{"id":476,"date":"2010-12-26T13:18:05","date_gmt":"2010-12-26T12:18:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2010\/12\/26\/auf-dem-teppich-bleiben\/"},"modified":"2022-03-15T16:24:19","modified_gmt":"2022-03-15T15:24:19","slug":"auf-dem-teppich-bleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2010\/12\/26\/auf-dem-teppich-bleiben\/","title":{"rendered":"Auf dem Teppich bleiben"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/thumbnail\/public\/quergedanken_logo.jpg?itok=hEG8jpXv\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-47\" alt=\"\" class=\"image-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/quergedanken_logo_0.jpg\" style=\"float:left; height:100px; margin:5px; width:90px\" width=\"90\" height=\"100\" \/> <\/a><\/p>\n<p>Ob es nicht an der Zeit w\u00e4re, hier mal wieder etwas \u00fcber BUGA-Koblenz zu schreiben, fragt ein Leser (f\u00fcr Ausw\u00e4rtige: BUGA = Bundesgartenschau). N\u00f6, eigentlich nicht. Ist doch alles klar: Am 15. April geht die Show los, am 16. Oktober endet sie. Das Ding l\u00e4uft. Wor\u00fcber sich vorab noch den Kopf zerbrechen? Dass die Kaninchen am Schloss \u00fcble Gesellen sind, weil sie sich an den BUGA-Zwiebeln g\u00fctlich tun? Dass im Dezember der Winter hereinbricht und die Bau-Zeitpl\u00e4ne f\u00fcr Europabr\u00fccke,&nbsp; Zentralplatz etc. \u00fcber den Haufen schmei\u00dft? Ach Gott, Karnickel fressen nunmal Blumenzwiebeln und der Dezember ist hierzulande halt ein Wintermonat. Alle Schulkinder wissen das. Wozu es kommentieren? &nbsp;<\/p>\n<p>Jedes bepflanzte Beet, jeden verlegten Pflasterstein feiern wie Katar seinen WM-Zuschlag? Man kann es auch \u00fcbertreiben. Immerhin beobachten wir fasziniert das Ph\u00e4nomen der Befriedung, ja Euphorisierung der Massen. Kein b\u00f6ses Wort mehr gegen die BUGA. Im schlechtesten Fall Gleichg\u00fcltigkeit, im Regelfall gespannte Erwartung bis Vorfreude, in offiziellen F\u00e4llen von Amts wegen enthemmtes Jubilieren. Umleitungen, Sperrungen, Staus, Fu\u00dfwege als Hindernisparcours und sonstige Unbilden derzeit? Augen zu und durch \u2013 man ertr\u00e4gt&#8217;s als Notwendigkeit auf dem Weg zum gro\u00dfen Ziel. Und tr\u00f6stet sich damit, dass hernach eine Generation lang Ruhe herrscht: \u201eWeil kein Geld f\u00fcr nix mehr da sein wird\u201c, wie es in den Kneipen rund ums Eck hei\u00dft.<\/p>\n<p>Sogar der Kolumnist sieht der BUGA mit Interesse entgegen: Freilich mehr als kulturell-\u00e4sthetisches Ereignis denn als Wirtschaftsf\u00f6rderma\u00dfnahme. \u201eTrau dich, schreib&#8217;s hin!\u201c, stichelt jetzt Freund Walter. Er spielt an auf einen Disput, den wir mit zwei Koblenzer Gesch\u00e4ftsleuten hatten. Thema: Wird der Einzelhandel w\u00e4hrend der BUGA satte Umsatzzuw\u00e4chse verbuchen k\u00f6nnen? Walter hatte zum Verdruss der beiden so beschieden: \u201eQuatsch. Die Besucher haben genug damit zu tun, an einem Tag die BUGA zu verkraften. Die werden m\u00fcde gelaufen nicht mal eben noch zum Shoppen die Stadt fluten. H\u00f6chstens &#8217;ne Tasse Kaffee und &#8217;ne Stulle auf dem Weg zum Bahnhof \u2013 das war&#8217;s dann.\u201c<\/p>\n<p>Der Freund fing sich damit den Vorwurf ein, er wolle die Gartenschau madig machen. Ein ungerechter Vorwurf, herr\u00fchrend von einer seltsamen Stimmung bei etlichen Koblenzern: Jedes nicht jubelselige Wort \u00fcber die BUGA wird als B\u00f6swilligkeit abgestraft. Mag sein, dass deshalb selbst wohlmeinende Kritiker so schweigsam geworden sind. Hallo, geht\u2019s noch?! Ein bisschen Realit\u00e4tssinn kann dem Ereignis mehr n\u00fctzen als manch rauschhaftes Halleluja-Gesinge. Zwei Millionen BUGA-Besucher kommen nun mal partout nicht zum Einkaufen nach Koblenz. Sie kommen wegen der Blumenschau im \u201eweltweit einmaligen kulturhistorischen Ambiente der Rhein-Mosel-Stadt\u201c, w\u00fcrde der neue Koblenzer Oberb\u00fcrgermeisters in seinem bereits sprichw\u00f6rtlich werdenden Understatement wohl sagen.<\/p>\n<p>Vielleicht str\u00f6men in den Post-BUGA-Jahren mehr Langzeit-Touristen an den Mittelrhein, um&nbsp; ringsum in Ruhe zu erleben, was sie an ihrem kn\u00fcppeldichten Gartenschau-Tag 2011 nicht schafften. Und vielleicht gehen dann einige von ihnen auch hier shoppen. Vielleicht \u2026 Manches ist m\u00f6glich, doch wenig sicher und nichts garantiert, was die BUGA-Folgewirkungen angeht. Erfolg oder Misserfolg der Gartenschau nach den 2011er Bilanzen des Handels zu bemessen, w\u00e4re indes schr\u00e4g. So schr\u00e4g, wie die Wertsch\u00e4tzung f\u00fcrs UNESCO-Welterbe abh\u00e4ngig zu machen von den Belegzahlen der Hotels am Mittelrhein. Nichts gegen wirtschaftlichen Erfolg, aber noch gibt es auch ein paar Werte und Freuden jenseits der Umsatzziffern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob es nicht an der Zeit w\u00e4re, hier mal wieder etwas \u00fcber BUGA-Koblenz zu schreiben, fragt ein Leser (f\u00fcr Ausw\u00e4rtige: BUGA = Bundesgartenschau). N\u00f6, eigentlich nicht. Ist doch alles klar: Am 15. April geht die Show los, am 16. Oktober endet sie. Das Ding l\u00e4uft. Wor\u00fcber sich vorab noch den Kopf zerbrechen? 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