{"id":433,"date":"2019-09-03T22:00:00","date_gmt":"2019-09-03T21:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2019\/09\/03\/ausblick-auf-theatersaison-19-20-in-koblenz-und-mainz\/"},"modified":"2019-09-03T22:00:00","modified_gmt":"2019-09-03T21:00:00","slug":"ausblick-auf-theatersaison-19-20-in-koblenz-und-mainz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2019\/09\/03\/ausblick-auf-theatersaison-19-20-in-koblenz-und-mainz\/","title":{"rendered":"Ausblick auf Theatersaison 19\/20 in Koblenz und Mainz"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Koblenz\/Mainz. ape.<\/em><\/strong> L\u00e4sst man das interessierte Auge \u00fcber den Spielplan des Theaters Koblenz f\u00fcr die Saison 2019\/20 schweifen, f\u00e4llt es auf eine Menge bekannter Titel. Das Musiktheater hat etwa Mozarts \u201eDon Giovanni\u201c und Verdis \u201eNabucco\u201c auf dem Plan; da wird \u201eDie Liebe zu den drei Orangen\u201c von Prokofjew, \u201eDie lustige Witwe\u201c von Leh\u00e1r und \u201eOrpheus in der Unterwelt\u201c von Offenbach avisiert. Soweit, so erwartbar. Doch schon beim zweiten Blick gibt es Irritationen. Offenbachs Orpheus-Operette ist hier als Puppentheater ausgewiesen, \u201eDie Sch\u00f6ne und das Biest\u201c als Oper von Philip Glass. Zugleich wird f\u00fcr die Opernsparte angek\u00fcndigt, was einem bislang nur als Roman gel\u00e4ufig war: \u201eWolf unter W\u00f6lfen\u201c von Hans Fallada. Intendant Markus Dietze hat den Literaten John von D\u00fcffel gebeten, daraus ein Libretto zu stricken. An den Komponisten Soren Nils Eichberg erging dann der Auftrag, dazu eine Oper zu komponieren. Die wird am 23. November in Koblenz uraufgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Jenseits des Opernfachs weist der Spielplan etwa Brechts \u201eDer kaukasische Kreidekreis\u201c, Anouilhs \u201eAntigone\u201c, Shakespeares \u201eMacbeth\u201c oder Hauptmanns \u201eVor Sonnenaufgang\u201c aus. Doch auch bei den Schauspielklassikern bricht das Haus Gewohnheiten. Die \u201eAntigone\u201c geht ans Puppentheater, das in Koblenz als vollwertige vierte Sparte auch f\u00fcr Erwachsene eingerichtet ist. Den \u201eMacbeth\u201c hat sich die Tanzcompagnie gegriffen; deren Leiter Steffen Fuchs choreografiert daraus einen Ballettabend. Und \u201eVor Sonnenaufgang\u201c wird nach einer Manier angepackt, die im Theater der Rhein-Mosel-Stadt schon in den Vorjahren wiederholt praktiziert wurde: Gegenwartsautoren verpassen den Originaltexten einen neuen Zuschnitt \u2013 Ewald Palmetshofer nimmt sich jetzt das Hauptmann-St\u00fcck vor. Im vorletzten Jahr erlebte Koblenz so eine \u201eLear\u201c-Bearbeitung durch John von D\u00fcffel und zuletzt \u201eMa\u00df f\u00fcr Ma\u00df\u201c in einer aufs Fl\u00fcchtlingsthema konzentrierten Aktualisierung von Stefan Wipplinger.<\/p>\n<p>Neue Herangehensweisen an bekannte Werke sowie Vorstellung neuer und noch weithin oder g\u00e4nzlich unbekannter St\u00fccke, so lie\u00dfe sich die in den j\u00fcngsten Jahren verfolgte Linie des Koblenzer Theaters beschreiben. Dazu passen im Schauspiel auch die Urauff\u00fchrungen \u201eLet\u2018s Pinkel\u201c des Syrers Anis Hamdoun und \u201eWo wenn nicht wir\u201c von Svenja Viola Bungarten\/Malte Abraham. Dazu passen ebenfalls die aktuellen St\u00fccke \u201eVersetzung\u201c von Thomas Melle, 2017 am Deutschen Theater Berlin uraufgef\u00fchrt, sowie Simon Stephens\u2018 \u201eMaria\u201c, das im Januar 2019 am Hamburger Thalia erstmals auf die B\u00fchne kam. Mit Spannung erwarten Freunde zeitgen\u00f6ssischen Tanzes die erste Gastchoreographie \u201eHaus mit 14 R\u00e4umen\u201c der Niederl\u00e4nderin Regina van Berkel f\u00fcr Koblenz. Die einstige T\u00e4nzerin bei William Forsyth\u2018 Ballett Frankfurt, die nachher auch mit Martin Schl\u00e4pfer zusammenarbeitete, will mit der Koblenzer Compagnie das Wohnen als Ort gelebten Raumes ausloten.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend ein kurzer Blick auf Schwerpunkte in den Sparten Schauspiel und Tanz am Staatstheater Mainz 2019\/20. Mit zehn Ur- und Deutschen Erstauff\u00fchrungen in diesen Bereichen best\u00e4tigt das Haus seinen Anspruch, stets auch B\u00fchne f\u00fcr Neues und Experimentelles zu sein. Im Sprechtheater stehen j\u00fcngste und neue St\u00fccke \u00fcberwiegend politischen und gesellschaftskritischen Charakters etwa von Lucas De Man, Penelope Skinner, Nina Segal, Beau Willimon oder Hannah Biedermann an. Nat\u00fcrlich gilt auch f\u00fcr Mainz: Keine Spielzeit ohne Klassiker. Das Programm avisiert u.a. Millers \u201eHexenjagd\u201c, Tschechows \u201eDrei Schwestern\u201c und Horvaths \u201eGeschichten aus dem Wienerwald\u201c. Hinzu kommen mit \u201eWerther\u201c nach Goethe und \u201eDer Untertan\u201c nach Heinrich Mann zwei Romanadaptionen.<\/p>\n<p>Sparten\u00fcbergreifend widmen sich Regisseur Jan-Christoph Gockel, GMD Hermann B\u00e4umer und Puppenbauer Michael Pietsch zu Beginn des Beethoven-Jahres 2020 dem renitenten, widerspr\u00fcchlichen Genius aus Bonn. Im Tanz setzt sich Choreograf Guiseppe Spota unter dem Titel \u201eTambora\u201c mit den Schrecken und Sch\u00f6nheiten der Natur auseinander. Pierre Rigal hingegen entwirft mit \u201eEverbody Welcome\u201c ein \u00e4sthetisches Kaleidoskop \u00fcber die Ingredienzien des Tanztheaters selbst. <em>Andreas Pecht<\/em><\/p>\n<p><em>Weitere Infos:<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.theater-koblenz.de\/\"><em>&gt; Theater Koblenz (hier)<\/em><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.staatstheater-mainz.com\/web\/\">&gt; Staatstheater Mainz (hier)<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Koblenz\/Mainz. ape. L\u00e4sst man das interessierte Auge \u00fcber den Spielplan des Theaters Koblenz f\u00fcr die Saison 2019\/20 schweifen, f\u00e4llt es auf eine Menge bekannter Titel. 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