{"id":454,"date":"2012-09-24T22:00:00","date_gmt":"2012-09-24T21:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2012\/09\/24\/smartphone-freie-zone\/"},"modified":"2022-03-15T16:24:17","modified_gmt":"2022-03-15T15:24:17","slug":"smartphone-freie-zone","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2012\/09\/24\/smartphone-freie-zone\/","title":{"rendered":"Smartphone-freie Zone"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/thumbnail\/public\/quergedanken_logo.jpg?itok=hEG8jpXv\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-47\" alt=\"\" class=\"image-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/quergedanken_logo_0.jpg\" style=\"float:left; height:100px; margin:5px; width:90px\" width=\"90\" height=\"100\" \/> <\/a><\/p>\n<p>Seit Wochen kriege ich zwei S\u00e4tze nicht aus dem Kopf, die mir beim Zeitungslesen zwischen die F\u00fc\u00dfe gefallen sind. Der erste geht so: \u201eDie Kasse muss stimmen, aber zu viel rechnen macht schlechte Laune.\u201c Das scheint mir eine kluge Haltung bei allen Geldfragen zu sein und dem Finanzsektor die angemessene Bedeutung zuzuweisen. Hie\u00dfe etwa f\u00fcr die Renten- und Lohndiskussion: Schluss mit der d\u00e4mlichen Zuschuss- und Erg\u00e4nzungs-Rechnerei! Ausk\u00f6mmliche L\u00f6hne und Grundrente f\u00fcr alle, basta! Der zweite Satz prickelt in seiner weisen Schlichtheit \u00e4hnlich angenehm durchs Hirn: \u201eIch bin nicht gegen diese Maschinchen, aber ich selbst benutze keines.\u201c Gem\u00fcnzt war der Ausspruch auf Handys und Smartphones.<\/p>\n<p>Dieser Satz steht in der Tradition aufgekl\u00e4rter Toleranz. Danach m\u00f6ge jeder nach eigener Fasson gl\u00fccklich werden. F\u00fcr die meisten Zeitgenossen scheint Gl\u00fcck neuerdings an das Gef\u00fchl gebunden,&nbsp; quasselndes, wedelndes, tippsendes Anh\u00e4ngsel eines weltumspannenden Digitalnetzes zu sein. Ihr diesbez\u00fcgliches Verlangen ist so stark, dass es die herk\u00f6mmliche Geselligkeit verdr\u00e4ngt. Da hocken Freunde zusammen, reden aber nicht miteinander, sondern kommunizieren jeder f\u00fcr sich mit der gro\u00dfen weiten Welt \u2013 und selbst von einem Bierdeckel zum n\u00e4chsten am liebsten via Facebook, E-Mail oder SMS. Ihre Sache. Mein Gl\u00fcck geht anders, stellt sich dann verst\u00e4rkt ein, wenn ich mich vom Netz abkopple, wieder Herr meiner Zeit, Gedanken, Gef\u00fchle bin.<\/p>\n<p>Ach Gott, werden Sie sagen, schon wieder dieser Technikpessimismus. Und Sie werden darauf verweisen, dass es auch bei Einf\u00fchrung des Fernsehens gehei\u00dfen hatte, die Glotzerei mache dumm, dick, tr\u00e4ge, einsam. Ist es etwa so gekommen? Antwort: Ja, genau so. Nur merken wir es nicht, weil t\u00e4glich drei, vier und mehr Stunden vor der Mattscheibe so normal geworden sind wie die Abwesenheit von Wirtsh\u00e4usern auf den D\u00f6rfern, das Wegschrumpfen der Vereine oder die&nbsp; quotengeile Zurschaustellung v\u00f6lliger Verbl\u00f6dung. Ich bin nicht gegen das Fernsehen, aber ich ringe darum, meinen Fernsehkonsum zu reduzieren \u2013 um mehr Lebensqualit\u00e4t zu gewinnen.<\/p>\n<p>Mehr Reisequalit\u00e4t hatte sich Freund Walter versprochen, als er j\u00fcngst f\u00fcr eine ICE-Fahrt bei der Deutschen Bahn einen Platz in der \u201eRuhezone\u201c buchte. Handy-Nutzung ist da n\u00e4mlich verboten. Eigentlich. Doch im Ruhe-Waggon scherte sich kein Mensch um die \u00fcberall angebrachten Schilder mit durchgestrichenem Handy. Eine halbe Stunde erduldete er das permanente Gebimmel, Getute, fernm\u00fcndliche Geschwalle. Dann stellte er sich mitten in den Gang, zog eine fette Zigarre aus der Tasche und f\u00fchrte demonstrativ sein Feuerzeug in Richtung Tabakrolle. Ein Aufschrei der Emp\u00f6rung ringsumher \u2013 auf den der Freund mit der gelassenen Erkl\u00e4rung antwortete: \u201eWenn das Zeichen mit dem durchgestrichenen Handy bedeutet, dass Telefonieren in diesem Wagen erlaubt ist, dann kann das Zeichen daneben mit der durchgestrichenen Zigarette nur bedeuten&#8230;..\u201c. Von da an herrschte Ruhe in der \u201eRuhezone\u201c.<\/p>\n<p>Es gibt \u00fcbrigens ein paar interessante Zeichen am Horizont. In Hamburg, Berlin und Frankfurt&nbsp; kursieren Einladungen zu einem neuartigen Typ von Parties: die No-Smartphone-Party. Von j\u00fcngeren Leuten zwischen 25 und 35 in Mainz und Bonn h\u00f6re ich, dass beim gemeinsamen Ausgehen und\/oder Feiern in gewissen Kreisen die Benutzung von Smartphones inzwischen als ziemlich uncool gilt. Siehste: Walter und ich waren mal wieder Trendsetter. &nbsp;<\/p>\n<p>(Erstabdruck\/-ver\u00f6ffentlichung au\u00dferhalb dieser website Woche 39 im September 2012)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Wochen kriege ich zwei S\u00e4tze nicht aus dem Kopf, die mir beim Zeitungslesen zwischen die F\u00fc\u00dfe gefallen sind. Der erste geht so: \u201eDie Kasse muss stimmen, aber zu viel rechnen macht schlechte Laune.\u201c Das scheint mir eine kluge Haltung bei allen Geldfragen zu sein und dem Finanzsektor die angemessene Bedeutung zuzuweisen. 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