{"id":5076,"date":"2024-09-27T07:58:14","date_gmt":"2024-09-27T06:58:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/?p=5076"},"modified":"2024-09-27T07:59:41","modified_gmt":"2024-09-27T06:59:41","slug":"theater-theater-der-circus-ist-hier-quergedanken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2024\/09\/27\/theater-theater-der-circus-ist-hier-quergedanken\/","title":{"rendered":"Theater, Theater, der Circus ist hier (&#8222;Quergedanken&#8220;)"},"content":{"rendered":"<pre>      Monatskolumne Nr. 231, Oktober 2024<\/pre>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"font-size: large;\"> <a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/quergedanken-logo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-875\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/quergedanken-logo.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"167\" \/><\/a> Drunten in der Stadt Koblenz wird das historische Theatergeb\u00e4ude von Baucontainern belagert. Drinnen wuseln zwei Dutzend Gewerke herum. Gegeben wird auf, unter, hinter, \u00fcber der B\u00fchne des Gro\u00dfen Hauses das St\u00fcck: Generalsanierung. Droben auf dem Plateau der Festung Ehrenbreitstein haben sich deshalb die ausquartierten K\u00fcnstler ein ungew\u00f6hnliches Exil f\u00fcrs B\u00fchnenspiel erkoren: ein Circuszelt. Und zwar ein sehr gro\u00dfes. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"font-size: large;\">Ein derart opulentes Zelt hatte ich erstmals in Kindheitstagen besucht, als der Circus Sarrasani in meiner damaligen Heimatstadt Heidelberg Station machte. Letztmals habe ich vor einigen Jahren, wiederum in Heidelberg, in solch einem Riesenzelt gesessen. Das Publikum wurde da nicht durch Akrobatik und Dressuren fasziniert, sondern von gro\u00dfer Oper ger\u00fchrt. Denn drei Jahre lang diente dorten am Neckar auch ein Zelt als Ausweichspielst\u00e4tte f\u00fcr die Zeit der Generalsanierung des Theaters in der Altstadt. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\">\u201e<span style=\"font-size: large;\">Dann wollen wir mal die Daumen dr\u00fccken, dass es am Rhein-Mosel-Eck nicht so lange dauert und das Theater planm\u00e4\u00dfig nach einem Jahr seine Hauptb\u00fchne wieder bespielen kann.\u201c So Freund Walter. Und gleich schiebt die alte Unke nach: \u201eHoffentlich haben die Koblenzer dann nicht so ein Pech wie die Heidelberger.\u201c Womit er darauf anspielt, dass Heidelberg sein saniertes Stammhaus quasi am Tag der Wiederer\u00f6ffnung gleich wieder schlie\u00dfen musste \u2013 wegen eines gewaltigen Wasserschadens. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"font-size: large;\">Eine Koblenzer Spielzeit also im Circuszelt. Wobei: Drinnen erinnert wenig an Circus. Statt mittiger Manege, zentrale Frontb\u00fchne; statt Zuschauerrund aus Holzb\u00e4nken, gerade ansteigendes Stufenparkett mit Einzelsitzen und (wunderbar) ordentlich Beinfreiheit. Kurzum: Man hat im Zelt einen Theaterraum eingerichtet, wie er f\u00fcr die meisten in der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts erbauten deutschen Theater typisch ist; so das Schauspielhaus Bonn-Godesberg, die Schauspielh\u00e4user K\u00f6ln und Frankfurt, die Theater Trier und Neuwied oder das neue Kleine Haus in Mainz.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"font-size: large;\">Wobei viele der in den 50ern bis 80ern erbauten Theater schon eine Weile, derzeit oder demn\u00e4chst auf Ausweichspielst\u00e4tten angewiesen sind. \u201eWeil\u201c, \u00e4tzt Walter, \u201ees sich mit ihnen verh\u00e4lt wie mit den deutschen Br\u00fccken aus der gleichen Bauzeit: Sie sind marode bis zum Gehtnichtmehr. Man kann von Gl\u00fcck sagen, dass das Koblenzer Theater 250 Jahre \u00e4lter ist, sich deshalb die Sanierung aufs Innere und die Technik konzentrieren kann, aber nicht die ganze Bausubstanz ersetzen muss.\u201c Das kostet dann ein paar Millionen, aber nicht viele Dutzend wie in Trier erwartbar, oder mehr als eine Milliarde, wie mit der Ewigkeitsbaustelle Schauspiel\/Oper in K\u00f6ln erlebbar und alsbald des \u00e4hnlichen Komplexes in Frankfurt. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"font-size: large;\">Zur\u00fcck ins kleine Koblenz. Die hiesigen Theaterfans m\u00fcssen sich f\u00fcr diese Saison etwas umstellen. M\u00fcssen vorab schauen, wo was aufgef\u00fchrt wird. Denn das Zelt ist nicht die einzige Ausweichspielst\u00e4tte. Aufpassen hei\u00dft es auch bei den Anfangszeiten. Die Regel war im Stammhaus 19.30 Uhr, im Zelt wird oft um 19 Uhr letztmals \u201egeklingelt\u201c. Was wohl einer der europaweit eigent\u00fcmlichsten Zuwegungen zum Theater geschuldet ist: Man kann es an vielen Abenden (nicht an allen!) via Seilbahnfahrt ansteuern. Muss man aber nicht, es geht auch per Pendelbus oder PKW. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"font-size: large;\">So hei\u00dft es denn f\u00fcr die Spielzeit 2024\/25: \u201eManege frei!\u201c Ach was, am Ende gilt doch wieder: Vorhang auf! Und f\u00fcr alles, was dann geschieht, sei gutes Gelingen gew\u00fcnscht. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatskolumne Nr. 231, Oktober 2024 Drunten in der Stadt Koblenz wird das historische Theatergeb\u00e4ude von Baucontainern belagert. Drinnen wuseln zwei Dutzend Gewerke herum. Gegeben wird auf, unter, hinter, \u00fcber der B\u00fchne des Gro\u00dfen Hauses das St\u00fcck: Generalsanierung. 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