{"id":506,"date":"2008-06-25T22:00:00","date_gmt":"2008-06-25T21:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2008\/06\/25\/espenlaub-und-kurtfuerstentum\/"},"modified":"2022-03-15T16:24:21","modified_gmt":"2022-03-15T15:24:21","slug":"espenlaub-und-kurtfuerstentum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2008\/06\/25\/espenlaub-und-kurtfuerstentum\/","title":{"rendered":"Espenlaub und Kurtf\u00fcrstentum"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/thumbnail\/public\/quergedanken_logo.jpg?itok=hEG8jpXv\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-47\" alt=\"\" class=\"image-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/quergedanken_logo_0.jpg\" style=\"float:left; height:100px; margin:5px; width:90px\" width=\"90\" height=\"100\" \/> <\/a><\/p>\n<p>&nbsp;\u201eQuerdenker, pah! Du bist blo\u00df ein Sch\u00f6ngeist mit Samthandschuhen. Weichei, Hosenschisser!\u201c Derart st\u00e4nkert Walter immer, wenn Priol und Schramm mal wieder mit \u201eNeues aus der Anstalt\u201c zugeschlagen haben. Irgendwann wird er mir so noch meine liebste Fernsehstunde verleiden. Was denkt sich der Freund? Wie erginge es dem Regional-Kolumnisten wohl, w\u00fcrde er hiesige Provinzgr\u00f6\u00dfen \u00e4hnlich abwatschen wie jene Kabarett-Recken die Bundes-Hautevolee, Angeeela und Staatspr\u00e4sident inklusive?<\/p>\n<p>Sp\u00f6tterei und Despektierlichkeit geh\u00f6ren sich nicht im Kurtf\u00fcrstentum Rheinland-Pfalz. Man denunziert hier keine B\u00fcrgermeisters-Rede als weihevolle Banalit\u00e4t und niemals Badegew\u00e4sser-Berichte des Mainzer Umweltministeriums als Mummenschanz. Niemand spricht hier \u00f6ffentlich \u00fcber&nbsp; Parteifunktion\u00e4re wie im ZDF Priol \u00fcber Profalla: \u201eIch f\u00fcrchte, der wei\u00df von gar nichts\u201c. Wenn die in alle Welt strahlenden Kulturleuchtt\u00fcrme des Landes beschworen werden, denkt man zwischen Remagen und Pirmasens so wenig an Taschenlampen wie bei Personalia an Seilschaften. Weshalb hierorts keinem je der Verdacht k\u00e4me, die Ankunft des olympischen Feuers auf dem Mount Everest k\u00f6nnte im gleichen Studio inszeniert worden sein wie die amerikanische Mondlandung.<\/p>\n<p>Alles im Lot auf dem rheinland-pf\u00e4lzischen Boot. Die Regierung steht, die Opposition ist dagegen. \u201eDoppeldeutiges Ges\u00fclze\u201c, mault Walter und diktiert, wie nach seiner Ansicht der Satz lauten m\u00fcsste: \u201eDie Regierung herrscht, statt zu regieren, die Opposition schwallt, statt zu opponieren. Und den sachten Wink mit dem Kurtf\u00fcrstentum kannste sowieso vergessen \u2013 die halten das f\u00fcr einen Druckfehler.\u201c Zumindest an Letzterem, lieber Freund, habe ich inzwischen Zweifel. Denn die Sozis im Land sind nach den j\u00fcngsten Wahlg\u00e4ngen am Mittelrhein d\u00fcnnh\u00e4utig geworden.<\/p>\n<p>Ach was, d\u00fcnnh\u00e4utig: Ihnen geht regelrecht der Ar\u2026 auf&nbsp; Grundeis, seit klar ist, dass Kurts&nbsp; Nationalkurs zwischen Kapitalismus-Marketing, Kleineleute-Politik und schmollmundigem&nbsp; Anti-Links-Schwur selbst ganz unten im Stammland locker 10 Prozent zus\u00e4tzlich kosten kann. Das m\u00fcsste in Rheinland-Pfalz eigentlich die gro\u00dfe Stunde der Opposition sein. Aber triffst du am Mittelrhein Unions-Parteig\u00e4nger, ringen die blo\u00df klammheimlich die H\u00e4nde und weinen hinter selbigen: Nirgends Kohl oder Saumagen, weit und breit kein Schwergewicht, das dem amtierenden Dicken die Butter von der Mainzer Stulle holen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Lassen wir die schn\u00f6de Politik und wenden uns den angenehmen Seiten des Lebens zu, etwa dem Sportsommer 2008. Falsches Stichwort: Walter f\u00e4ngt augenblicklich an, mit den Z\u00e4hnen zu knirschen. Die&nbsp; get\u00fcrkte Zeitungsschlacht zwischen deutschen und polnischen Springer-Bl\u00e4ttern hatte ihm gleich zu Anfang die EM-Stimmung verdorben: \u201eDie w\u00fcrden einen Krieg entfesseln, wenn`s nur dem Gesch\u00e4ft diente.\u201c Dagegen wollte er mit eigener Autobeflaggung anstinken und verschaffte sich zwei Stander. Nicht St\u00e4nder, bittesch\u00f6n; den Unterschied habe ich schon in den WM-Quergedanken \u201eDie F\u00e4hnchen flattern um uns rum\u201c im Juni 2006 erkl\u00e4rt (k\u00f6nnen Sie nachlesen unter&nbsp; \u2207 2006-06-27 Kolumne:Die F\u00e4hnchen flattern um uns rum).<\/p>\n<p>An besagte Stander h\u00e4ngte Walter h\u00fcben die Regenbogenfahne mit Picassos Friedenstaube drauf, dr\u00fcben eine Trikolore mit schwarzem R\u00e4ndchen oben und g\u00fcldenem unten. Auf der gro\u00dfen roten Fl\u00e4che dazwischen prangte das Konterfei von Jakob Siebenpfeiffer. Wer das ist, wusste wahrscheinlich keiner jener Fahrer in den anderen schwarz-rot-gold beflaggten Autos, die dem Freund alsbald den Vogel zeigten. Dessen F\u00e4hnchen waren denn auch schon nach zwei Tagen von fremder Hand heimlich eingezogen. Wissen \u00fcbrigens Sie, verehrte Leser, wer Jakob Siebenpfeiffer war? Ein Deutscher und&nbsp; Pf\u00e4lzer, auf den man wirklich stolz sein kann. Schlagen Sie mal nach!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;\u201eQuerdenker, pah! Du bist blo\u00df ein Sch\u00f6ngeist mit Samthandschuhen. Weichei, Hosenschisser!\u201c Derart st\u00e4nkert Walter immer, wenn Priol und Schramm mal wieder mit \u201eNeues aus der Anstalt\u201c zugeschlagen haben. Irgendwann wird er mir so noch meine liebste Fernsehstunde verleiden. Was denkt sich der Freund? 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