{"id":48,"date":"2018-01-24T23:00:00","date_gmt":"2018-01-24T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2018\/01\/24\/von-maennern-und-roecken\/"},"modified":"2022-03-15T16:24:12","modified_gmt":"2022-03-15T15:24:12","slug":"von-maennern-und-roecken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2018\/01\/24\/von-maennern-und-roecken\/","title":{"rendered":"Von M\u00e4nnern und R\u00f6cken"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/thumbnail\/public\/quergedanken_logo.jpg?itok=hEG8jpXv\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-47\" alt=\"\" class=\"image-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/quergedanken_logo_0.jpg\" style=\"float:left; height:100px; margin:5px; width:90px\" width=\"90\" height=\"100\" \/> <\/a><\/p>\n<p><strong>ape.<\/strong> Wir m\u00fcssen mal wieder \u00fcber Mode reden. Es hat n\u00e4mlich Freund Walter eine verst\u00f6rende Theorie entwickelt. Sie k\u00f6nnte die gesamte abendl\u00e4ndische Kleiderordnung der Neuzeit infrage stellen. Denn danach sei der Regelumstand, dass M\u00e4nner nur Hosen tragen, w\u00e4hrend R\u00f6cke den Frauen vorbehalten sind, wider die Natur. \u201eBetrachtet man den K\u00f6rperbau der Geschlechter\u201c, so Walter, \u201ew\u00e4re die umgekehrte Kleiderordnung vern\u00fcnftig.\u201c Klar, dass mir etliche Fragezeichen ins Gesicht geschrieben stehen. Weshalb er zwecks Einstieg in die n\u00e4here Erl\u00e4uterung auf meine eigenen Ausf\u00fchrungen zum B\u00fcstenhalter vor knapp zwei Jahren verweist.<\/p>\n<p>Damals hatte ich erkl\u00e4rt: Der BH ist von seiner naturgem\u00e4\u00dfen Funktionalit\u00e4t her das einzige (!!!) geschlechtsspezifische Kleidungsst\u00fcck der Menschheitsgeschichte. Was leicht nachvollziehbar war, insofern man quer durch Zeitalter und Kulturen immer wieder Hosen, R\u00f6cke, Kleider, Jacken, H\u00fcte, Schleier, Schuhe etc. etc. bei beiden Geschlechtern findet. Niemals indes trugen M\u00e4nner BH oder einen seiner Vorl\u00e4ufer. Wozu auch? So weit, so gut. Was aber hat das mit M\u00e4nnern und R\u00f6cken zu tun? \u201eEi\u201c, sagt Walter, \u201eM\u00e4nner haben doch auch ihre Ausst\u00fclpung nach au\u00dfen.\u201c Da ich begriffsstutzig glotze, setzt er nach: \u201eKreuzgewitter, halt das Gelege, Geh\u00e4nge, Gel\u00e4rsch, Gem\u00e4cht im Schritt.\u201c<\/p>\n<p>Jetzt f\u00e4llt der Groschen. Der Zusammenhang mit der angeblichen Naturwidrigkeit von M\u00e4nnerhosen bleibt mir dennoch schleierhaft. Ungeduldig schmei\u00dft der Freund nun mit h\u00f6herer Biologie um sich: \u201eFrauenbr\u00fcste hat die Natur nach au\u00dfen gest\u00fclpt wegen der Stillerei. Warum aber hat sie des Mannes Glocken au\u00dfen angeh\u00e4ngt, statt sie warm und besch\u00fctzt ins Innere des K\u00f6rpers zu legen? Antwort: Um die Testikel luftig und k\u00fchl genug zu halten f\u00fcr die optimale Spermienproduktion. Was passiert nun, wenn wir die Apparatur in enge Hosen quetschen? Ihr geht die Luft aus und sie \u00fcberhitzt. Das mindert die Potenz und die Zeugungsf\u00e4higkeit. Mal ganz davon abgesehen, dass man(n) immer wieder rumfummeln muss, um zwick-zwackende Fehllagerungen in der Bux zu korrigieren.\u201c<\/p>\n<p>Deshalb sei, so Walter, der Rock das ideale Untenrum-Kleidungsst\u00fcck f\u00fcr M\u00e4nner \u2013 sowieso f\u00fcr all jene, die die meiste Zeit sitzen, statt durchs Geb\u00fcsch Hirschen nachzujagen oder sich auf Schlachtfeldern herumzuschlagen. \u201eNie war der M\u00e4nnerrock wichtiger als heute!\u201c geht sein Res\u00fcmee. Dagegen l\u00e4sst sich wenig sagen, jedenfalls f\u00fcr den Sommer oder beheizte R\u00e4ume. Warum aber bleibt der M\u00e4nnerrock dann Schottenfolklore oder ein nur gelegentlich auftretendes, stets bel\u00e4cheltes Randph\u00e4nomen der Modeavantgarde? \u201eStreng dein eigenes Hirn an\u201c, raunzt der Freund.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich geht mir ein Kronleuchter auf: \u201eWer hat hier die Hosen an?\u201c, so fragt der Volksmund seit etwa 200 Jahren nach der Macht im Hause und anderswo. Der Bezug dieser Metapher auf die in unseren Breiten traditionelle Vorherrschaft von Mannsbildern in Hosen hat sich ins kollektive Bewusstsein derart tief eingegraben, dass selbst die bisherige Frauenemanzipation ihn nicht aus der Welt schaffen konnte. L\u00e4ngst tragen zwar auch die Damen Hosen, aber noch immer die M\u00e4nner keine R\u00f6cke. Sie f\u00fcrchten Verweiblichung \u2013 statt endlich sich den Genuss dieses gerade f\u00fcr den Mann k\u00f6rperlich so angenehmen Kleidungsst\u00fcckes zu erlauben. \u201eJetzt hast du\u2018s\u201c, applaudiert Walter und ruft aus: \u201eM\u00e4nner, emanzipiert euch: Tragt R\u00f6cke!\u201c Jawoll \u2013 es m\u00fcssen ja nicht gleich die ganz kurzen sein. &nbsp;<\/p>\n<p><em>(Erstabdruck\/-ver\u00f6ffentlichung au\u00dferhalb dieser website 4.\/5. Woche im Januar 2018)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ape. Wir m\u00fcssen mal wieder \u00fcber Mode reden. Es hat n\u00e4mlich Freund Walter eine verst\u00f6rende Theorie entwickelt. Sie k\u00f6nnte die gesamte abendl\u00e4ndische Kleiderordnung der Neuzeit infrage stellen. 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