{"id":490,"date":"2009-10-25T23:00:00","date_gmt":"2009-10-25T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2009\/10\/25\/schrumpelsalat-und-trocken-brot\/"},"modified":"2022-03-15T16:24:20","modified_gmt":"2022-03-15T15:24:20","slug":"schrumpelsalat-und-trocken-brot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2009\/10\/25\/schrumpelsalat-und-trocken-brot\/","title":{"rendered":"Schrumpelsalat und trocken Brot"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/thumbnail\/public\/quergedanken_logo.jpg?itok=hEG8jpXv\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-47\" alt=\"\" class=\"image-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/quergedanken_logo_0.jpg\" style=\"float:left; height:100px; margin:5px; width:90px\" width=\"90\" height=\"100\" \/> <\/a><\/p>\n<p>Der Sommer ist rum; gew\u00e4hlt w\u00e4r&#8216; auch. Jetzt haben wir den Salat: gelbliche Westerwelle-Spitzen auf schw\u00e4rzlichen Merkel-Bl\u00e4ttern \u2013 im Herbst selbst eingebrockt und also f\u00fcr den Winter verdient. Wobei zu \u201eeingebrockt\u201c sprichw\u00f6rtlich Suppe, nicht Salat geh\u00f6rt. Wer w\u00fcrde schon altes Brot ins Gr\u00fcnfutter brocken, wo doch harte Kanten erst in Br\u00fche genie\u00dfbar werden. Aber heutzutage brockt, tunkt, stippt ja sowieso keiner mehr. Warum auch, bieten&nbsp; Backfabriken, Superm\u00e4rkte und Tankstellen doch sieben Tage die Woche von Nacht bis Nacht&nbsp; Dinger, die an frische Schrippen erinnern. &nbsp;<\/p>\n<p>Nehmen wir hartes Brot mal als Sinnbild f\u00fcr Politik und Salat als Synonym f\u00fcr die neue Regierung. Die n\u00e4chstliegende Frage hie\u00dfe: Wer ist dann die Suppe, in der die trockenen Brocken zu verzehrbaren St\u00fccken quellen? Jetzt \u201eSPD\u201c zu rufen, w\u00e4re \u2026 \u201eQuatsch\u201c, unterbricht Walter meine Gedanken, die auf ein Wortspiel mit \u201egebrocktem Brot\u201c und \u201ebroken hearts\u201c abzielen. \u201eSag&#8217;s klar heraus,\u201c knurrt der Freund, \u201edie Br\u00fche sind wir, alle. Wir haben unter Schwarzgelb ebenso aufzupassen, wie wir bei Fortsetzung der gro\u00dfen Koalition aufzupassen gehabt h\u00e4tten. Worauf, muss ich dir ja nicht erkl\u00e4ren?!\u201c<\/p>\n<p>Muss er nicht. Wir haben oft gesprochen \u00fcber Heimatverteidigung in der Ferne, Aufl\u00f6sung von Sozialstandards daheim, Fraternisieren mit Wirtschaftsmogulen; \u00fcber \u00f6konomische Abrichtung der Kinder, gro\u00dfm\u00e4ulige Klimaschutzank\u00fcndigungen oder Atomausstieg zum Sankt Nimmerleinstag. Hartes Brot seit Schr\u00f6ders Zeit, das nachher weder durch die Dreingabe von M\u00fcntes Kante noch die Steinsche Meierei genie\u00dfbarer wurde. Das sich auch vom Nahles- &amp; Gabriel-Service nicht geschwind zum Kleine-Leute-Schmaus aufbacken l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Erst wenn an der SPD-Basis ein ganz neuer Teig anger\u00fchrt, durchgeknetet und aufgegangen ist, kann man sich vielleicht wieder auf Sozi-Brot freuen. Ob dann mit Rotwurst und\/oder buntem Gem\u00fcse belegt, darf getrost abgewartet werden \u2013 bis die frischen Leiber aus dem Ofen kommen. Vorerst m\u00fcssen wir mit schwarzgelben Kanten vorlieb nehmen. Schmecken auch nicht anders als schwarz-rote, werden ebenfalls nur genie\u00dfbar, wenn man sie in Suppe brockt. Jetzt Walter: \u201eSoll hei\u00dfen: Den Salat haben wir zwar selbst angerichtet, was aber keineswegs bedeutet, dass wir fortan alles willig runterw\u00fcrgen, was man uns vorsetzt.\u201c Eben. Wozu alltagsversch\u00e4rfend kommt: Zwei Drittel der Wahlberechtigten haben die Schwarzgelben nicht gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Genug geknottert. Mal wieder eine positive Botschaft! Etwa diese: Die Moderne hat den nat\u00fcrlichen Tod \u00fcberwunden. Glotzen Sie nicht so, das stimmt. Hatte neulich eine offizielle Statistik von Todesursachen in der Hand. Danach sterben Deutsche neuerdings zu \u00fcber 95 Prozent an Krankheiten, die \u00fcbrigen sind Opfer von Unf\u00e4llen, Mord oder Suizid. Altersschw\u00e4che, Lebensenergie aufgebraucht? Fehlanzeige, gibt es nicht mehr, abgeschafft, ausgemerzt. Der Tod ist heuer eine Krankheit, mithin demn\u00e4chst heilbar.<\/p>\n<p>Was mir nun etwas die Gelassenheit raubt. Weil: Ich war bis eben ganz dankbar daf\u00fcr, mit jetzt 54 Jahren schon fast doppelt so alt geworden zu sein wie die Menschen im Durchschnitt w\u00e4hrend ihrer gesamten Geschichte bis ins 18. Jahrhundert.&nbsp; Und ein paar J\u00e4hrchen mehr scheinen durchaus noch drin. \u00dcber die gew\u00f6hnliche Sterbensangst tr\u00f6stete ich mich mit dem Gedanken hinweg: S\u00e4mtliche Milliarden Menschen seit Anbeginn haben ihr Ableben hingekriegt, da werd&#8216; ich doch wohl auch klarkommen. Jetzt aber, herrjeh, ist&#8217;s wieder vorbei mit der gro\u00dfen Beruhigung aus Shakespeares \u201eHamlet\u201c: \u201esterben \u2013 schlafen \u2013 nichts weiter!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Sommer ist rum; gew\u00e4hlt w\u00e4r&#8216; auch. Jetzt haben wir den Salat: gelbliche Westerwelle-Spitzen auf schw\u00e4rzlichen Merkel-Bl\u00e4ttern \u2013 im Herbst selbst eingebrockt und also f\u00fcr den Winter verdient. Wobei zu \u201eeingebrockt\u201c sprichw\u00f6rtlich Suppe, nicht Salat geh\u00f6rt. Wer w\u00fcrde schon altes Brot ins Gr\u00fcnfutter brocken, wo doch harte Kanten erst in Br\u00fche genie\u00dfbar werden. 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