{"id":429,"date":"2019-08-14T22:00:00","date_gmt":"2019-08-14T21:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2019\/08\/14\/auf-dem-weg-zum-kultursommer-30plus\/"},"modified":"2019-08-14T22:00:00","modified_gmt":"2019-08-14T21:00:00","slug":"auf-dem-weg-zum-kultursommer-30plus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pecht.info\/wordpress\/2019\/08\/14\/auf-dem-weg-zum-kultursommer-30plus\/","title":{"rendered":"Auf dem Weg zum Kultursommer 30plus"},"content":{"rendered":"<p><em>Rheinland-Pfalz. ape.<\/em> Es ist noch etwas hin bis zum runden Geburtstag des Kultursommers Rheinland-Pfalz. 2021 wird die Landeseinrichtung dann 30 Jahre lang das Kulturgeschehen zwischen S\u00fcdpfalz und Oberwesterwald mitgepr\u00e4gt haben. 1991 von der Landesregierung aus der Taufe gehoben, um das kulturelle Geschehen im Sommerhalbjahr und nicht zuletzt in der Fl\u00e4che des Landes zu beleben, verstand und versteht sich der Kultursommer (Kuso) als \u201eDienstleister, Berater, Erm\u00f6glicher, finanzieller F\u00f6rderer und Helfer\u201c f\u00fcr Veranstalter und Kulturschaffende vor Ort. Derart bringt der rheinland-pf\u00e4lzische Kulturminister Konrad Wolf jetzt in Mainz bei der ersten von zehn Regionalkonferenzen zur Zukunft des Kuso dessen grundlegende Aufgabenstellung in Erinnerung.<\/p>\n<p>F\u00fcr den 27. August sind dann Akteure der Westerwald-Region zur diskursiven Zusammenkunft mit Vertretern des Ministeriums und des seit mehr als 25 Jahren von J\u00fcrgen Hardeck geleiteten Kultursommerb\u00fcros nach Hachenburg gerufen. Bis zum Fr\u00fchjahr werden Veranstaltungen in Edenkoben, Trier, Kaiserslautern, Koblenz und anderw\u00e4rts folgen. Eingeladen sind jeweils in den betreffenden St\u00e4dten und Gebieten aktive Veranstalter\/Kulturschaffende, die bereits und teils \u00fcber viele Jahre mit dem Kultursommer zusammengearbeitet haben und aus seinem 4-Millionen-Euro-Budget gef\u00f6rdert wurden. Eingeladen sind aber auch einige potenzielle, vor allem j\u00fcngere Neulinge.<\/p>\n<h3>Weiterentwicklung einleiten<\/h3>\n<p>Um wor\u00fcber zu sprechen? \u00dcber Ideen, M\u00f6glichkeiten, Notwendigkeiten, den Kultursommer neuen Gegebenheiten in einer sich rasch ver\u00e4ndernden Welt anzupassen. \u201eWir wollen vor allem zuh\u00f6ren und sammeln\u201c, erkl\u00e4ren Wolf und Hardeck vor den rund 50 Teilnehmern der Mainzer Konferenz. Es gehe \u201eum die Einleitung eines Prozesses zur Kuso-Weiterentwicklung\u201c. Was Not tut, denn die Institution ist in die Jahre gekommen wie auch viele der Akteure in der Landeskulturszene: Im Versammlungsraum ist die Generation 50 plus stark vertreten \u2013 die Notwendigkeit zum baldigen Generationenwechsel unverkennbar. Erfreulicherweise sind die Veteranen nicht unter sich; in s\u00e4mtlichen Kunstsparten sind inzwischen auch etliche j\u00fcngere Leute aktiv.<\/p>\n<p>Kritik an der gewohnten Praxis des Kultursommers f\u00e4llt verhalten aus. Lob und Dank f\u00fcr bisherige F\u00f6rderung gibt es reichlich. Allerdings spiegeln sich in Anregungen und W\u00fcnschen bei der Plenumsdiskussion sowie in Randgespr\u00e4chen denn doch sowohl (altbekannte) Probleme mit der F\u00f6rderpraxis als auch mit in drei Jahrzehnten zementierten Strukturen. Gerade den kleineren Veranstaltern brennt etwa der b\u00fcrokratische Aufwand f\u00fcr die F\u00f6rderungsbeantragung beim Kuso auf den N\u00e4geln. Ebenso der Umstand, dass ihre Projektorganisation und der sp\u00e4te j\u00e4hrliche Bewilligungszeitpunkt schlecht zueinanderpassen.<\/p>\n<p>Andere Veranstalter pl\u00e4dieren f\u00fcr verl\u00e4ssliche und l\u00e4ngerfristige Programm- oder Institutionsf\u00f6rderung statt der sommerlichen Projektf\u00f6rderung. Dies Ansinnen widerspricht indes der urspr\u00fcnglichen Zielsetzung des Kuso \u2013 wenngleich de facto \u00fcber die Jahre manche Kultureinrichtung oder Veranstaltungsreihe \u00fcberhaupt nur noch dank wiederkehrender Kuso-F\u00f6rderung existiert. Dar\u00fcber wird zu reden sein, wie auch \u00fcber das mehrfach verlangte h\u00f6here Ma\u00df an Transparenz von Entscheidungsprozessen: Die Kulturszene will wissen, nach welchen Kriterien einigen Projekten viele Tausend Euro zuflie\u00dfen, anderen nur ein paar Hundert oder gar nichts.<\/p>\n<h3>Grunds\u00e4tzlicher Disput tut Not<\/h3>\n<p>Und hier landet das Nachdenken \u00fcber die Zukunft des Kultursommers Rheinland-Pfalz schnell beim Grunds\u00e4tzlichen. Bereits bei der ersten Konferenz schweben, vorerst nur andeutungsweise, zwei Fragen im Raum. Erstens: Ist die F\u00f6rderung quasi mit der Gie\u00dfkanne f\u00fcr m\u00f6glichst viele Veranstalter gleichm\u00e4\u00dfig in m\u00f6glichst allen Landesteilen sinnvoll, oder sollte nicht stattdessen die Wertigkeit von Kunstproduktionen und -veranstaltungen wesentliches Kriterium werden? Da war der Kultursommer in seinen fr\u00fchen Jahren mutiger. Woran sich die zweite Frage direkt anschlie\u00dft: Ist es sinnvoll, einen nicht unerheblichen Teil der Kuso-Finanzmittel an popul\u00e4re Gro\u00dfereignisse und publikumsm\u00e4chtige Reihen zu verausgaben \u2013 die anzuschieben mal aller Ehren wert war, die inzwischen aber wom\u00f6glich auf eigenen Beinen stehen oder sich aus anderen Quellen finanzieren k\u00f6nnten?<\/p>\n<p>Neun Zukunftskonferenzen folgen noch. \u201eBei Bedarf mehr\u201c, sagt Hardeck. \u201eDa kann alles ergebnisoffen angesprochen werden\u201c, so Wolf. Die Kulturaktiven in den Regionen sollten diese Chance nutzen \u2013 auch zum durchaus grunds\u00e4tzlichen Disput \u00fcber die Ausrichtung des Kultursommers in seinem vierten Jahrzehnt. Denn blo\u00df ein bisschen Kosmetik im organisatorischen Kleinklein w\u00e4re wohl etwas wenig.&nbsp;<\/p>\n<p>Andreas Pecht<\/p>\n<p>Info: F\u00fcr die Teilnahme an den Konferenzen ist eine Anmledung erforderlich &gt; via <a href=\"http:\/\/www.kultursommer.de\">www.kultursommer.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rheinland-Pfalz. ape. 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