{"id":452,"date":"2012-11-25T23:00:00","date_gmt":"2012-11-25T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2012\/11\/25\/mal-was-schoenes-bittesehr\/"},"modified":"2022-03-15T16:24:17","modified_gmt":"2022-03-15T15:24:17","slug":"mal-was-schoenes-bittesehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2012\/11\/25\/mal-was-schoenes-bittesehr\/","title":{"rendered":"Mal was sch\u00f6nes, bittesehr"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"colorbox colorbox-insert-image\" href=\"http:\/\/pecht.koblenz-net.de\/D7\/sites\/default\/files\/styles\/thumbnail\/public\/quergedanken_logo.jpg?itok=hEG8jpXv\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-47\" alt=\"\" class=\"image-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/quergedanken_logo_0.jpg\" style=\"float:left; height:100px; margin:5px; width:90px\" width=\"90\" height=\"100\" \/> <\/a><\/p>\n<p>Gelegentlich w\u00fcnschen Leser, der Herr Querdenker m\u00f6ge sich mal mit diesem oder jenem speziellen Thema befassen. Jenseits des oft parteilichen Begehrs, er solle diversen Politikern, M\u00e4chtigen, Reichen wortgewaltig vors Schienbein treten, geht wiederholt der Wunsch ein: \u201eSei nicht immer so miesepetrig, die Welt hat unendlich viele sch\u00f6ne Seiten, schreib doch mal dar\u00fcber!\u201c Dann f\u00fchle ich mich missverstanden. Denn die Welt war nie mein Problem, allenfalls die sie gedankenlos oder geldgeil verunstaltende Oberschlaumeier-Spezies.<\/p>\n<p>Ich bin stets f\u00fcr das Sch\u00f6ne. Deshalb macht es keine Schwierigkeit, f\u00fcr die Weihnachtsausgabe den Blick mal darauf zu konzentrieren. Was ist das Sch\u00f6nste \u00fcberhaupt? \u201eAchtung\u201c, quakt Freund Walter aus seiner November-Leseecke, \u201ejetzt schleimt er sich wieder bei den Frauen ein.\u201c Knapp vorbei, mein Lieber. Das Sch\u00f6nste ist \u2013 neben dem Naturerleben \u2013 die Unterschiedlichkeit der Menschen. Denn wie trist w\u00e4re das Dasein, s\u00e4hen wir alle gleich aus, redeten in einer Sprache, kochten und \u00e4\u00dfen alle blo\u00df Schnitzel, tr\u00fcgen die gleichen Klamotten, beteten denselben Gott an, vertr\u00e4ten reihum dieselben Meinungen.<\/p>\n<p>Ich finde prima, dass es noch Leute gibt, die deutschen Schlager, Angela Merkel oder Peer Steinbr\u00fcck m\u00f6gen, selbst wenn mir das v\u00f6llig unbegreiflich bleibt. Ich bin begeistert, dass sich Cliquen, Clubs, Belegschaften zum Gl\u00fchweinabsacker auf Weihnachtsm\u00e4rkten treffen, obwohl es mir schon beim Hingucken Schleimh\u00e4ute und Hirnwindungen verklebt. Zugleich bin ich irritiert \u00fcber den Versuch, auf dem Koblenzer Zentralplatz heuer einen \u201emodernen Weihnachtsmarkt\u201c zu etablieren. Ist nicht das Wesen solcher M\u00e4rkte gerade die Nostalgie, so wie das Wesen des regionalen Vorabendfernsehens pittoreske Heimatt\u00fcmelei zu sein scheint? Aber solange jemand Spa\u00df an der einen oder anderen Art von Kitsch hat: nur zu. Blo\u00df kommt mir nicht damit, das sei&nbsp; deutsche Leitkultur und allgemeiner Ma\u00dfstab des Gl\u00fccks. &nbsp;<\/p>\n<p>Die Geschm\u00e4cker sind verschieden, Sch\u00f6nheit ist relativ. Gut so, selbst wenn es einen bisweilen graust. Walter etwa graust es vor der Winterfrauenmode aus kurzem Rock, bein-engen Strumpfhosen und dicken Stiefeln. Ich hingegen bin entz\u00fcckt davon, weil m.E. solche Manier eine sch\u00f6ne frauliche Linie macht, sogar bei M\u00e4dchen und Damen, die vom (h\u00e4sslichen) Magerideal der Laufstege ziemlich weit entfernt sind. Walter l\u00e4sst eben noch als \u201evorteilhaft\u201c durchgehen, wenn die Stiefel leidlich hohe Abs\u00e4tze haben. Mir indes kommt es so vor, als nehme mit jedem Zentimeter mehr an Absatz der amazonenhafte Reiz der Tr\u00e4gerinnen ab.<\/p>\n<p>Pardon, verehrte Leserinnen, dass Sie hier mit M\u00e4nnergespr\u00e4chen behelligt werden. Doch, Hand aufs Herz: Wir wissen alle um die beiderseitigen Anziehungskr\u00e4fte, die aus der wunderbaren Verschiedenartigkeit der Geschlechter erwachsen. Dagegen kommt nichtmal ein US-General an. Dennoch muss der Mann seinen Job an den Nagel h\u00e4ngen. Nicht etwa wegen Geheimnisverrats, sondern wegen au\u00dferehelichen Techtelmechtels nebst 30000 \u201eunangemessenen e-Mails\u201c. Was, bittesch\u00f6n, k\u00f6nnte an den Aaaahs und Oooohs brieflicher Lustbarkeit zwischen zwei sich privat aus freien St\u00fccken begehrenden Erwachsenen so unangemessen sein, dass es die Staatsr\u00e4son betrifft? Die ham sie nicht mehr alle, die amerikanischen Scheinmoralisten! \u00dcber diesen Unterschied zum aufgekl\u00e4rten Europa d\u00fcrfen wir uns k\u00f6stlich aufregen. Auch ein sch\u00f6nes Gef\u00fchl, gelle?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;<\/p>\n<p><em>(Erstabdruck\/-ver\u00f6ffentlichung au\u00dferhalb dieser website Woche 48 im November 2012)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gelegentlich w\u00fcnschen Leser, der Herr Querdenker m\u00f6ge sich mal mit diesem oder jenem speziellen Thema befassen. 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