{"id":483,"date":"2010-05-25T22:00:00","date_gmt":"2010-05-25T21:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2010\/05\/25\/euro-land-fast-abgebrannt\/"},"modified":"2022-03-15T16:24:20","modified_gmt":"2022-03-15T15:24:20","slug":"euro-land-fast-abgebrannt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2010\/05\/25\/euro-land-fast-abgebrannt\/","title":{"rendered":"Euro-Land fast abgebrannt"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/thumbnail\/public\/quergedanken_logo.jpg?itok=hEG8jpXv\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-47\" alt=\"\" class=\"image-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/quergedanken_logo_0.jpg\" style=\"float:left; height:100px; margin:5px; width:90px\" width=\"90\" height=\"100\" \/> <\/a><\/p>\n<p>Sollte jemand ein paar alte D-Mark in der Matratze haben: Blo\u00df nicht weggeben! Man k\u00f6nnte sie wieder brauchen. Falls vom letzten Urlaub noch schwedische Kr\u00f6nchen oder schweizer Fr\u00e4nkli in der Schublade rumliegen: Unbedingt behalten! Wom\u00f6glich sind sie demn\u00e4chst Millionen (Euro) wert. Schon ein seltsames Gef\u00fchl, beim Schreiben der Kolumne nicht zu wissen, ob zwei Wochen sp\u00e4ter nach Erscheinen des Magazins das Honorar statt mit Euro eventuell mit Kartoffeln, Jazzplatten aus der Sammlung des Herausgebers oder sonstigen Naturalien bezahlt&nbsp; wird.<\/p>\n<p>\u201eDer Herr Autor \u00fcbertreiben mal wieder ma\u00dflos\u201c, wird von verschiedenen Seiten eingewandt. Ach ja?! Mein Freund Walter h\u00e4lt f\u00fcr diesen Fall zurzeit ein h\u00fcbsches Bild parat: \u201eDie DDR h\u00e4tte rein wirtschaftlich locker 20, 30 Jahre l\u00e4nger durchhalten k\u00f6nnen, h\u00e4tten die Finanzm\u00e4rkte sie mit einer \u00e4hnlichen Menge Kredite versorgt, wie westliche Staaten seit 1989 Schuldenberge anh\u00e4ufen.\u201c Politisch mag man sich das nicht w\u00fcnschen, aber \u00f6konomisch w\u00e4re es durchaus gegangen.<\/p>\n<p>Sie erinnern sich vielleicht an die damaligen Zwischenrufe einiger Querk\u00f6pfe, wonach der Untergang des so genannten Sozialismus keineswegs den Sieg des realexistierenden Kapitalismus bedeute. Angesichts der zugespitzten dritten Phase der j\u00fcngsten Finanzkrise (1. Phase = Immobilien\/Banken; 2. = Griechenland; 3. = Euro-Krise) sind Walter und ich zu folgendem Schluss gekommen: Die gro\u00dfe Frage lautet keineswegs, ob der Kapitalismus bankrott geht, sondern wann&#8230; \u2013&nbsp; wann sich nicht mehr vertuschen l\u00e4sst, dass er l\u00e4ngst bankrott ist.<\/p>\n<p>Und wer hat Schuld an dem Schlamassel? Die Griechen mit ihrem Schlaraffendasein sind es, f\u00fcr das wir nun bluten. Und die Portugiesen, Spanier, Italiener. So zumindest geht hierzulande die M\u00e4r. Da staunen 66 Prozent griechischer Rentner, die weniger als die 600 Euro der dortigen Durchschnittsrente kriegen. Da glotzen die griechischen Lehrer, deren Bez\u00fcge 40 Prozent unter denen ihrer deutschen Kollegen liegen. Da kratzen sich die&nbsp; Angestellten in Griechenland am Kopf, deren Gehalt laut deutscher Bundesanstalt f\u00fcr Arbeit im Durchschnitt blo\u00df 41 Prozent des hiesigen betr\u00e4gt. Da kommen jene drei Viertel griechischer Staatsbediensteten ins Gr\u00fcbeln, die weniger als 1500 Euro\/Monat verdienen.<\/p>\n<p>\u201eDie Griechen\u201c gibt es so wenig wie \u201edie Deutschen\u201c. Es gibt hier wie dort und anderswo welche, die noch immer in Saus und Braus leben w\u00fcrden, selbst wenn man ihnen 90 Prozent ihrer Eink\u00fcnfte wegn\u00e4hme. Es gibt hier wie dort welche, die sich bei 20 Prozent Einkommensverlust gewaltig&nbsp; strecken m\u00fcssten, aber irgendwie gerade noch \u00fcber die Runden k\u00e4men. Und es gibt hier wie dort jene, die nicht w\u00fcssten, wie sie auch nur 5 Prozent Einbu\u00dfen verkraften sollten.<\/p>\n<p>Daran, ihr Leute, denkt, wenn es hei\u00dft, dieses oder jenes Land respektive Volk habe \u201e\u00fcber seine Verh\u00e4ltnisse gelebt\u201c. Daran denkt, wenn nun all\u00fcberall Sparorgien, Rationalisierungswellen,&nbsp;&nbsp; \u201eMarktbereinigungen\u201c losbrechen. Oder wenn gar (nicht nur) Euro-Land nebst W\u00e4hrung abgefackelt wird \u2013 weil die Politik ein paar Tausend durchgeknallten Nadelstreifen-Gangstern auf den Finanzm\u00e4rkten erlaubt, die Welt nach Gusto zu terrorisieren.<\/p>\n<p>Kommt es so dicke wie bef\u00fcrchtet, k\u00f6nnten im n\u00e4chsten Jahr wegen um sich greifender Konsumflaute am Deutschen Eck selbst die Gondeln Trauer tragen. \u201eSei doch nicht so negativ\u201c, ruft Walter und h\u00e4lt mir wohlgemut einen Zettel unter die Nase. Darauf steht gekritzelt, was der 79-j\u00e4hrige Grafiker und Illustrator Tomi Ungerer neulich im SWR zum besten gab: \u201eMir ist eine Barrikade noch immer lieber als ein Stau auf der Autobahn\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sollte jemand ein paar alte D-Mark in der Matratze haben: Blo\u00df nicht weggeben! Man k\u00f6nnte sie wieder brauchen. 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