{"id":4581,"date":"2023-12-01T10:07:08","date_gmt":"2023-12-01T09:07:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/?p=4581"},"modified":"2023-12-01T10:09:52","modified_gmt":"2023-12-01T09:09:52","slug":"kling-gloeckchen-kling-zum-gluehwein-swing-quergedanken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2023\/12\/01\/kling-gloeckchen-kling-zum-gluehwein-swing-quergedanken\/","title":{"rendered":"Kling Gl\u00f6ckchen kling zum Gl\u00fchwein-Swing (&#8222;Quergedanken&#8220;)"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n<h6 style=\"text-align: left;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Monatskolumne Nr. 221, Dezember 2023<\/h6>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/quergedanken-logo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-875\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/quergedanken-logo.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"167\" \/><\/a>\u00a0 Es ist Marktzeit. Weihnachtsmarkt-Zeit. Also zieht es jede Menge Mitmenschen (nicht nur) nach Feierabend zum Workout an die geschm\u00fcckten St\u00e4nde in den Innenst\u00e4dten, statt in die Muckibude oder auf den Heimtrainer. Die angesagtesten Disziplinen, zu denen Freundinnen und Freunde, Kollegen und Kolleginnen, ja ganze Belegschaften antreten, sind: Gl\u00fchweinbecherheben, Bratwurst- und Spie\u00dfbratenkauen sowie Gebrannte-Mandeln-Zerbei\u00dfen. So an die 3000 solcher M\u00e4rkte soll es heutzutage in Deutschland geben, die in summa 30 und mehr Millionen Besucher verzeichnen, Mehrfacht\u00e4ter inklusive. Mithin d\u00fcrfte das \u201eWeihnachtsmarkten\u201c die gr\u00f6\u00dfte Massensportbewegung deutscher Gegenwart sein.<\/p>\n<p>Viele kleinere M\u00e4rkte dauern nur ein oder zwei Tage. Etliche gr\u00f6\u00dfere und gro\u00dfe greifen indes zeitlich immer weiter aus, beginnen mittlerweile schon lange vor dem ersten Advent und sind mit den Weihnachtsfeiertagen l\u00e4ngst nicht beendet. Oder wie Freund Walter bef\u00fcrchtet: \u201eMag sein, die nach den M\u00e4rkten bemessene Weihnachtszeit erstreckt sich demn\u00e4chst von Allerheiligen bis Weiberfastnacht.\u201c Damit w\u00e4re allerdings die ohnehin kaum noch erkennbare Verbindung heutiger Weihnachtsm\u00e4rkte zu ihren historischen Wurzeln vollends gekappt.<\/p>\n<p>Denn anno dunnemals waren diese meist ein- oder zweit\u00e4gigen M\u00e4rkte im Jahreszyklus die letzte Gelegenheit vor allem f\u00fcr die Landbev\u00f6lkerung: In Marktflecken oder St\u00e4dten eigene Erzeugnisse feilzubieten und\/oder sich einzudecken mit dem N\u00f6tigen, das sie nicht in ihrer Selbstversorgungswirtschaft herstellen konnten. Das m\u00f6glichst bevor Eis und Schnee Wege \u00fcber Land zur Tortur machten. Kurzum: Was wir heute, regional unterschiedlich, Weihnachtsmarkt, Christkindelmarkt, Adventsmarkt, Nikolausmarkt nennen, waren urspr\u00fcnglich namenlose oder ganz anders bezeichnete Sp\u00e4therbst- und Winterm\u00e4rkte zur Versorgung mit Lebensmitteln, Kleidung, Haushaltswaren. Und die gab es, seit der Homo sapiens zum Bauer und sesshaft geworden, also lange vor Christi Geburt.<\/p>\n<p>Die Ausweitung der M\u00e4rkte auf Spielzeug, Naschwerk, Kunsthandwerk, Nippes sowie ihre Einbeziehung ins christliche Vorweihnachtsbrauchtum setzte im Sp\u00e4tmittelalter allm\u00e4hlich ein. Ihre gro\u00dffl\u00e4chige Verwandlung in prim\u00e4r \u201estimmungsvolle\u201c Vergn\u00fcgungsevents kam \u00fcberwiegend erst im Laufe des 20. Jahrhunderts auf. So gesehen sind die Weihnachtsm\u00e4rkte heutiger Art eine noch ziemlich junge Erscheinung \u2013 deren Urspr\u00fcnge freilich Jahrtausende in grauer Vorzeit liegen wie bei so vielen unserer Braucht\u00fcmer, Volksfeste, Feiertage. Man denke an Fastnacht, Ostern, Sommersonnwende, Erntedank, Laternenumz\u00fcge etc. Ja, an den Weihnachtstag selbst, den Christen als Geburtstag ihres Heilands begehen, der aber f\u00fcr Menschen sehr vieler Kulturen und aller Zeitalter seit jeher eine besondere Marke war\/ist: k\u00fcrzester Tag und l\u00e4ngste Nacht im Jahreslauf; von da an geht\u2019s bergauf Richtung Fr\u00fchling.<\/p>\n<p>\u201eSoweit der Lehrvortrag des Herrn Obermagister\u201c, sp\u00f6ttelt Walter. Mein lieber Freund, Obacht! Sonst erz\u00e4hl\u2019 ich mal, zu welch sportiven H\u00f6chstleistungen du beim Weihnachtsmarkt-Workout f\u00e4hig bist und wie \u201eersch\u00f6pft\u201c bisweilen nachher. Und red\u2019\u00a0dich nicht wieder mit der Musikbeschallung raus, die man ohne ordentliches Quantum ges\u00fc\u00dften, hei\u00dfen W\u00fcrzweins kaum ertragen k\u00f6nne. Bei den allweil munteren Geselligkeiten an Gl\u00fchwein- und Futterst\u00e4nden verrauscht das zuckerig verschlagerte Klingeling doch sowieso ungeh\u00f6rt. (Was mir recht ist)<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Monatskolumne Nr. 221, Dezember 2023 \u00a0 Es ist Marktzeit. Weihnachtsmarkt-Zeit. Also zieht es jede Menge Mitmenschen (nicht nur) nach Feierabend zum Workout an die geschm\u00fcckten St\u00e4nde in den Innenst\u00e4dten, statt in die Muckibude oder auf den Heimtrainer. 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