 1789 wurde dies bei der Verabschiedung der amerikanischen Bill of Rights nachvollzogen. Am 26. August 1789 verabschiedete die franz\u00f6sische Nationalversammlung ihre Erkl\u00e4rung der Menschen- und B\u00fcrgerrechte, womit erstmals in der alten Welt die Pressefreiheit Grundrechtsrang erhielt.<\/p>\n<p>Bei uns dauerte das viele, viel Jahre l\u00e4nger. Die Deutsche Bundesakte von 1815 garantierte die Pressefreiheit, die Karlbader Beschl\u00fcsse f\u00fchrten 1819 aber die Zensur wieder ein. Das badische Pre\u00dfgesetz von 1831 untersagte jegliche Zensur von Druckschriften, ein Jahr sp\u00e4ter wurde das Gesetz wieder aufgehoben. Nebenan in der Pfalz hatte die Bev\u00f6lkerung seit 1797 als Teil der franz\u00f6sischen Republik auch die Pressefreiheit genossen. Damit war es 1816 vorbei, als der Landstrich nach dem Wiener Kongress unter k\u00f6niglich bayerische Hoheit gestellt wurde. Als im 1830er-Jahr in der Pfalz die Knebel noch strammer gezogen wurden aus Angst, die franz\u00f6sische Julirevolution k\u00f6nnte aufs Bayernprotektorat \u00fcbergreifen, gr\u00fcndeten der Journalist Jakob Siebenpfeiffer und der Publizist August Wirth den \u201eDeutschen Pre\u00df- und Vaterlandsverein\u201c, der 1832 das Hambacher Fest initiierte als politische Kundgebung f\u00fcr Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Volkssouver\u00e4nit\u00e4t und Nationale Einheit in einem europ\u00e4ischen Bund freier, selbstbestimmter V\u00f6lker.<br \/>Die in der Frankfurter Paulskirche erarbeitete Verfassung sah Pressefreiheit vor, trat aber bekanntlich nie in Kraft. Die Verfassung des Deutschen Reiches von 1871erw\u00e4hnt keine Pressefreiheit, aber immerhin auch keine Zensur. Das Reichspressegesetz von 1874 konstituiert erstmals eine gewisse Pressefreiheit f\u00fcrs ganze Reich. Die Sozialistengesetze von 1878 schafften sie wieder ab.<\/p>\n<p>G\u00fcltigkeit Grundgesetzartikel BRD:<\/p>\n<p>Zur\u00fcck in die Gegenwart der Bundesrepublik. Wir waren beim GG-Artikel 5 \u00fcber Meinungs- und Pressefreiheit. Ausdr\u00fccklich sei unterstrichen: Das Grundgesetz unterscheidet nicht zwischen wertvollen und minderwertigen Presseorganen. Die Pressefreiheit sowie die damit verbundenen Privilegien und Pflichten gelten f\u00fcr die FAZ ebenso wie f\u00fcr die Bild-Zeitung, f\u00fcr den Spiegel ebenso wie f\u00fcr Echo der Frau, f\u00fcrs ZDF ebenso wie f\u00fcr RTL2, f\u00fcr eine Publikation mit Millionenpublikum ebenso wie f\u00fcr ein Dorfbl\u00e4ttchen mit 100er-Auflage.<\/p>\n<p>Die Pressefreiheit sch\u00fctzt ferner den gesamten Produktions- und Distributionsprozess von Presseerzeugnissen. Denn was h\u00e4tte man schlie\u00dflich davon, d\u00fcrfte man zwar nach belieben Artikel schreiben, aber die Obrigkeit schlie\u00dft die Druckerei oder Sendeanstalt, steckt die Grossisten oder Zeitungsverk\u00e4ufer ins Loch, sperrt dem Sendeverteiler in Bad Marienberg den Strom ab? Es bliebe das Recht auf freie Meinungs\u00e4u\u00dferung, nur keiner w\u00fcrde von deiner Meinung erfahren. Solche perfiden Methoden zur indirekten faktischen Unterdr\u00fcckung der Pressefreiheit, w\u00e4hrend sie als Verfassungsrecht zugleich hochgehalten wird, erleben wir derzeit etwa in Russland zuhauf.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte einwenden: Was manche Boulevardmedien mit der Pressefreiheit anstellen, sei Missbrauch, ja Pervertierung derselben. Da ist viel Wahres dran. Aber wie bei der grundgesetzlich garantierten Kunstfreiheit auch, stellt sich die Frage: Wer, bitte, soll entscheiden, was Kunst ist, was nicht, was sch\u00fctzenwerte journalistische Leistung und was dumpfbackener Unfug, was Meinungs\u00e4u\u00dferung und was b\u00f6swillige Verleumdung? Volkes Stimme, die Stammtische, die Kirchen, am Ende gar der Staat? Man machte den Bock zum G\u00e4rtner &#8211; das w\u00e4re so oder so die Aushebelung der Pressefreiheit wie der Kunstfreiheit. Es ist schon schwierig genug, die aus Einzelgesetzen herr\u00fchrenden, in speziellen F\u00e4lle wirksam werdenden Einschr\u00e4nkungen der Presse- und Meinungsfreiheit angemessen zu bewerten. Denken Sie an die Spiegel-Aff\u00e4re, wo Adenauer und Strau\u00df den Vorwurf des Verrates von Staatsgeheimnissen als Vorwand gebrauchte, das unliebsame Nachrichtenmagazin zu verbieten (siehe auch heute zB \u201eCicerco\u201c-Durchsuchungen).<\/p>\n<p>Die \u201evierte Gewalt\u201c:<\/p>\n<p>\u201e Eine Zensur findet nicht statt\u201c legt die Verfassung fest und schuf damit den Raum daf\u00fcr, dass die Presse sich zur sogenannten Vierten Gewalt neben Legislative, Judikative und Exekutive entwickeln konnte. Vierte Gewalt ist kein verfassungsrechtlicher Offizialbegriff, sondern ein informeller Terminus, der zum Ausdruck bringt, dass die Presse wesentlich zur \u00f6ffentlichen Meinungsbildung beitr\u00e4gt und die Staatsgewalt kontrolliert. Oder das zumindest soll. In einem Urteil aus dem Jahr 1972 f\u00fchrt das Bundesverfassungsgericht aus, dass: \u201edie freie geistige Auseinandersetzung ein Lebenselement der freiheitlichen demokratischen Ordnung in der Bundesrepublik und f\u00fcr diese Ordnung schlechthin konstituierend [ist]. Sie beruht entscheidend auf der Meinungs-, Presse- und Informationsfreiheit.\u201c<\/p>\n<p>Sie sehen, meine Damen und Herrn: Nach diesem Verst\u00e4ndnis, das in den meisten westlichen Demokratien Allgemeingut ist, ist eine demokratische Gesellschaft ohne ein funktionierende freie Presse gar nicht vorstellbar. Die Anspr\u00fcche, die daraus an die Presse selbst erwachsen, sind enorm hoch. Kann sie sie erf\u00fcllen, erf\u00fcllt sie sie? Schauen wir uns die aktuelle deutsche Medienlandschaft etwas genauer, werfen wir auch ein paar Blicke hinter die Kulissen.<\/p>\n<p>IV. Die aktuelle Medienlandschaft in der BRD<\/p>\n<p>Printmedien:<br \/>Unterscheidung<br \/>nach Zeitungen und Zeitschriften;<br \/>nach Publikumstiteln und Fachtiteln;<br \/>nach Regionalpresse und \u00fcberregionaler Presse;<br \/>nach Qualit\u00e4tsbl\u00e4ttern und Boulevardbl\u00e4ttern.<\/p>\n<p>Elektronische Medien:<br \/>Radio, Fernsehen, Internet.<br \/>\u00d6ffentlich-rechtlich;<br \/>Privat.<\/p>\n<p>Das Prinzip \u00f6ffentlich-rechtlich gibt es nur bei den Elektronischen, nicht im Printbereich. Fast alle Zeitungen und Zeitschriften sind zugleich privatwirtschaftliche Warenangebote. D.h. sie m\u00fcssen auch, bei Strafe des Untergangs, wirtschaftlich arbeiten, letztlich also Gewinn erwirtschaften.<\/p>\n<p>Wie finanzieren sich Printmedien?<br \/>Verkaufserl\u00f6s und Anzeigenerl\u00f6s, wobei letzterer den gr\u00f6\u00dferen Einnahmenanteil ausmacht. Je h\u00f6her die verkaufte Auflage, umso gr\u00f6\u00dfer auch die Anzeigenreichweite, umso h\u00f6her auch der Anzeigenpreis.<br \/>Profaner Effekt: Leser \u00e4rgern sich manchmal \u00fcber so viele Anzeigen in ihrer Zeitung, die Zeitungsmacher sind gl\u00fccklich, weil es dann ihrem Unternehmen gut geht.<br \/>Erkl\u00e4re: Diversifizierte und deshalb geringere Abh\u00e4ngigkeit.<br \/>Erkl\u00e4re Zweischneidigkeit wirtschaftlichen Erfolges: Viele Anzeigen \u00e4rgern, erm\u00f6glichen aber zugleich, theoretisch, opulentere Redaktion und gr\u00f6\u00dferen\/besseren Redaktionsteil.<\/p>\n<p>Gef\u00e4hrdung der Pressevielfalt und -freiheit durch wirtschaftliche Zw\u00e4nge:<\/p>\n<p>1. Anh\u00e4ngigkeit von Werbung<br \/>Der Redaktionsteil der Zeitung soll unabh\u00e4ngig sein. Je schwieriger aber die wirtschaftliche Lage des Zeitungsverlages, umso gr\u00f6\u00dfer der Druck, auf potenzielle oder tats\u00e4chliche Anzeigenkunden R\u00fccksicht zu nehmen.<br \/>Schwieriger, andauernder Balance-Akt der Zeitungsh\u00e4user zwischen jounralistischem Auftrag und wirtschaftlichen Erfordernissen.<\/p>\n<p>2. Fortschreitender Konzentration in der Presselandschaft reduziert Presse- und auch Meinungsvielfalt. (Beispiel Aachen, Beispiel WAZ, Springer, Dumont, Bertelsmann).<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund kann\/k\u00f6nnte\/m\u00fcsste das \u00f6ffentlich-rechtliche, aus Geb\u00fchren finanzierte Rundfunksystem eine uneinnehmbare Bastion f\u00fcr unabh\u00e4ngigen Journalismus sein. Teils ist das auch so, und w\u00e4re es eine Katastrophe, w\u00fcrden ARD und ZDF aus der Medienlandschaft verschwinden.<\/p>\n<p>3. Gef\u00e4hrdung der Pressefreiheit durch schlechte Journalistenbezahlung:<\/p>\n<p>Aber: Wir h\u00f6rten in letzter Zeit wiederholt auch von Schleichwerbung im Fernsehen, von Moderatoren und Journalisten, die sich haben verf\u00fchren lassen, versteckt Produktplacement und Firmen-PR in ihren Sendungen zu betreiben. Wir sehen Journalisten in Werbetrailern oder Anzeigen. Meist handelt sich dabei um \u201eKollegen\u201c, die das finanziell nicht wirklich n\u00f6tig haben.<\/p>\n<p>Es gibt aber auch ganz andere, die ihr \u00dcberleben nur sichern k\u00f6nnen, wenn sie neben ihrer journalistischen T\u00e4tigkeit noch andere \u201eArbeiten erledigen\u201c.<\/p>\n<p>Einkommensstruktur im deutschen Pressewesen:<\/p>\n<p>&#8211; das Heer der \u201earmen Schweine\u201c ganz unten: Freie Mitarbeiter bei Lokalzeitungen, lokalen Radio- oder TV-Sendern. (So einer kann am Ort richtig wichtig sein, und doch nur ein Taschengeld verdienen). Honorare, auf Stundenlohn umgerecht, bisweilen unter 3 Euro.<br \/>&#8211; Gruppe der Pauschalisten (Beispiele).<br \/>&#8211; Gruppe der angestellten Normalredakteure geteilt danach ob sie Tariflohn erhalten oder in einem Unternehmen arbeiten, das sich vom Tarif verabschiedet hat. (Beispiele)<br \/>&#8211; Gruppe der Hoch- und Spitzenverdiener (Beispiele).<\/p>\n<p>Wo die Bezahlung sehr schlecht, macht sich die Notwendigkeit breit, zuzuverdienen. Der Journalist nutzt seine Kontakte, um an Brotauftr\u00e4ge (PR, Werbung, Redenschreiben etc.) zu kommen. Wer vergibt solche Auftr\u00e4ge? Unternehmen, Verb\u00e4nde, Parteien, Ministerien, Kultur- und Bildungsinstitutionen. Im Regelfall gibt es das ehrliche Bem\u00fchen des Journalisten, das journalistische Kerngesch\u00e4ft von diesen Zusatzarbeiten getrennt zu halten. Aber es geh\u00f6rt schon allerhand Erfahrung, Selbstbewusstsein und berufsethische Haltung dazu, etwa journalistisch zu einem Minister kritische Distanz zu halten, aus dessen Ministerium man wiederholt unverzichtbare Brotauftr\u00e4ge erh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Die Tendenz in der deutschen Medienlandschaft weist eindeutig in Richtung Verminderung des Stammpersonals, Vermehrung der niedrig bezahlten Jobs. (Stichwort: Auslagerung, Fremdvergabe, Storyeinkauf bei Billigagenturen).<\/p>\n<p>Und klar ist: Personell ausged\u00fcnnte Redaktionen k\u00f6nnen auch nur noch ausged\u00fcnnte Recherchen betreiben.<\/p>\n<p>Vom Herdentrieb im Journalismus:<br \/>Sie alle kennen das Ph\u00e4nomen, dass an manchen Tagen die unterschiedlichsten Medien alle die gleichen Themen mit fast gleichem Tenor behandeln. Oft sind es nicht einmal Themen, die durch besondere Ereignisse gesetzt werden oder von besonderer Wichtigkeit w\u00e4ren. Sie tauchen wie aus dem nichts auf und f\u00fcllen pl\u00f6tzlich alle Kan\u00e4le. Die Gleichheit oder Einheitlichkeit reicht bisweilen bis in die Wortwahl der Texte hinein.<\/p>\n<p>Signifikantes Beispiel: Die Online-Ausgaben von Zeitungen und Sendern bei der Erstvermeldung am fr\u00fchen Vormittag.<\/p>\n<p>Erkl\u00e4rung: Das Agentur-Prinzip <br \/>Die wichtigsten Presseagenturen: dpa, afp, ap, reuters<br \/>Mechanismus: Was die Agenturen bringen, haben alle Medien. Es zu ignorieren kann eine riskante Angelegenheit sein. Und: Je ausged\u00fcnnter die Redaktionen, je d\u00fcnner ihr Korrespondentennetz, umso gravierender die Agentur-H\u00f6rigkeit.<\/p>\n<p>Erkl\u00e4rung: Das Agenda-Prinzip<br \/>Es gibt zu bestimmten Zeitpunkten bestimmte Themen, die im \u00f6ffentlichen Bewusstsein verst\u00e4rkt pr\u00e4sent sind. Das \u00d6B und die Journaille sind besonders sensibilisiert daf\u00fcr.<br \/>Beispiele:<\/p>\n<p>&#8211; Pisa-Studie: der gro\u00dfe Furor war vorgestern, aber das Thema steht dennoch latent auf der Agenda; Kommt irgendeine neue Studie oder gibt es irgendwo irgendwelche signifikanten Vorkommnisse im Schulbereich, KOCHT Pisa wieder HOCH.<br \/>&#8211; Klimawandel dito.<br \/>&#8211; Kinderarmut: War vor\u00fcbergehend von der Agenda verschwunden. Neue Zahlen und der alarmierende Ton diverser Institute brachte das Thema Ende August wieder in die Schlagzeilen. Inzwischen ist es wieder verschwunden.<\/p>\n<p>Beispiele f\u00fcr Themensetzung durch Vorgabe der Leitmedien:<\/p>\n<p>&#8211; Pflegenotstand:<\/p>\n<p>In ihrer Ausgabe vom (ich glaube) 30.8. titelte die Bild-Zeitung \u201ePflege-Schande\u201c. Die Bild-Redaktion hatte einen Tag vorab einen Untersuchungsbericht des Medizinischen Dienstes der Bundesvereinigung der Krankenkassen zugespielt bekommen, und richtig gerochen, dass das ein richtiger Aufreger sein kann. Der Bild-Titel sorgte f\u00fcr enormen Zulauf bei der Pressekonferenz am Mittag des 30.8., wo der Bericht regul\u00e4r vorgestellt wurde. Am 31.8. stieg die gesamte Presselandschaft gro\u00df in das Thema ein. Ohne die Bild-Vorgabe h\u00e4tte das Thema wom\u00f6glich keinen so gro\u00dfen Wiederhall gefunden.<\/p>\n<p>&#8211; Die Republik r\u00fcckt nach links<br \/>= Zeitaufmacher vor 2 Wochen. Bekanntes Faktum seit Bundestagswahl 2005 mit ihrer Mehrheit links von der Mitte. Damals einigten sich jedoch die Leitmedien und Leitartikler auf die Lesart: Der W\u00e4hler will eine gro\u00dfe Koalition. Und das, obwohl beide gro\u00dfen Parteien die eigentlichen Verlierer der Wahl waren.<\/p>\n<p>Einflussnahme durch Lobbyisten und Politik (Themendropping zB):<\/p>\n<p>Die \u201eAgenda\u201c ist ein geheimnisvolles Ding. Diese nirgends beschlossene, nirgends fixierte, aber quasi allm\u00e4chtig durch den \u00c4ther geisternde Liste der in der Presselandschaft zurzeit wichtigen Themen zieht Politiker und alle Lobbyisten dieser Welt magisch an. Denn was die Presse auf der Agenda hat, ist Gegenstand der \u00f6ffentlichen Meinung.<\/p>\n<p>Die Meinungsforschung hat etwa hinsichtlich der Medienwirkung auf das W\u00e4hlerverhalten Folgendes herausgefunden:<\/p>\n<p>Von zentraler Bedeutung ist die Thematisierungsfunktion der Massenmedien. Will sagen: Die Menschen halten jene Themen f\u00fcr besonders wichtig und l\u00f6sungsbed\u00fcrftig, die von den Massenmedien h\u00e4ufig und in gro\u00dfer Aufmachung aufgegriffen werden. Profaner, aber wirksamer Umkehrschluss: Was nicht in der Zeitung steht, kann auch nicht wichtig sein.<\/p>\n<p>Die Frage f\u00fcr Politiker und Lobbyisten lautet demnach: Wie bringe ich meine Themen \u2013 und mich &#8211; auf die Agenda der Medien?<br \/>Das zu erreichen, unterhalten Unternehmen, Verb\u00e4nde, Parteien, Ministerien etc. eigene Presseabteilungen, deren Budgets bisweilen dicker sind als der gesamte Redaktionshaushalt auch von gr\u00f6\u00dferen Zeitungen.<\/p>\n<p>Strategien des Themendropping:<br \/>Pressemitteilungen und Pressekonferenzen<br \/>Handverlesene Hintergrundgespr\u00e4che<br \/>Selbstproduzierte Beitr\u00e4ge mit journalistischem Anstrich (kostenlos zu haben, deshalb reizvoll f\u00fcr finanziell und personell ausged\u00fcnnte Redaktionen)<br \/>Eine Hand w\u00e4scht die andere (Verteilung von Exklusivinfos \u00fcber ein vom Journalisten gew\u00fcnschtes Thema, im Gegenzug irgendwann mal Publikation eines von der anderen Seite gew\u00fcnschten Themas).<br \/>Bestechung (selten)<\/p>\n<p>Der fatale Reiz der Macht und das Streben, ihr nahe zu sein, kann sich auch mancher Journalist nicht entziehen. Wichtig ist, wer mit am Tisch der Gro\u00dfen sitzt. Was diese durch strategische Verteilung von Einladungen und Pl\u00e4tzen an ihrem Tisch auszunutzen versuchen.<\/p>\n<p>Was durchaus nicht immer funktioniert, wie etwa Gerhard Schr\u00f6der erfahren musste, der vom Liebling der Medien \u2013 Medienkanzler \u2013 zur schieren Unperson mutierte. Woran freilich nicht die Medien schuld waren, sondern Herr Schr\u00f6der selbst. Der Mann meinte, die Presse wie eine Klaviatur bedienen und auf Wohlwollen stimmen zu k\u00f6nnen. Als er dann den Bogen politisch \u00fcberspannte, staunte er nicht schlecht dar\u00fcber, dass die Pressemeute ihm die Liebe entzog. Er unterlag dem Irrtum so vieler Politiker, die nicht begreifen k\u00f6nnen oder wollen, dass Journalismus zum Teil anderen Gesetzen folgt als Politik und Journalisten bisweilen die Welt ganz anders sehen als Politiker (oder Vereinsvorst\u00e4nde oder Wirtschaftsmanager) sie gern gesehen haben wollen.<\/p>\n<p>\u201eHund bei\u00dft Mann\u201c ist nun mal keine Nachricht, \u201eMann bei\u00dft Hund\u201c hingegen eine Top-News. Ein tobender Kanzler ist interessanter als ein Strahlemann im Kaschmiranzug. Nach einem flei\u00dfig, unauff\u00e4llig und wirksam seine Arbeit tuenden Ministerium kr\u00e4ht kein Hahn. Schlagzeilen gibt es erst, wenn was schief l\u00e4uft. Konflikt und Negativismus sind zwei der wichtigsten Kriterien zumindest der politischen Journaille, um Themen auf die Agenda zu setzen.<\/p>\n<p>Man mag das f\u00fcr einseitig oder ungerecht halten, aber erstens ist es so und zweitens auch gar nicht so falsch. Denn: es ist der Job eines Ministers, Kanzlers, Managers, seine Arbeit m\u00f6glichst gut zu tun. Eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, die man mal Erw\u00e4hnen kann, die aber unter journalistischen Gesichtspunkten gr\u00f6\u00dferen Aufhebens nicht wert ist. Eigentlich ist das ganz normal: Es verliert auch niemand ein Wort dar\u00fcber, wenn der Busfahrer seine Linie 7 Tag um Tag p\u00fcnktlich und sicher von H\u00f6hr-Grenzhausen nach Koblenz kutschiert. Das ist seine Aufgabe, daf\u00fcr ist er da. Aufmerksamkeit kriegt der Mann erst dann, wenn er in den Graben f\u00e4hrt oder sonst wie die geordneten Regelabl\u00e4ufe aus dem Gleis springen.<\/p>\n<p>Im Verh\u00e4ltnis Staat\/Presse oder Wirtschaft\/Presse oder Gesellschaft\/Presse geht das ebenso, nur etwas sch\u00e4rfer. Und das ist auch gut und richtig so, insofern die Vierte Gewalt eben vorrangig eine Kontrollaufgabe hat, weniger Orden und Belobigungen f\u00fcr selbstverst\u00e4ndliche Aufgabenerf\u00fcllung zu verteilen.<\/p>\n<p>V. Die Diktatur der Einschaltquote<\/p>\n<p>Es gibt f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit ein probates Mittel Sendungen und Zeitungen abzustrafen oder gar ganz von der Bildfl\u00e4che verschwinden zu lassen: Nicht einschalten, nicht kaufen.<\/p>\n<p>Nichts bringt Medienmacher mehr in Bedr\u00e4ngnis als schlechte Einschaltquoten oder sinkende Auflagen. Diese Macht des Publikums ist allerdings ein zweischneidiges Schwert, insofern sie zur medialen Diktatur der Mehrheit oder der gro\u00dfen Gruppemilieus f\u00fchren kann und teils auch f\u00fchrt. Das Ergebnis ist am deutlichsten in der Verflachung der Radio- und Fernsehprogramme in der Breite sowie im Prime-Time Bereich zu sehen. Wie witzelt Kabarettist Urban Priol in seinem neuesten Programm treffend: \u201eHabe mir neulich einen Flachbildschirm gekauft, jetzt passt der Apparat wieder zum Programm.\u201c<\/p>\n<p>Die Orientierung an der Einschaltquote tr\u00e4gt selten zur Anhebung der Medienqualit\u00e4t bei. Dennoch ist die systemtheoretische These nur bedingt zutreffend, dass diverse Zeitungen und Programme so dumm seien, weil ein dummes Volk eben dumme Zeitungen lesen wolle. Es gilt auch f\u00fcr die Medien die alte marktkritische These: Nicht nur die Nachfrage bestimmt das Angebot, das Angebot schafft sich auch eine Nachfrage.<\/p>\n<p>Das gilt im negativem Fall f\u00fcr die immer banaler werdenden Sendeformate im Bereich der Spiele-, Talk-, Abenteuer und Koch-Shows sowie f\u00fcr die Schwemme absolut minderwertiger Spielfilme, Serien und Novelas.<\/p>\n<p>Nebenaspekt: 30 Sender m\u00fcssen an 7 Tagen die Woche 24 Stunden Programm machen, da braucht es einfach eine ganze Menge preiswertes F\u00fcllmaterial.<\/p>\n<p>Angebot schafft sich Nachfrage &#8211; das gilt auch positiv:<br \/>Nie war das TV-Angebot an Wissenschafts-, Natur-, Geschichts- und Kultursendungen so gro\u00df wie heute. Und nie seit Ende des Zwei-Programme-Fernsehens hatten derartige Sendungen so viele Zuschauer wie heute.<\/p>\n<p>Manchmal \u00fcbersch\u00e4tzen Medienmacher einfach auch die Anspruchslosigkeit des Publikums. zB haben alle Nachfolgeformate der ersten Big-Brother-Sendungen die Quotenerwartungen der Macher bei weitem nicht erf\u00fcllt. Dito f\u00fcr allermeisten Nachahmer von Lindenstra\u00dfe und Gute Zeiten\/schlechte Zeiten. Gleiches gilt f\u00fcr die pornografischen Nachtprogramme einiger Privatsender: nach anf\u00e4nglichen Neugier-Spitzen fielen die Quoten drastisch und die Einschaltzeiten ins Bodenlose.<\/p>\n<p>Dass das Publikum bisweilen sehr eigenwillige Vorstellungen von Fernsehkultur hat, verdeutlicht etwa der Fall \u201eTagesschau\u201c. Sie war, ist und bleibt bis auf weiteres DIE Nachrichtensendung schlechthin, mit Definitionshohheit dar\u00fcber, wann der Vorabend endet, wann der Abend und die Prime-Time beginnt. Die Versuche etwa von SAT1 vor einigen Jahren, um 20 Uhr mit den Hauptspielfilmen loszulegen, sind nach wenigen Tagen schm\u00e4hlich gescheitert. Wollten die ARD-Intendanten kollektiven Selbstmord begehen, m\u00fcssten sie nur die Tagesschau verschieben. Diesen B\u00e4rendienst haben sie unl\u00e4ngst den Tagesthemen erwiesen, die Folgen bei den Zuschauerzahlen sind wenig erfreulich.<\/p>\n<p>Solche Vorlieben f\u00fcr verl\u00e4ssliche Standards gibt es auch im Printbereich. Seit Jahr und Tag ergeben die Erhebungen der regionalen Tageszeitungen, dass f\u00fcr ihre Leser die Regional- und Lokalberichterstattung prim\u00e4rer Kaufgrund ist. Dennoch hat sich keine Zeitung getraut, den \u00fcberregionalen Politikteil signifikant zu reduzieren oder ganz wegzusparen. Denn die Erhebungen zeigen ebenso, dass die Bindef\u00e4higkeit der Zeitung gravierend abnehmen w\u00fcrde, h\u00e4tte der Leser das Gef\u00fchl, nur noch ein reines Lokalbl\u00e4ttchen in H\u00e4nden zu halten. Das selbst bei solchen Lesern, die den Politikteil ihrer Regionalzeitung kaum je eines Blickes w\u00fcrdigen. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit dem Feuilleton in der Zeitung: Obwohl die Leserquote \u2013 je nach Blatt \u2013 nur zwischen 4 und 13 Prozent liegt, glaubt die Mehrheit der Leser, dass ein Kulturteil zu \u201eihrer\u201c Zeitung geh\u00f6ren muss.<\/p>\n<p>Eine vorletzte Bemerkung:<br \/>Dass unterhaltende Elemente in der Medienlandschaft so breiten Raum einnehmen, ist f\u00fcr sich genommen noch kein Indiz daf\u00fcr, dass die Publizistik sich in der Neuzeit vermehrt der Massenverbl\u00f6dung verschrieben habe. Unterhaltung war immer eines ihrer wesentlichen Elemente \u2013 siehe Moritatens\u00e4nger und Monster-Flugbl\u00e4tter. Man wird sorgf\u00e4ltig beobachten m\u00fcssen, in welche Untiefen sich die Unterhaltungspublizistik noch st\u00fcrzt und inwieweit es ihr gelingt, ihre ernsten oder anspruchsvollen Geschwister vollends aus dem Wahrnehmungshorizont der Allgemeinheit zu verdr\u00e4ngen und in weit entfernte Nieschen der Nachtprogramme und Spartensender abzuschieben.<\/p>\n<p>Letzte und abschlie\u00dfende Bemerkung:<\/p>\n<p>Informationsbeschaffung ist bei den meisten Themen nicht mehr das Hauptproblem in der heutigen Mediengesellschaft. Dank Internet hat jedermann die M\u00f6glichkeit Infos in H\u00fclle und F\u00fclle beizutreiben. Dadurch verschiebt sich auch das Aufgabenspektrum des Qualit\u00e4tsjournalisten. Viel mehr als fr\u00fcher muss er in der vorliegenden Infof\u00fclle die Spreu vom Weizen trennen; viel mehr als fr\u00fcher ist er als Analytiker und Bewerter gefragt. Und zwar als unabh\u00e4ngiger, der sich von wohlfeil hergerichteter PR kein X f\u00fcr ein U vormachen l\u00e4sst.\u00a0\u00a0 <em>Andreas Pecht<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die vierte Gewalt zwischen Aufkl\u00e4rung und Massenverbl\u00f6dung *** Unkorrigiertes Rohmanuskript (teils ausformuliert, teils in Stichworten) eines Vortrages, der erstmals am 9.9.2007 bei den Marienberger Seminaren gehalten wurde. *** H\u00f6ret! H\u00f6ret! H\u00f6ret! Die hochgesch\u00e4tzte Hausherrin gibt kund und zu wissen, dass diese Veranstaltung nach 80 Minuten f\u00fcr eine15- min\u00fctige Pause unterbrochen wird. 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