{"id":437,"date":"2019-09-15T22:00:00","date_gmt":"2019-09-15T21:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2019\/09\/15\/zeitungsbericht-zu-meinem-vortrag-ueber-alexander-v-humboldt\/"},"modified":"2019-09-15T22:00:00","modified_gmt":"2019-09-15T21:00:00","slug":"zeitungsbericht-zu-meinem-vortrag-ueber-alexander-v-humboldt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2019\/09\/15\/zeitungsbericht-zu-meinem-vortrag-ueber-alexander-v-humboldt\/","title":{"rendered":"Zeitungsbericht zu meinem Vortrag \u00fcber Alexander v. Humboldt"},"content":{"rendered":"<p>In der Westerwald-Ausgabe der Rhein-Zeitung vom 16.09.2019 findet sich ein Bericht \u00fcber meinen Vortragsabend zu Alexander von Humboldt am vorangegangenen Mittwoch bei den Marienberger Seminaren. Unter der \u00dcberschrift&nbsp; &#8222;Andreas Pecht erinnerte an das abenteuerliche Leben des Universalgenies&#8220; schreibt der mir nicht n\u00e4her bekannte Autor Matthias Budde das Folgende:<\/p>\n<p><em>Bad Marienberg. Am 14. September 1769, vor 250 Jahren, wurde Alexander von Humboldt in Berlin geboren. Im Rahmen der Marienberger Seminare stellte der Kulturjournalist Andreas Pecht das wissenschaftliche Universalgenie vor. Humboldt wurde 90 Jahre alt, und ein gro\u00dfer Teil seines Lebens war dem Forschen, Sammeln, Beobachten und Messen gewidmet.<\/em><\/p>\n<p><em>Nicht in Leses\u00e4len und Bibliotheken, sondern an den entlegensten Enden der Welt erwirbt er sein Wissen. Tief im Dschungel, hoch oben in den Anden, am Rande von aktiven Vulkankratern vermisst er die Welt. Moskitos, H\u00f6henkrankheit, wilde Tiere und andere Gefahren f\u00fcr Leib und Leben ignoriert er, getrieben von Erkenntnisdrang und einer Rastlosigkeit, die Z\u00fcge von Besessenheit aufweist. \u201eBewundernswert, aber ein bisschen seltsam war er schon\u201c, kommentierte Pecht und beschrieb, wie Humboldt inmitten eines Erdbebens, wo alles rennt, rettet, fl\u00fcchtet, die Instrumente auspackt und seismografische Messungen vornimmt.<\/em><\/p>\n<p><em>Doch bevor sein Forschungsschiff, die \u201ePizarro\u201c, 1799 nach S\u00fcdamerika aufbricht, bereitet sich Humboldt, dem Willen der Mutter gem\u00e4\u00df, auf eine preu\u00dfische Beamtenlaufbahn vor. Er bildet sich im umfassenden Sinne. In Jena besuchen er und sein Bruder Wilhelm Schiller und Goethe. Die Weimarer Dioskuren sind beeindruckt. Gemeinsam ist ihnen ein ganzheitliches Natur- und Menschenbild und ein humanit\u00e4rer Bildungs- und Wissenschaftsbegriff, der diesem gerecht wird.<\/em><\/p>\n<p><em>Pecht wies w\u00e4hrend seiner spannenden Schilderung der abenteuerlichen Amerika-Reise immer wieder auf diese grundlegenden \u00dcberlegungen und Erkenntnisse der Zusammenh\u00e4nge und Beziehungen zwischen den Ph\u00e4nomenen hin, die Humboldt zu einem Pionier empirischer Wissenschaften machen. Pecht strich auch Humboldts Abkehr von einem anthropozentrischen Weltbild heraus. Humboldts humanistische Einstellung und seine Erfahrungen lassen ihn auch zu einem Gegner von Kolonialismus und Sklaverei werden.<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eDie Natur muss auch gef\u00fchlt werden, nicht nur klassifiziert\u201c, diese fast schon romantische Position, stellte Pecht fest, beseelt Humboldts Forschergeist. Dennoch geht er planm\u00e4\u00dfig und besonnen vor. Er kauft und testet diverse Messinstrumente. Dazu unternimmt er Reisen durch das von der Franz\u00f6sischen Revolution und den Napoleonischen Kriegen gesch\u00fcttelte Europa. \u201eDie Welt wird von Krieg und Politik versperrt\u201c, beschreibt er diese Hindernisse, deren Gefahrenpotenzial er gering achtet.<\/em><\/p>\n<p><em>Nach dem Tod der Mutter, 1796, ist er finanziell und moralisch frei, sich in sein Forscherabenteuer zu st\u00fcrzen. Er besteigt die Alpen und untersucht Vulkane auf Teneriffa. Sind Vulkane lokal, oder bestehen unterirdische Verbindungen? Wieder sind es die Zusammenh\u00e4nge, die Humboldt interessieren. Am 16. Juli 1799 geht er in Venezuela an Land. Als Erstes steckt er ein Thermometer in den Sand. 42 Kisten mit Messinstrumenten hat er im Gep\u00e4ck. Am Ende werden die Notate der Messungen, Reisebeschreibungen, Skizzen und Karten, Erkenntnisse und Theorien 30 B\u00e4nde f\u00fcllen. Die Druckkosten verzehren sein Verm\u00f6gen.<\/em><\/p>\n<p><em>Als eine der wichtigsten Erkenntnisse Humboldts nannte Pecht die, dass es vom Menschen verursachte Umweltver\u00e4nderungen gibt. Rodung des Regenwaldes zum Beispiel f\u00fchrt zu trockenen B\u00f6den, erkannte Humboldt und hat fr\u00fch davor gewarnt, die Natur auszubeuten. Die Kolonialm\u00e4chte mit ihren \u00f6konomischen Interessen haben daf\u00fcr gesorgt, dass seiner Warnung keine Konsequenzen folgten. Nach Indien lie\u00dfen ihn die Engl\u00e4nder gar nicht erst hinein.<\/em><\/p>\n<p><em>Humboldt unterliefen in seinen naturkundlichen Spekulationen und Theoriebildungen naturgem\u00e4\u00df Fehler. Sein ganzheitlicher Ansatz und seine empiristische Methode jedoch sind bis heute Grundlage wissenschaftlicher Welterkenntnis. Wer mit Alexander von Humboldt \u00fcber den Orinoko rudern, Moskitos trotzen und die Verbindung zum Amazonas finden will und wer die Vegetationszonen des Chimborasso kartografieren und die Symptome der H\u00f6henkrankheit ganz gefahrlos im Wohnzimmer erleben will, dem empfiehlt Pecht die breit angelegte Biografie von Andrea Wulf: \u201eAlexander von Humboldt und die Erfindung der Natur\u201c.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Westerwald-Ausgabe der Rhein-Zeitung vom 16.09.2019 findet sich ein Bericht \u00fcber meinen Vortragsabend zu Alexander von Humboldt am vorangegangenen Mittwoch bei den Marienberger Seminaren. Unter der \u00dcberschrift&nbsp; &#8222;Andreas Pecht erinnerte an das abenteuerliche Leben des Universalgenies&#8220; schreibt der mir nicht n\u00e4her bekannte Autor Matthias Budde das Folgende: Bad Marienberg. Am 14. 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