{"id":456,"date":"2012-07-25T22:00:00","date_gmt":"2012-07-25T21:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2012\/07\/25\/liebe-gruesse-aus-urlaubien\/"},"modified":"2022-03-15T16:24:17","modified_gmt":"2022-03-15T15:24:17","slug":"liebe-gruesse-aus-urlaubien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2012\/07\/25\/liebe-gruesse-aus-urlaubien\/","title":{"rendered":"Liebe Gr\u00fc\u00dfe aus Urlaubien"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/thumbnail\/public\/quergedanken_logo.jpg?itok=hEG8jpXv\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-47\" alt=\"\" class=\"image-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/quergedanken_logo_0.jpg\" style=\"float:left; height:100px; margin:5px; width:90px\" width=\"90\" height=\"100\" \/> <\/a><\/p>\n<p>Eigentlich habe ich nicht die geringste Lust, jetzt diese Kolumne zu schreiben. Denn eigentlich bin ich seit drei Tagen im Urlaub. Nein, der Autor sitzt keineswegs mit Laptop vor sich in einer fernen Strandbar oder auf einer Hotelterrasse.&nbsp; Nein, er stiert nicht mit d\u00f6sigem Blick in die Weinkaraffe respektive dusselig versonnen den Bikinisch\u00f6nheiten hinterdrein. Er hockt stattdessen am gewohnten Schreibtisch \u2013 und klaubt die letzten Gedankenzuckungen zusammen, bevor das Hirn vollends und f\u00fcr drei Wochen in wohliger Tr\u00e4gheit versinkt. Dann n\u00e4mlich mache ich, was man gemeinhin \u201eUrlaub auf Balkonien\u201c nennt. Allerdings hat unser Haus gar keinen Balkon, nur Wiese und B\u00fcsche drumrum. Aber \u201eUrlaub in den B\u00fcschen\u201c kann man schlecht sagen, klingt ein bisschen anr\u00fcchig.<\/p>\n<p>Grundbedingung f\u00fcr so eine Art Urlaub ist: abschalten. Computer, Tele- und i-Phones, Fernsehapparate. Also jenes Abkoppeln von den beunruhigenden Strukturen der Alltagswelt, das auch zu den wichtigsten Voraussetzungen f\u00fcr genussreiche Ausw\u00e4rtsurlaube z\u00e4hlt. Ja, ja, jetzt glotzt Ihr wieder verst\u00e4ndnislos. Wisst nicht (mehr), wie das gehen soll: Urlaub ohne www-Anschluss, ohne e-Posting und Facebook, ohne Dauergeplapper mit den Lieben daheim oder sonstwo, ohne TV-Zapping am Abend. Man k\u00f6nnt&#8216; ja verlorengehn in der Fremde, so allein mit sich selbst, den Mitreisenden und Einheimischen. Man k\u00f6nnt ohne Satelliten-Navigation das Kolosseum nicht mehr finden, den Eifelturm \u00fcbersehen, sich am Ballermann voll verlaufen oder bei der Eifelwanderung um 30 Minuten verirren.Na und?! Ein bisschen Verlaufen ist das Salz jeder Wanderung, der Pfeffer in jeder St\u00e4dtetour. Das Allt\u00e4gliche abzustreifen, das ist das Wesen von Urlaub. Ob einer dabei nur faul rumliegt oder munter auf Entdeckungstour geht, spielt keine Rolle.<\/p>\n<p>Freund Walter beispielsweise kurvt seit zwei Wochen mit dem Auto von einer Ecke&nbsp; Deutschlands zur anderen. Das ist recht anstrengend, aber er wollte einfach mal livehaftig sehen, was so abgeht zwischen K\u00fcste und Alpen. Alle paar Tage kommt &#8217;ne Postkarte, darauf kurz notiert: \u201eKleinst\u00e4dte an der Nordsee haben alle Aldi, Lidl, Penny, Netto, Rewe, Kick, McDonalds.\u201c Bald darauf: \u201eIn allen Einkaufsstra\u00dfen ostdeutscher St\u00e4dte gibt es Aldi, Lidl, Netto, Penny, Rewe, Kick, McDonalds.\u201c Wieder etwas sp\u00e4ter: \u201eDa wirst narrisch, \u00fcberall in Bayern&nbsp; kannst einkaufen bei Aldi, Lidl, Penny, Netto, Rewe, Kick, McDonalds.\u201c Vorerst letzte Nachricht: \u201eDeutschland ist ein Hammer, \u00fcberall die gleichen Gesch\u00e4fte, Waren, Klamotten, Einkaufszentren, oft sogar Speisekarten. Und in jeder Touristinfo die verl\u00e4ssliche Auskunft: Das einmalige, unverwechselbare Ambiente unserer Region&#8230;.\u201c<\/p>\n<p>Feine Sache, diese Marktwirtschaft: So viel Gleichheit war noch nie. Wenn Griechenland und die anderen Sorgenkinder erstmal richtig \u201ewettbewerbsf\u00e4hig\u201c gemacht sind, werden wir auch dort endlich die Vielfalt vorfinden, die wir von daheim gewohnt sind. Ist mir aber im Augenblick v\u00f6llig wurscht. Die Sonne scheint durchs Fenster herein, in der Ecke liegt lockend der Rucksack, im K\u00fchlschrank Bier, im Keller Wein, auf dem Wohnzimmertisch ein dicker Stapel B\u00fccher, auf der Wiese die Geliebte und am nahen Horizont der Mittelrhein mit allem Drum und Dran. Damit lass ich mir&#8217;s nun wohlsein; mal so, mal so. Alles \u00dcbrige kann mir den Buckel runterrutschen. Herzliche Gr\u00fc\u00dfe aus Urlaubien. Und jetzt, sofort: abschalten!&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>(Erstabdruck\/-ver\u00f6ffentlichung au\u00dferhalb dieser website Woche 30\/31 im Juli\/August 2012)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich habe ich nicht die geringste Lust, jetzt diese Kolumne zu schreiben. Denn eigentlich bin ich seit drei Tagen im Urlaub. Nein, der Autor sitzt keineswegs mit Laptop vor sich in einer fernen Strandbar oder auf einer Hotelterrasse.&nbsp; Nein, er stiert nicht mit d\u00f6sigem Blick in die Weinkaraffe respektive dusselig versonnen den Bikinisch\u00f6nheiten hinterdrein. Er [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":47,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[291,1],"tags":[],"archiv":[48,146],"archiv_inhaltlich":[258,260],"class_list":["post-456","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-quergedanken","category-uncategorized","archiv-48","archiv-2012-07","archiv_inhaltlich-kolumnen","archiv_inhaltlich-quergedanken"],"acf":{"bild":"","anhang":""},"wps_subtitle":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/456","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=456"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/456\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2549,"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/456\/revisions\/2549"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/47"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=456"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=456"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=456"},{"taxonomy":"archiv","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/archiv?post=456"},{"taxonomy":"archiv_inhaltlich","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/archiv_inhaltlich?post=456"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}