{"id":488,"date":"2009-12-25T23:00:00","date_gmt":"2009-12-25T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2009\/12\/25\/da-kommt-noch-was\/"},"modified":"2022-03-15T16:24:20","modified_gmt":"2022-03-15T15:24:20","slug":"da-kommt-noch-was","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2009\/12\/25\/da-kommt-noch-was\/","title":{"rendered":"Da kommt noch was"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/thumbnail\/public\/quergedanken_logo.jpg?itok=hEG8jpXv\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-47\" alt=\"\" class=\"image-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/quergedanken_logo_0.jpg\" style=\"float:left; height:100px; margin:5px; width:90px\" width=\"90\" height=\"100\" \/> <\/a><\/p>\n<p>Heiliges Kanonenrohr, war das ein Jahr. \u201eTilt! 2009\u201c \u00fcberschrieb Schandmaul Priol seinen&nbsp; R\u00fcckblick. Man kennt \u201etilt\u201c als Notwehrma\u00dfnahme von Spielautomaten gegen giergeifernd auf sie einschlagende Spieler: Die Maschinchen verweigern mit dem Alarmhinweis \u201etilt\u201c den Dienst; der Einsatz ist futsch. Man muss Geld nachwerfen und kann mit etwas Gl\u00fcck ein neues Spiel beginnen. Oft ist auch dieser Einsatz vergeblich, weil der Apparat repariert oder gar verschrottet werden muss. Dann murmeln die Spiels\u00fcchtigen was von \u201eDrecksmaschine\u201c \u2013 und fallen sabbernd, glotz\u00e4ugig, mit gl\u00fchenden Backen \u00fcber den n\u00e4chsten Automaten her. Passt doch prima auf 2009. Neue Hausordnung und strengere Gewerbeaufsicht f\u00fcr die Spielh\u00f6llen waren versprochen. Wir warten noch. Die Suchtbolzen nicht. Sie bekamen aus unserer B\u00f6rse die Eins\u00e4tze erstattet und frisches Spielgeld dazu. Ein Lob auf so viel F\u00fcrsorglichkeit, w\u00e4re doch das Wall-Street-Casino heute aus eigener Kraft ebenso wenig \u00fcberlebensf\u00e4hig wie es einst das moskowitische Pfandleihhaus war.&nbsp;&nbsp; &nbsp;<\/p>\n<p>Bundestagswahlen. Das Volk hat sich eine neue Regierung gew\u00e4hlt.&nbsp; \u201eTilt!!\u201c, blafft&nbsp; Walter vom K\u00fcchentisch her, wo er \u00fcber seltsamen Berechnungen br\u00fctet. Tilt, wer? \u201eWahlvolk, Regierung sowieso\u201c, knurrt er. So geht das schon Monate, sobald die Rede aufs Polit-Personal kommt. Mit \u201eh\u00f6r uff, ich krieg die Kr\u00e4tze\u201c, lehnt der Freund seit der Saar-Koalition jedes Gespr\u00e4ch \u00fcber die Gr\u00fcnen ab. Zum Regierungsantritt Westerwelles: \u201eBringe dem Mann blo\u00df niemand bei, was ,f\u00fcr unser Land&#8216; auf englisch hei\u00dft; die \u00dcbersetzer w\u00fcrden arbeitlos.\u201c Zur beliebtesten Politikerin: \u201eIn Frankreich ist das seit 1789 ein st\u00fcrmisches Prachtweib mit Jakobinerm\u00fctze und Gewehr auf der Barrikade. Bei uns: Angela Merkel.\u201c Zu den neuen SPD-Hoffnungstr\u00e4gern: \u201eGut gen\u00e4hrt, beide.\u201c Beide? \u201eGabriel und die Eifel-Walk\u00fcre.\u201c Ach Walter, hast du kein gutes Wort mehr?&nbsp; \u201eDoch, zwei sogar: 1. Deubel, 2. Jung.\u201c<\/p>\n<p>Nachvollziehbar ist des Freundes Verdruss schon. Man denke an den Wettbewerb um den Gro\u00dfen Preis von N\u00fcrburg. Der SV Sozi-Beck st\u00fcrmt selbstbewusst \u00fcber unsicheres Terrain. Die Gegenmannschaft von Union Baldauf setzt mit der bei TuS-Koblenz abgeschauten Offensivstrategie nach. Dank einer neuen, reizenden Galionsfigur kann sie ein paar Zentimeter aufholen. Doch was ist das? Unionsrammbock Billen bl\u00e4st zum Sturmlauf \u2013 und reitet seine Mannschaft mit perfiden Fouls dahinein, wo die Beckschen Ring-K\u00e4mpen schon stecken: bis zur Halskrause im Sumpf. Welch ein dr\u00f6ges Spiel!<\/p>\n<p>Was rechnet Walter da am K\u00fcchentisch herum? Er kalkuliert, ob er ins F\u00e4hrgesch\u00e4ft einsteigen soll. Die Idee kam ihm beim Aktenst\u00f6bern und Belauschen von Gespr\u00e4chen unter Koblenzer Stadthonoratioren. Da fielen ihm nebenbei Plan\u00e4nderungen f\u00fcr den Gesch\u00e4ftsbau auf dem Zentralplatz auf. Der Bau folgt fortan Potemkinscher Architektur: Statt Fensterw\u00e4nden kriegt er obenrum eine Billigverkleidung, die als gr\u00f6\u00dftes Weinlauben-Imitat Deutschlands ber\u00fchmt werden k\u00f6nnte. Wichtigste Erkenntnis aus Walters Spioniererei ist allerdings: Koblenz wird&nbsp; Insel. ??? \u201eInvestitionsstau. Pfaffendorfer Rheinbr\u00fccke und B9-Moselbr\u00fccke sind zeitgleich \u00fcberreif f\u00fcr Generalsanierungen mit Vollsperrung. Wenn n\u00e4chstes Jahr obendrein die Konzession f\u00fcr den st\u00e4dtischen Nahverkehr europaweit ausgeschrieben werden muss und der bisherige heimische Betreiber wom\u00f6glich von Polen oder Spaniern ausgebootet wird \u2013&nbsp; dann lie\u00dfe sich mit F\u00e4hrdienst sch\u00f6n Geld verdienen.\u201c<\/p>\n<p>Kummer macht ihm nur noch die derzeit durch einige&nbsp; B\u00fcrokratenhirne spukende Idee einer \u201eGestaltungssatzung\u201c f\u00fcr die Gastronomie an der Rheinpromenade. \u201eGleichgeschaltetes Aussehen der Terrassen. Kneipen in Uniform. Fehlt blo\u00df noch eine amtliche Bekleidungsvorschrift f\u00fcr die G\u00e4ste, dann w\u00e4r mein F\u00e4hr-Konzept vollends im Eimer.\u201c&nbsp;&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heiliges Kanonenrohr, war das ein Jahr. \u201eTilt! 2009\u201c \u00fcberschrieb Schandmaul Priol seinen&nbsp; R\u00fcckblick. Man kennt \u201etilt\u201c als Notwehrma\u00dfnahme von Spielautomaten gegen giergeifernd auf sie einschlagende Spieler: Die Maschinchen verweigern mit dem Alarmhinweis \u201etilt\u201c den Dienst; der Einsatz ist futsch. Man muss Geld nachwerfen und kann mit etwas Gl\u00fcck ein neues Spiel beginnen. 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